[RSP-Karneval] März 2019: Essen

Im März lautet das Thema für den Karneval der Rollenspielblogs Essen und wird von mir organisiert.

Der Vorschlag selbst (auch von mir) hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, und jetzt wird es einfach mal Zeit, dazu Beiträge zu sammeln. Doch was gibt es dazu überhaupt zu sagen?

Nomnomnom

Zum einen haben wir da das klassische Essen im Sinne der Nahrungsaufnahme.

Was gibt es bei euren Runden zu futtern, was steht auf dem Tisch? Kocht ihr davor oder dazwischen zusammen, bestellt ihr was zu essen, bringt jede*r etwas mit? Wie steht ihr dazu, wenn Rollenspielbücher, Charakterbögen und Lebensmittel gemeinsam auf einem Tisch liegen? Ich denke da jetzt vor allem an diverse Flecken … Und hat das Essen bei euch einen Bezug zu dem Spiel, gehts einfach ganz profan um Nahrungsaufnahme, oder kombiniert ihr mit Kochen & Spielen sozusagen zwei Events? Und wie haltet ihr es mit Rollenspielkochbüchern, also Kochbüchern, die bestimmte Gerichte bestimmter Settings „nachkochen“ bzw. vorstellen?

Im Spiel selbst gibt es auch immer wieder mal Situationen, in denen Essen ein Thema ist. Gibts in euren Tavernen, Restaurants, Kantinen und Co. immer denselben Speiseplan? Gibts immer den klassischen Eintopf und eine Brotzeit, den Soyriegel und die Quetzal-Cola aus dem Stuffer Shack oder gibts noch was anderes? Vielleicht je nach Region? Oder je nach Preisklasse? Vielleicht seid ihr auch eher vom Schlag der ausgeklügelten selbst erstellten Speisekarten? Kreiert ihr vielleicht selbst irgendwelche Gerichte, Zutaten, Kräuter usw.? Und wenn ja: was sind das für Sachen?

Wie handhabt ihr die Versorgung der Charaktere in der Wildnis oder der Apokalypse? Seid ihr Fans von Micromanagement und haltet alles akribisch nach? Handelt ihr die Dinge mit wenigen Würfelwürfen ab oder nutzt ihr solche Gelegenheiten zum Einsatz von Subsystemen (Fokusregeln, selbst erdachte usw.)? Ich kann euch sagen, dass man sowas durchaus auf die Spitze treiben kann. 😉

The Sprawl & The City

Für diejenigen unter euch, die dem Thema in Bezug auf Nahrungsaufnahme so gar nichts abgewinnen können, habe ich natürlich einen kleinen „Ausweg“: Essen.

Uhm? Genau. Essen ist immerhin auch eine Stadt. Zum Beispiel des Rhein-Ruhr-Megaplexes. Konzernzentrale von Saeder-Krupp und der Ruhrmetall AG, sogar ausgestattet mit eigenem Urban Brawl-Team. Abseits von Shadowrun gibts so einige Gruppen, die Essen (als Teil des Ruhrgebiets) zum Spielort in der World of Darkness gemacht oder gar eine cthuloide Stimmung dort verortet haben. Habt ihr sowas auch mal gemacht, vielleicht noch für andere Reihen? Fallen euch bestimmte Orte ein oder auf, die rund um die Stadt Essen dazu einladen, Teil einer Rollenspielrealität zu werden? Oder habt ihr schon selbst NSC und Orte kreiert, die eurer Meinung nach bestens in eine der zentralen Ruhrpottstädte passen?

Wie nehmt ihr teil?

Was euch einfällt, könnt ihr sehr gern hier oder im RSP-Forum kommentieren, könnt darüber bloggen, ein Video erstellen, Instagram-Fotos verlinken, podcasten oder was euch sonst so dazu einfällt. Wichtig ist, dass ihr mir im Forum einen Kommentar hinterlasst, wo ich eure Beiträge finden kann, damit ich sie am Ende des Monats entsprechend im Abschlussartikel erwähnen und verlinken kann.

[RSP-Karneval] Zeitsprung: Fragged Empire

Gloria von Nerd-Gedanken hat sich im Januar recht kurzfristig des Themas Zeitsprung für den Karneval der Rollenspielblogs ausgedacht. Höchste Zeit, auf den letzten Drücker doch zumindest noch einen Artikel dazu zu verfassen.

Zeitsprünge im Groben bieten eigentlich die meisten Rollenspiele. Man wird eben in eine fäntelalterliche Welt oder die (nähere oder fernere) Zukunft versetzt. Im Grunde sind auch das ja schon Zeitsprünge, wenn auch nicht im klassischen Sinne.

Einen solchen Sprung möchte ich exemplarisch für den Karneval benennen, weil ich diesen besonders spannend finde: Fragged Empire.

Wie passt Fragged Empire da rein?

Fragged Empire bezeichnet sich selbst als post-post-apokalyptisches Setting. Die Apokalypse selbst liegt also lang zurück, man ist über die ersten Aufbauten längst hinaus und vielmehr an der zweiten schwierigen Schwelle: ein (neues) Miteinander zu kreieren. Da ich dazu mal ein Video gemacht habe, habe ich auch eine erklärende Grafik dazu erstellt:

fragged_history

Die Menschheit existierte also vor etwa 10.000 Jahren (ganz links) und entwickelte sich quasi über Jahrtausende zu den Archonten weiter, die mittlerweile ebenfalls nicht mehr existieren.

Zwischendurch auf verschiedenen Wegen entstandene weitere Völker waren Teil der späteren Apokalypse, und erst seit etwa 100 Jahren versuchen sie, zueinander Kontakt aufzunehmen, Verträge auszuhandeln, eigene Kulturen zu etablieren und so weiter.

Das sind (Symbole rechts, von oben nach unten) die Corp, die Kaltoraner, die Nephilim und die Legion.

Die Corp als kapitalistische Nachfahren der Vargati sind wohl am menschenähnlichsten, jedoch das Spannende des Settings: Menschen selbst gibt es hier überhaupt nicht mehr.

Man hat hier und da vielleicht mal Geschichten von Menschen gehört, jedoch viel eher solche über die Archonten, die sich aus den Menschen heraus entwickelt haben.

Menschen spielen einfach keine Rolle in diesem Setting, zu dieser Zeit so lange, nachdem die Menschen ausgestorben sind. Und das Erstaunliche daran: Man vermisst sie auch überhaupt nicht.

Ich selbst kenne es aus anderen Spielen so, dass es zumindest noch irgendwo kleine Enklaven früherer Menschen gibt, oder dass Menschen dann als frühere Gründer, Götter und so weiter angebetet werden oder so. Hier nicht.

Ein sehr weiter zeitlicher Sprung also, den das Spiel bietet, und der Interessantes mit sich bringt.

Mehr zum Setting hab ich in meiner Lesereihe zu Fragged Empire auch noch in diesem Artikel festgehalten.

Der Winter naht!

teeWer Blog und/oder Youtubekanal von mir verfolgt, weiß sicherlich schon, dass die Monate von Oktober bis Januar meine liebsten sind. Ich mag die Zeit, wenn ein Tee einen wieder aufwärmt, man sich abends in Kissen und Decke so richtig schön einkuscheln kann, es früh dunkel wird, man wieder mit Kerzen und Co. beleuchten kann. Zeit für kräftige Düfte und Gewürze, Kuschelkakao und Punsch. Und was bei anderen später der Frühjahrsputz ist, ist bei mir die Zeit für umfassende Rückblicke und Planungen fürs Folgejahr.

In diesem Jahr bin ich schon ganz schön weit mit alldem. Ausnahmsweise mal, denn normalerweise schlägt im Dezember ja noch mal der Wahn an allen Fronten zu, sodass ich dann gar keine Zeit mehr dazu finde und alles ein bisschen gequetscht wird. Diesmal staut sich alles eher in Bereichen, für die man eine Stimme braucht (Podcast, Video), weil die meine knapp zwei Wochen lang nicht so wollte wie ich.

Die ominöse Liste

Im Juli 2017 habe ich nach und nach angefangen, eine Liste für die Spiele (und auch die Abenteuer) zu erstellen, die ich gerne spielen möchte. Generell, also unabhängig von Machbarkeit, Umfang und so weiter. Die weitere Sortierung erfolgt an anderer Stelle. Und mittlerweile klopft bei mir die Erkenntnis an, dass ich all das nicht nur in einem Jahr nicht werde abhandeln können, sondern auch nicht in zweien, nicht mal in fünf. Das macht mich ein bisschen traurig. Auf der anderen Seite gibt es mir wieder mehr Freiheiten für meine Planungen, gemäß dem Motto: Wenn es eh egal ist …

Aktuell enthält die Liste 26 verschiedene Spiele (und ist damit mal wieder angewachsen). Darunter gelistet sind aktuell 61 Abenteuer- und Kampagnenideen, genau genommen davon 16 Kampagnenideen. Ich bin sicher, ihr seht das Problem? Dass ich aktuell 2 lange Kampagnen leite und in einer spiele, macht es nicht gerade einfacher. 😉

Wohlgemerkt sind in dieser Liste mittlerweile nur noch die Sachen, die ich eigentlich gern in absehbarer Zeit spielen/leiten möchte. Es gäbe noch ein paar mehr Spiele für „irgendwann mal“.

Der Übersichtsplan für 2019

Nach langem Hin und Her und Überlegungen zusammen mit Tsu sieht der Plan wie folgt aus für 2019:

  • Eine lange Kampagne (1 Jahr und länger)
  • Eine kurze Kampagne (bis zu 10 Sessions)
  • mindestens 4 Oneshots (1-2 Sessions)
  • maximal 4 Fewshots (max. 4 Sessions)

Wenn man bedenkt, dass diese Vorgabe für jeden von uns beiden gilt (und Tsu eine eigene Liste mit gewünschten Spielen hat), ist das sehr viel, was da zusammenkommt.

Mir hilft diese Struktur bei der Planung ungemein, wie ich feststelle.

Kampagnen

Die Kampagnen zu planen, war am einfachsten.

Bereits gestartet sind wir mit Storm King’s Thunder und DnD 5, was entsprechend die lange Kampagne auch für 2019 ist und sein wird.

Aktuell läuft noch bis voraussichtlich Februar 2019 Pathfinder mit dem Abenteuerpfad Die Winterkönigin. Der Slot dann durch eine kurze Kampagne mit Splittermond abgelöst werden.

One- und Fewshots

Bei One- und Fewshots fallen alle Kampagnenideen aus meiner Liste schon mal raus. Ebenfalls raus fallen komplexe Spiele, weil das einfach den Aufwand für einen Oneshot nicht lohnt.

Abschließende Überlegungen dazu gibt es aber später. Das Jahr ist ja noch nicht rum.

Mit Sicherheit dabei sein werden aber: DSA 5, Splittermond und Space 1889.

Ansonsten gehen meine Präferenzen aktuell stark in Richtung KULT: Divinity Lost (was ich schon längst geleitet hätte, wenn ich denn mal SpielerInnen dafür finden würde …), Vampire 5th Edition, Geh nicht in den Winterwald, Symbaroum, One last Job, Old Slayerhand und Monsterhearts.

Rollenspiel-NaNoWriMo … und ihr so?

Am 1.11. startet traditionell der NaNoWriMo, der National Novel Writing Month. National ist der schon lang nicht mehr, sondern mittlerweile eine riesige Community mitsamt Forum, Motivationsmails, Treffen an allen Orten und so weiter.

Worum geht es?

Es geht darum, im November ein Buch zu schreiben. Nicht mehr, nicht weniger.

Die Theorie dahinter ist, dass Leute, die gern schreiben, meist am Anfang hängen bleiben. Sie schreiben also eine gewisse Menge und machen sich dann an das Korrekturlesen, bevor es weitergeht. Und korrigieren. Und ändern. Und streichen. Und korrigieren …

Um diesen Kreis zu unterbrechen, entstand der NaNoWriMo. 50.000 Worte in 30 Tagen, also 1667 Worte pro Tag sind zu stemmen. Da bleibt keine Zeit für große Überlegungen, für Korrekturen und derlei. Also gilt es, einfach runter zu schreiben. Und genau das soll auch so sein.

Der Entwurf, der dann letztlich dabei steht, ist dann optimalerweise so umfangreich, dass man sich in Folge mit dem sonstigen Korrekturvorgehen nicht mehr so im Weg steht.

Darum geht es.

Hype

Schon im Oktober ist immer zunehmend zu bemerken, dass die Leute sich im Forum austauschen, ihre Geschichte planen, ja, sogar ihre zu trinkenden Teesorten für den November planen. Es gibt jede Menge Motivationsthreads und beispielsweise auch einen Twitteraccount der deutschsprachigen Community, der vorab motiviert, den Leuten Fragen zu ihren Ideen stellt und derlei mehr.

Was mach ich da?

LogoIch hab in den letzten x Jahren schon einige Male an der Aktion teilgenommen. Beendet habe ich in diesem Zuge tatsächlich mal zwei „Romane“ bzw. eben den Entwurf dazu. Interessanterweise basierten beide auf Rollenspielwelten, nämlich einmal Wraith, the Oblivion und einmal Mummy, the Resurrection.

Geschrieben habe ich beide von vornherein einfach für mich, um zu schreiben bzw. den zweiten als Geburtstagsgeschenk für einen Freund. Dass da – selbst wenn es gut bei Dritten ankäme – keine Option zur Veröffentlichung besteht, war mir in diesen Fällen von vornherein klar.

Abseits dieser beiden Entwürfe bin ich leider immer recht schnell eingebrochen, was das tägliche Pensum betrifft.

Im letzten Jahr war ich eigentlich mal wieder sehr motiviert, da wirklich was zu Ende zu bringen. Auch das war ein angedachter Rollenspielroman. Leider fiel genau in den Zeitrahmen des NaNoWriMo dann eine neu angekündigte Publikation, die mich völlig demotiviert hat. Hab ich also auch wieder abgebrochen, diesmal immerhin erst nach knapp 70 Seiten.

Und 2018?

Ich hab lang überlegt, ob ich in diesem Jahr auch wieder teilnehmen will. Eigentlich schon, denn es ist eine liebgewordene Tradition für mich. Auf der anderen Seite habe ich aktuell weder Zeit noch Nerv, mich in ein weiteres Romanprojekt zu stürzen.

Letztlich hab ich mich dazu entschlossen, den Monat für mich ein bisschen umzuändern.

Schon so oft hab ich Stichworte von mir entdeckt zu Blogartikeln, die ich mal irgendwann schreiben will, zu Spielmaterial inklusive Abenteuern, die ich mal aufschreiben will. Und schon so oft hab ich mich darüber geärgert, wenn ich es mal wieder nicht hinbekommen habe, einen Beitrag für einen Rollenspielkarneval beizusteuern.

Also schnapp ich mir die Gelegenheit und werde versuchen, davon im November mal einiges umzusetzen. Das wird nicht unbedingt gleich gebloggt oder sieht sonstwie gleich Licht, sondern ich schreibe einfach Entwürfe, so wie man das beim NaNoWriMo eben macht. Und wahrscheinlich werden es auch gar nicht 50000 Worte am Ende.

Aber hey, auch alles darunter wäre auf jeden Fall ein Erfolg. 🙂

Also drückt mir die Daumen und vor allem: berichtet mir, wenn ihr teilnehmt, was ihr schreibt, wie es läuft!

Alle 7 Jahre?

Neulich unterhielt ich mich über den 7-Jahres-Mythos, demnach man sich alle 7 Jahre verändert. Wie bei so vielen Mythen steckt auch hier ein wahrer Kern drin, die konkrete Zahl und/oder ein Bezug auf eine vollständig neue Entwicklung ist aber natürlich Unsinn.

Trotzdem hat mich das auf die Idee gebracht, diesen Mythos mal in Bezug auf mein Rollenspieldasein zu betrachten.

0-7 Jahre: Kein Rollenspiel

Na sowas!? Wer hätte gedacht, dass ich in den ersten sieben Jahren meines Lebens noch keinerlei Berührungspunkte zum Hobby hatte? 😉

8-14 Jahre: Lektüre … solo

Tatsächlich hatte ich meine ersten Berührungspunkte mit Rollenspielen dann aber doch schon mit 7 Jahren durch ältere Nachbarskinder (hab ich hier in der Retro-Kategorie des Blogs schon mal erzählt). Zum Spielen kam ich hierbei in dieser Zeit nicht so wirklich. Zwar hatte ich immer wieder hartnäckig versucht, andere Kinder zum Spielen zu überreden, konnte aber nie mit dem Hobby begeistern zum damaligen Zeitpunkt. So blieb mir nur die Lektüre. Und Solo-Abenteuer. Ich hab übrigens bis vor einigen Jahren Einsamer Wolf und Co. nicht mal gekannt. Bei mir waren es immer die Solo-Abenteuer von DSA.

15-21 Jahre: Gruppen und ganze Welten!

Irgendwann fand sich über die Schule dann doch mal eine Gruppe, und in und mit dieser spielte ich dann auch recht exzessiv 1-2x/Woche. Da mir das nicht reichte, musste dann noch eine weitere Runde gebildet werden. Auch bei diesen Gruppen war es ausschließlich DSA, das wir spielten.

Durch einen offenen Spieltreff entdeckte ich später jedoch, dass es nicht nur überhaupt sehr viel mehr Rollenspiele als DSA gibt (siehe hier), sondern sogar ganze Läden mit Regalen voller Rollenspielen (siehe hier und hier). Whoa!

So lernte ich AD&D kennen und verliebte mich in Earthdawn (siehe hier).

22-28 Jahre: Generisch universell zu dark

Die nächste Phase meines Rollenspiellebens war zunächst vor allem geprägt von GURPS. Das war mein erstes Zusammentreffen mit einem Spiel, mit dem man buchstäblich alles machen konnte. Und genau dem widmeten wir uns ziemlich ausgiebig. Sowohl dem Spielen in verschiedenen Genres (vor allem Fantasy und SciFi/Traveller), aber auch dem Bau eigener Welten. Auch das waren also meine ersten Schritte hin dazu, abseits von Abenteuern eigene Dinge zu kreieren.

Mein Highlight aus dieser Zeit ist immer noch, dass ich meinen Vater in dieser Zeit fürs Rollenspielen begeistern konnte, wenn zu diesem Zeitpunkt auch eher kurzzeitig und auf Traveller beschränkt.

Aber schon damals war es so, dass ich nach gefühlt ewiger Zeit ausschließlich mit DSA nicht mehr an einem System kleben bleiben wollte. Irgendwann kam die Lust auf was Neues, und so ließ ich mir im Rollenspielladen einfach was empfehlen, da meine eigene Rollenspielblase noch mehr als überschaubar war. Und in Nullkommanix hatte ich dann plötzlich alles im Regal stehen, was von Vampire, the Masquerade zum damaligen Zeitpunkt erschienen war.

Ich war von Vampire sehr gehyped, habe alle Bücher dazu regelrecht verschlungen, habe mein eigenes Ruhrgebiet komplett mit Vampiren, Connections, NSC, wichtigen Orten etc. ausgestattet (da kommt man auch drauf, wenn man noch nie was von R-Maps, C-Maps und Co. gehört hat), eine wirklich riesige Runde geplant mit 12 Spielern, die sich durch ihre Aktionen und Präferenzen dann nach ein paar Sessions in 2-3 eigene Gruppen aufspalten sollten, zwischen denen es immer wieder mal Berührungspunkte geben sollte. Um es kurz zu machen: Das war einer der größten Flops, die ich je gespielt bzw. geleitet habe (ein bisschen mehr dazu gibt es hier). Aber ich habe sehr viel gelernt durch die Vorbereitung der Runde und letztlich auch durch den Flop an sich.

Letztlich hatte ich nach diesem Megaflop allerdings schon nicht mehr so wirklich Bock auf das Spiel. Da ich verdammt viel Geld ausgegeben hatte und auch nicht alles sofort verkaufen wollte, machte ich mich im Internet, das es endlich gab, auf die Suche nach Tipps und Inspiration. Mit dem Internet erweiterte sich meine Rollenspielwelt erneut. Und auch die World of Darkness wurde genau das: eine ganze Welt, viele verschiedene Übernatürliche, nicht nur Vampire. Es dauerte nicht lang festzustellen, dass mich Werewolf, Changeling und schließlich auch Wraith und Mummy allesamt viel mehr anzogen und interessierten als Vampire.

Und dann kamen die Chroniken der Engel. Wieder ein anderes Genre, andere Mechaniken, und auch eine neue Gruppe, die komplett aus Leuten entstand, die ich über die Rollenspielerdatenbank KOOP im Internet angeschrieben hatte. Und damit entstand dann auch mein erster Rollenspielblog damals.

29-36 Jahre: Chummer & Vampire

Streng genommen gehört der erste Schwerpunkt schon in den vorigen Abschnitt. Dort erwähnte Gruppe fing immer wieder damit an, Shadowrun spielen zu wollen, wogegen ich mich aber standhaft weigern konnte. Nachdem ich mich dann dazu durchringen konnte, mal einen SR-Roman zu lesen, war ich bereit, doch ein paar Sessions zu spielen. Und als die anderen dann wie üblich mal wieder wechseln wollten (wir spielten ein System alle 14 Tage fest und dazwischen an den 14 Tagen wechselnde Systeme), war ich lautstark dagegen und wollte zum Erstaunen aller unbedingt weiterspielen. Auch damit hab ich mich durchgesetzt *g*.

Damit trat erstmals ein regellastiges System in mein Leben. DSA zähle ich da nicht, denn damit bin ich von Stunde 0 an mitgewachsen. Und ich hab mir an den Regeln von Shadowrun 3 wirklich die Zähne ausgebissen. Über Jahre hinweg. Ich habe ewig Karteikarten als Cheatsheets genutzt, sowohl als Spielerin für meinen Charakter als auch später als SL. Und das, obwohl ich wirklich viel gelesen, geübt und gespielt habe. Damals habe ich beschlossen, dass umfassende Regeln wahrscheinlich nix für mich sind. Hat mich aber nicht von Shadowrun abgehalten, im Gegenteil. Abgehalten hat mich dann eher die 4. Edition bzw. das komisch vermurkste grüne Grundregelwerk damals.

Und so führte mich mein Weg mal wieder auf Abwege. Ich bekam die Empfehlung von Nin, den ich schon aus den damaligen WoD-Forenzeiten und denen im Travar-Forum (und seiner großartigen Changeling-Webseite) her kannte, mal auf der Drachenzwinge zu gucken, und dort wurde ich auch fündig. Und wie! Vor allem All flesh must be eaten hatte es mir dort angetan, aber ich spielte so einiges, leitete so einiges, und schließlich führte mein Weg mich wieder hin zur World of Darkness. Das Problem war dasselbe wie immer zuvor: Jeder wollte Vampire spielen, stand voll auf dieses Intrigen-PvP-Ding, ich hingegen hätte lieber andere Sachen gespielt. Hab ich auch. Und dank einiger Leute bei der Drachenzwinge, die das ähnlich sahen oder noch sehen, konnte ich auch eine Menge anderer WoD-Spiele spielen. vampir

Dadurch kam ich auch zur langjährigen Tischrunde, die – natürlich – Vampire spielten. Zuerst Dark Ages, später kam das mehr aufgedrückte Switchen auf die nWoD. Und davon war ich sehr schnell dann doch sehr angetan, nachdem ich quasi mehr oder weniger gezwungen war, mich mehr und mal so richtig damit auseinander zu setzen. So kam die World of Darkness nicht nur zurück in mein Rollenspielleben, sondern sie erweiterte sich sogar deutlich. So sehr, dass ich schließlich beschloss, nix anderes mehr spielen zu wollen. Alles, was ich je an Settings bespielen wollen würde, konnte ich mit der nWoD umsetzen.

Und eben drum startete ich am Ende dieser Phase dann auch meinen Youtube-Kanal, auf dem ich vor allem Videos zur (n)WoD online stellen wollte.

37-41 Jahre: Resümee und Aktuelles

Füchse bemerken, dass die Zahl hier nicht stimmt, denn da müsste eine 42 stehen. Noch füchsischere Füchse werden daraus zu Recht schließen, dass ich aktuell 41 Jahre alt bin. Glückwunsch! *g*

Knapp ein Jahr blieb die nWoD tatsächlich mein Schwerpunkt auf dem Kanal. Mein Enthusiasmus, auch andere von der nWoD zu begeistern, nahm dann allerdings mit der Ankündigung von Ulisses, die oWoD wieder auf deutsch rauszubringen, ein jähes Ende, zumal sich auch da schnell rauskristallisierte, dass vor allem Vampire damit gemeint war, logischerweise.

Danach wandte ich mich erstmals nach x Jahren mal wieder DSA zu, wo für die 5. Edition gerade die Beta lief. Auch nach Erscheinen der 5. Edition hab ich viel DSA gespielt und geleitet. Und ich hatte nach so langer Zeit mal wieder richtig Spaß daran. Das flaut übrigens aktuell wieder so ein bisschen ab. Ich rechne aber nicht noch mal mit einem kompletten Ausstieg, sondern will mir DSA 5 auf jeden Fall als gern gespieltes Spiel erhalten. Muss halt nur ein bisschen dosiert werden.

Ich startete mit  Die Winterkönigin einen Abenteuerpfad von Pathfinder, der nun seit mittlerweile 3,5 Jahren gespielt wird und relativ kurz vor dem Abschluss steht. Vor kurzem haben wir mit DnD 5 angefangen, das sicherlich Pathfinder vollständig ersetzen wird. Nach dem Erscheinen im Englischen hatten wir schon 2 DnD-Kampagnen gespielt, dann pausiert, und nach dem Erscheinen im Deutschen hatte ich da erst mal keine Böcke drauf. Jetzt schon. 🙂 Ist aktuell noch ein bisschen holprig, da ein paar Jahre nicht mehr bespielt. Außerdem raubt mir der Kontrast zu Pathfinder aktuell noch ein bisschen Nerven. An dem einen Tag das eine, am nächsten das andere … bringt mich durcheinander (und Pathfinder bringt mich eh durcheinander).

Nach einigen Anläufen habe ich mich dann doch noch so richtig in Splittermond verlieben können (wie ihr sicherlich wisst).

Immer mal wieder zieht es mich mehr oder weniger stark zurück zur World of Darkness, mal länger, mal kürzer. Und auch Shadowrun blitzt immer mal wieder auf und ich hab auch da noch immer Spaß, mich damit zu beschäftigen. Ebenfalls dosiert, seit ein paar Jahren nur noch theoretisch. Aber das soll auch nicht immer so bleiben.

Ich habe mit Powered by the Apocalypse eine weitere Mechanik in Variationen kennengelernt, die mich sehr begeistert, wohingegen mich Savage Worlds nie so wirklich begeistern konnte.

Und hier und da plöppt mal was Neues oder neu Entdecktes auf, dem ich mich kürzere Zeit widme. Ich bin aber mit meiner Auswahl an immer wieder rausgekramten Spielen und Varianten an sich zufrieden mittlerweile, sodass Neueres eher mal links liegen bleibt. Bis vor ungefähr 3 Jahren habe ich noch alles mögliche Neue gekauft und auch gespielt, aber nachdem ich mir mal sozusagen eine Rollenspielkaufdiät auferlegt habe, hat das alles ziemlich seinen Reiz verloren. Yay, eine erfolgreiche Diät also, hihi. Und mal ehrlich: Mit der engeren Auswahl an Spielen, die ich immer wieder mal und/oder dauerhaft spiele, bin ich aber auch schon mehr als beschäftigt.

Mein Youtubekanal ist im Verlauf der Zeit mit 1200 Abos ganz schön angewachsen, was mich sehr freut. Dass der Blog dadurch immer wieder und immer längere Einbrüche hatte, finde ich hingegen schade. Ist immer so ein Auf und Ab mit der zur Verfügung stehenden Zeit und den Dingen, die man darin unterbringen will. Trotzdem versuche ich immer wieder, regelmäßiger zu bloggen und organisiere auch schon allein deshalb gerne mal einen Rollenspielkarneval.

Und dennoch habe ich vor kurzem einen Podcast zu Splittermond und (düsterer) Fantastik gestartet, den Stechginsterpodcast. Der soll alle 14 Tage erscheinen und bislang klappt das ganz gut und macht mir einen Heidenspaß.

Zwischenzeitlich hatten wir 1 Jahr lang den Kanal Vlogtaculum für monatliche Vlogs erstellt und organisiert. Und ich hab durch die Mitarbeit an den deutschen Versionen von Fragged Empire und DnD 5 (Spielerhandbuch) einen Blick hinter die Kulissen werfen können.

Generell würde ich sagen, dass sich mein Spielen sehr gefestigt hat in den letzten Jahren. Das entspannt und macht gleich mal noch mehr Spaß.

Zukunft?

nachdenkenTja, gute Frage. Wer weiß das schon? Aber da sich langsam auch das Jahresende nähert, mache ich mir da wahrscheinlich traditionell wohl noch so einige Gedanken zu.

Nach wie vor unzufrieden bin ich mit meinem Zeitmanagement. Das Hobby Rollenspiel auf diversen Ebenen (informieren, lesen, vorbereiten, leiten, spielen, Blog, Youtube, Podcast) zu pflegen, ist schon sehr zeitintensiv. Trotzdem ist es ja nicht das einzige Hobby, das ich habe. Zusammen mit Arbeit und Studium habe ich dauernd das Gefühl, dass mir irgendwo irgendwas verloren geht (nicht immer unberechtigt). Das ist nervig. Hab da schon vieles ausprobiert, aber noch keine Lösung gefunden.

Im Grunde möchte ich alles aber eigentlich so haben, wie es in den letzten Jahren geworden ist. Nur mit mehr Regelmäßigkeit irgendwie. Das wäre schon schön.

Und ich möchte nach wie vor wieder mehr (zeitlichen) Raum für mehr eigene Dinge haben. Das hat sich in diesem Jahr nur sehr wenig gebessert und es fehlt mir.

Und ihr?

Wie sieht euer Rollenspiellebenslauf eigentlich so aus? Das würde mich echt mal interessieren!

Und gibt es eurerseits Dinge, die ihr euch für die Zukunft wünschen würdet? Für euer Hobby oder auch von mir bzw. diesem Blog hier?

[RSP-Karneval] 2W10 Dinge, in die man treten kann

Der diesmonatige Karneval der Rollenspielblogs zum Thema Schuhe wird ja von mir organisiert. Bei den letzten von mir organisierten Monaten war es stets so, dass ich zwar Ideen für Beiträge hatte, aber dann doch nicht dazu kam. Diesmal will ich wenigstens einen Beitrag unbedingt beisteuern (auch wenn ich etliche mehr als Ideen im Kopf habe).

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Hier also eine Zufallstabelle, die ich mir für Splittermond ausgedacht habe, die mit einigen Anpassungen aber für alle (Fantasy-)Spiele passen sollte.

Ergebnis aus 2W10 Die Person tritt …
2 … auf einen spitzen Stein. Wurf auf Akrobatik SG 15, um sich ausbalancieren zu können. Bei einem Misserfolg bohrt sich der Stein durch die Sohle und die Person hat ein kleines Loch darin. Bei einem Patzer stürzt sie und erleidet 1W6-3 Schadenspunkte (ggf. modifiziert durch den Untergrund).
3 … in einen Kothaufen. Wurf auf Jagdkunst SG 20 um herauszufinden, in wessen Exkremente sie gelaufen ist.
4 … auf ein paar sehr trockene Äste. Es ertönt ein lautes Knacken, das nahe Feinde aufmerksam machen könnte.
5 … in ein Schlammloch. Wurf auf Akrobatik SG 15, um sich ausbalancieren zu können. Die Schuhe sind auf jeden Fall voller Schlamm.
6 … auf etwas Weiches. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich eine halb verweste Rattlingsleiche. Wurf auf Heilkunde SG 25, um die näheren Umstände herauszufinden (nach erfolgreicher Entschlossenheitsprobe SG 15 mit leicht positivem Umstand).
7 … auf etwas Weiches. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich eine ellengroße Schimmerschnecke, die nun zerdrückt auf dem Boden liegt. Wurf auf Naturkunde SG 25 um zu wissen, dass tote Schimmerschnecken einen bestimmten Geruch über weite Distanz ausströmen, der sowohl andere Schimmerschnecken als auch Fressfeinde anlocken kann.
8 … in eine Pfütze.
9 … auf einige angetrocknete Beeren. Es geschieht nichts außer evtl. leichten Verfärbungen des Leders. Die Entdeckung kann bei einer erfolgreichen Probe auf Überleben SG 20 in der Wildnis jedoch für einen stark positiven Umstand bei der Suche nach Essbarem sorgen.
10 … auf einige noch sehr saubere Fetzen von Stoff. Bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass es sich ausschließlich um Unterkleidung handelt. Ein Scherz? Ein Stelldichein? Gefahr?
11 … auf einen Schlüssel. Er ist groß und hübsch verziert. Wird er poliert, kann man die Gravur Eduard auf ihm erkennen.
12 … in eine Pfütze. Die Flüssigkeit darin ist dickflüssig und irisierend schwarz. Wurf auf Alchemie SG 25, um die Flüssigkeit genauer einzuschätzen.
13 … auf ein geschnitztes Stück Holz. Es scheint sich um ein Spielzeug zu handeln.
14 … auf einen kurzen knorrigen Ast. Bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass es ein abgetrennter Finger ist, an dem ein Ring steckt. Wurf auf Edelhandwerk oder Länderkunde SG 25, um mehr zu ihm erkennen zu können.
15 … auf ein gut erhaltenes Schriftstück. Es ist in fremder Sprache verfasst. Wurf auf Länderkunde gegen 30, um zumindest eine grobe Ahnung vom Inhalt zu bekommen (Achtung: Länderkunde-Meisterschaft Sprachbegabt vorhanden?)
16 … auf ein halb verwittertes Schriftstück. Man kann große Teile noch lesen und offenbar handelt es sich um

1W6: 1 – einen Liebesbrief, 2 – einen Handelsbrief, 3 – eine Warnung, 4 – ein Entschuldigungsschreiben, 5 – eine Inventarliste, 6 – ein Rezept

17 … auf ein halb verwittertes und unter kleinen Steinchen verborgenes Schriftstück. Es handelt sich um eine Karte und ein Zielort wurde mit einem X markiert.
18 … auf eine Münze. Es handelt sich um eine alte Prägung, die man womöglich an einen Händler für einen höheren Wert verkaufen kann. Ansonsten handelt es sich einfach um einen noch nutzbaren Lunar.
19 … auf einen kleinen verstaubten Beutel. Darin enthalten sind 4 Lunare und 17 Telare.
20 … auf ein glänzendes Objekt. Wenn sie näher hinsieht, erkennt sie es als Mineral. Wurf auf Naturkunde SG 20, um herauszufinden, um was es sich hierbei handelt (Mondstein, Wert 1 Solar)

[RSP-Karneval] Oktober 2018: Schuhe

Schuhe – ein immer wieder aufkommendes Thema im Rollenspiel und somit eines, das zahlreiche Beiträge anlocken wird, nicht wahr?

Im Märchen spielen Schuhe ebenfalls eine große Rolle; was lässt sich davon aufs Rollenspiel übertragen? Vielleicht lassen sich aus Aschenputtel, Der gestiefelte Kater oder auch Die zertanzten Schuhe ja interessante Abwandlungen fürs Rollenspiel kreieren?

Schuhe bieten sich natürlich auch sehr als magische Gegenstände bzw. Artefakte an. Der eben erwähnte gestiefelte Kater hat es vorgemacht, zahlreiche Ausrüstungskompendien ahmten und ahmen das nach. Welche haben es euch besonders angetan, findet ihr besonders sinnlos, habt ihr selbst schon im Spiel gehabt und wie? Und gibt es eigene Kreationen eurerseits?

Natürlich darf das Thema sehr gern ein wenig weiter assoziert werden. Schließlich kann man Spuren von Schuhen (und barfüßige, tierische, monströse …) suchen, finden, lesen, man kann in allerlei Dinge treten und manch ein Gericht (oder auch Abenteuer, Technik …) aus Welten von Fantasy bis Science Fiction schmeckt vielleicht wie eine Schuhsohle.

Tobt euch aus, von der Zufallstabelle über Ausrüstungsgegenstände bis hin zum Abenteuer. Und was immer euch sonst so einfallen mag. 🙂

Eure Beiträge könnt ihr bloggen, vloggen, twittern, instagrammen, pinteresten, kommentieren (unter diesem Beitrag oder im RSP-Forum beispielsweise) und was euch sonst noch so in den Kram passt.

 

Was leite ich (noch) im Winter?

Bei meinem wiederkehrenden Gejanke, wofür ich mich denn nun entscheiden soll, wenn es darum geht, was ich demnächst/im Winter 2018 leiten sollte, entschied Tsu kurz darauf, dass wir einfach ein spontanes Video machen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, worum es gehen sollte und war von der Idee, dem jeweils anderen etwas zum Leiten einfach aus dem Schrank zu ziehen, ziemlich gut.

Die Idee kam auch generell ganz gut an. So machten Honehe und Jamaerah vom Kanal Katze & Wolf daraus gleich mal eine Challenge:

Aus den einzelnen Beiträgen haben sie wiederum eine Playlist erstellt.

Und wer generell nichts gegen Spoiler hat und sich ein Diagramm mitsamt Lösungen anschauen mag, findet das >>>hier<<<.

RSP-Karneval: Übergänge auf Charakterebene

Zum Karneval der Rollenspielblogs hat Niniane beim Thema „Anfänge und Übergänge“ den Part der Übergänge übernommen. Entsprechende Fragen zur Inspiration für Artikel finden sich in ihrem Startbeitrag. Daran hangele ich mich auch diesmal wieder ein wenig entlang. Timberweres Einstiegsartikel findet ihr hier.

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Übergang zu einem anderen System

Schon einige Male habe ich Charaktere übertragen. Zugegeben, häufiger war es nicht der Übertrag in ein wirklich anderes System. Meist war es mehr der Übergang zu einer neuen Edition. Besonders bei Shadowrun und in der World of Darkness war ich in der Vergangenheit äußerst fleißig, was solche Übergänge betrifft.

So wirklich gute Erinnerungen habe ich an solche Übergänge allerdings nicht. Bei Shadowrun habe ich da ein massives Kompetenzproblem bei meinen Charakteren gehabt (in erster Linie beim Wechsel von SR 3 auf SR 4). Bei der WoD hat sich für mich gleich mal der gesamte Charakter verschoben, zumindest gefühlt.

Was damals sicherlich nicht hilfreich war: Der Spielleiter, der uns mitteilte, dass er sich mit der nWoD ganz toll auskenne und wir darum problemlos danach spielen und er uns locker dabei helfen könne. Er hatte genau gar keine Ahnung und mit Sicherheit keine 10 Seiten des nWoD-Regelwerkes gelesen, hat eigentlich ausschließlich Unsinn von sich gegeben. Damit sorgte er aber damals dafür, dass ich die nWoD unglaublich bescheuert fand. Ich ging nämlich erst mal davon aus, dass der Spielleiter weiß, was er da erzählt. Einfach, weil man sich schon aus ein paar Sessions kannte und es keine Conrunde war oder so etwas. Ich verstehe echt nicht, was Leute antreibt, so einen Bullshit zu verzapfen.

Auch nicht hilfreich war die erste Ausgabe des Grundregelwerks von SR 4. Ihr wisst schon: das grüne Ding. Ich hab dieses Buch echt nie gemocht. Abseits der ganzen Mängel, die es hatte (und die einer Konvertierung echt abträglich waren), fand ich es immer irgendwie total leblos. Und wie konvertiert man sehr lebendige Charaktere mit actionreicher Geschichte mit einem drögen neuen Regelwerk? Meh.

Was ja viele feierten, zumindest in meinem Umfeld, war dieses Konvertierungsding, mit dem man explizit Maskerade-Charaktere (oWoD) zu Requiem (nWoD) konvertieren konnte. Auch diese Glückseligkeit hab ich nie nachvollziehen können. Für mich war das Ding so gar nicht hilfreich. Es fühlte sich schon beim Lesen irgendwie falsch an. Ich hab es mal kurzzeitig versucht, aber dann auch sehr schnell aufgegeben, damit irgendwie arbeiten zu wollen.

Übergang zu anderem Charaktertypus

Vorweg: Als festgelegt würde ich mich nicht bezeichnen, aber es gibt schon ganz klar Typen und Schwerpunkte, die ich immer wieder mal aufgreife. Im Gegensatz dazu gibt es ein paar wenige Konzepte, die ich von vornherein höchst ungern spiele.

Was für mich eigentlich immer geht, sind Heiler, naturverbundene Charaktere und bestimmte Varianten des sozialen Charakters. Bei Shadowrun habe ich übrigens in x Jahren genau 3 Sessions mit 3 (unterschiedlichen) Charakteren gespielt, die keine Schamanen waren. In diesem Spiel bin ich also wohl schon sehr festgelegt. 😉

Was für mich überhaupt nicht geht, sind klassisch schurkische Charaktere. Ob nun in der Fantasy oder modernen Settings, die gehen für mich selbst gar nicht, finde ich wahnsinnig uninteressant.

Und alles dazwischen, daneben, drunter und drüber hängt vom System und meiner Laune ab. Ich liebe kämpfende Charaktere, auch wenn das Beschreiben von Kampfsequenzen nun nicht gerade eine meiner Stärken ist. Ich mag auch mal klerikale Charaktere spielen, magische unterschiedlicher Ausprägungen, Hacker und so weiter. Da bin ich dann schon recht flexibel.

Das Spiel ändert sich für mich nur bedingt. Meine Charaktere sind eigentlich kaum mal zu 100% dies oder jenes. Will heißen, ein Kämpfer kann sich durchaus auch unterhalten, ein sozialer Charakter kann noch anderes, als sich nur zu unterhalten. Dadurch hält sich sowas die Waage, glaube ich. Relevant ist da eher die Ausrichtung der Gruppe bzw. des Abenteuers. Da sollte die Auswahl dann schon reinpassen und irgendwas zu tun haben im Verlauf.

Charaktertod

Das ist meist das erste, das in unseren Runden festgelegt wird: es wird gefälligst gestorben.

Eine Runde ohne die Konsequenz, dass ein Charakter sterben könnte, ist für mich Zeitverschwendung. Das gilt für mich übrigens generell für Konsequenzen. Man muss nicht alles übermäßig verkomplizieren (so am häufigsten bei Shadowrun erlebt), man darf auch mal Fünfe gerade sein lassen zugunsten des Heldentums, der Story etc., aber das hat doch alles seine Grenzen. Wenn sowieso egal ist, wie man agiert, wozu dann überhaupt überlegen, entscheiden, ja, wozu überhaupt spielen?

Zugegeben, Tode in der ersten Hälfte einer Session sind lästig und besonders unangenehm, einfach aus organisatorischer Sicht. Aber sonst? Ich will gefälligst um die Charaktere der anderen und meinen eigenen bangen dürfen. Nicht ständig, sondern eben in entsprechenden Situationen. Wenn nichts riskant ist, ist es auch nicht spannend.

Am Rande: Dennoch kommt es höchst selten vor, dass Charaktere in meinem Spielumfeld sterben. Wir haben zwei D&D 5-Runden mit einem TPK beendet, in der Pathfinderkampagne gab es bislang zwei Tode auf Spielerseite, aber ansonsten fällt mir jetzt zumindest keiner ein. Noch ein paar „haarscharf daneben“-Situationen zwar, aber das ist doch eine sehr milde Bilanz in Anbetracht der Anzahl der gespielten Sessions und Runden der letzten Jahre.

Die Rente

Ein bisschen steckt dieses Übergangsthema schon im Konvertierungsteil. Die gescheiterten Versuche endeten in fast allen Fällen nämlich damit, dass mit dem System- bzw. Editionswechsel auch der Charakter auf Eis gelegt wurde. Kein Tod, keine Rente, einfach ein (oft) mit vielen Erinnerungen verknüpfter Charakterbogen im Sammelordner.

Es gibt genau drei Charaktere, die ich sehr lang und/oder intensiv gespielt habe.

Nummer 1 ist ein DSA-Charakter. Sie hat im Lauf der Zeit geheiratet, Kinder bekommen und groß gezogen … und dann gab es die Runde irgendwann nicht mehr. Diesem Charakter zu Ehren gab es ein kleines Revival auf NSC-Seite. Mehr dazu hier.

Nummer 2 ist mein hauptsächlicher Vampire-Charakter. Auch die hat sich einiges aufgebaut, vor allem an Strukturen und Macht. Die stand ziemlich kurz vor einem Punkt, an dem sowas wie Rente eine gute Sache gewesen wäre. Kam nicht dazu, weil die Runde sich nach Jahren aufgelöst hat. Wäre aber im Spiel selbst auch nicht dazu gekommen, denn ansonsten hätte ich sie eben weiter gespielt statt zu berenten.

Nummer 3 ist mein erster Shadowrun-Charakter. Die habe ich irgendwann quasi berentet, weil sie schlichtweg nicht mehr spielbar war. Die Gute ist dermaßen oft mit entsprechenden späteren Makeln und Einbußen in irgendwelchen Biotanks gelandet, dass aus ihr eine recht hässliche und eingeschränkte Katzenschamanin entwickelt hat. Ihr seht den Widerspruch, ja?

Übrigens ist der Shadowrun-Charakter das beste Beispiel dafür, dass es manchmal besser ist, einen Charakter in Würde (oder in Aktion) sterben zu lassen, als sowas zu hinterlassen. Dass ich den Charakter eingemottet habe, liegt jetzt fast 15 Jahre zurück. Ich war damals tatsächlich stinksauer wegen dieser Entwicklung. Und wo ich darüber gerade tippe, merke ich, dass ich diese Entwicklung von damals tatsächlich immer noch übel nehme.

Eine Bekannte von mir besteht übrigens darauf, ihre Charaktere auch nach der Rente weiterspielen zu dürfen. Das macht sie im Rahmen von 1:1-Sessions mit ihrem Freund, der schon die entsprechende Runde leitete. Sie beschäftigt sich quasi ewig ausgiebig mit Sims-Aktivitäten und damit, das Geld ihres mittlerweile stinkreichen SR-Charakters für gute Zwecke zu spenden, für NSC Mentor zu spielen und derlei. Finde ich zwar irgendwie seltsam und öde (weil es tatsächlich gar keine Aufträge mehr gibt, sondern es reines Rentenspiel ist), aber irgendwie auch schnuffig und nachvollziehbar – und ihr? 🙂

Hä?

Die letzte Frage aus Ninianes Vorschlägen verstehe ich ehrlich gesagt nicht:

Übergänge haben auch immer etwas mit Charakterentwicklung zu tun. Ist das etwas, was nur auf der Metaebene stattfindet, oder kann man das mit Werten abbilden?

Metaebene ist doch, Erfahrungspunkte zu haben, sie auszugeben, Stufen aufzusteigen und so weiter. Also ist das doch sogar in erster Linie mit Werten abgebildet.

Für mich gibt es da zwei unterschiedliche Stränge. Einmal die besagte Metaebene, auf der sich optimalerweise Interessen und durchaus auch Veränderungen eines Charakters spiegeln. Und auf der anderen Seite sind es Nuancen im Spiel selbst, die zeigen, dass Charaktere sich entwickeln.

Auch hierzu ein Beispiel: Mein Charakter Dhana Erlhocker aus der Theaterritterkampagne.

Erstmals gespielt habe ich diesen Charakter im Oneshot „Leichenschmaus„, und erst danach startete ich mit ihr in die Kampagne.

Wer diesen Oneshot kennt, vor allem das letzte Drittel, erlebt dort (zumindest empfinde ich selbst das so) einen deutlich anderen Charakter als die Dhana, die man jetzt so im Spiel sieht. Im Oneshot ist sie noch deutlich sprunghafter, spontaner, aber auch deutlich kompromissloser und so gesehen auch egoistischer. In der Kampagne ist das anfangs noch ähnlich, aber da demonstriert sie dann nicht nur ihre persönliche Vorstellung von Gerechtigkeit, sondern auch generelles Mitgefühl. Und sie ist gezwungen, sich zurückzuhalten und es stattdessen mit Diplomatie zu versuchen.

Das ist aber alles derselbe Charakter und zumindest ich erkenne ihn auch wieder. Die Entwicklungen im Spiel sorgen also dafür, dass man andere Seiten von ihr sieht oder manches deutlicher wird. Von den Werten her hat sich da aber kaum was geändert, und ich finde das durchaus schlüssig so.

Falls ihr zufällig den Oneshot und die Kampagne kennt: Ist eure Einschätzung ähnlich oder eine andere?

Nicht zuletzt überwindet sie aber auch zu einem Teil ihren Ekel vor Blut und Wunden, um anderen helfen zu können, wenn es sein muss. Hätte es diese Szene im Spiel nicht gegeben, die sie dazu verleitet, hätte ich in „Heilkunde Wunden“ auch keine Punkte gesetzt. Hier sind Spiel- und Metaebene also miteinander verzahnt.

Summa summarum: Läuft das nicht immer ungefähr so?

RSP-Karneval: Anfänge auf Charakterebene

Zum Karneval der Rollenspielblogs hat Timberwere in ihrem Eingangsbeitrag einen total gut strukturierten „Inspirationsleitfaden“ für „Anfänge und Übergänge“ angeboten. Daran hangele ich mich einfach mal ein wenig entlang. Da es sich um einen von zwei Leuten organisierten Karneval handelt, findet man Aufhänger ebenso bei Niniane.

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Wo Charaktere beginnen

Zumindest für mich beginnen Charaktere grundsätzlich im Spiel. Dabei kenne ich durchaus verschiedene Ansätze, mit einem Charakter zu starten. Schnell zusammengesetzt, mit viel Liebe über Stunden hinweg erstellt, mit und ohne Charakterbilder oder gar Inventardetails versehen. Ob mit einer Art Biografie auf einer halben oder 80 Seiten, Spielbeginn „vorab“ im Rahmen eines Präludiums. Oder gar Start mit PreGens, auch möglich.

Was auch immer ich mir aber vorab überlegt habe, wird erst lebendig, wenn das Spiel begonnen hat. Mir ist schon öfters passiert, dass ich vorab ein sogar sehr klares und detailliertes Bild von einem Charakter hatte. Im Spiel spielte der sich dann aber wider Erwarten gänzlich anders.

Natürlich könnte ich das steuern – aber wozu? Ich denke während des Spiels eigentlich nicht darüber nach, wie ich nun das ausgedachte Konzept am besten umgesetzt bekomme, sondern ich spiele einfach. Alles andere würde mich viel zu unflexibel machen, wäre für mich nicht halb so spannend. Außerdem gibt es von Hause aus noch ein paar andere Sachen, die ich am Rande ständig präsent haben möchte. Ich hätte für sowas also gar nicht die Ressourcen.

Wo Gruppen beginnen

Das bringt mich zu einem weiteren Unterpunkt des Ganzen: wo Gruppen beginnen.

Wenn das Spiel es nicht mehr oder weniger vorgibt (PbtA, Mutant, Coriolis etc.), erstellen wir unsere Charaktere eigentlich immer jedeR für sich. Wir sprechen zwar grob ab, wer in welche Richtung gehen will, aber dass jemand wirklich etwas Vorgefasstes im Kopf hat, wovon er oder sie nicht abweichen möchte, ist selten. Eher umgekehrt dauert es bei uns meist eher ein bisschen, bis jemand den ersten Schritt macht, nachdem man mehrmals ein „Ach, ist egal, was möchtet IHR denn gerne?“ in den Raum gerufen hat.

Je nach System mehr oder weniger wichtig finde ich in diesen Konstellationen, die Charakterbögen der anderen ebenfalls zu kennen bzw. sie mal gesehen zu haben. Ich persönlich habe wenig Verständnis für die Geheimnistuerei, die da manchmal veranstaltet wird. Aus meiner Sicht ist die Kenntnis hilfreich, um Stärken und Schwächen der anderen besser einschätzen und entsprechend ins Spiel einbringen zu können. Darüber hinaus hilft es natürlich dabei, dass man eine letztlich recht ausgewogene Gruppe beisammen hat.

Bei Oneshots und kurzen Kampagnen tritt sowas eher in den Hintergrund, ist für mich auch nicht so relevant.

Ähnlich wie bei den Einzelpräludien hab ich mittlerweile auch an solchen für die gesamte Gruppe nur noch wenig Interesse. Es sei denn, das bietet irgendwas Spezielles, sowas wie eine Staffel 0, auf der sich – aus welchen Gründen auch immer – später gut aufbauen lässt.

Ich mag, wenn jedeR erst mal die Gelegenheit hat, ein bisschen ins Spiel zu finden, beispielsweise durch 15-30-minütige Soloszenen. Bei Kampagnen erwarte ich sowas auch irgendwie, um einfach einen guten Grundstein zu haben.

Ansonsten ist es für mich vor allem bei Oneshots und kurzen Kampagnen okay, wenn sich ingame bereits alle kennen und gemeinsam unterwegs sind. Das spart unheimlich viel Zeit, kann allerdings auch schon mal anstrengend sein, weil man eben die anderen Charaktere nicht wirklich einschätzen kann. Der eigene Charakter hat da also deutlich Vorsprung.

Das sind eigentlich auch schon meine 5 Cent zu diesem Thema. Welche sind eure? 🙂