Werbung im Hobbyblog?

Thorsten stellte einige Fragen, die auch schon von einigen beantwortet wurden. Da reihe ich mich mal ein.

Warum schaltet ihr Werbung auf euren Hobbyblogs?

Ich schalte keine Werbung, weder hier, noch ist mein Youtube-Channel monetarisiert. Ich finde Werbung höchst lästig und nervig, so sehr, dass das für mich sogar noch vor dem Argument, dass man eventuell keine volle Kontrolle über die Einblendungen hat, kommt.

Entsprechend zahle ich im Gegenteil Geld, etwa 40€ im Jahr, um das mir und vor allem Besuchern meines Blogs zu ersparen.

Warum fügt ihr Affiliate-Links ein?

Mache ich ebenfalls nicht, wobei ich die nun auch nicht verwerflich finde. Warum sollte man nicht eine Provision bekommen oder ermöglichen, wenn für denjenigen, der den Affiliate-Link als Käufer nutzt, dadurch keinerlei Nachteile entstehen bzw. man sich den Artikel sowieso kaufen möchte?

Warum führt ihr eine Patreon-Kampagne durch?

Gibt es von mir nicht, und ich muss gestehen, dass ich den zunehmenden Patreon-Accounts im Rollenspielbereich auch ein wenig skeptisch gegenüber stehe. Ich verstehe einfach nicht, warum man das macht.

Meine Erwartungen an jemanden mit Patreon sind unbedingt mit einem Mehrwert für mich als „Spender“ verknüpft. Häufigere Inhalte, bessere Inhalte (zum Beispiel das Erweitern technischer Möglichkeiten), umfangreiches und entsprechend gelayoutetes Spielmaterial … sowas sollte schon drin sein. Und das dann bitte auch qualitativ hochwertig.

Tatsächlich kenne ich nur einen einzigen Patreon-Account, bei dem ich es völlig logisch finde, dass er existiert, und den ich unterstützenswert finde, und das ist der von Orkenspalter TV. Ich finde, da merkt man deutlich den Benefit, den so ein Account auch einem Zuschauer bringen kann, und Anzahl und Höhe der Patreons spiegeln das auch schön wieder. Wichtig hierbei: Orkenspalter TV bringt schon seit Jahren (!) qualitativ hochwertige Inhalte. Da steckt eine Wahnsinns“vorleistung“ drin.

Das ist für mich nicht vergleichbar mit „Ich will nicht mit eigenem Geld Werbung ausblenden„, „Ich will eine bessere Kamera/einen besseren PC/…“ oder „Ich kaufe davon Bücher, die euch interessieren!“ (Really? Werden die nach den Tests dann auch alle verlost, ja?).

Ein Hobby ist meistens etwas, wo man finanziell einiges reinsteckt, ohne dafür einen direkt messbaren Gegenwert zu erhalten. Das mag variieren, weil man im Rollenspiel zumindest gefühlt immer neue, teure Bücher hat, die man sich anschaffen will, derweil man beispielsweise eine Sportausrüstung nur einmal kauft. Die ist dann aber auch teurer und muss ebenfalls irgendwann in Teilen oder ganz ersetzt werden.

Wie ausgerechnet Rollenspieler auf die Idee kommen, ihre Hobbyzeit „gehöre“ entlohnt, entschließt sich mir einfach nicht.

Lohnt sich das für euch? (Werbeblocker)

Auf jeden Fall lohnt sich das, fühle mich auf dem eigenen Blog wohl damit – und andere sich hoffentlich auch.

Wofür verwendet ihr das eingenommene Geld?

Ich nehme ja nichts ein. Würde ich beispielsweise Affiliate-Links nutzen, würde ich damit halt die Kosten des Blogs (also die erwähnten etwa 40€) ein bisschen auffangen.

Und sonst so?

Was von den Fragen nicht abgedeckt wird, ist Spielmaterial, das man kostenpflichtig anbietet. Da auch das durchaus eine Einnahmequelle darstellt, beispielsweise via DrivethruRPG, möchte ich dazu auch noch ein paar Worte verlieren.

Ich persönlich halte wenig von festen Preisen. Umso höher die angesiedelt sind, umso weniger Verständnis habe ich dafür.

Was ich sehr fair finde, ist Pay what you want. Hier hat jeder die Wahl, wie viel einem das jeweilige Angebot wert ist und man kann sich im Zweifelsfall auch einfach im Nachhinein entscheiden. Wenn mich da was wirklich interessiert oder mir gefällt, dann bin ich in dem Fall übrigens mit Sicherheit deutlich großzügiger, als wenn mir der Ersteller den Preis vorgibt. Entsprechend würde ich diese Option auch wählen, sollte ich jemals so etwas selbst einstellen.

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5 Comments

  1. Vielen Dank für deinen Beitrag.

    Gerade das Thema PWYW finde ich als neuen Aspekt interessant. Ich dachte nämlich, dass so ein Zahlungsmodus eigentlich zwangsläufig dazu führen müsste, dass kaum jemand mehr als 50 Cent zahlt.

    Deshalb hab ich mal jemanden gefragt, der im englischsprachigen Raum viele kleinere Systeme und Erweiterungen bei DTRPG als PWYW anbietet. Das ist natürlich auch nicht repräsentativ, im deutschsprachigen Raum kenne ich niemanden, den ich fragen könnte. Er erzählte mir, dass es zwar viele Leute gebe, die nur 1 Euro zahlen, dafür aber auch welche, die 10 Euro berappen. Ohne weiter Zahlen zu nennen, meinte er, dass das ein nettes Zubrot zu seinem normalen Gehalt sei. Das kann also prinzipiell funktionieren. Ob mit der deutschen Mentalität und der zahlenmäßigen Nische hier, ich bin mir nicht sicher.

    Ich finde PWYW, davon ab, auch eine gute Sache. Ich nutze es, um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen und kaufe bei Gefallen dann noch mal mit einem höheren Betrag.

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    • Es summiert sich halt auch auf. Wenn man etwas einstellt, bekommt man dafür ja nicht unbedingt nur etwas, wenn es brandneu ist. Wenn es für bekannte Systeme ist und/oder Nützliches wie zum Beispiel Battlemaps, kaufen die Leute das durchaus noch Jahre später.

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  2. Guter Artikel Clawdeen 🙂
    Mir geht es ähnlich wie dir. Außer, dass ich es in Ordnung finde, wenn bestimmtes Spielmaterial zu einem festen Preis angeboten wird. Natürlich sollte dabei der Inhalt mit dem Preis ansatzweise übereinstimmen 😉

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