Clawdeen liest: DSA 5 – Heldenerschaffung II

Es geht weiter mit 17 Fragen, die einem bei der Ausgestaltung des eigenen Charakters und seines Hintergrundes helfen sollen. 17 Fragen in den Überschriften, wohl gemerkt, denn darunter findet sich jeweils noch ein Textblock mit weiteren Erläuterungen zur Frage – meist ebenfalls als Frage formuliert. Zwei Seiten nimmt das Ganze ein und ich selbst stehe dem zwiegespalten gegenüber.

Früher war ich der Meinung, dass man solche Fragen beantworten sollte oder beantworten können müsste, mittlerweile sehe ich das anders. Heute kann ich sagen, dass das ein Stück weit ein Mittel war, um Spieler mit ähnlichen Interessen oder auch ähnlich starkem Interesse am Rollenspiel zu finden. Wer sich die Zeit nimmt, solche Fragen zu beantworten oder zumindest darüber nachzudenken, hat starkes Interesse am Spiel. Wer kein Interesse daran hat, hat auch kein wirkliches Interesse am Rollenspiel, oder zumindest nicht in einer Form, in der Charaktere stark im Fokus stehen. – Kurzum halte ich das mittlerweile für Quatsch in beide Richtungen, aber den Versuch kann ich nachvollziehen. 😉

Für wirkliche Neueinsteiger können solche Fragen meiner Ansicht nach aber durchaus eine Hilfe sein, das glaube ich schon immer noch. Manches aus der Liste erfordert aber in gewisser Weise bereits Hintergrundwissen, das das Grundregelwerk nicht – oder bis zu dieser Stelle noch nicht – liefert. Das finde ich dann schon wieder schwierig. Und 17 Fragen plus finde ich generell ein bisschen viel.

Ich nehme also einfach mal hin, dass es da diese Liste gibt.

Es folgen Beschreibungen von zwölf (jawohl!) Archetypen, bei denen sich alles mögliche finden lässt: Elfische Wildnisläuferin, zwergischer Krieger, Koscher Magier, Bornische Hexe, tulamidische Diebin, meridianischer Söldner, garetische Rondrageweihte, aranischer Perainegeweihter, horasische Hochstaplerin, thorwalscher Seefahrer, Fjarninger Stammeskriegerin und almadanischer Borongeweiher.

Eine gute Mischung, wie ich finde.

Die Archeytpen beginnen mit einem Zitat, dann folgt eine Geschichte mit dem jeweiligen Archetypen als Protagonisten, dann gibt es einen Absatz mit Infos zu „Held im Spiel“ und schließlich alle zugehörigen Werte und der Erfahrungsgrad des Helden (allesamt „erfahren“).

Die Geschichten sind der Hammer. Üblicherweise hätte ich diese Storys ja erst mal überblättert und habe das hier nur deswegen nicht getan, weil ich das Grundregelwerk wirklich von Deckel zu Deckel lesen und darüber bloggen möchte. Und da hätte ich echt was verpasst! Alle Geschichten haben einen Bezug zueinander, wie einem spätestens bei der dritten oder vierten Story auffallen dürfte. Wie cool! Abseits des reinen Unterhaltungswertes bei der Lektüre halte ich das auch für clever bei Gruppen, die anhand dieser Archetypen zusammengestellt werden, denn so „kennen“ sich Charaktere bereits und haben eine gemeinsame Erfahrung bezüglich des Abenteurerlebens gemacht. Einfach klasse find ich das.

Die Absätze mit den Spieltipps („Held im Spiel“) finde ich ebenfalls sehr gelungen. Mir bekannte Kulturen und Professionen habe ich darin gut abgebildet gefunden, bei denen, die mir selbst quasi „neu“ sind, habe ich einen guten Eindruck dazu vermittelt bekommen.

Einzig zu den angegebenen Werten kann ich an dieser Stelle nichts sagen, da ich sie ohnehin noch nicht komplett einschätzen kann an dieser Stelle des Regelwerkes. Ich denke, die schaue ich mir noch mal genauer an, wenn mit ihnen gespielt wird und/oder ich das gesamte Regelwerk gelesen habe – was eben eher passiert.

Das war es auch schon mit dem zweiten Blogartikel zur Heldenerschaffung. Beim nächsten Mal geht es mit dem Kapitel „Spezies“ weiter.

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