RSP-Karneval: Übergänge auf Charakterebene

Zum Karneval der Rollenspielblogs hat Niniane beim Thema “Anfänge und Übergänge” den Part der Übergänge übernommen. Entsprechende Fragen zur Inspiration für Artikel finden sich in ihrem Startbeitrag. Daran hangele ich mich auch diesmal wieder ein wenig entlang. Timberweres Einstiegsartikel findet ihr hier.

Logo_RSPKarneval_500px

Übergang zu einem anderen System

Schon einige Male habe ich Charaktere übertragen. Zugegeben, häufiger war es nicht der Übertrag in ein wirklich anderes System. Meist war es mehr der Übergang zu einer neuen Edition. Besonders bei Shadowrun und in der World of Darkness war ich in der Vergangenheit äußerst fleißig, was solche Übergänge betrifft.

So wirklich gute Erinnerungen habe ich an solche Übergänge allerdings nicht. Bei Shadowrun habe ich da ein massives Kompetenzproblem bei meinen Charakteren gehabt (in erster Linie beim Wechsel von SR 3 auf SR 4). Bei der WoD hat sich für mich gleich mal der gesamte Charakter verschoben, zumindest gefühlt.

Was damals sicherlich nicht hilfreich war: Der Spielleiter, der uns mitteilte, dass er sich mit der nWoD ganz toll auskenne und wir darum problemlos danach spielen und er uns locker dabei helfen könne. Er hatte genau gar keine Ahnung und mit Sicherheit keine 10 Seiten des nWoD-Regelwerkes gelesen, hat eigentlich ausschließlich Unsinn von sich gegeben. Damit sorgte er aber damals dafür, dass ich die nWoD unglaublich bescheuert fand. Ich ging nämlich erst mal davon aus, dass der Spielleiter weiß, was er da erzählt. Einfach, weil man sich schon aus ein paar Sessions kannte und es keine Conrunde war oder so etwas. Ich verstehe echt nicht, was Leute antreibt, so einen Bullshit zu verzapfen.

Auch nicht hilfreich war die erste Ausgabe des Grundregelwerks von SR 4. Ihr wisst schon: das grüne Ding. Ich hab dieses Buch echt nie gemocht. Abseits der ganzen Mängel, die es hatte (und die einer Konvertierung echt abträglich waren), fand ich es immer irgendwie total leblos. Und wie konvertiert man sehr lebendige Charaktere mit actionreicher Geschichte mit einem drögen neuen Regelwerk? Meh.

Was ja viele feierten, zumindest in meinem Umfeld, war dieses Konvertierungsding, mit dem man explizit Maskerade-Charaktere (oWoD) zu Requiem (nWoD) konvertieren konnte. Auch diese Glückseligkeit hab ich nie nachvollziehen können. Für mich war das Ding so gar nicht hilfreich. Es fühlte sich schon beim Lesen irgendwie falsch an. Ich hab es mal kurzzeitig versucht, aber dann auch sehr schnell aufgegeben, damit irgendwie arbeiten zu wollen.

Übergang zu anderem Charaktertypus

Vorweg: Als festgelegt würde ich mich nicht bezeichnen, aber es gibt schon ganz klar Typen und Schwerpunkte, die ich immer wieder mal aufgreife. Im Gegensatz dazu gibt es ein paar wenige Konzepte, die ich von vornherein höchst ungern spiele.

Was für mich eigentlich immer geht, sind Heiler, naturverbundene Charaktere und bestimmte Varianten des sozialen Charakters. Bei Shadowrun habe ich übrigens in x Jahren genau 3 Sessions mit 3 (unterschiedlichen) Charakteren gespielt, die keine Schamanen waren. In diesem Spiel bin ich also wohl schon sehr festgelegt. 😉

Was für mich überhaupt nicht geht, sind klassisch schurkische Charaktere. Ob nun in der Fantasy oder modernen Settings, die gehen für mich selbst gar nicht, finde ich wahnsinnig uninteressant.

Und alles dazwischen, daneben, drunter und drüber hängt vom System und meiner Laune ab. Ich liebe kämpfende Charaktere, auch wenn das Beschreiben von Kampfsequenzen nun nicht gerade eine meiner Stärken ist. Ich mag auch mal klerikale Charaktere spielen, magische unterschiedlicher Ausprägungen, Hacker und so weiter. Da bin ich dann schon recht flexibel.

Das Spiel ändert sich für mich nur bedingt. Meine Charaktere sind eigentlich kaum mal zu 100% dies oder jenes. Will heißen, ein Kämpfer kann sich durchaus auch unterhalten, ein sozialer Charakter kann noch anderes, als sich nur zu unterhalten. Dadurch hält sich sowas die Waage, glaube ich. Relevant ist da eher die Ausrichtung der Gruppe bzw. des Abenteuers. Da sollte die Auswahl dann schon reinpassen und irgendwas zu tun haben im Verlauf.

Charaktertod

Das ist meist das erste, das in unseren Runden festgelegt wird: es wird gefälligst gestorben.

Eine Runde ohne die Konsequenz, dass ein Charakter sterben könnte, ist für mich Zeitverschwendung. Das gilt für mich übrigens generell für Konsequenzen. Man muss nicht alles übermäßig verkomplizieren (so am häufigsten bei Shadowrun erlebt), man darf auch mal Fünfe gerade sein lassen zugunsten des Heldentums, der Story etc., aber das hat doch alles seine Grenzen. Wenn sowieso egal ist, wie man agiert, wozu dann überhaupt überlegen, entscheiden, ja, wozu überhaupt spielen?

Zugegeben, Tode in der ersten Hälfte einer Session sind lästig und besonders unangenehm, einfach aus organisatorischer Sicht. Aber sonst? Ich will gefälligst um die Charaktere der anderen und meinen eigenen bangen dürfen. Nicht ständig, sondern eben in entsprechenden Situationen. Wenn nichts riskant ist, ist es auch nicht spannend.

Am Rande: Dennoch kommt es höchst selten vor, dass Charaktere in meinem Spielumfeld sterben. Wir haben zwei D&D 5-Runden mit einem TPK beendet, in der Pathfinderkampagne gab es bislang zwei Tode auf Spielerseite, aber ansonsten fällt mir jetzt zumindest keiner ein. Noch ein paar “haarscharf daneben”-Situationen zwar, aber das ist doch eine sehr milde Bilanz in Anbetracht der Anzahl der gespielten Sessions und Runden der letzten Jahre.

Die Rente

Ein bisschen steckt dieses Übergangsthema schon im Konvertierungsteil. Die gescheiterten Versuche endeten in fast allen Fällen nämlich damit, dass mit dem System- bzw. Editionswechsel auch der Charakter auf Eis gelegt wurde. Kein Tod, keine Rente, einfach ein (oft) mit vielen Erinnerungen verknüpfter Charakterbogen im Sammelordner.

Es gibt genau drei Charaktere, die ich sehr lang und/oder intensiv gespielt habe.

Nummer 1 ist ein DSA-Charakter. Sie hat im Lauf der Zeit geheiratet, Kinder bekommen und groß gezogen … und dann gab es die Runde irgendwann nicht mehr. Diesem Charakter zu Ehren gab es ein kleines Revival auf NSC-Seite. Mehr dazu hier.

Nummer 2 ist mein hauptsächlicher Vampire-Charakter. Auch die hat sich einiges aufgebaut, vor allem an Strukturen und Macht. Die stand ziemlich kurz vor einem Punkt, an dem sowas wie Rente eine gute Sache gewesen wäre. Kam nicht dazu, weil die Runde sich nach Jahren aufgelöst hat. Wäre aber im Spiel selbst auch nicht dazu gekommen, denn ansonsten hätte ich sie eben weiter gespielt statt zu berenten.

Nummer 3 ist mein erster Shadowrun-Charakter. Die habe ich irgendwann quasi berentet, weil sie schlichtweg nicht mehr spielbar war. Die Gute ist dermaßen oft mit entsprechenden späteren Makeln und Einbußen in irgendwelchen Biotanks gelandet, dass aus ihr eine recht hässliche und eingeschränkte Katzenschamanin entwickelt hat. Ihr seht den Widerspruch, ja?

Übrigens ist der Shadowrun-Charakter das beste Beispiel dafür, dass es manchmal besser ist, einen Charakter in Würde (oder in Aktion) sterben zu lassen, als sowas zu hinterlassen. Dass ich den Charakter eingemottet habe, liegt jetzt fast 15 Jahre zurück. Ich war damals tatsächlich stinksauer wegen dieser Entwicklung. Und wo ich darüber gerade tippe, merke ich, dass ich diese Entwicklung von damals tatsächlich immer noch übel nehme.

Eine Bekannte von mir besteht übrigens darauf, ihre Charaktere auch nach der Rente weiterspielen zu dürfen. Das macht sie im Rahmen von 1:1-Sessions mit ihrem Freund, der schon die entsprechende Runde leitete. Sie beschäftigt sich quasi ewig ausgiebig mit Sims-Aktivitäten und damit, das Geld ihres mittlerweile stinkreichen SR-Charakters für gute Zwecke zu spenden, für NSC Mentor zu spielen und derlei. Finde ich zwar irgendwie seltsam und öde (weil es tatsächlich gar keine Aufträge mehr gibt, sondern es reines Rentenspiel ist), aber irgendwie auch schnuffig und nachvollziehbar – und ihr? 🙂

Hä?

Die letzte Frage aus Ninianes Vorschlägen verstehe ich ehrlich gesagt nicht:

Übergänge haben auch immer etwas mit Charakterentwicklung zu tun. Ist das etwas, was nur auf der Metaebene stattfindet, oder kann man das mit Werten abbilden?

Metaebene ist doch, Erfahrungspunkte zu haben, sie auszugeben, Stufen aufzusteigen und so weiter. Also ist das doch sogar in erster Linie mit Werten abgebildet.

Für mich gibt es da zwei unterschiedliche Stränge. Einmal die besagte Metaebene, auf der sich optimalerweise Interessen und durchaus auch Veränderungen eines Charakters spiegeln. Und auf der anderen Seite sind es Nuancen im Spiel selbst, die zeigen, dass Charaktere sich entwickeln.

Auch hierzu ein Beispiel: Mein Charakter Dhana Erlhocker aus der Theaterritterkampagne.

Erstmals gespielt habe ich diesen Charakter im Oneshot “Leichenschmaus“, und erst danach startete ich mit ihr in die Kampagne.

Wer diesen Oneshot kennt, vor allem das letzte Drittel, erlebt dort (zumindest empfinde ich selbst das so) einen deutlich anderen Charakter als die Dhana, die man jetzt so im Spiel sieht. Im Oneshot ist sie noch deutlich sprunghafter, spontaner, aber auch deutlich kompromissloser und so gesehen auch egoistischer. In der Kampagne ist das anfangs noch ähnlich, aber da demonstriert sie dann nicht nur ihre persönliche Vorstellung von Gerechtigkeit, sondern auch generelles Mitgefühl. Und sie ist gezwungen, sich zurückzuhalten und es stattdessen mit Diplomatie zu versuchen.

Das ist aber alles derselbe Charakter und zumindest ich erkenne ihn auch wieder. Die Entwicklungen im Spiel sorgen also dafür, dass man andere Seiten von ihr sieht oder manches deutlicher wird. Von den Werten her hat sich da aber kaum was geändert, und ich finde das durchaus schlüssig so.

Falls ihr zufällig den Oneshot und die Kampagne kennt: Ist eure Einschätzung ähnlich oder eine andere?

Nicht zuletzt überwindet sie aber auch zu einem Teil ihren Ekel vor Blut und Wunden, um anderen helfen zu können, wenn es sein muss. Hätte es diese Szene im Spiel nicht gegeben, die sie dazu verleitet, hätte ich in “Heilkunde Wunden” auch keine Punkte gesetzt. Hier sind Spiel- und Metaebene also miteinander verzahnt.

Summa summarum: Läuft das nicht immer ungefähr so?

Rückblick 2016 & Ausblick 2017

Wie jedes Jahr gibt es auch diesmal wieder einen Rückblick auf das Jahr 2016 (mit einem kleinen bisschen Statistik) und einen Ausblick auf 2017.

Und ebenfalls wie immer beschränke ich mich hierbei auf das Thema Rollenspiel, weshalb ich beides an dieser Stelle auch mal blogge/verlinke. Apropos Blog: Dazu sag ich in beiden Videos natürlich auch was. 😉

https://youtu.be/EE6h_Y1BuoI

https://youtu.be/RdOXv0DJomc

Euch allen an dieser Stelle schon mal schöne Feiertage und einen guten Rutsch! 🙂

RPG-Blog-O-Quest Juni 2016

Das Thema der Blog-O-Quest im Juni 2016 ist Science-Fiction.

rpg-blog-o-quest_logo3

Der Würfelheld schrieb in seinem Einleitungsbeitrag mit den Fragen irgendwas davon, dass man sich Wünsche bei der Orga zu Herzen nähme, und so sei dieses Thema entstanden. Ich hab ehrlich gesagt nicht auf dem Schirm, wer sich das mal gewünscht hat, aber ich finde es großartig. Denn besser hätte man mich im Juni gar nicht erwischen können. Aber eins nach dem anderen … 😉 Continue reading

RPG-Blog-O-Quest (Mai 2016)

Nu will ich mich endlich mal an die diesmonatige Blog-O-Quest setzen und stelle fest, dass ich meinen Beitrag von März und April nicht finden kann. Nach kurzer Verwirrung fiel mir dann ein, dass ich die März-Fragen zusammen mit Tsu in dessen Video beantwortet hatte. Und zum April hatte ich mit quasi einer Hand voll Crowdfunding-Erfahrung einfach nicht wirklich was zu sagen. Bevor der Mai mir nun aber tatsächlich durch die Lappen geht, setz ich mich mal ran: Continue reading

Rückblick: Rollenspielkarneval März 2016

Da ist er nun dahin gegangen, der März. Am 1. April eine Zusammenfassung zu veröffentlichen, nö, das wollte ich irgendwie nicht, also kommt sie ein bisschen später.

Diesmal nehme ich mir die Freiheit als Organisatorin, nicht nur etwas zu den einzelnen Beiträgen zu schreiben, sondern auch ein bisschen was “in eigener Sache”.

Das Thema: Unter Druck

Logo_RSPKarneval_500px_Druck_pink Continue reading

Rückblick auf 2015

Hier mal der obligatorische Rückblick von mir für das Rollenspieljahr 2015.

Ich hab mir schwerpunktmäßig noch mal meine ursprünglichen Vorsätze angeschaut und was daraus geworden ist, außerdem habe ich 2015 erstmal Buch geführt über alle Sessions und erhebe gegen Ende eine kleine Ministatistik dazu.

Das mit der Buchführung fand ich in diesem Jahr übrigens richtig klasse und werde das auch 2016 wieder machen. Geht bei mir übrigens zurück auf eine Idee von Gerrit.

Bis zum Ausblick und schöne Feiertage allseits!

Rückblick: Rollenspielkarneval Oktober

Hier ist nun die Zusammenfassung des Oktober-Karnevals der Rollenspielblogs. Doch zunächst noch ein bisschen was anderes.

Wieso hat Clawdeen diesen Karneval eigentlich organisiert?

Tja, wie so oft war ich hoch motiviert zu eigenen Beiträgen. Und es kam auch nicht von ungefähr, dass ich mir genau dieses Thema heraus gepickt habe, Ich finde, es bietet eine Menge Möglichkeiten, die auch gut zum von mir hoch gehaltenen Halloween passen. Außerdem bin ich erst vor einem halben Jahr nach Ingolstadt gezogen. Und wem das nichts sagt, der wird spätestens nach der Lektüre der teilnehmenden Artikel des Monats wissen, dass es da eine Verknüpfung zu Frankenstein gibt. Oh, und ich liebe die Verfilmung aus den 90ern mit Kenneth Branagh, Robert de Niro und Helena Bonham-Carter! Continue reading

Rückblick 2014

Nachdem ich die letzten 190 Spam-Kommentare gelöscht und sowohl hier als auch hier (nur die ersten 7min.) ein Video zum Thema Rück-/Ausblick 2014/2015 gemacht habe, wird es Mitte Dezember nun langsam Zeit für die Blogversion des Ganzen.

Ich fange mal mit dem Rückblick 2014 an:

Das Jahr lief für mich insgesamt deutlich besser als 2013 (was auch nicht sonderlich schwierig war, offen gesagt).

Rollenspielerisch ist die Vampire-Runde ausgelaufen 2014. Wir haben die Runde nach deutlich über 3 Jahren unterbrochen, aber das Ende war halbwegs rund, wie ich fand, zumindest ist nichts dramatisch offen geblieben. Begonnen hatten wir ursprünglich irgendwann ja mal mit den “Transsylvanischen Chroniken” in und mit der oWoD, sind dann relativ fix zur nWoD gewechselt und haben massenhaft eigene Inhalte, SL- sowie spielerseitig, eingebracht. So führte unser Weg uns beispielsweise auch tief nach Asien, wo wir Indien recht intensiv bereisten, uns in China mit Kuei-Jin auseinandersetzten und in Japan mit irgendwelchen shintoistischen Geistern. Wir haben viel politischen Kram gespielt, den Glauben an Lilith (Bahari/Crúac) in Transsylvanien zu verbreiten versucht, Blutwein entwickelt und exportiert … achso, und wir haben auch die Transsylvanischen Chroniken gespielt. 😉

Insgesamt bin ich ziemlich stolz auf diese Runde, auf das konstante Spielen alle 14 Tage, die Inhalte, das Charakterspiel und die Charakterentwicklung und so weiter. Ich glaube, das war schon so das beste (für mich), was sich aus dem Spiel so rausholen lässt. Und es hat mir die letztendliche Gewissheit verschafft: Ich mag Vampire nicht. An und für sich nicht. Nee.

Ersetzt wurde der Vampire-Slot spielerisch mit einer Scion-Runde; die Spielerzusammensetzung ist hier allerdings ein kleines bisschen anders. Begonnen haben wir mit ein paar Präludien-Sessions, an die sich dann ein Spiel nach dem Hero-Buch anschloss. Zwischenzeitlich haben wir kürzlich den Halbgott-/Demigod-Status erreicht und spielen dort weiter. Damit einher ging ein kurzzeitiger SL-Wechsel. Statt des (über mind. 80% der Zeit) leitenden Vampire-SL leite ich die Runde momentan, aber das ist auch nur für einige Sessions so gedacht, bis wir wieder wechseln. Meine Plotidee hat sich da ein bisschen verselbstständigt, sodass “einige Sessions” wohl schon so 6-8 werden, aber egal.

Das Setting von Scion mag ich sehr gern, das System ist so ziemlich das bananigste, unspannendste und sinnloseste, das mir je untergekommen ist. Dazu lasse ich mich ja vielleicht in Zukunft noch mehr aus, keine Ahnung, auf jeden Fall habe ich hier schon mal ein bisschen was dazu geschrieben. Im Zusammenhang mit dem eben verlinkten Text wird auch klar, dass das auch wieder eine Runde ist, an der mein Herz hängt. Nicht zuletzt wegen des enthaltenen Romantikdramas darin, aber pssssst. 😉

Ansonsten war ich 2014 einfach mehr bei Youtube aktiv als im Bereich des Bloggens, was ich ja neuerlich auch irgendwann mal bedauerte (aber zu Vorsätzen komme ich ja erst später). Daran habe ich immer noch ziemlich viel Spaß, auch wenn mich der “Alltag” und Katastrophen darüber hinaus immer mal wieder aus den regulären Planungsschuhen hauen, aber irgendwas ist ja immer.

Auf meinem Kanal ist auch so einiges Rollenspielerische aus 2014 gut nachvollziehbar:

Der Gratisrollenspieltag hier in der Stadt, den Mandavar und ich zusammen veranstaltet haben, war ein ziemlicher Erfolg, was eine feine Sache war (und ist).

Ich hab mich wieder mal ein bisschen mehr in Richtung Shadowrun bewegt und mich in dem Zusammenhang dann doch mal ein bisschen für die 5. Edition geöffnet. Ein sinnvolles Statement zu der habe ich allerdings bislang noch nicht gefunden.

Außerdem habe ich ein bisschen darauf zu achten versucht, ein bisschen mehr nWoD und vor allem nWoD-Livestreams zu machen. Das fing an mit einer völlig freien Ultraspontanrunde Mortals mit Zombies auf Basis der Newsflesh-Trilogie von Mira Grant und einem Hunter-Oneshot in zwei Sessions nach einem SAS. Im Verlauf und bis zum Jahresende ging das Ganze dann immer mehr in Richtung Changeling, the Lost im Rahmen diverser Kennenlern-Oneshots und dem Beginn einer kurzen Kampagne, zu der ich ja auch schon was gebloggt habe.

Mit DSA habe ich es 2014 auch mal wieder versucht, ganz grob nach der ersten Fassung des Betaregelwerks zu DSA 5. Mit DSA durch bin ich immer noch nicht, muss aber gestehen, dass ich von den ganzen Nach-Betaregelwerksänderungen und ergänzungen wenig begeistert war und bin, sodass ich eher nicht davon ausgehe, dass ich beim letztlichen Start von DSA 5 dabei sein werde in irgendeiner Form.

Dafür interessieren mich andere Fantasy-Sachen viel zu sehr, allen voran Pathfinder, das vom Grundsatz her für mich ja eigentlich zu crunchig ist, aber ich LIEBE den Umfang der (deutschsprachigen) Veröffentlichungen, diese ganzen Pawn-Boxen, das Bunte, den Fluff und all das – also komme ich einfach nicht dran vorbei. Und ich hoffe ja immer noch darauf, dass ich eine Gruppe finde, die Bock hat, mit mir einen bestimmten kompletten Abenteuerpfad durchzuziehen …

Und an D&D 5 bin ich natürlich 2014 auch nicht vorbei gekommen. Ich hab nun so einige Sessions damit gespielt und mag das Tempo des Ganzen, die Charakterzusammensetzung und diese Inspirations-, Advantage-/Disadvantage-Sache ganz gern. Insgesamt habe ich zu wenig D&D in meiner Biografie (vgl. diesen Retro-Artikel), als dass mir bei D&D 5 so das Herz aufgehen würde wie vielen anderen, aber ich mag es und spiele es gerne.

Oh, und SavageWorlds habe ich 2014 auch erstmals gespielt. So ganz erstmals ja dann wohl doch nicht, weil ich irgendwann mal eine Session Deadlands gespielt habe, bei der der SL irgendwelche Deadlands-Versionen wild gemixt hatte, darunter eben auch SaWo-Anteile, wie ich mittlerweile weiß, aber so richtig zählt das ja auch nicht. Gespielt habe ich im Hangout eine Session Necropolis 2350. War ganz cool, um mal einen Einblick zu kriegen. Das Regelwerk liegt ja schon länger bei mir rum, geblättert habe ich darin auch schon öfter, aber … ohne konkrete Absicht/Runde hab ich einfach keinen Bock, mich damit näher auseinander zu setzen, auch wenn ich die eine Session wirklich interessant fand.

Und damit mal zum Rückblick auf meine eigentlichen Vorsätze für 2014:

Zwei Runden regulär abzuschließen hat nicht so ganz geklappt. Hintergrund des Ganzen war aber vor allem, mehr zu spielen als absagen zu müssen und Rollenspiel wieder mehr als Konstante zu haben. Und das hat durchaus geklappt.

Dann wollte ich mindestens 25 Regelwerke/Quellenbücher sowie mindestens 25 Romane lesen. Letzteres habe ich um das Doppelte überboten, ersteres nicht so ganz erreicht. Zwar habe ich “gemogelt”, weil ich mich recht viel durch diese 36- bzw. 64-seitige Pathfinder-Hefte gewuselt habe, trotzdem habe ich die genannte Zahl nicht erreicht, aber ich habe in deutlich mehr Büchern kapitelweise gelesen, und das zählt ja irgendwie auch. 😉

Das mit dem Bloggen hat 2014 nicht so wirklich funktioniert, aber immerhin habe ich immer wieder maaaal was geschrieben und zudem bin ich mit dem Blog umgezogen und hab ihn umgestylt, was schon zeigt, dass ich da immer noch Ambitionen habe. Aber da geht echt deutlich mehr …

Ein weiteres größeres Thema für mich war Tabletop. Ich wollte mindestens ein Dutzend Minis anmalen und auch damit spielen. Das Anmalen ist mir zahlenmäßig gelungen, wenn man meine Fregatten der Ba’Kash von Firestorm Armada mitzählt. So viel gespielt, wie ich eigentlich vorgehabt hätte, habe ich nicht – weder Firestorm Armada noch Malifaux -, aber ich bin halbwegs zufrieden, auch wenn ich mit dem Malen gern weiter voran gekommen wäre.

Und dann noch die Credits …

In den letzten Jahren habe ich immer auch ein paar Leute erwähnt, die mir (rollenspielerisch und (teils) auch sonst) besonders wichtig waren im jeweiligen Jahr. Das möchte ich gerne beibehalten. Für 2014 darum also ein paar persönliche Worte an

Mandavar, der trotz aller – rollenspielerischer und nicht rollenspielerischer – Dispute 2014 nach wie vor mein bester und engster Freund ist. Danke für deine Kreativität, die durchaus ansteckend sein kann, für deine Tabletop-Leidenschaft, die ebenfalls ansteckend sein kann und danke auch für deinen Raumschiff-Fimmel, der mir total auf den Sender geht, aber dennoch seine Wirkung in die eine oder andere Richtung auf mich nicht verfehlt. Und danke für wirklich liebevoll ausgestaltete Rollenspielsessions, für hitzige Filmdiskussionen und für “Lost Girl” sowie “Supernatural“.

Nepenthes, für wunderbares Charakterspiel, noch viel wundervollere Charaktertagebücher, deine stets neutrale Art und Kleinigkeiten wie Globen an Ketten.

PurpleTentacle oder purpltntcl für (leider echt viel zu wenige) “Durchgeblättert”-Videos, deine stets entspannte, konstruktive und faire Art, für cooles Zwergenbardenspiel und für das Vlogtaculum.

Horagg für die Lust am Spielen und Plaudern, starke Begeisterungsfähigkeit und die generelle Leidenschaft für Zombies sowie CtL.

ChosenPariah, trotz vorübergehender “Rente”, weil du so viele Systeme und Rollenspielbücher völlig frei von der Leber weg irgendwie vorgestellt hast und dich dabei einen feuchten Kehricht darum gekümmert hat, wie sowas “zu sein hat”, sondern sie einfach so gemacht hast, wie du dich damit wohlfühlst. Und danke für deine Freude an den Iron Kingdoms, die dabei auch einen Platz gefunden haben. Ich hoffe trotz deines Ankündigungsvideos für 2015, dass da auch im nächsten Jahr zumindest hin und wieder was zu sehen sein wird.

Tsu, einfach für alles. Für deine Begeisterungsfähigkeit, deine Ruhe und Ausgeglichenheit, deine Kreativität, für einfach tolle Rollenspielsessions und -ideen, für das Vlogtaculum, für gefühlt unzählige Overlays und Thumbnails, für durchgequatschte Stunden, Tage und Nächte, für deine unfassbare Empathie und dein Verständnis, für das Selbstbewusstsein, das du mir gibst, für jede Minute mit dir und noch so vieles mehr. <3