Alle 7 Jahre?

Neulich unterhielt ich mich über den 7-Jahres-Mythos, demnach man sich alle 7 Jahre verändert. Wie bei so vielen Mythen steckt auch hier ein wahrer Kern drin, die konkrete Zahl und/oder ein Bezug auf eine vollständig neue Entwicklung ist aber natürlich Unsinn.

Trotzdem hat mich das auf die Idee gebracht, diesen Mythos mal in Bezug auf mein Rollenspieldasein zu betrachten.

0-7 Jahre: Kein Rollenspiel

Na sowas!? Wer hätte gedacht, dass ich in den ersten sieben Jahren meines Lebens noch keinerlei Berührungspunkte zum Hobby hatte? 😉

8-14 Jahre: Lektüre … solo

Tatsächlich hatte ich meine ersten Berührungspunkte mit Rollenspielen dann aber doch schon mit 7 Jahren durch ältere Nachbarskinder (hab ich hier in der Retro-Kategorie des Blogs schon mal erzählt). Zum Spielen kam ich hierbei in dieser Zeit nicht so wirklich. Zwar hatte ich immer wieder hartnäckig versucht, andere Kinder zum Spielen zu überreden, konnte aber nie mit dem Hobby begeistern zum damaligen Zeitpunkt. So blieb mir nur die Lektüre. Und Solo-Abenteuer. Ich hab übrigens bis vor einigen Jahren Einsamer Wolf und Co. nicht mal gekannt. Bei mir waren es immer die Solo-Abenteuer von DSA.

15-21 Jahre: Gruppen und ganze Welten!

Irgendwann fand sich über die Schule dann doch mal eine Gruppe, und in und mit dieser spielte ich dann auch recht exzessiv 1-2x/Woche. Da mir das nicht reichte, musste dann noch eine weitere Runde gebildet werden. Auch bei diesen Gruppen war es ausschließlich DSA, das wir spielten.

Durch einen offenen Spieltreff entdeckte ich später jedoch, dass es nicht nur überhaupt sehr viel mehr Rollenspiele als DSA gibt (siehe hier), sondern sogar ganze Läden mit Regalen voller Rollenspielen (siehe hier und hier). Whoa!

So lernte ich AD&D kennen und verliebte mich in Earthdawn (siehe hier).

22-28 Jahre: Generisch universell zu dark

Die nächste Phase meines Rollenspiellebens war zunächst vor allem geprägt von GURPS. Das war mein erstes Zusammentreffen mit einem Spiel, mit dem man buchstäblich alles machen konnte. Und genau dem widmeten wir uns ziemlich ausgiebig. Sowohl dem Spielen in verschiedenen Genres (vor allem Fantasy und SciFi/Traveller), aber auch dem Bau eigener Welten. Auch das waren also meine ersten Schritte hin dazu, abseits von Abenteuern eigene Dinge zu kreieren.

Mein Highlight aus dieser Zeit ist immer noch, dass ich meinen Vater in dieser Zeit fürs Rollenspielen begeistern konnte, wenn zu diesem Zeitpunkt auch eher kurzzeitig und auf Traveller beschränkt.

Aber schon damals war es so, dass ich nach gefühlt ewiger Zeit ausschließlich mit DSA nicht mehr an einem System kleben bleiben wollte. Irgendwann kam die Lust auf was Neues, und so ließ ich mir im Rollenspielladen einfach was empfehlen, da meine eigene Rollenspielblase noch mehr als überschaubar war. Und in Nullkommanix hatte ich dann plötzlich alles im Regal stehen, was von Vampire, the Masquerade zum damaligen Zeitpunkt erschienen war.

Ich war von Vampire sehr gehyped, habe alle Bücher dazu regelrecht verschlungen, habe mein eigenes Ruhrgebiet komplett mit Vampiren, Connections, NSC, wichtigen Orten etc. ausgestattet (da kommt man auch drauf, wenn man noch nie was von R-Maps, C-Maps und Co. gehört hat), eine wirklich riesige Runde geplant mit 12 Spielern, die sich durch ihre Aktionen und Präferenzen dann nach ein paar Sessions in 2-3 eigene Gruppen aufspalten sollten, zwischen denen es immer wieder mal Berührungspunkte geben sollte. Um es kurz zu machen: Das war einer der größten Flops, die ich je gespielt bzw. geleitet habe (ein bisschen mehr dazu gibt es hier). Aber ich habe sehr viel gelernt durch die Vorbereitung der Runde und letztlich auch durch den Flop an sich.

Letztlich hatte ich nach diesem Megaflop allerdings schon nicht mehr so wirklich Bock auf das Spiel. Da ich verdammt viel Geld ausgegeben hatte und auch nicht alles sofort verkaufen wollte, machte ich mich im Internet, das es endlich gab, auf die Suche nach Tipps und Inspiration. Mit dem Internet erweiterte sich meine Rollenspielwelt erneut. Und auch die World of Darkness wurde genau das: eine ganze Welt, viele verschiedene Übernatürliche, nicht nur Vampire. Es dauerte nicht lang festzustellen, dass mich Werewolf, Changeling und schließlich auch Wraith und Mummy allesamt viel mehr anzogen und interessierten als Vampire.

Und dann kamen die Chroniken der Engel. Wieder ein anderes Genre, andere Mechaniken, und auch eine neue Gruppe, die komplett aus Leuten entstand, die ich über die Rollenspielerdatenbank KOOP im Internet angeschrieben hatte. Und damit entstand dann auch mein erster Rollenspielblog damals.

29-36 Jahre: Chummer & Vampire

Streng genommen gehört der erste Schwerpunkt schon in den vorigen Abschnitt. Dort erwähnte Gruppe fing immer wieder damit an, Shadowrun spielen zu wollen, wogegen ich mich aber standhaft weigern konnte. Nachdem ich mich dann dazu durchringen konnte, mal einen SR-Roman zu lesen, war ich bereit, doch ein paar Sessions zu spielen. Und als die anderen dann wie üblich mal wieder wechseln wollten (wir spielten ein System alle 14 Tage fest und dazwischen an den 14 Tagen wechselnde Systeme), war ich lautstark dagegen und wollte zum Erstaunen aller unbedingt weiterspielen. Auch damit hab ich mich durchgesetzt *g*.

Damit trat erstmals ein regellastiges System in mein Leben. DSA zähle ich da nicht, denn damit bin ich von Stunde 0 an mitgewachsen. Und ich hab mir an den Regeln von Shadowrun 3 wirklich die Zähne ausgebissen. Über Jahre hinweg. Ich habe ewig Karteikarten als Cheatsheets genutzt, sowohl als Spielerin für meinen Charakter als auch später als SL. Und das, obwohl ich wirklich viel gelesen, geübt und gespielt habe. Damals habe ich beschlossen, dass umfassende Regeln wahrscheinlich nix für mich sind. Hat mich aber nicht von Shadowrun abgehalten, im Gegenteil. Abgehalten hat mich dann eher die 4. Edition bzw. das komisch vermurkste grüne Grundregelwerk damals.

Und so führte mich mein Weg mal wieder auf Abwege. Ich bekam die Empfehlung von Nin, den ich schon aus den damaligen WoD-Forenzeiten und denen im Travar-Forum (und seiner großartigen Changeling-Webseite) her kannte, mal auf der Drachenzwinge zu gucken, und dort wurde ich auch fündig. Und wie! Vor allem All flesh must be eaten hatte es mir dort angetan, aber ich spielte so einiges, leitete so einiges, und schließlich führte mein Weg mich wieder hin zur World of Darkness. Das Problem war dasselbe wie immer zuvor: Jeder wollte Vampire spielen, stand voll auf dieses Intrigen-PvP-Ding, ich hingegen hätte lieber andere Sachen gespielt. Hab ich auch. Und dank einiger Leute bei der Drachenzwinge, die das ähnlich sahen oder noch sehen, konnte ich auch eine Menge anderer WoD-Spiele spielen. vampir

Dadurch kam ich auch zur langjährigen Tischrunde, die – natürlich – Vampire spielten. Zuerst Dark Ages, später kam das mehr aufgedrückte Switchen auf die nWoD. Und davon war ich sehr schnell dann doch sehr angetan, nachdem ich quasi mehr oder weniger gezwungen war, mich mehr und mal so richtig damit auseinander zu setzen. So kam die World of Darkness nicht nur zurück in mein Rollenspielleben, sondern sie erweiterte sich sogar deutlich. So sehr, dass ich schließlich beschloss, nix anderes mehr spielen zu wollen. Alles, was ich je an Settings bespielen wollen würde, konnte ich mit der nWoD umsetzen.

Und eben drum startete ich am Ende dieser Phase dann auch meinen Youtube-Kanal, auf dem ich vor allem Videos zur (n)WoD online stellen wollte.

37-41 Jahre: Resümee und Aktuelles

Füchse bemerken, dass die Zahl hier nicht stimmt, denn da müsste eine 42 stehen. Noch füchsischere Füchse werden daraus zu Recht schließen, dass ich aktuell 41 Jahre alt bin. Glückwunsch! *g*

Knapp ein Jahr blieb die nWoD tatsächlich mein Schwerpunkt auf dem Kanal. Mein Enthusiasmus, auch andere von der nWoD zu begeistern, nahm dann allerdings mit der Ankündigung von Ulisses, die oWoD wieder auf deutsch rauszubringen, ein jähes Ende, zumal sich auch da schnell rauskristallisierte, dass vor allem Vampire damit gemeint war, logischerweise.

Danach wandte ich mich erstmals nach x Jahren mal wieder DSA zu, wo für die 5. Edition gerade die Beta lief. Auch nach Erscheinen der 5. Edition hab ich viel DSA gespielt und geleitet. Und ich hatte nach so langer Zeit mal wieder richtig Spaß daran. Das flaut übrigens aktuell wieder so ein bisschen ab. Ich rechne aber nicht noch mal mit einem kompletten Ausstieg, sondern will mir DSA 5 auf jeden Fall als gern gespieltes Spiel erhalten. Muss halt nur ein bisschen dosiert werden.

Ich startete mit  Die Winterkönigin einen Abenteuerpfad von Pathfinder, der nun seit mittlerweile 3,5 Jahren gespielt wird und relativ kurz vor dem Abschluss steht. Vor kurzem haben wir mit DnD 5 angefangen, das sicherlich Pathfinder vollständig ersetzen wird. Nach dem Erscheinen im Englischen hatten wir schon 2 DnD-Kampagnen gespielt, dann pausiert, und nach dem Erscheinen im Deutschen hatte ich da erst mal keine Böcke drauf. Jetzt schon. 🙂 Ist aktuell noch ein bisschen holprig, da ein paar Jahre nicht mehr bespielt. Außerdem raubt mir der Kontrast zu Pathfinder aktuell noch ein bisschen Nerven. An dem einen Tag das eine, am nächsten das andere … bringt mich durcheinander (und Pathfinder bringt mich eh durcheinander).

Nach einigen Anläufen habe ich mich dann doch noch so richtig in Splittermond verlieben können (wie ihr sicherlich wisst).

Immer mal wieder zieht es mich mehr oder weniger stark zurück zur World of Darkness, mal länger, mal kürzer. Und auch Shadowrun blitzt immer mal wieder auf und ich hab auch da noch immer Spaß, mich damit zu beschäftigen. Ebenfalls dosiert, seit ein paar Jahren nur noch theoretisch. Aber das soll auch nicht immer so bleiben.

Ich habe mit Powered by the Apocalypse eine weitere Mechanik in Variationen kennengelernt, die mich sehr begeistert, wohingegen mich Savage Worlds nie so wirklich begeistern konnte.

Und hier und da plöppt mal was Neues oder neu Entdecktes auf, dem ich mich kürzere Zeit widme. Ich bin aber mit meiner Auswahl an immer wieder rausgekramten Spielen und Varianten an sich zufrieden mittlerweile, sodass Neueres eher mal links liegen bleibt. Bis vor ungefähr 3 Jahren habe ich noch alles mögliche Neue gekauft und auch gespielt, aber nachdem ich mir mal sozusagen eine Rollenspielkaufdiät auferlegt habe, hat das alles ziemlich seinen Reiz verloren. Yay, eine erfolgreiche Diät also, hihi. Und mal ehrlich: Mit der engeren Auswahl an Spielen, die ich immer wieder mal und/oder dauerhaft spiele, bin ich aber auch schon mehr als beschäftigt.

Mein Youtubekanal ist im Verlauf der Zeit mit 1200 Abos ganz schön angewachsen, was mich sehr freut. Dass der Blog dadurch immer wieder und immer längere Einbrüche hatte, finde ich hingegen schade. Ist immer so ein Auf und Ab mit der zur Verfügung stehenden Zeit und den Dingen, die man darin unterbringen will. Trotzdem versuche ich immer wieder, regelmäßiger zu bloggen und organisiere auch schon allein deshalb gerne mal einen Rollenspielkarneval.

Und dennoch habe ich vor kurzem einen Podcast zu Splittermond und (düsterer) Fantastik gestartet, den Stechginsterpodcast. Der soll alle 14 Tage erscheinen und bislang klappt das ganz gut und macht mir einen Heidenspaß.

Zwischenzeitlich hatten wir 1 Jahr lang den Kanal Vlogtaculum für monatliche Vlogs erstellt und organisiert. Und ich hab durch die Mitarbeit an den deutschen Versionen von Fragged Empire und DnD 5 (Spielerhandbuch) einen Blick hinter die Kulissen werfen können.

Generell würde ich sagen, dass sich mein Spielen sehr gefestigt hat in den letzten Jahren. Das entspannt und macht gleich mal noch mehr Spaß.

Zukunft?

nachdenkenTja, gute Frage. Wer weiß das schon? Aber da sich langsam auch das Jahresende nähert, mache ich mir da wahrscheinlich traditionell wohl noch so einige Gedanken zu.

Nach wie vor unzufrieden bin ich mit meinem Zeitmanagement. Das Hobby Rollenspiel auf diversen Ebenen (informieren, lesen, vorbereiten, leiten, spielen, Blog, Youtube, Podcast) zu pflegen, ist schon sehr zeitintensiv. Trotzdem ist es ja nicht das einzige Hobby, das ich habe. Zusammen mit Arbeit und Studium habe ich dauernd das Gefühl, dass mir irgendwo irgendwas verloren geht (nicht immer unberechtigt). Das ist nervig. Hab da schon vieles ausprobiert, aber noch keine Lösung gefunden.

Im Grunde möchte ich alles aber eigentlich so haben, wie es in den letzten Jahren geworden ist. Nur mit mehr Regelmäßigkeit irgendwie. Das wäre schon schön.

Und ich möchte nach wie vor wieder mehr (zeitlichen) Raum für mehr eigene Dinge haben. Das hat sich in diesem Jahr nur sehr wenig gebessert und es fehlt mir.

Und ihr?

Wie sieht euer Rollenspiellebenslauf eigentlich so aus? Das würde mich echt mal interessieren!

Und gibt es eurerseits Dinge, die ihr euch für die Zukunft wünschen würdet? Für euer Hobby oder auch von mir bzw. diesem Blog hier?

[Werewolf, the Forsaken] Salonspiele

Ein weiterer recht spontan entstandener Oneshot mit den Chronicles of Darkness, nämlich eben mit Forsaken. Hier hab ich nicht auf meine eigenen Ideen gesetzt, sondern auf das SAS-Modul (Storytelling Adventure System) Parlor Games.

Das Ganze wäre wahrscheinlich eine ziemlich lineare Story gewesen. Ist es eigentlich auch noch, allerdings passte die Kommunikation hier nicht so ganz. Die vorab besprochene gewünschte Grundstimmung und die zuvor geplanten Charaktere wurden quasi zu Spielbeginn ein bisschen umgeworfen dadurch, dass Tsu sich sehr spontan für ein gänzlich anderes Konzept entschieden hatte. Sei es drum. Schaut selbst rein. 😉

In meiner Schublade liegt schon seit längerem ein grober Entwurf für eine Forsaken-Kampagne inmitten des New Yorks der 1970er. Ob und wann ich das wirklich mal spielbar fertigstelle, weiß ich aktuell nicht. Andererseits hab ich gerade dauerhaft mal wieder latent Bock auf die WoD als solche. Dazu kommt in einem Weilchen aber sicher auch noch mal ein erklärendererererer Blogbeitrag. 😉

[Changeling, the Lost] Parfum de Liberté

Manchmal packt es mich ja dann doch wieder mit der World of Darkness, genau genommen Changeling, so wie hier. Das Let’s Play, Actual Play oder wie auch immer ihr das nennen wollt, stammt aus dem Juli und beinhaltet eine Runde Victorian Lost, also Chronicles of Darkness. Außerdem ein Oneshot (auch) für Neueinsteiger.

Das Ganze spielt in Frankreich und beinhaltet Crossover-Elemente (auf NSC-Seite).

Für die Vorbereitung des Ganzen ist die Runde ganz nett geworden, finde ich. Der Unterschied „urban vs. rural“ im Rahmen eines Oneshots darzustellen war ursprünglich mal mein Aufhänger für das Ganze, hat sich in der Vorbereitung aber schon anders entwickelt und im Spiel dann noch mal viel mehr.

Dazu ist auch noch ein Video offen, in dem ich meine Notizen, Herangehensweise usw. genauer zeigen wollte. Das mache ich auf jeden Fall auch noch und werde dann hier im Blog auch davon berichten. 😉

RSP-Karneval: Gesinnungen … und die WoD, Teil 2

Der erste Teil zu Gesinnungen bzw. Moral und Co. in Verbindung mit der World of Darkness befasste sich primär mit den verschiedenen Konzepten und damit assoziierten Mechaniken (Virtue/Vice, Mask/Dirge, Nature/Demeanor usw.). Der zweite Teil im Rahmen des Karnevals der Rollenspielblogs Februar 2016 befasst sich nun mit der Entwicklung des Konzepts der Menschlichkeit in den verschiedenen Editionen. Continue reading

RSP-Karneval: Gesinnungen … und die WoD, Teil 1

Mit den klassischen Gesinnungen wie von D&D vorgegeben konnte ich noch nie viel anfangen. Ich seh das so ein bisschen wie Gelbe Zeichen und vielleicht auch ein bisschen wie die Lücke zwischen den beiden Sätzen bei d6ideas (auch wenn der erste Satz irgendwie schief ist?). Überhaupt habe ich überlegt, wie viele und welche Spiele ich kenne beziehungsweise selbst bespiele, bei denen man etwas zu Gesinnungen schreiben kann. Denn das ist immerhin das Thema des Karnevals der Rollenspielblogs für den Februar 2016.

Die World of Darkness hat im Grunde zwei unterschiedliche Ansätze, an denen man so etwas wie Gesinnungen (also eine Richtschnur für Moral- und Wertvorstellungen) festmachen kann. Entsprechend wird es auch zwei Artikel dazu geben, denn ich glaube, ein Artikel pro Ansatz wird schon lang genug. Continue reading

#RPGaDay 2015 #27-31

Mein Blog war ja kurzzeitig nicht erreichbar, darum habe ich den RPGaDay noch nicht abschließen können. Hier also fix noch die restlichen Punkte:

 

27. Was ist deine bevorzugte Idee, um zwei Spiele zu einem zu kombinieren?

nWoD 1.0 mit X.

Durch diverse Bücher der nWoD 1.0 ist es wirklich hervorragend möglich, die Urban Fantasy-Grundlage (die auch schon eine hohe Bandbreite hat mit den einzelnen Subsettings) in andere Genres zu verlagern. Simpel ist da alles, was vorrangig die Zeit verändert, nicht unbedingt das Genre (wie z.B. Gaslicht) und/oder Ergänzungen von Sterblichen durch übernatürliche Elemente (wie z.B. im Buch „Second Sight“ beschrieben). Generell kann man mit Hilfe von „Mirrors“ im Prinzip wirklich alles umsetzen, was einem so vorschwebt.

Praktisch getestet und für gut befunden habe ich da schon ein Endzeitszenario und Science-Fiction. Scion wurde ebenfalls konvertiert, aber das ist ja nun nicht sonderlich weit weg von der WoD. 😉

Online haben wir mal mit einer Runde „Jahr des Greifen“ mit der nWoD begonnen, wobei ich da die Art des Mixes nicht so gelungen finde. Denn zwar sind die DSA-Sachen (Liturgien etc.) mit der nWoD umgesetzt, die einzelnen Aspekte der nWoD selbst sind aber im Spiel geblieben. Das heißt, dass meine Tsa-Geweihte (systemtechnisch sockelt die einfach auf einem Changeling (Flowering) auf) zwar die typischen Liturgien beherrscht, aber ebenso Contracts der Changelings – und letzteres passt da einfach nicht so wirklich ins Spiel. Ähnlich nehme ich es auch beim Magier der Gruppe (der auf Mage aufsockelt) wahr. Lediglich die mundanen Charaktere, die als Dark Heroes (aus „Mirrors„) und mit Skill Tricks erschaffen wurden, erhalten oder ermöglichen ein DSA-Spielgefühl.

28. Welches ist dein bevorzugtes Spiel, welches Du mittlerweile nicht mehr spielst?

Chroniken der Engel. Hab ich lang und gern, um nicht zu sagen exzessiv, gespielt, aber ein weiterer Versuch nach x Jahren Abstinenz hat mich davon schnell wieder Abstand nehmen lassen. Liegt nur teils am System (übrigens von mir grundsätzlich nur mit Arkana-Karten bespielt), liegt an zig Kleinigkeiten, die zu einem großes „Och, lass mal“ werden.

29. Was ist deine bevorzugte Rollenspiel-Webseite, bzw. -Blog?

Ich mag vor allem die G+-Community und RSP-Blogs (und entsprechend bin ich ja bei vielen Blogs im Bilde), manchmal auch das Nerdpolforum (je nachdem, was und wie es da gerade so läuft).

30. Welches ist deine bevorzugte berühmte Persönlichkeit, die Rollenspiele spielt?

Hm – eigentlich ist mir das ziemlich egal, aber nach langem Überlegen benenne ich mal Jason Statham und Fairuza Balk.

31. Favourite non-RPG thing to come out of RPGing? 

Das lasse ich mal bewusst unübersetzt. Meine Beziehung mit allem drum und dran ist mit Sicherheit „das beste Ding“, das daraus entstanden ist. 🙂

 

#RPGaDay 2015: Das perfekte Spiel für dich?

Eigentlich hab ich es noch immer nicht, aber die nWoD 1.0 ist verdammt nah dran.

Das einzige, was dieses System – und diese Edition – davon abhält, absolut unangefochten zu sein, ist eigentlich Kram aus Folgebüchern.

Einmal bin ich immer noch ein bisschen unversöhnt mit diesen 2.0-Änderungen, die irgendwann kamen, dann haben die einzelnen Subsysteme/-settings der nWoD 1.0 einfach ziemliche Macken. Die meisten bieten dennoch meiner Meinung nach echt geile Spiele, aber sie funktionieren eben nicht unbedingt (gut) by the book, und sowas muss ein perfektes Spiel schon leisten.

Davon abgesehen lässt sich alles erdenkliche damit umsetzen, auch andere Genres als die gezielt durch das Spiel angesprochenen. Das ist schon ziemlich universell einsetzbar. Auf der einen Seite ist es mir aber nicht frei genug, auf der anderen Seite sind mir bisher andere „echte“ Universalsysteme in mancher Hinsicht zu beliebig.

Was allerdings auch ziemlich nah dran ist, das ist für mich Iron Kingdoms. Setting und System sind hierbei eng verschmolzen, aber mich begeistert vor allem, dass es ein crunchiges System ist, das dennoch eingängig ist, selbst für jemanden wie mich, die sich Regeln tendenziell schlecht merken kann. Um die nWoD 1.0 wegzuschubsen, ist es allerdings auch wieder zu crunchy.

Ergo: Ich suche noch. 🙂

#RPGaDay 2015 #17-#20 (Lieblingssysteme nach Genres)

Die nächsten Fragen beantworte ich auch wieder gemeinsam. Einmal, weil ich gerade ohnehin schon wieder nachhinke, dann aber auch, weil es allesamt Fragen nach Lieblingssystemen für bestimmte Genres sind, passt also gut zusammen.

#17 Favourite Fantasy RPG? – Bevorzugtes Fantasy-Rollenspiel?

Ist vor allem momentan für mich schwieriger zu beantworten, als man meinen könnte. Grundsätzlich antworte ich an dieser Stelle wie einige andere: D&D 5. Es ist eingängig, schnell, ich mag die Vor-/Nachteilssache, es ist leicht, Mitspieler zu finden, baut auf jeeeeder Menge Material (aus früheren Editionen) auf und hat wirklich, wirklich schicke Bücher.

ABER: Im Moment bin ich ziemlich auf dem DSA-Trip. Das ist ja nun nicht mein erster Versuch, mal wieder nach Aventurien zu finden, aber es ist der bislang vielversprechendste nach dem Erscheinen des DSA 5-Grundregelwerks. Es wird sicherlich noch bis zum Jahresende dauern, bis ich genau(er) weiß, ob sich meine Suche da gelohnt hat oder nicht, aber wenn, dann hat DSA einen riesigen Vorteil gegenüber D&D 5 momentan, eigentlich sogar zwei: 1. Es ist das schönste Grundregelwerk, das ich seit langem in der Hand gehalten habe (wenn nicht sogar das schönste überhaupt), 2. Nostalgie

Nostalgie kann dafür sorgen, dass D&D 5 den Rückzug antreten muss gegen 3W20. Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass das der Fall sein wird, aber ich hoffe quasi noch. 😉

#18 Favourite SF RPG? – Bevorzugtes SF-Rollenspiel?

Hm, naja, so wirklich viel SciFi spiele ich nicht und hab ich auch bisher nicht gespielt. Erschwerend kommt hinzu, dass ich weder Warhammer mag noch Star Wars (ja … ist halt so). Star Trek interessiert mich nicht als Rollenspiel, Firefly hab ich nie gespielt, Starslayers ist bislang an mir vorbei gegangen … beste Voraussetzungen also für diese Frage. 😀

Simplerweise könnte ich jetzt Shadowrun benennen, aber das mag mir nicht ganz zum Genre passen. nWoD-Homebrew passt genauso wenig.

Die schönsten Erinnerungen habe ich an Traveller. Genau genommen an GURPS Traveller. Hier spielt sicherlich wieder ganz erheblich der Nostalgiefaktor eine Rolle, aber wie stark der sein kann, sehe ich gerade ja an DSA 5. Tatsächlich will ich mich mal hinsetzen und meine ganzen GURPS-Traveller-Sachen mal durchlesen und -arbeiten und überlege, da mal eine Kampagne zu starten. Leider hab ich 2015 wohl nicht mal die Zeit, auch nur damit anzufangen. Vielleicht kommt die Frage ja nächstes Jahr noch mal wieder?

#19 Favourite Supers RPG? – Bevorzugtes Superhelden-Rollenspiel?

Hab ich nicht, hab ich auch nie gespielt. Das einzige, das in die Richtung geht und von mir gespielt und geleitet wurde, ist Scion. Und das ist für mich der größte Mist, der mir systemtechnisch je untergekommen ist.

Ich hab schon viel Gutes von Marvel Heroic und Worlds in Peril gehört. Mal sehen, ob ich die irgendwann auch mal spielen kann.

#20 Favourite Horror RPG? – Bevorzugtes Horror-Rollenspiel?

Natürlich nWoD. Kein bestimmtes Subsetting/-system, sondern generell. Ich mag die Regeln und sie bieten für mich alles mögliche, um das Genre an sich damit abzubilden.

Das krasseste Rollenspielerlebnis hatte ich übrigens mal mit KULT und erst seit jüngerem interessiere ich mich plötzlich ein bisschen für Cthulhu, aber das nur der Vollständigkeit halber.