Titel auf den üblichen Sparkles im Hintergrund; keine weiteren Elemente

Mea culpa, ich konnte nicht widerstehen, den Titel so zu wählen, wie ich es gemacht habe. Ich finde den nämlich unglaublich passend, aber das erklärt sich im Verlauf (hoffe ich).

RPGnosis hat jüngst auf seinem (wieder) frischen Blog einen Artikel veröffentlicht mit dem genannten Titel (bzw. unter „intern (1)“), und da steckt eine Menge drin, zu dem ich selbst etwas schreiben möchte. Einerseits mehr, als ich in einen Kommentar packen kann/möchte, andererseits auch so einiges, zu dem ich schon öfter selbst bloggen wollte bzw. früher mal – ebenfalls auf einem „alten“ Blog von mir – geschrieben habe.

Der Artikel ist verlinkt, lest ihn mal in Ruhe durch, aber zum Verständnis meines Artikels ein paar Eckpunkte vorweg. Es geht um eine Rückschau auf frühere Aktivitäten und „die Szene“, RPGnosis als eine Art Gegenprogramm und einen Restjahresplan.

Fangen wir vorne an.

Frühere Aktivitäten

Cover des im Text benannten Buches "Blogs!)Ich selbst habe ganz ursprünglich vor Urzeiten mit dem Bloggen begonnen, als ein Blog noch als Online-Tagebuch verstanden wurde. Wird sich wohl niemand dran erinnern, aber damals gab es sogar mal ein gedrucktes Buch (!), das die Nutzung, Kreativität, Perspektiven usw. verschiedener Blogs zeigen wollte, indem man von verschiedenen Blogger*innen darin einfach Blogartikel darin abdruckte, die dann auf die Lesenden wirken sollten. Verrückt, oder? Das ist jedenfalls auch die Zeit gewesen, in der ich selbst jüngst auf Blogs aufmerksam geworden bin und ja, ich habe das besagte Buch tatsächlich gekauft und gelesen. 🙂 Entsprechend habe ich angefangen, Rundenzusammenfassungen, Charaktertagebücher und Rezepte, die ich thematisch zu unseren Runden auf den Tisch gebracht hatte, dort zu sammeln. Mein Hintergrund damals bestand übrigens aus Kacheln mit Erdbeeren …

Seither gab es immer mal wieder Phasen, in denen ich mehr oder anderes gebloggt habe. Ich habe begleitend darüber geschrieben, dass ich Regelwerke lese, habe Reviews und Eindrücke gebloggt, seltener mal was Kreatives, News zu meinen Lieblingsspielen und meine Einordnung dazu. Und eine ganze Zeit lang habe ich auch relativ viel über Youtube und Social Media gebloggt, allerdings zu einer Zeit, in der das alles noch sehr frisch war, und im Übrigen mein Interesse daran auch eher auf Unverständnis stieß. Aber dazu gleich noch mal mehr.

Fakt ist, ob ich viel, regelmäßig oder selten gebloggt habe, unterm Strich ist alles, was ich da verzapft habe, mehr oder weniger persönlich. Meine Eindrücke, meine Vorlieben, meine Gedanken. Rollenspieltheorie, -philosophie und Co. haben bei mir kaum mal ein Plätzchen gefunden. Weil ich blogge. Und meinem Verständnis nach auch heute noch ein Blog eine Art Tagebuch und was Persönliches ist. Kein Lehrwerk, kein Hochglanzmagazin, keine Infotheke.

„Die Szene“

RPGnosis macht Veränderungen in „der Szene“ an verschiedenen Punkten fest und da beginnt der Umbruch mit Google+, dann zunehmend verschiedenen weiteren sozialen Netzwerken und schließlich vor allem Discord, was Foren und Blogs abgelöst hätte. Und natürlich:

„Dann begann das Streaming, Pen&Paper-Performance als Unterhaltung für andere statt primär als individuelles Erlebnis, und natürlich immer mehr Podcasts und youtube-Kanäle. Und ehrlicherweise bin ich da ausgestiegen.“

Das mit Google+ habe ich selbst zum Beispiel anders erlebt und wahrgenommen. Ich fand, dass darüber – gerade über „Rollenspieler (deutschsprachig)“ (zufällig damals von meinem heutigen Mann gegründet) – auf einmal Personen miteinander vernetzt wurden (ob sie es wollten oder nicht, höhö), die zuvor nicht unbedingt Berührungspunkte zueinander hatten. Und da die Organisation von Google+-Communities und -beiträgen komplett anders war als bis dahin durch Kommentarfunktionen und Foren bekannt, führte das durchaus öfter mal zu Irritationen.

Der Vorteil davon war, dass man seinen Horizont erweitern konnte um Schwerpunkte und Vorlieben anderer, die man vielleicht bis dahin noch gar nicht kannte. Zugleich gab es dort verschiedene Kanäle bzw. die Möglichkeit dazu, sodass man beispielsweise auch erfahren konnte, dass Spieler A nicht nur die WoD hyped, sondern auch gerne kocht und Spielerin B neben dem Baroniespiel in Aventurien ein großes Herz für Töpferei hat oder so.

Nachteil war, dass die Leute sich auch damals schon dazu berufen fühlten, alles durchaus auch ungefragt, aber dafür gerne bewertend, zu kommentieren. Mit genau derselben Argumentation, die man auch heute genauso oft liest: „Du machst das öffentlich, dann musst du damit leben.“ Dazu habe ich eine andere Meinung, aber ist ein anderes Thema. Jedenfalls habe ich bei Google+ viel weniger eine Splittung als vielmehr eine Bereicherung und Ergänzung erlebt (auch wenn ich mich da nie so wirklich eingefunden habe). Dass Blogs zugunsten von G+ aufgegeben wurden, habe ich nicht mitbekommen. Vielmehr nutzten viele die Plattform, um ihre Blogbeiträge dort zu verlinken und zu bewerben (das war also auch immer schon ein Thema und ist kein komplett neues Phänomen oder so).

Screenshot einer alten Rollenspielaufnahme auf Hangouts; oben ein Würfelergebnis mit 5W6 eingeblendetNicht zuletzt auch wegen Google wurde es für einige wenige Rollenspielende plötzlich auch interessant, Inhalte mit Youtube zu verknüpfen. Denn Google bot mit Hangouts nicht nur eine Plattform für Videocalls an sich, sondern eben auch für Gruppen. Daraus entstand beispielsweise bei der genannten Google+-Community damals der wöchentliche Stammtisch. Und noch etwas: Hangouts hatte ein ziemlich gutes Würfeltool, bei dem die Ergebnisse der unterschiedlichsten Würfel auch eingeblendet wurden. Zack, Rollenspielrunde! Und die konnte man eben auch aufzeichnen. Oder streamen. Und wo macht man das? Youtube!

Das ist natürlich nur eine Seite der Medaille. Der Nerdpol als spezifische Streaming-Rollenspielcommunity hat sich beispielsweise in völliger Unkenntnis von Google+ entwickelt. Das waren einfach ein paar rollenspielende Dudes (bzw. genau genommen ein DSA-Fan und zwei Tabletopspielende), die sich auf Rollenspiele fokussiert haben und eine Plattform als Sammelbecken bieten wollten. Ursprünglich war dabei sogar eine Art Qualitätskontrolle für die Community gedacht, aber davon ist man noch vor ersten Umsetzungen (zum Glück) abgekommen. Über diese Community vor allem haben immer mehr Leute mit Youtube angefangen oder sind als beginnende Kanäle mit Rollenspielfokus auf die Community aufmerksam und dann Teil von ihr geworden.

Das alles war damals aber unter dem Motto, mit dem Youtube 2005 gestartet ist: Broadcast yourself! Nicht umsonst war das erste Video überhaupt dort „Me at the Zoo„. Es repräsentiert genau das. Und damit schließt sich eigentlich der Kreis zur Definition des Blogs, siehe oben.

Die Eskalation (finde ich eigentlich passender als Umbruch), die im Artikel von RPGnosis mitschwingt, fällt eigentlich (hierzulande) vor allem mit dem Lockdown ab 2020 zusammen. Ja, Critical Role gab es auch schon 2015, aber erst mal nur über Twitch und Geek & Sundry. Die Eigenständigkeit und der steile Erfolg sind auch eher 2019 zu verorten. Während es mit Beginn der Corona-Pandemie aber gerade mal zwei Dutzend Kanäle mit Rollenspielbezug (deutschsprachig) auf Youtube gab und davon gerade mal 10 Kanäle überhaupt vierstellige Abozahlen hatten (und damit meine ich eher knapp über 1000), hatten die Leute auf einmal mehr Bedarf nach alternativen Beschäftigungen, zumal viele Runden weggebrochen und langfristig pausiert worden sind, reale Stammtische auf einmal nicht mehr möglich waren, andere Hobbys ggf. ebenfalls brach lagen usw. Kurzum hingen alle mehr im Netz rum und viele nutzten die Zeit, um eben auch Inhalte zu produzieren. Und umgekehrt stiegen Views und Abos, weil viel mehr geschaut wurde, man viel eher aufmerksam wurde auf solche Inhalte.

Logo des Vlogtaculums: roter W20 mit den Buchstaben VLOG daraufUnd genau in diesem Zeitraum sind zig Kanäle wie Pilze aus dem Boden geschossen und waren, für Rollenspielverhältnisse, sehr schnell ziemlich erfolgreich. Gleichzeitig hat man Zugpferde wie Critical Role, auch Orkenspalter hat damals erst mit regelmäßigen Videoangeboten angefangen (den Kanal selbst gab es schon vorher), und so beginnt in Wechselwirkung logischerweise eine Spirale. Und auf einmal gibt es Konkurrenz, wo es vorher keine gab. Weil man sich zuvor einfach ausgetauscht hat, mitgeteilt hat, miteinander gespielt und anderen vielleicht gerne mal zugesehen hat. Das war kein Solo-Influencer-Ding, sondern eine andere Form des Community-Buildings. Im „großen Stil“ wie beim erwähnten Nerdpol, aber auch durch Kanäle wie das Vlogtaculum, wo nach vorgegebenen monatlichen Themen verschiedene Beiträge von Leuten in Playlists gesammelt wurden.

Aber da ist dann auf einmal die Plattform, die dir sagt: Hey, du kannst jetzt auch Partner werden, du kannst jetzt auch monetarisieren, du kannst jetzt Geld verdienen, reich und berühmt werden … denn das spült Youtube (und noch mehr Twitch) dir natürlich ständig rein, wenn du Inhalte erstellst und die von Leuten auch irgendwie gesehen und interessant gefunden werden. In Folge machen Leute also genau das: Sie monetarisieren ihre Kanäle, sie schalten Werbung. Und so, wie die Plattformen dich anfüttern, so schnell lassen sie dich auch fallen. Wenn du jetzt also nicht mehr Views/Abos hast, mehr zahlende Leute, mehr Werbung …, dann verlierst du vielleicht deinen Status als Partner und wirst dann leider doch nicht reich und berühmt.

An der Schnittstelle, und meiner Meinung nach genau da, musst du eine Entscheidung treffen. Du kannst bei „Broadcast yourself“ bleiben und darauf scheißen – oder du willst das Spiel mitspielen. Dann brauchst du allerdings das, was jedes gewöhnliche Unternehmen (!) braucht (nein, ich meine keine Steuererklärung; auch wenn die durchaus auch ein Thema ist, wie vielen Streamern ja auch ein bisschen zu spät erst eingefallen ist ;)): Du brauchst Werbung. Und zwar nicht nur von Youtube und für irgendwelche Einnahmen, sondern für dich. Und dann wird es auf einmal „professioneller“ mit Werbebeiträgen überall, bei Instagram und sonstigen sozialen Netzwerken, heutzutage natürlich auch in allen möglichen Discords. Von dem ganzen sonstigen Kladderadatsch rund um Patreon, Bühnenprogramme und Influencer-Skandalen mal ganz abgesehen.

I feel your pain, bro

Ich fand und finde genau diese Entwicklung von Pinnwänden über Usenet und Newsgroups bis hin zu Podcasts, Videos und darüber hinaus grundsätzlich erst mal unfassbar spannend. Deshalb habe ich früher auch öfter darüber gebloggt. Ich habe auch Studienarbeiten dazu gelesen und Sekundärliteratur, weil ich diese Art des Spiegels einfach so spannend finde.

Was mich betrifft, so bin ich 2019/2020 für mehrere Jahre ausgestiegen. Das hatte vorrangig private Gründe und die „Corona-Zeit“ lief für mich/uns nicht besonders gut. Da waren keine Kapazitäten mehr für Videos, für Blogbeiträge, nicht mal für irgendwelche Spielrunden. Nach ca. 2,5 Jahren sind wir (damit meine ich meinen Mann und mich) zurück und hadern seither mit all diesen Veränderungen, die „auf einmal“ so passiert sind. Ganz zu Anfang haben wir uns auch davon mitreißen lassen und ich glaube, so ca. 2 Wochen war unser Kanal monetarisiert. Das haben wir dann ganz schnell wieder gelassen, weil klar wurde: Das hat nichts mit „broadcast yourself“ zu tun und geht an dem vorbei, warum wir mit dem Bloggen, einer G+-Community und auch Youtube angefangen haben. Das ist nichts Persönliches mehr, das ist was Geschäftliches.

Warum haben wir es trotzdem gemacht, wenn auch nur für diese kurze Zeit? Einmal wegen oben beschriebenem Ablauf, aber aus dem Gedanken heraus, dass man dadurch vielleicht einfach ein bisschen gegenfinanzieren kann, also Hobbymaterial, aber vor allem VTT-Plattform, Kamera, Mikro, Licht usw. Wir halten uns dann aber lieber an folgende Definition von Hobby:

„Mit größtmöglichem Einsatz den geringstmöglichen Effekt erzielen“

Das ist übrigens scherzhaft gemeint. Hobby hat keinen geringen Effekt, wenn man es gern betreibt.

Diese Eskalationsspirale mit „höher, schneller, weiter“, noch mehr Plattformen, am besten täglich posten, also 3x täglich, am besten Hochglanz und „professionell“, am besten Kooperationen und Kollaborationen und Werbepartner und … nee. Das alles hat mit Hobby in keiner Weise mehr etwas zu tun.

Aus genau diesem Grund habe ich irgendwann auch aufgehört, mir noch mehr neue Plattformen anzusehen und sie auszuprobieren. Und vor einem Jahr bin ich rigoros ausgestiegen aus Twitter, Instagram, dann auch Bluesky und was sonst noch so da war. Ich „bewerbe“ unsere Videos auch nicht. Mal nach Abschluss von irgendwas ein Hinweis irgendwo oder wenn es was irgendwie „Besonderes“ oder (meiner Ansicht nach) besonders „Interessantes“ ist oder sein könnte. Ich habe auch keinen Anspruch darauf, Hypes unbedingt mitgehen zu wollen, News zu veröffentlichen oder sonstwie zeitkritisch „dabei ist alles“ zu spielen. Weil das nicht das Ziel meines Tuns ist und nie war. Lieber: Mehr Zeit zum Spielen, zum Vorbereiten von Runden, zum „Produzieren“ von Erinnerungen, die persönlich sind (auch wenn sie öffentlich sind) und es wert sind. Für mich und für uns.

Also ja, I feel you. Und ja, darum auch der Titel mit dem bekannten „Reaction!“. Ich war nie drin, aber ausgestiegen bin ich trotzdem. Aus Überzeugung. 🙂

Trotzdem: Vorurteile

RPGnosis schreibt

„Dann begann das Streaming, Pen&Paper-Performance als Unterhaltung für andere statt primär als individuelles Erlebnis.“

(Fettdruck durch mich)

Diese Aussage oder Wahrnehmung ist weit verbreitet. Und sie stimmt ungeachtet des bisherigen Textes so aber nicht immer.

Wir stellen unsere Sachen wie so einige andere nach wie vor online, vorrangig Spielrunden, aber auch (wieder) ein paar andere Sachen. Und auch, wenn ich wohl längst hätte einsehen müssen, dass der Austausch über Kommentare und darüber hinaus quasi nicht mehr stattfindet und die Konsumhaltung der Leute ein Hoch (Stand jetzt natürlich) erreicht hat, hoffe ich weiterhin genau darauf. Ich möchte, dass sich das Leute anschauen und sich natürlich gerne unterhalten fühlen sollen, aber vielleicht auch Ideen für sich mitnehmen bzw. Eindrücke von bestimmten Spielen. Aus diesem Grund habe ich mit begleitenden SL-Tagebüchern zu den Runden angefangen und stelle Spiele im Überblick immer mal wieder vor. Außerdem sind wir immer bemüht, nach den Regeln zu spielen. Und das nicht nur ein bisschen und mit viel Handwedeln und dem Auslassen von Würfeln, mit Hausregeln, Alternativssystemen und Co., sondern möglichst nah an dem, wie es gedacht oder geschrieben ist. Weil alles andere keine echten Eindrücke vermittelt an der Stelle und das ein Anspruch ist, den wir auch an Runden haben, denen wir selbst zuhören oder -schauen. Aus genau denselben Gründen.

Das hat aber nichts mit Performance zu tun, sondern wir spielen einfach so. Wir haben auch vor Youtube teils schon so miteinander gespielt. Und wir spielen auch am Tisch so. Diese Rückmeldung kam schon öfter auf Cons: „Ihr seid/spielt ja so wie auf Youtube„. Ja. Weil wir das sind. Und weil das unser „broadcast yourself“ ist. Weil wir nicht nur für andere spielen, sondern in erster Linie immer für uns. Davon abgesehen ist Rollenspiel abseits vom aufkommenden Trend des Journaling und Solospiels grundsätzlich kein primär individuelles Erlebnis. Natürlich nimmt man selbst das Spiel und dessen Ereignisse individuell wahr und steuert auch den eigenen Charakter sowie – je nachdem – die Story individuell mit, aber Rollenspiel ist grundsätzlich ein Gruppenspiel und damit immer auch für andere. Nicht umsonst diskutieren wir mittlerweile seit Jahrzehnten über Pacing, Spotlight oder verschiedene Formen der Partizipation überhaupt.

Ja, natürlich freue ich mich trotzdem über jedes Abo, jede zuschauende Person, jeden Kommentar, und wie! Dennoch habe ich mir gerade im Rahmen der vorbeschriebenen Eskalationsspirale, bei der man zwangsläufig einiges einbüßt (und damit meine ich jetzt kein Geld), durchaus die Frage gestellt: Was ist denn, wenn niemand mehr zuschaut? Und tatsächlich bin ich irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass es dann immer noch genauso Videos geben würde. Weil ich das mit der Unterbrechung von 2,5 Jahren jetzt einfach ca. 13 Jahre lang mache, weil ich das als Videotagebuch sehe, weil ich noch mal nachschauen kann, was noch mal NSC Y gemacht oder gesagt hat, weil ich lustige Szenen so erhalten kann. Okay, ich würde vielleicht nicht mehr so auf regelmäßige Uploads achten, kann sein, und vielleicht würde ich dann auf Vorstellungsvideos von Spielen verzichten. Aber selbst letzteres glaube ich nicht, denn ich mache diese Videos einfach gerne und auch jetzt (und zuvor) werden sie verhältnismäßig selten angesehen und ich mache sie trotzdem, weil ich einfach Spaß daran habe.

Ein Gegenprogramm?

Der besagte Artikel wechselt dann zur Beschreibung des angedachten persönlichen Gegenprogramms. Finde ich gut.

Im Fall von RPGnosis heißt das vor allem:

„Inhalte ins Netz zu bringen, wie ich sie selbst gerne lesen würde.“

Bingo, da schließe ich mich an!

Er spricht auch an, dass Blogs kein modernes Format mehr wären, aber da bin ich teils wieder anderer Ansicht. Ja, gut, modern vielleicht wirklich nicht. Totgesagt werden Blogs allerdings schon seit gut 20 Jahren. Also seit einer Zeit, als sie sogar noch nicht mal richtig etabliert waren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie auch in fünf oder zehn Jahren noch existieren. Vielleicht sogar wieder mehr als heute, denn ich meine insgesamt eher eine Abkehr von diesem Gedöns wie vorbeschrieben zu entdecken. Zumindest stolpere ich seit einem halben Jahr durchaus häufiger auf Aussagen, dass jemand sich ausklinkt, irgendwo abmeldet. Aber das kann bubble-geschuldet und Zufall sein. Zahlen dazu habe ich mir nicht ausspucken lassen irgendwo, also keine statistische Wahrheit.

Ich glaube aber, dass das obige Zitat sogar den Kern der Blogzukunft bildet. Kein Mensch hat Interesse daran, sich auf Blogs spezifisch irgendwelche langweiligen Sachinfos durchzulesen. Dafür gibts andere Medien(typen). Ich bin überzeugt davon, wenn Bloggende sich an ihren Kern, an das Persönliche, wieder (mehr) erinnern, könnten sie sogar ein Revival erleben. Denn was Blogs ausmacht und eigentlich immer schon ausgemacht hat, sind eben persönliche Meinungen, Erfahrungen, Gedanken. Heißt nicht, dass sie nicht informieren können. Aber eben auf eine persönlich gefärbte Weise. Und genau das ist es auch, was beispielsweise mit LLM kreierte Texte nicht können. Ja, sie können dicht dran sein und ich weiß nicht, wie aussagekräftig meine Aussage noch in einem Jahr sein wird, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind Persönlichkeit und Charakter (noch) das, was uns vom Generierten unterscheidet. Gleichzeitig ist es natürlich schwieriger geworden, gelesen zu werden. Nicht, weil es eine Blogschwemme gibt, sondern weil man gerade Infotexte schlicht gebündelt via Google/KI bereits ausgespuckt bekommt. Noch ein Grund mehr für Persönliches und Charakter. Also: Go for it!

Spannenderweise führt RPGnosis in diesem Teil seines Artikels übrigens genau die Aspekte, die ich sowohl für Blogs, eben aber vor allem in Bezug auf Videos genannt habe, als eigenen Anspruch an. Sieht weiterhin also so aus, als läge der Teufel bei der Einschätzung eher nur im Detail, wie schön. 😉

Mein Gegenprogramm?

Ach, umso länger der Artikel von RPGnosis, desto einiger sind wir uns, also sehe ich da gar nicht, dass ich was eigenes positionieren sollte oder müsste. Wie gesagt sind wir uns an sich nicht uneinig, glaube ich.

Bloggen will ich schon lange mehr, Videos kommen schon wieder regelmäßig, gespielt und geleitet wird nun auch endlich wieder mehr … alles geht einen guten Weg. Mal gucken.

Und wenn doch mal was sein sollte, dann bin ich heilfroh, dass ich keinen Druck habe, irgendwas zu machen, sondern es jederzeit einfach sein lassen kann. Völlig frei und ohne jegliche finanzielle Einbußen. Was für ein geiler Scheiß und Luxus!

Abschließend, wenn du bis hierhin gekommen bist, kommentierst du aber gefälligst beim RPGnosis und hier, damit man auch sehen kann, dass die Message auf unseren nicht SEO-optimierten Blogs trotz vieler Worte dort wie hier ankam, gell? Austausch und so.

Titelbild des Artikels mit den Covern von Pasión de las Pasiones, Holly und Aventurische Mode vor grünen Sparkles im Hintergrund

Das habe ich dann doch nicht kommen sehen, dass es nicht mal mehr für den Monatsrückblick reichen würde in der finalen Studienphase *ächz*. Damit nicht genug, ist mir nach Abschluss (jawohl, habe das Bachelorstudium nun erfolgreich abgeschlossen!) erst aufgefallen, dass ich a) über Monate gezwungenermaßen quasi viel zu viel haben liegen lassen und b) zur Motivation meiner Vorfreude zu viel Raum gegeben, sprich: zu viele Rollenspielrunden für „demnächst“ geplant habe.

So ist es nun, und ich probiere mal, noch alles auf die Reihe zu kriegen, was in den letzten 5 Monaten so anstand. Wahrscheinlich vergesse ich irgendwo was, aber ich geb mein Bestes.

Anschaffungen

Cover des ersten Bandes von Aventurische Mode aus dem Scriptorium Aventuris. Frau mit rotem Kleid und hellem Korsett steht vor einem Spiegel und richtet sich die Haare; Katze auf einem Sessel links daneben.

Angeschafft habe ich so einiges, gelesen kaum etwas davon.

Nach einer Runde, die mir nach dem ersten Einfinden unglaublich gut gefallen hat, nämlich Sturmflut der Liebe bei den Familiennerds, habe ich mir das Regelwerk zu Pasión de las Pasiones gekauft. Habe da auch eine Idee zu, aber das wird dieses Jahr wohl nichts mehr werden.

Von Shadowrun habe ich einige Datapulse adoptiert, nämlich Wilde Natur, Kunstraub, Westphalen und außerdem das Kaleidoskop Salzbergwerk Heilbronn.

In einem Discord wurde Werbung gemacht für die Aventurische Mode im Scriptorium Aventuris. Ich habe bislang 9 PDF davon ausfindig gemacht, alle gratis und um die 20 Seiten, die sich mit Mode in den unterschiedlichen Gegenden befassen. Auch da hatte ich noch keine Zeit zum Schmökern, aber beim ersten Scrollen wirkten die wirklich sehr schön und mit Liebe gemacht.

Da mich unheimlich genervt hat (und eigentlich immer noch nervt), dass ich mein Orpheus-Regelwerk nicht mehr finden kann, habe ich auch da das PDF gekauft.

Und zuletzt konnte ich nicht widerstehen, mir das W5-Regelwerk auf deutsch zu kaufen. Ärgert mich schon wieder, nachdem die Version 6 (von Vampire primär, wie immer halt) nun doch mehr oder minder offiziell angekündigt wurde. Ja, das dauert noch ewig, bis man bei W6 (höhö) ankommt, aber es dauert auch noch ewig, bis ich selbst mal zur W5 komme, von daher …

Jedenfalls habe ich in den 5 Monaten insgesamt 99€ für Rollenspiele ausgegeben. Passt.

Blog &Youtube

Während auf dem Blog wieder komplett tote Hose war, habe ich mich sehr bemüht, Youtube nicht auch wieder völlig einbrechen zu lassen. So sind von Februar bis Juni immerhin 23 Videos online gegangen.

Wir haben In den Fängen des Dämons mit DSA 5 nach 9 Folgen abgeschlossen und auch einen Aftertalk dazu online gestellt. Unsere Dragonbane-Kampagne haben wir nach 25 Sessions ebenfalls abgeschlossen, gleiches gilt für unseren kleinen Ausflug nach Legend in the Mist mit insgesamt 3 Sessions Lokva.

Ziemlich viel Neues kam zu Shadowrun 6. Der erste Run (Kleinwildjagd aus der Anthologie Budenzauber) und auch der zweite (Einmal Hauerbrache und zurück, ebenfalls Budenzauber) wurden beendet. Zu beiden habe ich anschließend auch ein kleines SL-Tagebuch hochgeladen (Kleinwildjagd, Einmal Hauerbrache und zurück).

Außerdem haben wir eine Runde mit Household gestartet. Vorab habe ich das Spiel kurz als Video vorgestellt, auch hier habe ich die Struktur der zugehörigen Kampagne im Rahmen eines SL-Tagebuchs versucht, ein bisschen deutlicher zu machen.

Noch recht frisch gibts ein Video mit einem Überblick über die offiziellen Publikationen von Free League zu Dragonbane.

Geschaute Sessions/Youtube

Cover von Pasíon de las Pasiones. Leicht bekleidetes junges Paar, davor ein Herz mit dem Schriftzug des Spiels.Kann ich nicht mehr ganz nachvollziehen bzw. nur für die Monate April bis Juni. Den Aufwand spare ich mir aber an der Stelle.

Hervorheben möchte ich aber die bereits erwähnte Runde Sturmflut der Liebe mit Pasión de las Pasiones. Es sind 20 passend kurze Episoden und insgesamt so etwa 15 Stunden, die man sich anschauen (oder anhören) kann, und die Runde hat mich wirklich so gut unterhalten, dass ich mir aufgrund dessen das Regelwerk gekauft habe. Ohne Vergleiche zu haben, finde ich die Runde wirklich gut umgesetzt, es werden die Moves genutzt und es wird immer spannender …

Top 10 auf Youtube (Februar bis Juni)

  1. DSA 5: In den Fängen des Dämons #1 (894)
  2. Shadowrun 6: Kleinwildjagd #1 (591)
  3. DSA 5: In den Fängen des Dämons #6 (442)
  4. DSA 5: In den Fängen des Dämons #7 (390)
  5. DSA 5: In den Fängen des Dämons #8 (387)
  6. DSA 5: In den Fängen des Dämons #9 (350)
  7. Shadowrun 6: Einmal Hauerbrache und zurück #1 (327)
  8. DSA 5: In den Fängen des Dämons #2 (290)
  9. Shadowrun 6: Kleinwildjagd #4 (264)
  10. Kanalupdate 2. Halbjahr 2026 (Live) (262)

Bis auf Platz 10 kann man wohl Highlights ausmachen …

Sonstige Medien

Buchcover Holly von Stephen King; mittig ein Haus im Dunkeln, zu dem eine Treppe führt, Himmel dunkelrot

Ich habe die Reihe der Stranger Times von C. K. McDonnell zu Ende gehört (16 Stunden). Hat mir bis zum Schluss wirklich gut gefallen, wobei man zugleich merkt, dass die Reihe von Band zu Band etwas mehr abbaut.

Gehört habe ich außerdem Das Signal von Ursula Poznanski (neuestes und meiner Ansicht nach bislang schwächstes Buch der Autorin; 12 Stunden), Wild, Wild Ghost von Annika Hanke (erfrischendes und lockeres Wilder Westen trifft auf Gespensterjagd; 12 Stunden), die Bill Hodges-Trilogie von Stephen King (3 Teile, 45,5 Stunden, gemischter Eindruck) sowie im Anschluss passend dazu Holly von Stephen King (18,75 Stunden).

Ein weiteres Mal gehört habe ich zum xten Mal Berge des Wahnsinns von H. P. Lovecraft (5,75 Stunden) sowie Cyberpunk 2077: No Coincidence (2. Mal; 15 Stunden).

Überraschung für mich war Ready Player One von Ernest Cline. Hatte irgendwann den Film begonnen und nach knapp einer halben Stunde ausgemacht, weil ich den ziemlich doof fand. Umso verwirrender fand ich, dass das Buch komplett anders ist. Also auch wirklich anders. Hat mich voll abgeholt und begeistert (15 Stunden).

Netflix hat mir Bridgerton Staffel 4 (ca. 8 Stunden), Lincoln Lawyer Staffel 4 (3 Folgen geschaut, knapp 3 Stunden) und vor allem Supernatural beschert. Letztere hatte ich vor Urzeiten mal kurz für ein paar Folgen gesehen, konnte aber nicht viel damit anfangen. Im Februar haben wir noch mal gestartet und die ersten 7 Staffeln in den letzten 5 Monaten geschaut (knapp 100 Stunden!).

Megagut gefallen hat mir The Boroughs, Staffel 1 (und leider letzte, da abgesetzt :(; ca. 6 Stunden).

Zusammenfassend: 119 Hörstunden, 117 Stunden Watchtime. Grob 24 Stunden/Monat also.

Fazit

Bin gespannt auf den Anschluss an die „mageren Monate“ für das restliche Jahr. 🙂

Hintergrund mit grünen Sparkles, Titel des Artikels und ein Discord-Logo

Ich habe ja vor kurzem einen ziemlich umfangreichen Artikel zur WE20-Community verfasst. Da ist die Aktivität auf Webseite und Discord, zumindest meiner Wahrnehmung nach, recht ausgeglichen. Grundsätzlich, und auch das hatte ich am Rande ein bisschen im Artikel angerissen, mag ich Discord zwar gerne, aber die Fragmentierung finde ich bedauerlich. Da bin ich eher eine Old School-Forentante, glaube ich.

Insgesamt weist meine Liste gerade mal 20 Discord-Server auf, und bei den meisten lese ich zwar mit, äußere mich aber selten. Trotzdem dachte ich, statt eine umfassende Liste aufzuzählen, nenne ich euch mal meine Favoriten unter den Communities abseits von WE20 und Verlags-Discords und gleich dazu, warum sie es sind.

3P

Bis vor kurzem gab es noch den Youtube-Kanal, durch den ich ursprünglich irgendwann vor längerem auch mal auf sie aufmerksam geworden bin. Den gibt es auch immer noch und ihr findet dort neben eher horrororientierten Actual Plays auch einige Talks sowie Aktionen wie den March 4 Kids, aber grundsätzlich liegt der Kanal seit dem Jahreswechsel auf Eis. Nicht so der Discord-Server, auf dem man sich auch viel zu Rollenspielen austauscht, der aber vorrangig eine Smalltalk-Community darstellt. Die Leute dort sind sehr aktiv, so einige kennen sich auch persönlich, aber es macht eigentlich keinen Unterschied. Für mich ist der Server so ein richtiger come as you are-Wohlfühlserver, auf dem immer freundlich, achtsam und sachlich miteinander umgegangen wird. Und zwar ganz egal, ob es nun um Rollenspiel geht, um Sport oder Gesundheit, um Bücher und Filme oder um Alltagsdinge. Ein wirklich schöner und angenehmer Mix. Wahrscheinlich der Server, auf dem ich mich am wohlsten fühle.

TalonZorch

Da passiert gar nicht sooo viel, aber der Discord umfasst ca. 250 Leute, also leer ist es dort nun nicht gerade. Fragen zu Shadowrun werden hier ruckzuck beantwortet, ansonsten gibts eher wenige Diskussionen, mehr kurze Beiträge und echt viele Spielrundenangebote, vorrangig Missions.

Shadowrun Inoffizielles Netzwerk

Ja, noch mal Shadowrun. Diesmal ein Discord-Server mit knapp 800 Leuten und wer Bock auf Austausch und Diskussionen zu Regelauslegungen, Eigenbauten usw. hat, ist hier richtig. Die Schnittmenge mit Mitgliedern vom vorgenannten TalonZorch-Server oder auch Pegasus Spiele ist natürlich groß, aber ich glaube, gerade weil dieser Server hier separate Channel für Shadowrun 1-4, Shadowrun 5 und Shadowrun 6 eingerichtet hat, finden mehr Leute ihre offenen – sozusagen runden – Ecken. Man muss sich aber auch gar nicht entscheiden, denn es gibt auch so einige editionsübergreifende Channel, von Ambiente bis zu Waffen (okay, bis zu Verschiedenes, aber das war mir für die Aufzählung hier zu wenig shadowrunnig). Auf dem Server gibts nicht nur Diskussionen und Antworten auf Fragen. Es gibt vor allem Antworten auf Fragen, auf die ihr vielleicht noch nie gekommen seid. 😁

 

Wo treibt ihr euch denn am liebsten rum – und warum? Freu mich über Empfehlungen!

Hintergrundbild mit grünen Sparkles, Artikeltitel als Schrift und 3 gekritzelte Gesichter wie Kinderzeichnungen im Hintergrund

… dann werde ich unendlich viel lesen. Romane. Rollenspielromane. Regelwerke. Quellenbücher.

Ich werde Maps zeichnen und vielleicht sogar eigene Dinge illustrieren (meins sind Sketchnotes, für alles andere bin ich nicht geschaffen).

Ich werde Abenteuer leiten und Kampagnen. Und spielen. Beides.

Zu meinen gespielten und geleiteten Spielen gehören dann Sachen wie Shadowrun (6 oder 7 oder 8 …, lassen wir Editionen mal außen vor), 3rd Party DnD, Das Schwarze Auge, Pathfinder, Starfinder, Call of Cthulhu, Delta Green, Alien, Blade Runner, Household, Monster of the Week, Demigod, Otherscape, Fabula Ultima, *Borg, Dragonbane, City of Mist, Starslayers, Dune, Vampire, Werewolf, Wraith, Finsterland, Private Eye, Star Trek Adventures, The Walking Dead, Earthdawn, Vaesen … ihr seht, wo das hinführt.

Und bei allen Spielen bin ich dank meiner Lektüren aus dem ersten Satz natürlich absolut regelfest.

Vielleicht schreibe ich dann selbst sogar mal wieder Geschichten. Oder Abenteuer auch mal auf. Mit Sketchnotes illustriert. Siehe oben.

Natürlich blogge ich dann auch mindestens 3x/Woche gehaltvolle Dinge.

Bis es soweit ist, befass ich mich mal weiter mit dieser Alltagssache und jongliere mit Aufgaben, Terminen, halt mit der Zeit. Sind ja immer nur 24 Stunden jeden Tag.

Ihr kennt das.

Kennt ihr doch. Oder?

Neues Jahr, neue Monatsrückblicke. Im Januar 2026 habe ich mich in mancherlei Hinsicht selbst übertroffen. Mal so, mal so. Aber lest selbst.

Anschaffungen

Person ist seitlich versetzt von hinten zu sehen und steht auf einem Luftschiff, hält sich an einem Tau fest und blickt durch Wolken hindurch auf eine Stadt.

Das einzige, das im Januar neu eingezogen ist, ist Press Start, der Schnellstarter von Fabula Ultima. Ich hab noch gar nicht reingesehen. Das PDF ist allerdings gratis und ich hatte bislang schlicht übersehen, dass es einen Schnellstarter gibt. Ausgaben im Januar demnach: 0€.

Blog &Youtube

Im Januar sind mit diesem hier insgesamt 6 Artikel veröffentlicht worden auf diesem Blog. Das ist mehr als in jedem Monat 2025. Woohoo! Immerhin ein Vorsatz (den ich eigentlich gar nicht gefasst habe), der sich bislang ganz gut macht. 😁

Dafür ist Youtube gerade leider ziemlich eingebrochen. In allen möglichen Runden kam was dazwischen, vom Berliner Stromausfall über Terminkollisionen und Stress bis hin zu Krankheitsfällen war (und ist) alles dabei.

Geschafft haben es aber drei Beiträge: die 5. Session unserer DSA 5-Runde zur Neuauflage von In den Fängen des Dämons, unsere Podcastfolge zum Podwichteln (auf den letzten Drücker) sowie ein spontaner Alternativ-Oneshot mit Cy_Borg.

Geschaute Sessions/Youtube

Riesiger Baum mittig, davor Drache oder ähnlich, umgestürzter PKW, in der Luft schwebende Person umgeben von BlitzenAngesehen habe ich 8,75 Stunden Rollenspielvideos abseits von Actual Plays. Da waren jetzt viele Rück- und Ausblicke dabei, erwähnen möchte ich aber unbedingt die Videos, die TalonZorch zu Deus ex Arcana (Shadowrun 6) gemacht hat: Teil 1, Teil 2. Vielleicht habt ihr ja auch schon das Gemunkel zu diesem Band gehört und könnt das alles nicht so richtig einordnen? So ging es mir zumindest vor den beiden Videos. Magie in Shadowrun weg? Doch nicht? Wieder da? Wie jetzt? Darum war ich sehr gespannt auf diese aufgesplittete Vorstellung des Buches. Teil 1 hat meine ungestellten Fragen jetzt noch nicht so wirklich beantwortet, Teil 2 hingegen schon. Ich hab jetzt ein deutlich besseres Bild von dem, was wirklich drin ist und muss sagen, klingt für mich (als ursprünglich vor allem SR 3-Fan) gar nicht mal so übel. Weiß der Geier, wann ich das selbst mal lesen werde, aber wenn es euch ähnlich geht, schaut euch die Videos von ihm dazu doch mal an. Dieses Rückrudern und die Änderungen einfach mal so „mittendrin“ finde ich allerdings dennoch immer noch einen weirden Zug von Catalyst Game Labs. 🤷🏼‍♀️

Um den Jahreswechsel rum habe ich mir einiges an Actual Plays zu Gemüte geführt, insgesamt 13,5 Stunden sind durch Fabula Ultima (bei Die Drifter) und die neuesten zwei Sessions von Herr der Nebel bei TalonZorch zusammengekommen.

Top 10 auf Youtube

  1. DSA 5: In den Fängen des Dämons #5 (220)
  2. DSA 5: In den Fängen des Dämons #1 (207)
  3. CyBorg: Reaper Repo (178)
  4. DSA 5: In den Fängen des Dämons #1 (132)
  5. Shadowrun 6: Kleinwildjagd #1 (123)
  6. Rollenspielbüdchen: Sonderfolge zum Podwichteln (113)
  7. DSA 5: In den Fängen des Dämons #3 (99)
  8. DSA 5: In den Fängen des Dämons #2 (73)
  9. Legend in the Mist: Lokva #2 (67)
  10. DSA 5: Orklandtrilogie: Im Spinnenwald 1 (54)

Kam wie gesagt wenig Neues und alle neuen Videos finden sich halt auch in den Top 10. Ansonsten SEHR DSA-lastig diesmal. 😅

Sonstige Medien

Blick auf ein etwas entferntes Schloss über ein eisernes Tor hinweg. Düster, viel Schwarz. Unten mittig eine kleine Gestalt in rotem Umhang oder Kleid.

Bei anderen Medien bin ich im Januar ziemlich eskaliert. Die ersten Tage liefen ruhig an, es gab einige lange Bus- und Zugfahrten, außerdem saß ich 2 Tage in einem Hotel ohne Internet. Da ging also einiges.

Durch eine Discord-Leserunde habe ich Alchemised von SenLinYu gehört. Ohne diese Runde hätte ich das nie durchgezogen, so kann ich es allerdings mit 40,25 Stunden zur Gänze verbuchen.

Es ging aber auch mit der Lovecraft-Phase von LPL Records weiter, nämlich sowohl mit Der Fall Charles Dexter Ward (6,5 Stunden) als auch Der Schatten über Innsmouth (4,25 Stunden). Ersteres kannte ich tatsächlich noch nicht bzw. hab es irgendwann mal abgebrochen, wenn ich meinen Lesezeichen glauben mag. Muss wirklich schon zig Jahre her sein.

Das sind also insgesamt unfassbare 51 Hörstunden im Januar.

Schwarzweißaufnahmen der 3 Hauptfiguren der Serie Mindhunter, Portraits, Teile im Dunkeln, hellgrauer HintergrundBei Netflix haben wir die beiden Staffeln Mindhunter durchgezogen. Kannte ich noch nicht und fand ich echt supergut. Und natürlich haben wir auch die aktuelle und letzte Staffel Stranger Things geschaut. Macht 28,25 Stunden Watchtime, was für mich wirklich unglaublich viel ist.

Fazit

Ich seh es mal als letztes Aufbäumen von Freizeitgestaltung, bevor andere Dinge den Vorzug kriegen (müssen). Schee war’s!

Grüngraue Sparkles im Hintergrund, vorne Titel des Artikel mit den Coverabbildungen der Rollenspiele Cy_Borg, Shadowrun 6 und Otherscape

Nachdem ich jetzt in relativ kurzer Zeit drei verschiedene Spiele mit dem Aufdruck Cyberpunk gespielt bzw. geleitet habe, dachte ich mir, eine Art Gegenüberstellung wäre vielleicht auch ein ganz guter Inhalt für einen Blogbeitrag. Im Einzelnen geht es um Shadowrun, :Otherscape und Cy_Borg, wobei ich Shadowrun und :Otherscape schon mal per Video miteinander verglichen hatte.

ShadowrunCover des Shadowrun6-Quellenbuchs "Revierbericht 2082" mit einer Person mit Schutzausrüstung wie Atemfilter und kurzem rosa Iro

Neben Cyberpunk (Red) ein absoluter Klassiker – bei dem sich (natürlich) auch wieder die Geister scheiden. Und das sogar ein bisschen wortwörtlich, denn Geister gibt es schließlich in der Welt von Shadowrun. Ebenso wie es Magier gibt, Orks, Elfen und allerlei mehr, und zugleich typische Cyberpunk-Aspekte wie Hacker, KI, Megakonzerne und Co. Dieser bunte Mix sorgt einerseits für Abwechslung, andererseits bei nicht wenigen aber durchaus auch für ein Naserümpfen. Was denn nun? Cyberpunk? Cyber Fantasy? Sci-Fantasy?

Ich selbst mag diesen Mix wahnsinnig gerne. In die zweite Edition habe ich begeistert reingesehen, die dritte sehr intensiv bespielt, die vierte ausgelassen, die fünfte wiederum weitgehend gelesen und ganz frisch ist der aktive Einstieg in die sechste Edtion (auch wenn die schon einige Jahre alt ist). Auch wenn Shadowrun mit seiner Timeline (aktuell in den 2080ern) schon mehrfach von der Realität überholt wurde und sich dadurch mit der Zeit ein immer kruderes Bild des Ganzen ergibt, ist es für mich genau der wirre Mix, der das Spiel für mich besonders macht.

Shadowrun, mindestens ab der dritten Edition, ist keines der Spiele, die man mal eben spontan auf den Tisch legt und loslegt. Es braucht viel Zeit, sowohl bei der Charaktererstellung als auch bei der Vorbereitung. Es braucht am besten einiges an Commitment am Tisch, ob und wie sehr man nun mit den jeweiligen Regeln welcher Edition spielt, ob es Hausregeln gibt, welche der unzähligen Bücher gültig sind für die Runde, ob nun in Bezug auf Regeln oder Weltgeschehen und und und. Es ist ein sehr kleinteiliges Spiel, je nach Edition mit einigem an Buchhalterei. Das alles muss man schon auch ein bisschen wollen.

Was mich an Shadowrun begeistert, ist aber unter anderem diese Freiheit. Auch die Möglichkeit, mit demselben Spiel ganz unterschiedliche Ebenen easy abbilden zu können, mag ich. Low und dreckig, Hightech, sehr magisch und mystisch bis hin zum Horror. Spezielle Runden, in denen man die Welt nicht aus der Sicht klassischer Runner erlebt, sondern aus der Sicht von Rettungssanis in einer DocWagon-Kampagne, als LoneStar-Cops, als Konzerner etc. erlebt. Alles nicht nur möglich, sondern sogar durch entsprechende Bücher und Snippets auch offiziell unterfüttert. Dreckiger Cyberpunk, dystopisch und degenerativ, gesellschaftskritisch, transhumanistisch … ebenfalls alles drin. Und gerade der fantastische Einschlag macht es – aus meiner Sicht – leichter, sich dabei durchaus auch mit ernsten Themen auf unterschiedliche Art auseinanderzusetzen oder sie abzubilden. Soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit vor allem, auf sehr vielen und verschiedenen Ebenen. Aber es geht auch leichter.

Shadowrun ist für mich eine riesige bunte Tüte. Von der Menge der Veröffentlichungen, der Inhalte, der Angebote, aber auch der Regeln. Und es ist ein Spiel mit höherer Verbreitung, in deutscher Sprache erhältlich und das auch ziemlich günstig. Was wiederum der Verbreitung gut tut.

Cover des Grundregelwerks :Otherscape mit 3 Personen im Vordergrund, Cyberpunk:Otherscape

Dazu habe ich ja schon einige Videos erstellt, worunter sich auch aktuell zwei Oneshots befinden mit unterschiedlicher Leitung und unterschiedlichem Fokus. Angeschaut und angehört habe ich mir ebenfalls einige Runden, die ihrerseits ziemlich unterschiedlich sind. Da wäre einmal der Special-Podcast mit Actual Play von Rollenspiel Rhapsody. Dann ein Actual Play, das bei Brooks Live lief. Oliver Hoffmann, Teil des Verlags Storypunks, die die deutsche Ausgabe von :Otherscape gebracht haben, hat bei Orkenspalter eine Runde geleitet. Mel Helke, ebenfalls von den Storypunks, hat bei Carabas Crafts eine Runde im Anime August 2025 geleitet und auch eine Schnupperrunde bei RollenspielWelten. Der Originalverlag Son of Oak hat auch eine eigene Playlist zum Spiel mit diversen Erklärungen und kleinen Spielbeispielen (englisch). Wenn ihr also Einblicke gewinnen wollt, habt ihr dazu so einige Möglichkeiten.

Das bringt mich auch gleich zu dem, was mich an :Otherscape begeistert: Es ist ein sehr flexibles und anpassungsfreundliches Spiel. Durch die Art des Charakteraufbaus geht :Otherscape für mich sehr viel mehr in die transhumanistische Richtung von der Basis her. Auch hier kann man aber alle möglichen Richtungen einschlagen. Ob nun deutlich mythischer, mystischer oder auch freakiger als sogar Shadowrun oder abseits des Mythos auf bodenständige Art und unter Auslassung der mythischen Optionen: kann man sehr leicht umsetzen und muss dafür nicht einmal irgendwas verbiegen.

Ein Setting gibt :Otherscape nicht vor. Es gibt einige Eckpunkte für den gemeinsamen Vorstellungsraum und Beispiele; mit Tokyo und Cairo gehts ein bisschen mehr in die Tiefe, was das angeht und einige wirklich knappe Eckpunkte zu großen Städten bzw. Sprawls finden sich zur Inspirationen bereits im Grundregelwerk. Was man letztlich daraus macht, ist aber Sache der jeweiligen Gruppe und kann mehr oder weniger relevant sein. Es gibt einen eigenen Sprawlbaukasten, den man als SL oder gemeinsam in der Gruppe nutzen kann. Ebenso werden Charaktere optimalerweise miteinander vernetzt durch verschiedene Tags. Das gibt einem sehr viele Freiheiten.

Gefeiert wird :Otherscape meist als besonders regelarmes und narratives Spiel. Das stimmt meiner Ansicht nach so nicht. Es ist völlig unproblematisch, :Otherscape mit den absoluten Basicregeln zu spielen (2W6+/-) und hat dann einen Mix aus PbtA und (eher noch) Fate. Die Regeln, wie sie im Buch stehen, sehen allerdings durchaus ein komplexeres Hin und Her an Regeln, Status, Tags usw. vor, was dann durchaus auch ein bisschen Buchhaltung braucht und den Spielfluss unterbrechen kann. Es ist nur letztlich einigermaßen unerheblich, ob man es nun nutzt oder weglässt.

Das bildet auch das einzige Problem ab, das ich mit :Otherscape habe, so gern ich es an sich mag: Es ist mir zu beliebig und zu wenig fokussiert, einmal abgesehen von dem durch die bereits erwähnten Themebooks und deren Auswirkungen als solche.

Einsicht in das übersichtliche Charakterblatt von Cy_Borg auf Roll20. Hintergrund schwarz, Rahmen pink, Rest weiß.
Cy_Borg-Charakterbogen auf Roll20

Cy_Borg

Von den „Borgs“ gibt es ja mittlerweile einiges, angefangen bei Mörk Borg über Pirate Borg – bis hin zu Cy_Borg.

Wer es kennt, sieht schon, dass wir uns hier im Blogartikel von oben nach unten arbeiten. Nicht unbedingt hinsichtlich der Wertung, aber hinsichtlich Umfang, Setting und Regeln auf jeden Fall.

Cy_Borg setzt einige Eckpunkte im Setting, eben die typischen Cyberpunk-Elemente und -klischees, umgesetzt mittels der fiktiven Megacity Cy. Und das war es dann auch.

Nicht mal 170 Seiten umfasst das komplette Regelwerk, und das knallige Artwork im Stil der 80er (oder eben auch typisch für die Borg-Spiele) nimmt sehr viel Raum ein im Vergleich zum Text. Das sagt schon vieles aus. Zum Beispiel: Besser nicht selbst ausdrucken. Spaß beiseite. Das ist wirklich das vollständige Regelwerk. Und es fehlt eigentlich auch nichts.

„Quick and dirty“ ist das Motto, und entsprechend ist ein Charakter in etwa zwei Minuten erstellt. Zum Beispiel mit einem Generator. Sonst braucht man vielleicht fünf Minuten.

Cy_Borg orientiert sich am OSR-Stil und entsprechend sind die Regeln minimalistisch, es gibt zahlreiche Zufallstabellen und ein paar Klassen, aber eigentlich startet man als Punk. Gestorben wird unglaublich leicht, darum handelt man besser überlegt und schlägt sich vielleicht eher nicht ins Zentrum eines Kampfes.

Das Spiel ist simpel und dreckig. Gefahren lauern nicht zwingend nur von außen, sondern vielleicht in deinem eigenen Körper, zum Beispiel durch Fehlfunktionen deiner Cyberware oder einen Naniten-Befall. Apropos Naniten: Diese können nicht nur negative Effekte haben, sondern durchaus auch für abgefahrene Dinge sorgen, sowas wie Moos, das über deine Wunden kriecht oder fluoreszierende Effekte in deinen Adern. Diese Effekte sind allerdings grundsätzlich immer noch mundan. Fantastische Elemente abseits dessen sind für Cy_Borg nicht angedacht.

Ist :Otherscape auf 10 gedreht, ist es bei Cy_Borg die 100. Hier ist jegliche Hoffnung verloren und beinahe automatisch zelebriert man die nahende Apokalypse, könnte man sagen. Das ist so gewollt, und genau so spielt es sich auch.

Kein Spiel, wenn man auf lange Kampagnen abzielt und außerdem zum aktuellen Zeitpunkt nur auf englisch erhältlich, aber wenn ihr Bock auf (in mehrererlei Hinsicht) ziemlich abgerockten und abgefuckten Oldschool-Cyberpunk habt, dann ist das hier die richtige Variante für euch. Ein Spielbeispiel aka Actual Play gibts von uns hier.

 

Wie sind deine Erfahrungen mit diesen Spielen und welche magst du besonders – oder gar nicht? Und warum?

Oder ist es bei dir ein anderes Spiel, das dich im Genre aufblühen lässt? Treibst du dich lieber in Night City und Cyberpunk (Red) rum? Bist du Fan von The Sprawl oder gehörst zu denen, die Anarchy hypen? Schreib mir das gerne – oder setz gerne auch einen Link zu deinem Blogartikel oder Video zum Thema unter diesen Artikel. 🙂

Hintergrundbild mit den üblichen Sparkles in Grautönen, mittig Schriftzug "Arktis versus Antarktis" und dahinter Eisberg-Grafik in hellen Grünblau-Tönen

Auch wenn ich erst für die zweite Jahreshälfte die Cthulhu-Kampagne Berge des Wahnsinns vorbereiten will, stecke ich schon in so einer Art Vor-Vorbereitung. Das bedeutet, dass ich mir beispielsweise die Kampagne bei der Gruppe von Zwergpaladin88 auf Youtube angeschaut habe, aber auch, dass ich Berge des Wahnsinns von H. P. Lovecraft neulich noch mal gelesen beziehungsweise gehört habe. Auf der Suche nach weiteren Prosa-Titeln, die die Stimmung vermitteln können und vielleicht ein paar interessante Details parat halten, bin ich vor allem auf solche gestoßen, die sich mit der Nordwest-Passage befassen. Besonders die arktische Franklin-Expedition erfreut sich in der Literatur großer Beliebtheit, verlief sie 1845 doch sehr tragisch mit dem Verschwinden der Expedition. Die HMS Erebus fand man erst 2014, die Überreste der HMS Terror 2016.

Expeditionsgeschichten zur Inspiration

Buchcover Heyne mit Dan Simmons - Terror - Roman. Zeigt Zeichnung von arktischer Umgebung mit einigen lebenden und toten (?) Personen unten linksBereits 1983 erschien Sten Nadolnys Bestseller Die Entdeckung der Langsamkeit zur eben genannten Expedition. Dan Simmons veröffentlichte 2007 den Roman Terror, der die Expedition in die Horror- und Phantastikecke (wenn auch über lange Strecken sehr subtil) schob – mein aktueller Re-Read, zum 3. (!) Mal (bzw. höre ich es derzeit). Es ist immer noch mein absolutes Lieblingsbuch.

Und wenn ich danach immer noch Lust aufs Thema haben sollte, greife ich vielleicht noch zu Erebus von Michael Palin.

Auf meinem Stapel liegen außerdem zur Inspiration noch Alfred Lansings 635 Tage im Eis zur Shackleton-Expedition mit der Endurance 1915 in der Antarktis sowie Die Polarfahrt von Hampton Sides, die von der Expedition der USS Jeannette 1879 in der Arktis berichtet.

Eine weitere Option, aber bislang nicht in meinem Besitz: Letzte Fahrt von Robert Falcon Scott zur Terra Nova-Expedition 1910 in die Antarktis.

Im Verlauf der Jahre – ich mag sowohl Literatur rund um Expeditionen und schleiche schon bestimmt 10 Jahre um die Cthulhu-Kampagne Berge des Wahnsinns rum – ist mir aufgefallen, dass andere Leute (mittlerweile) nicht nur gerne solche Listen erstellen oder irgendwo sammeln, sondern dass das häufiger geschieht, wie ich es gerade gelistet habe: wild durch den (ant)arktischen Garten.

Übrigens: Im Oktober 2015 habe ich im Rahmen einer Booktuber-Aktion und zu Halloween mal ein Video rund um Expeditionshorror veröffentlicht 🙈 und gehe vor allem im zweiten Teil des Videos auch auf Rollenspielthemen dazu ein. Aber Achtung, das Video ist komplett outdated.

Cover von Berge des Wahnsinns (H.P. Lovecraft) in der illustrierten und kommentierten Variante des FESTA--VerlagsLovecrafts Inspirationen

Natürlich ist auch interessant zu schauen, was Lovecraft selbst zu seinem Buch Berge des Wahnsinns inspiriert hat. Genannt werden hier (ungeprüft) die Entdeckungsfahrten von Borchgrevink (betrat 1895 als einer der ersten Menschen das antarktische Festland), Scott (siehe oben; erreichte den Südpol nach Amundsen) und Amundsen (durchfuhr als Erster die Nordwestpassage und erreichte als einer der ersten 10 Menschen – und vor Scott – den Südpol), Richard Evelyn Byrd (ebenfalls Südpol-/Antarktisforscher).

Zusammen genommen also ausschließlich Antarktisforscher und -expeditionen. Was als Inspiration – anders als mein Mix oben – für Berge des Wahnsinns ja auch Sinn ergibt, da diese Geschichte ebenfalls dort spielt.

Es ist nicht einfach nur beides weiß und kalt

Grob gesagt hat man ja schon ziemlich früh in der Schule gelernt, dass es einen Nord- und einen Südpol gibt, und das eine von der Arktis und das andere von der Antarktis umgeben ist. Wahrscheinlich hat man dann noch behalten, dass man Pinguine im Süden verortet und Eisbären im Norden. Und sonst?

ArktisEisschollen in der Arktis

Simpel beschrieben ist die Arktis Meer mit Eis oder anders gesagt gefrorenes Meer, umgeben von Land (Grönland, Kanada, Sibirien). Daraus folgt, dass das Eis sich ständig bewegt. Es ist mit etwa 1-3 Metern recht dünn, reißt und knackt ständig.

Die Luftfeuchtigkeit ist erhöht und es kann bis zu -40°C kalt werden.

In der Arktis leben Inuit, es gibt die bereits erwähnten Eisbären, Robben, Walrosse und sogar Pflanzen im Sommer.

Hohe Schelfeiskante in der Antarktis
@W. Bulach

Antarktis

Bei der Antarktis handelt es sich hingegen um einen Kontinent mit hunderte- bis kilometerdickem Eis auf festem Gestein, der von Meer umgeben ist. Hier erwarten einen eher tiefe Spalten und Eiswüsten auf der anderen Seite.

Die Luft ist hier extrem trocken und es kann bis zu -80°C kalt werden.

In der Antarktis gibt es Leben nur an der Küste und dieses besteht aus Pinguinen und ebenfalls Robben. Ansonsten ist das Innere der Antarktis schlicht tot.

Was bedeutet das fürs Rollenspiel?

Man kann es sich natürlich selbst (weiter) ableiten, aber ich möchte mal genauer darauf eingehen, was das fürs Rollenspiel bedeutet oder bedeuten kann.

ArktisEisschollen in der Arktis

Die Arktis eignet sich besonders gut für Geschichten, in denen es eine Rolle spielt, dass Dinge sich verändern, trügerisch sind, instabil. Sie ist geeigneter für survival-ausgerichtete Geschichten. Hunger, Kälte und feindliche Umwelt spielen hier rein, aber immerhin bleibt man hier handlungsfähig. Man kann jagen oder umkehren.

Tageslicht verändert sich, man unterscheidet Jahreszeiten, man hat also eine gewisse Orientierung in Raum und Zeit.

Durch die Optionen, die einem hier noch bleiben, kann es ein hoffnungsvolles Szenario sein oder der Fokus auf Zusammenwachsen/Teamwork/Konflikten oder Survival liegen, es ist also genug Raum, der Arktis als solcher lediglich den Hintergrund-Spot zu geben.

Hohe Schelfeiskante in der Antarktis
@W. Bulach

Antarktis

Hier sind es mehr Geschichten rund um Dinge, die bewahrt werden und uralt sind. Zugleich ist die Antarktis ein unheimlich lebensfeindlicher Raum, der gut zu Relikten und Fremdartigem passt. Ist man einmal hier, ist man von allem abgeschnitten.

Die Tage hier unterscheiden sich kaum und es kommt leicht dazu, dass man den Sinn für Entfernungen und Maßstäbe verliert und eine gewisse Desorientierung verspürt (das macht sie so perfekt für Berge des Wahnsinns).

Man hat hier kaum Optionen und die Umgebung steht einem ebenfalls feindlich gegenüber. Es ist eine mystische Umgebung, eine übernatürliche, und solche Geschichten würde ich hier auch verorten.

Also wenn ihr mal Lust auf was Eisiges habt und euch nicht entscheiden könnt, habt ihr jetzt ein paar Inspirationen zu Themen und Verortung. 😉

We20-Logo (Würfelsymbol, daneben WE20 als Schrift) vor einem Hintergrund mit Sparkles in Grautönen

Es dürfte Anfang Oktober 2025 gewesen sein, als ich über die Webseite von WE20 gestolpert bin. Oh, eine neue Seite, wo man Runden anbieten und selbst teilnehmen kann – mal im Auge behalten. Ungefähr das waren meine Gedanken. Die Seite wanderte vorsorglich gleich in meine Bookmarks, aber aus Zeitgründen habe ich mich nicht weiter damit befasst.

Ende November hatte ich dann mal ein bisschen Luft und bin auf den Discord-Server der Seite geschlittert. Ich wollte mal sehen, ob und was da so geschrieben wird. Außerdem ging ich davon aus, dass angebotene Runden wie üblich über diesen Discordserver laufen würden beziehungsweise auch sollten.

Genau da begann meine Reise mit WE20, und bislang bin ich unheimlich begeistert von diesem Projekt.

Verloren in den Weiten des Internets

Es gibt einige Anlauf- und Sammelstellen, die ich sehr schätze. Ich war Jahre lang intensive (aber weitgehend stille) Nutzerin der Rollenspielcommunity auf Google+, noch viel länger begeisterte Nutzerin der Drachenzwinge. Letztere wurde mir mal empfohlen, als ich drauf und dran war, aufgrund von Mangel an Mitspielenden, Treffs und Co. das Hobby aufzugeben. Genau das konnte die Möglichkeit, über die Drachenzwinge via Teamspeak zu spielen, damals verhindern. Irgendwann bin ich dann zum Nerdpol gewechselt, weil ich die Option, mit Ton und Bild zu spielen, live zu spielen, aufzeichnen zu dürfen etc. einfach gut fand. Ich nutze sehr gern rsp-blogs, nicht nur für meinen eigenen Blog, sondern auch zum Entdecken spannender Beiträge anderer (und bin heilfroh, dass der Blechpirat sich die Mühe gemacht hat, nach einem Hacking alles wieder aufzusetzen: danke dafür!). Und ich freue mich, dass es das Tanelorn als Forum weiterhin gibt.

Das alles sind so Anlaufstellen und Sammelpunkte, die man viel zu leicht als gegeben hinnimmt, die man voraussetzt. Und das sind sie alle nicht. Google+ oben habe ich nicht verlinkt, weil es irgendwann abgeschafft wurde, und das Hacking von rsp-blogs zeigt, was da ist, kann auch ganz schnell wieder weg sein.

Dass das alles sich teils abschafft oder zumindest diese Gefahr ständig wie ein Damoklesschwert über uns allen schwebt, das zeigt auch die seit einigen Jahren zunehmende Fragmentierung. Früher hat man neben Anlauf-/Sammelstellen halt seinen zusätzlichen eigenen Forenbereich gehabt, urfrüher eine Mailingliste, dann mal ICQ, eben Teamspeak, vielleicht ein rundenintern genutztes Wiki … heute ist Discord das große Ding.

Ich mag Discord grundsätzlich ganz gerne. Es ermöglicht einem, zu spezifischen Themen, im engeren oder weiteren Sinne, einen Austausch zu finden und zugleich, über private Chats, auch mit mehreren Personen, Dinge zu verabreden, sich zu organisieren usw. Was Discord primär bieten möchte, sind Communities. Und genau das ist eine coole Sache. Man hat mal ne Weile die Nase voll von Thema ABC? Kein Problem. Nutze Discord einfach weiter und schau nicht in den entsprechenden Kanal, stell ihn stumm.

Nicht so cool ist, dass eben diese Communities sich immer mehr abkanzeln. In Zeiten, wo „Influencing“ ja (noch) der heiße Scheiß oder das begehrte Ziel für viele ist, dreht sich vieles um einzelne Personen, um einzelne Verlage usw. Ist erst mal nicht so schlimm. Zumindest letzteres kann ich gut nachvollziehen. Und hey, auch wir haben einen Discord, auch wenn der zugegenermaßen nicht allzu viel bietet und ziemlich brach liegt. Entstanden ist der einfach in einer Zeit, in der wir stetig Oneshots angeboten haben, Mitspielende gesucht haben und den Austausch vereinfachen wollten, nachdem es via Youtube eben keine Privatnachrichten mehr gab. Und nun ist er halt da, wir schreiben oder verlinken manchmal was, freuen uns, wenn wer anderes ein Lebenszeichen von sich gibt, aber es ist keine lebendige Community.

Um Kontakt zu halten, zu finden, Runden, Mitspielende, Themen, News … tingelt man also Tag für Tag, Woche für Woche durch nur wenige Anlaufstellen und zugleich durch etliche verschiedene Discords. Und wenn man halbwegs aktiv mitliest, stellt man fest: Irgendwie sind es weitgehend sowieso dieselben Nasen, die irgendwo sitzen, nur manchmal mit anderem Nickname dank servereigenem Profil.

Warum mich WE20 direkt angesprochen hat

Das sind so das Mindset und die Annahmen, mit denen ich also auf den WE20-Discord geschlittert bin. Und ich wurde überrascht.

Der Discord ist aktiv, belebt, es gibt täglich neue Beiträge, aber nichts davon kommt mir wie Spam vor. Selbst die WE20-eigenen Beiträge (gesammelte Links zu den neuesten Blogartikeln, Runden und so weiter, siehe weiter unten) sind erst kürzlich gebündelt worden, um nicht zu viel in verschiedenen Kanälen zu spammen. Neben fehlendem Spam auch kein Smalltalk-Bullshit, in dem belanglose Memes aufeinander folgen am laufenden Meter, und auch das nervige Guten Morgen! von drölfzig Mitgliedern, das ich ebenfalls nicht als nett und irgendwie kuschelig empfinde, sondern als lästig, fehlt dort. Focus is king. Geil.

Die nächste Überraschung: Ja, die meisten Runden laufen über den Discord da. Meist Voice only, manchmal teilweise oder durch alle mit Video, manchmal nur Ton, aber VTT-Unterstützung, die gestreamt wird. Aber es lässt sich schon erahnen: WE20 läuft nach dem Prinzip, dass du es einfach machen kannst, wie du möchtest.

Ich kann eine Runde ausschreiben oder an einer teilnehmen, die eben so läuft. Die Runde läuft vielleicht aber auch live irgendwo, ob Twitch, Youtube oder sonstwo. Ja, vielleicht wird sie aufgezeichnet oder ist live. Vielleicht gibt es Zuhörende. Vielleicht – und das finde ich mit am bemerkenswertesten – läuft die Runde aber sogar auf einem komplett anderen Discord-Server. Gut, wenn man da erst beitreten muss, mag das nervig sein. Aber alle anderen Aspekte können ja ebenfalls Ausschlusskriterien sein. Es ist schlicht so: DU hast die WAHL!

Suchmaske von WE20 mit den einzelnen Kriterien wie wählbare Wochentage, Uhrzeiten, Altersbeschränkung usw.
Maske für die Gruppensuche auf WE20.de

Hier mal ein Einblick in die Suchmaske, mit der man nach Runden schauen kann, die aktuell ausgeschrieben sind. Wie man sieht, kann man nach Wochentag, Uhrzeit, Rundentyp (Oneshot, Multishot,  Kampagne, Pool-Kampagne) und sogar nach Online- und Tischrunden unterteilen, ebenso nach Altersbeschränkung und bestimmten Spielsystemen.

Webseitenbetreiber Paul und Teammitglied Uwe aka CSI Arkham (Fluffcrunch) waren im Dezember zu Gast im Podcast des Würfelhelden und erwähnten als Beispiel, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt 19 Runden ausgeschrieben wären. Zu dem Zeitpunkt, zu dem ich gerade schaue, sind es über 60. Gut, das liegt auch an einem angekündigten Event mit entsprechenden Rundenangeboten, aber man sieht: Das Angebot wächst.

Wie man Runden anbietet

Ist man angemeldet als User, kann man ganz simpel eigene Runden ausschreiben. Hierbei sieht die Maske etwas anders aus. Man kann einen Termin festlegen oder einfach nur erst mal die Runde ausschreiben und schauen, wer sich so meldet. Man kann die voraussichtliche Dauer des Ganzen eintragen und neben einer Kurzbeschreibung auch einen Link zum Server, auf dem gespielt wird. Man kann angeben, ob es eine Altersbeschränkung gibt, Charaktere gestellt werden, die Runde einsteigergeeignet ist, aufgezeichnet werden soll, ob es ein öffentlicher Termin ist (zum Beispiel auch Convention), ob man eine Kamera bei Mitspielenden erwartet, das Zuhören erlaubt ist für nicht aktiv Mitspielende und so weiter. Hammer, oder?

Der WE20-Herold

Man kann sich auch einfach für den Herold eintragen, Wochentage, Zeiten etc., vor allem aber Systeme angeben, und wann immer Termine eingetragen werden, die mit dem eigenen Gesuch (ähnlich Spielerdatenbank) matchen, wird man benachrichtigt. Man muss also nicht ständig selbst aktiv suchen. Finde ich sehr komfortabel.

Spielrunden-Verwaltung

Runden, die man anbietet und auch solche, zu denen man sich über die Seite angemeldet hat, werden sowohl per Mail bestätigt als auch auf der Seite für einen persönlich gelistet, sodass man aktuell anstehende Termine im Blick behält und immer mal wieder auch in die Ausschreibung linsen kann, wenn man denn möchte.

Want to play?

Ein wirklich nettes Gimmick (das langfristig ebenfalls Potenzial für mehr hat) ist WE20-Want to play. Man kann in der Liste aller Spiele anklicken, welche davon man selbst gern einmal spielen wollen würde. Diese Klicks werden 45 Tage lang gespeichert und geben dann eine Liste aus mit allen gewünschten Spielen und deren aktueller Top 10.

Balkendiagramm mit 10 unbeschrifteten Balken

Derzeit wird das System noch nicht ganz so umfassend genutzt (im Schnitt ca. 40 User mit abgegebenen Stimmen), aber man stelle sich mal vor, wenn vielleicht Hundert(e) Leute dort alle 4-6 Wochen ihre Angaben machen. Dann bekäme man tatsächlich mal realistisches Feedback, welche Spiele wirklich gerade gehyped/gewünscht werden. Klar, kann man über Forenumfragen auch hinkriegen, aber die laufen ja meist nur sehr begrenzte Zeit und die mitzunehmenden Eindrücke stammen dann eben aus genau so einem Zeitraum.

Systemvielfalt

Aktuell sind fast 150 Spiele bei WE20 gelistet. Und die Liste ist natürlich nicht endgültig, sondern wird stetig erweitert (wenn jemand nachfragt, etwas Bestimmtes anbieten möchte und so weiter). Was mich persönlich bei dieser Liste begeistert ist, dass sie über eine schlichte Auflistung weit hinaus geht. Klickt man die Kachel eines Spiels in der Übersicht an, öffnet sich eine Seite, die einem gleich weitere Infos mitgibt: Von welchem Verlag ist das Spiel (deutsch/englisch)? Was für ein Spiel ist das eigentlich? Was sind die Besonderheiten? Für wen eignet es sich besonders (und für wen vielleicht eher nicht)?

Angefügt sind auch ein paar ausgewählte Reviews, Tutorials, Regelvideos und eine Liste der zur Verfügung stehenden Publikationen zum Spiel. Eine Dropdown-Liste, bei der man nach Titel, Typ, Seitenzahl, Erscheinungsjahr und Sprache sortieren kann.

Seiteneigene Infos gibts an dieser Stelle auch. Wie oft wurde das Spiel bislang auf WE20 gespielt? Wie viele Leute (und welche) haben angegeben, dass sie dieses Spiel spielleiten? Welche Runden sind derzeit für dieses Spiel ausgeschrieben?

Zugegeben, die Infos finden sich so nicht alle umfassend für alle Spiele. So viel Inhalt will halt erst einmal befüllt werden, und das dauert eben.

Systempatenschaften

Um das Befüllen der vorbeschriebenen Seiten voran zu treiben, kann man sich bei WE20 als Systempate oder Systempatin melden. Das bedeutet, dass Infos unterschiedlich zur Verfügung stehen, also in unterschiedlichem Umfang, durchaus auch von eigener Meinung geprägt und so weiter. Es bedeutet aber auch, dass Leute Bock haben, sich für bestimmte Systeme und deren Pflege auf der Seite einzubringen. Und das allein finde ich schon cool.

Aktuell gibt es knapp ein Dutzend Leute, die Spielseiten betreuen. Die einen ein einzelnes Spiel, manche mehrere. Und es kommt eben soviel Neues dazu, wie private Zeit dazu gegeben ist. Kann manchmal also dauern. 🙂

Aber auch das finde ich super. Man „kriegt“ nix dafür, sondern macht es auf freiwilliger Basis, wenn man möchte. Aber es steht auch niemand mit der Peitsche hinter einem und treibt einen an, wann und wie denn nun wo und wie viel zu stehen hat. Ist nicht genau dieser entspannte Umgang etwas, das eine gute Community ausmacht?

Ihr seht ja schon, wie begeistert ich bin. Und klar, ich hab mich da trotz enger Zeitfenster natürlich ebenfalls bereits freiwillig gemeldet. 😁

Communitypflege

Damit meine ich an dieser Stelle nicht die WE20-eigene Community, sondern die Rollenspielcommunity an sich. Die Seite bietet einen eigenen Navigationspunkt Communities. Dahinter verbergen sich weitere Sammlungen, nämlich Rollenspielvereine (mit Map), anstehende Conventions und eine Liste deutschsprachiger Discordserver rund ums Hobby.

Leider (noch) nicht unter diesem Punkt, aber über die Startseite erreichbar ist eine Blog-Watch. Und WE20 führt auch einen eigenen Blog, allerdings mit bislang nur wenigen Artikeln.

Wie bei allem anderen gilt, dass das Ganze offen gestaltet ist. Man kann einfach Blogs, Vereine, Conventions usw. eintragen. Diese werden, soweit ich weiß, nicht ad hoc freigegeben, sondern adminseitig, aber das finde ich angesichts von Spam und Co. auch besser so.

Umgangston

Zentral bei Communities finde ich den Umgangston. Und leider gibt es für mich viele, die mich abschrecken, vergraulen oder zumindest von aktiver Teilnahme schnell Abstand nehmen lassen. Das ist bei WE20 aktuell nicht so. Geschrieben wird ohnehin im Discord eher wenig, wenn man es jetzt auf den allgemeinen rollenspielerischen Austausch bezieht. Aber auch da finde ich wieder, dass das eher Ruhe reinbringt.

Der Austausch findet vor allem im Lagerfeuer, dem Talkchannel des Discords, statt. Hier ist fast immer jemand vor Ort oder es kommt zeitnah jemand dazu, wenn man sich selbst in den Channel hockt. Egal, ob man nur ein paar Minuten dort verbringt oder Stunden, es ist durchaus angenehm. Dabei kann es sein, dass gemeinsam geschwiegen wird, während man sich eigentlich mit anderen Dingen befasst, zum Beispiel Abenteuer vorbereiten. Es kann auch eine angeregte Unterhaltung sein, wobei die bislang nie in eine fanatische oder allzu klugscheißende Richtung abdriftet. Vorangestellt ist immer, wie man selbst etwas erlebt und wahrnimmt, und bislang kann ich sagen, war der Umgang mit allerlei freundlich, wertungsfrei, interessiert und lösungsorientiert. Perfekt. Aber es muss auch nicht immer für alles eine Lösung geben. Manchmal geht es einfach darum, Eindrücke oder Ideen zu teilen. Und auch, wenn darunter Aussagen sind, dass einem Spiel XYZ nicht gefällt, dann ist das valide. Und das ist nicht so selbstverständlich, wie man meinen sollte. Ich hoffe sehr, dass das so bleiben wird.

Nix Negatives?

Bislang gibts aus meiner Sicht tatsächlich nichts Negatives. Ich mag diese sortierte Fülle und ich sehe in dem Projekt enormes Potenzial. Es gilt natürlich, was immer gilt, nämlich dass sich das alles auch verändern oder kippen kann. Zum aktuellen Zeitpunkt sehe ich diese Gefahr allerdings nicht. Alle Betreiber machen einen entspannten und aufgeräumten Eindruck, was schon mal eine wichtige Grundvoraussetzung ist. Die Seite ist SEO-mäßig richtig gut aufgestellt, gleichzeitig wird man aber auch nicht mit Werbung für WE20 überall zugedonnert. Das führt dazu, dass neue Leute zwar stetig dazu kommen, aber der Zustrom hält sich auch da bislang in Grenzen. Das führt ebenfalls zu etwas mehr Ruhe und dazu, dass sich neue Leute in Ruhe zurechtfinden und Anschluss bekommen können.

Apropos Werbung: In der FAQ zum Projekt findet sich folgender Text:

WE20 ist wird zur Zeit nicht bezuschusst, erhält keine Einnahmen von Verlagen, von Onlinewerbung, wir akzeptieren keine Spenden und sind sonst niemandem was schuldig. Die nötigen Ausgaben werden komplett von uns selbst getragen.

Ist zwar doof, dafür geht uns aber niemand mit Ansprüchen auf die Nerven und wir können unser Projekt so ausgestalten wie wir es für richtig halten.

Und auch das finde ich echt richtig gut!

Gleichzeitig geht es zur Abwechslung mal nicht darum, sich selbst beziehungsweise das Projekt besonders hervorzuheben und sich selbst zu bauchpinseln, sondern darum, eine kooperative Anlaufstelle zu bieten. Aus Bock. Weil man es kann. Und weil es das braucht. Letzteres glaube ich zumindest, denn für mich schließt WE20 eine Lücke und ich hoffe echt – für das Projekt und mich selbst auch -, dass sich das weiter so entwickelt.

Abstrakter Hintergrund mit grünen Sparkles und Clawdeens Logo neben dem Titel des Artikels: Rollenspielvorsätze 2026 von Clawdeen

Tsu hat ja schon vorgelegt, was seine Pläne für 2026 betrifft. Meine sind nicht so gut strukturiert, dafür diesmal aber relativ fokussiert.

Geplante Spiele

Shadowrun 6

Es unkt und munkelt seit einer Weile, dass demnächst die 7. Edition angekündigt werden könnte. Ja, mag sein (gilt ja auch für DSA und eine mögliche 6. Edition), ist aber eigentlich irrelevant. Es dauert ja sowieso immer Jahre, bis überhaupt die (für einen persönlich) wichtigen Bücher draußen sind, da kann man genauso gut solange noch die alte (oder andere ältere) Edition(en) spielen. Entsprechend haben wir auch Ende 2025 erst so wirklich aktiv begonnen, uns nach nur wenigen Oneshots, die wir irgendwo mal mitgespielt haben, mit einer eigenen Runde an Shadowrun 6 zu wagen.

Unser Plan war und ist, erst mal ganz low mit ein bisschen aus dem Abenteuerband Budenzauber anzufangen und dann über Im Schatten der Drachen und Schwere Fracht bis hin zur Kampagne Herr der Nebel zu spielen. Das sind also ganz locker 2-3 Jahre, zumal wir nicht jede Woche spielen beziehungsweise gerade in den ersten Monaten von 2026 wenig Spielzeit insgesamt zur Verfügung steht.

Cover von Berge des Wahnsinns (H.P. Lovecraft) in der illustrierten und kommentierten Variante des FESTA--VerlagsCthulhu 7

Ist schon eine ganze Weile her, dass wir zuletzt Cthulhu gespielt haben, nimmt man unsere One-/Fewshots mit Delta Green als Verwandtschaft einmal raus.

Ich hab da mittlerweile wieder richtig Bock drauf und plane darum, etwa Mitte 2026 mit der Kampagne Berge des Wahnsinns anzufangen. Man gönnt sich ja sonst nix.

Fabula Ultima

Das hat mich mittlerweile ganz schön angefixt, obwohl ich mit Anime und Co. an sich echt wenig anfangen kann. Liest sich aber gut und ich mag viele Kleinigkeiten des Spiels (beim Lesen). Vielleicht schreibe ich da 2026 auch ein bisschen mehr dazu; geplant ist auf jeden Fall, mindestens 2 Oneshots und einen Fewshot damit zu leiten. Letzteren habe ich teilweise sogar schon vorbereitet.

Ist das alles?

Nö, natürlich nicht. Gibt noch so einige Spiele, die 2026 zumindest im Rahmen von Oneshots auf den Tisch kommen sollen. Auf meiner aktuellen Liste stehen hierzu über ein Dutzend Spiele parat, ich habe aber noch keine Priorisierung vorgenommen und machs auch erst später, weil das eh Sachen für die Zeit ab der Jahresmitte sind.

Auf der Liste finden sich weitere Klassiker wie (noch) ein altes DSA-Abenteuer, Brancalonia, John Sinclair (was ja aber eine Neuauflage bekommen soll), vielleicht die Arkand-Abenteuer von Dragonbane, Household, ja, vielleicht sogar mal wieder Splittermond oder World of Darkness? Man wird sehen, wofür ich mich dann letztlich entscheiden werde.

Aktionen

WE20 Logo von WE20 mit stilisiertem Würfel links neben dem Schriftzug WE20

Zu der Plattform WE20 werde ich in Kürze noch was bloggen, auf jeden Fall bin ich davon ziemlich begeistert derzeit und versuche, mich ein bisschen einzubringen. Aktuell fehlt mir die Zeit, dort Runden anzubieten oder mich welchen anzuschließen (auch wenn ich bei letzterem im Februar zwei Ausnahmen mache), aber ab Mitte des Jahres will ich das definitiv ändern und Runden über WE20 anbieten. Wie, was etc. weiß ich noch nicht genau.

Außerdem habe ich mich gleich für 5 Spiele als Systempatin gemeldet, pflege also die entsprechenden Seiten und Publikationen und bin bis Jahresmitte damit dann auch ausgelastet, denke ich.

Anime-August

Zum 3. Mal wird 2026 der Anime-August, organisiert von Brigitte aka Carabas Crafts, ausgerichtet. Ich hatte 2025 schon überlegt, hab mich aus zeitlichen Gründen dann aber doch nicht gemeldet, zumal Anime, wie schon erwähnt, nun nicht gerade eins meiner Steckenpferde ist und ich zu viel Zeit zum Rein-/Ausarbeiten der Teilnahme gebraucht hätte. 2026 sind wir aber dabei!

Clawdeens Logo, modifizierte Hallodeen-Variante mit Nebel, Kürbis und SkelettpüppchenHalloween

Mein absoluter Lieblingsmonat und mein liebster Feiertag! Leider kam Halloween in den letzten Jahren für meinen Geschmack viel zu kurz. Das soll sich 2026 ändern.

Conventions

Zumindest 2 Conventions möchte ich 2026 besuchen. Ich weiß schon, dass es die NordCon in diesem Jahr aus Termingründen wohl nicht wird, aber der Rest ist noch offen.

Blogpläne

2025 habe ich es immerhin geschafft, jeden Monat einen Monatsrückblick zu bloggen, wodurch 17 Artikel insgesamt zusammen gekommen sind. Das ist nicht so viel, aber zumindest eine Wiedereinstiegskonstante.

Da möchte ich die Latte für 2026 allerdings deutlich höher setzen: Jede Woche will ich mindestens einen Blogartikel online bringen, insgesamt mindestens 52 Stück bis zum Jahresende. Also so etwa das 3-fache von diesem Jahr. Mal schauen! 💪🏻

Falls ihr da übrigens Themenwünsche habt, die ihr hier gern verbloggt sehen möchtet: Immer her damit!

Dunkler Hintergrund mit grünen Sparkles, im Vordergrund Titel "Jahresrückblick 2025" sowie Bild eines Feuerwerks (gezeichnet)

Nach den ganzen Monatsrückblicken, die immerhin zu einer Konstante des Blogs geworden sind, soll natürlich auch ein Rückblick auf das gesamte Jahr erfolgen. Und da ich ein bisschen länger gebraucht habe, an dieser Stelle bereits: Frohes neues Jahr euch allen!

Statistik 2025

Dragonbane-Charaktere der Kampagne von unsInsgesamt gab es 2025 hier, diesen eingeschlossen, 17 Blogartikel. Das ist doch zum Wiedereinstieg schon mal gar nicht so schlecht.

Unsere Youtube-Statistik gibt weitgehend auch unsere gespielten Runden wieder, darum sind auch diese leicht nachzuvollziehen.

Auf Platz 1 steht Dragonbane, auf Platz 2 die (mittlerweile abgeschlossene) Strixhaven-Kampagne, also DnD 5. Platz 3 gebührt Delta Green mit zwei verschiedenen Runden.

Auf den weiteren Plätzen finden sich DSA 5, :Otherscape, Shadowrun 6, Sleepy Hollow (YZE) sowie ein kurzer Blick in Legend in the Mist.

Videos abseits von Actual Plays gab es ebenfalls: Vorstellung von Dragonbane, Sleepy Hollow RPG und :Otherscape, diverse weitere Videos zu :Otherscape, etwas zu Horror im Rollenspiel sowie ein Video darüber, wie ich als Systemanfängerin das Konvertieren von einem Eberron-Abenteuer zu Dragonbane angegangen bin.

Außerdem gab es eine einsame Podcastfolge von Tsu und mir. Kiosk mit rotweißer Abdeckung auf dem Dach. Mikrofon links. Rechts weiße Schrift auf rotem Grund: Wir haben geöffnet.

Insgesamt waren es 57 Videos, die 2025 auf dem Kanal Clawdeen Spielt veröffentlicht wurden, davon 42 Rollenspielsessions. Hinzu kommen noch je eine Runde Historia und Ultima Ratio am Tisch auf der NordCon sowie eine DnD-Runde auf der MicroCon Ingolstadt, also 45 Sessions im gesamten Jahr (wenn ich keine vergessen habe) mit 9 verschiedenen Spielen.

87 Stunden habe ich damit verbracht, mir Videos mit direktem Rollenspielbezug abseits von Actual Plays anzuschauen. Weitere 202,5 Stunden entfielen auf Actual Plays.

Mit Hörbüchern habe ich grandiose 335,25 Stunden verbracht, meine Watchtime (vor allem Netflix) lag hingegen bei 74,5 Stunden.

Social Media & Co.

Zum letzten Jahreswechsel habe ich Instagram zum Abschied gewunken. Das ist mir nicht so leicht gefallen. Weniger wegen meiner eigenen Inhalte, die doch sehr überschaubar waren, sondern mehr, weil man ja auch anderen folgt, deren Beiträge man dann nicht mehr sehen kann blabla. Letztlich war es eine unheimlich gute Entscheidung, sich davon zu verabschieden. Andere Plattformen habe ich eh nie genutzt oder nur mal vor x Jahren sporadisch. Einzig Bluesky ist noch übrig, was ich aber eigentlich auch kaum mal nutze. Mir fehlt absolut nichts. Im Gegenteil. Ich habe den Eindruck, es lebt sich wirklich stressfreier ohne den ganzen Kram.

Außerdem blieb und bleibt so mehr Zeit für „Oldschool-Kram“, also beispielsweise Foren und Blogs. Da ich beide sehr schätze, mittlerweile auch ein paar Discord-Kanäle, fühle ich mich informiert und kann bei Bedarf, Zeit, Bock … einfach in „kleinerem Rahmen“ in den direkten Austausch gehen. Kann ich echt nur empfehlen.

Conventions 2025

Foto mit jemandem in Umbrella-Kostüm. Clawdeen daneben zeigt Daumen hoch.Erstmals waren wir 2025 seit vielen Jahren mal wieder „so richtig“ auf Cons. Das war einmal die Microcon vor Ort und zum anderen die NordCon in Hamburg. Das ist nun nicht viel, dafür ist die NordCon aber auch gute 700 km von uns entfernt. War also direkt ein kleiner Kurzurlaub. Und ein sehr lohnender. Sowohl bezüglich der Con als auch in Bezug auf Hamburg, wo wir vorher noch nie waren. Schöne Stadt.

Abseits des Rollenspiels fand erstmals auch eine kleine Buchmesse in Ingolstadt statt, die wir ebenfalls besucht haben.

Mein Fazit zu 2025

Im Youtube-Ausblick für 2025 hatte ich „Back to the roots“ als Jahresmotto auserkoren. Und das ist mir besser und umfangreicher gelungen, als ich gedacht hätte.

Ab 2020 waren es nun 4 Jahre in Folge, in denen ich neben der Arbeit im Schichtdienst und dem Studium in Vollzeit (!) noch zwei Weiterbildungen absolviert habe. Das war (zu) viel über die Zeitspanne hinweg. Wäre nicht so schlimm gewesen, da mir alles davon weitgehend auch Spaß gemacht hat, aber hinzu kamen in wirklich jedem einzelnen Jahr miese Schicksalsschläge, die uns bzw. unsere Familien betrafen und ebenfalls über lange Zeit hinweg viel Energie und Kraft gekostet haben. Da bleibt kurzum am Ende nichts mehr übrig, das ist vielmehr ein Minusgeschäft.

Für 2025 hatte ich mir gewünscht, ein ruhigeres Jahr zu bekommen, das auch mal wieder mehr Raum für Freizeit und Hobby lässt. Zugegebenermaßen war ich da ein bisschen skeptisch, weil ich mir das nicht zum ersten Mal gewünscht hatte … aber diesmal hat es auch stellenweise funktioniert. Ein Jahr ohne größere Katastrophen und eines, das Dinge greifbarer macht. Wenn alles gut geht, schließe ich mein Studium bis Mai 2026 ab, und direkt im Januar 2026 wechsle ich den Job. Ja, das wird auch wieder stressig und neue Herausforderungen mit sich bringen (und eine weitere Weiterbildung, haha), aber das ist ein ganz anderes Level, auf das ich mich da voraussichtlich einstelle. Und alles wird planbarer. Und auch Planbarkeit bringt Ruhe. Bin gespannt!

Demnach bin ich jedenfalls mit dem Hobby 2025 echt ziemlich zufrieden.

Die Statistik habe ich ja bereits genannt und ja, das war alles schon mal mehr (also vor allem die Anzahl an Sessions und insgesamt auch Videos), aber das ist in Anbetracht aller Dinge eine ganze Menge. Und es hat Spaß gemacht und gut getan.

Apropos gut getan: Highlights

Spielende auf der MicroConAuch wenn es „nur“ monatliche Rückblicke waren, habe ich es immerhin geschafft, den Blog hier nicht (wieder) verwaisen zu lassen. Das ist eine gute Grundlage für 2026.

Der Wechsel zwischen One-/Fewshots und längeren Kampagnen war für mich schon dicht dran am Sweetspot. Es ist toll, kurze Einblicke zu haben. Es ist toll, mehr in die Tiefe zu gehen. Es ist toll, nach einiger (längerer) Zeit auch Dinge abzuschließen.

Und es war toll, mal wieder auf einer Convention zu sein.

Ich lese aktuell mit großem Interesse die Rück- und Ausblicke anderer und hoffe, da kommen noch welche dazu. Meinen eigenen Ausblick gibt es auch noch in Kürze. In diesem Sinne: Bis zum nächsten Jahr!