RPG-Blog-O-Quest #040 – Rückblick 2018

Mit dem neuen Jahr geht es auch weiter mit der RPG-Blog-O-Quest. Nach dem Ausblick vom letzten Mal geht es ganz klassisch mit dem Rückblick auf das letzte Jahr weiter.

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1. Welches Rollenspielereignis war für dich am prägnantesten in 2018?

Kein bestimmtes. Tatsächlich lief 2018 einiges nicht so, wie ich mir das ursprünglich vorgestellt oder vorgenommen hatte, aber es gab wirklich viele tolle Ereignisse.

Recht früh im Jahr war das die Heinzcon, im September der doch sehr spontane Start meines Podcasts (wenn man den denn als Rollenspielereignis zählen will).

Dazwischen lagen ganz viele tolle Spielrunden. Splittermond habe ich insgesamt über zwei Dutzend Male spielen und leiten können (einen Teil davon findet man hier), nach langem gab es mal wieder einen Oneshot mit Changeling, the Lost, ich hab Space 1889 quasi neu kennengelernt, wir haben eine neue Kampagne mit DnD 5 gestartet, wir haben endlich unsere AFMBE-Runde gespielt, die wir uns schon ewig vorgenommen hatten, und ansonsten gab es ebenfalls sehr viele schöne und spaßige Spielrunden.

Von diesen ganzen doch eher persönlichen Highlights des Jahres abgesehen …

… der ganze Kram rund um Wege der Vereinigungen (DSA 5); das war 2018 mit Sicherheit sehr prägnant, wenn auch kaum im positiven Sinne.

… das Erscheinen der 5. Edition von Vampire, the Masquerade war ebenfalls durchaus prägnant, weil die mir nämlich bislang gut gefällt. Das ist ein Novum für mich in Bezug auf Vampire. Davon abgesehen … auch verdammt viel negativer, aber prägnant zu nennender Kram rundum.

2. Wie oft bist Du 2018 zum Spielen gekommen? Was wurde am meisten gespielt,, welche Systeme hast Du neu kennengelernt?

Wie ich dank des entsprechenden Threads im Tanelorn recherchiert habe, habe ich 71 Sessions gespielt und geleitet, davon 36 Session onAir auf meinem eigenen Kanal, also live auf Youtube.

Mit 25 Sessions führt Splittermond die Liste an, gefolgt von 20 Sessions DSA 5 (mit 1 Ausnahme alle als Spielerin der Theaterritter-Kampagne) und 12 Sessions Pathfinder als SL des Abenteuerpfades Die Winterkönigin.

Neu für mich war Call of Cthulhu in der 7. Edition (als SL) und wie schon erwähnt Space 1889.

3. Welches RPG-Produkt 2018 (aber nicht unbedingt aus 2018) hat Dich am meisten überrascht, Dir am meisten fürs Spielen genutzt?

Kein RPG-Produkt, aber fürs Rollenspiel Discord. Das hab ich 2018 zu nutzen begonnen und da so einige tolle Sachen gelesen, geteilt, gespielt und besprochen.

4. Welcher Blogartikel, welches Video, welcher Karneval Deiner RPG-Kollegen (also quasi der Blogosphäre) hat Dich 2018 am meisten geflasht?

Weiß ich jetzt nicht mehr. Ich erinnere mich gut daran, vor allem manche Blogartikel sogar mehrfach gelesen zu haben, weil sie mir so gut gefielen, aber davon will mir nun einfach keiner mehr einfallen, sorry. 🙁

5. Welches sind die Medien 2018 für Dich? Bester Film, beste Serie, beste Buch, beste Comic etc.?

Puh. Ich kann mir nicht gut merken, wann was erschien bzw. bin oft spät dran, was das Lesen/Schauen betrifft. Ich werfe darum einfach mal The Chilling Adventures of Sabrina in den Raum.


Was ist die RPG-Blog-O-Quest und wie kann man teilnehmen?

Was ist die RPG-Blog-O-Quest?
Hier stellen sich RollenspielbloggerInnen gegenseitig im Monatswechsel jeweils fünf Fragen zu ihrem Lieblingshobby. Ursprünglich organisiert von Greifenklaue und Würfelheld, sind inzwischen auch andere BloggerInnen zu Fragenstellern geworden und geben entweder im Lückentext die Möglichkeit, eigenes zu ergänzen, oder konkrete Fragen zu beantworten

Wer kann teilnehmen?
Alle, die Lust hat, die gestellten Fragen zu beantworten und via Blog, Podcast, Vlog oder ähnlichem mit einem Verweis auf den Ursprungstext zu beantworten, damit die LeserInnen/ZuschauerInnen auch bei anderen Teilnehmern stöbern können

Was sollten Teilnehmer nicht vergessen?
Dem/Der jeweiligen Blog-O-Quest-VeranstalterIn einen Link zum eigenen Werk zukommen zu lassen, damit man diesen weiter verbreiten kann!

Was bringt das Ganze?
Hoffentlich den Bloggern/Vloggern Spaß beim Schreiben/Drehen, den LeserInnen/ZuschauerInnen ebenso Spaß beim Lesen/Schauen und natürlich Einblicke in die Gewohnheiten und Ansichten anderer zum Hobby Rollenspiel. Idealerweise natürlich auch Inspiration für eigene Ideen.

Alle 7 Jahre?

Neulich unterhielt ich mich über den 7-Jahres-Mythos, demnach man sich alle 7 Jahre verändert. Wie bei so vielen Mythen steckt auch hier ein wahrer Kern drin, die konkrete Zahl und/oder ein Bezug auf eine vollständig neue Entwicklung ist aber natürlich Unsinn.

Trotzdem hat mich das auf die Idee gebracht, diesen Mythos mal in Bezug auf mein Rollenspieldasein zu betrachten.

0-7 Jahre: Kein Rollenspiel

Na sowas!? Wer hätte gedacht, dass ich in den ersten sieben Jahren meines Lebens noch keinerlei Berührungspunkte zum Hobby hatte? 😉

8-14 Jahre: Lektüre … solo

Tatsächlich hatte ich meine ersten Berührungspunkte mit Rollenspielen dann aber doch schon mit 7 Jahren durch ältere Nachbarskinder (hab ich hier in der Retro-Kategorie des Blogs schon mal erzählt). Zum Spielen kam ich hierbei in dieser Zeit nicht so wirklich. Zwar hatte ich immer wieder hartnäckig versucht, andere Kinder zum Spielen zu überreden, konnte aber nie mit dem Hobby begeistern zum damaligen Zeitpunkt. So blieb mir nur die Lektüre. Und Solo-Abenteuer. Ich hab übrigens bis vor einigen Jahren Einsamer Wolf und Co. nicht mal gekannt. Bei mir waren es immer die Solo-Abenteuer von DSA.

15-21 Jahre: Gruppen und ganze Welten!

Irgendwann fand sich über die Schule dann doch mal eine Gruppe, und in und mit dieser spielte ich dann auch recht exzessiv 1-2x/Woche. Da mir das nicht reichte, musste dann noch eine weitere Runde gebildet werden. Auch bei diesen Gruppen war es ausschließlich DSA, das wir spielten.

Durch einen offenen Spieltreff entdeckte ich später jedoch, dass es nicht nur überhaupt sehr viel mehr Rollenspiele als DSA gibt (siehe hier), sondern sogar ganze Läden mit Regalen voller Rollenspielen (siehe hier und hier). Whoa!

So lernte ich AD&D kennen und verliebte mich in Earthdawn (siehe hier).

22-28 Jahre: Generisch universell zu dark

Die nächste Phase meines Rollenspiellebens war zunächst vor allem geprägt von GURPS. Das war mein erstes Zusammentreffen mit einem Spiel, mit dem man buchstäblich alles machen konnte. Und genau dem widmeten wir uns ziemlich ausgiebig. Sowohl dem Spielen in verschiedenen Genres (vor allem Fantasy und SciFi/Traveller), aber auch dem Bau eigener Welten. Auch das waren also meine ersten Schritte hin dazu, abseits von Abenteuern eigene Dinge zu kreieren.

Mein Highlight aus dieser Zeit ist immer noch, dass ich meinen Vater in dieser Zeit fürs Rollenspielen begeistern konnte, wenn zu diesem Zeitpunkt auch eher kurzzeitig und auf Traveller beschränkt.

Aber schon damals war es so, dass ich nach gefühlt ewiger Zeit ausschließlich mit DSA nicht mehr an einem System kleben bleiben wollte. Irgendwann kam die Lust auf was Neues, und so ließ ich mir im Rollenspielladen einfach was empfehlen, da meine eigene Rollenspielblase noch mehr als überschaubar war. Und in Nullkommanix hatte ich dann plötzlich alles im Regal stehen, was von Vampire, the Masquerade zum damaligen Zeitpunkt erschienen war.

Ich war von Vampire sehr gehyped, habe alle Bücher dazu regelrecht verschlungen, habe mein eigenes Ruhrgebiet komplett mit Vampiren, Connections, NSC, wichtigen Orten etc. ausgestattet (da kommt man auch drauf, wenn man noch nie was von R-Maps, C-Maps und Co. gehört hat), eine wirklich riesige Runde geplant mit 12 Spielern, die sich durch ihre Aktionen und Präferenzen dann nach ein paar Sessions in 2-3 eigene Gruppen aufspalten sollten, zwischen denen es immer wieder mal Berührungspunkte geben sollte. Um es kurz zu machen: Das war einer der größten Flops, die ich je gespielt bzw. geleitet habe (ein bisschen mehr dazu gibt es hier). Aber ich habe sehr viel gelernt durch die Vorbereitung der Runde und letztlich auch durch den Flop an sich.

Letztlich hatte ich nach diesem Megaflop allerdings schon nicht mehr so wirklich Bock auf das Spiel. Da ich verdammt viel Geld ausgegeben hatte und auch nicht alles sofort verkaufen wollte, machte ich mich im Internet, das es endlich gab, auf die Suche nach Tipps und Inspiration. Mit dem Internet erweiterte sich meine Rollenspielwelt erneut. Und auch die World of Darkness wurde genau das: eine ganze Welt, viele verschiedene Übernatürliche, nicht nur Vampire. Es dauerte nicht lang festzustellen, dass mich Werewolf, Changeling und schließlich auch Wraith und Mummy allesamt viel mehr anzogen und interessierten als Vampire.

Und dann kamen die Chroniken der Engel. Wieder ein anderes Genre, andere Mechaniken, und auch eine neue Gruppe, die komplett aus Leuten entstand, die ich über die Rollenspielerdatenbank KOOP im Internet angeschrieben hatte. Und damit entstand dann auch mein erster Rollenspielblog damals.

29-36 Jahre: Chummer & Vampire

Streng genommen gehört der erste Schwerpunkt schon in den vorigen Abschnitt. Dort erwähnte Gruppe fing immer wieder damit an, Shadowrun spielen zu wollen, wogegen ich mich aber standhaft weigern konnte. Nachdem ich mich dann dazu durchringen konnte, mal einen SR-Roman zu lesen, war ich bereit, doch ein paar Sessions zu spielen. Und als die anderen dann wie üblich mal wieder wechseln wollten (wir spielten ein System alle 14 Tage fest und dazwischen an den 14 Tagen wechselnde Systeme), war ich lautstark dagegen und wollte zum Erstaunen aller unbedingt weiterspielen. Auch damit hab ich mich durchgesetzt *g*.

Damit trat erstmals ein regellastiges System in mein Leben. DSA zähle ich da nicht, denn damit bin ich von Stunde 0 an mitgewachsen. Und ich hab mir an den Regeln von Shadowrun 3 wirklich die Zähne ausgebissen. Über Jahre hinweg. Ich habe ewig Karteikarten als Cheatsheets genutzt, sowohl als Spielerin für meinen Charakter als auch später als SL. Und das, obwohl ich wirklich viel gelesen, geübt und gespielt habe. Damals habe ich beschlossen, dass umfassende Regeln wahrscheinlich nix für mich sind. Hat mich aber nicht von Shadowrun abgehalten, im Gegenteil. Abgehalten hat mich dann eher die 4. Edition bzw. das komisch vermurkste grüne Grundregelwerk damals.

Und so führte mich mein Weg mal wieder auf Abwege. Ich bekam die Empfehlung von Nin, den ich schon aus den damaligen WoD-Forenzeiten und denen im Travar-Forum (und seiner großartigen Changeling-Webseite) her kannte, mal auf der Drachenzwinge zu gucken, und dort wurde ich auch fündig. Und wie! Vor allem All flesh must be eaten hatte es mir dort angetan, aber ich spielte so einiges, leitete so einiges, und schließlich führte mein Weg mich wieder hin zur World of Darkness. Das Problem war dasselbe wie immer zuvor: Jeder wollte Vampire spielen, stand voll auf dieses Intrigen-PvP-Ding, ich hingegen hätte lieber andere Sachen gespielt. Hab ich auch. Und dank einiger Leute bei der Drachenzwinge, die das ähnlich sahen oder noch sehen, konnte ich auch eine Menge anderer WoD-Spiele spielen. vampir

Dadurch kam ich auch zur langjährigen Tischrunde, die – natürlich – Vampire spielten. Zuerst Dark Ages, später kam das mehr aufgedrückte Switchen auf die nWoD. Und davon war ich sehr schnell dann doch sehr angetan, nachdem ich quasi mehr oder weniger gezwungen war, mich mehr und mal so richtig damit auseinander zu setzen. So kam die World of Darkness nicht nur zurück in mein Rollenspielleben, sondern sie erweiterte sich sogar deutlich. So sehr, dass ich schließlich beschloss, nix anderes mehr spielen zu wollen. Alles, was ich je an Settings bespielen wollen würde, konnte ich mit der nWoD umsetzen.

Und eben drum startete ich am Ende dieser Phase dann auch meinen Youtube-Kanal, auf dem ich vor allem Videos zur (n)WoD online stellen wollte.

37-41 Jahre: Resümee und Aktuelles

Füchse bemerken, dass die Zahl hier nicht stimmt, denn da müsste eine 42 stehen. Noch füchsischere Füchse werden daraus zu Recht schließen, dass ich aktuell 41 Jahre alt bin. Glückwunsch! *g*

Knapp ein Jahr blieb die nWoD tatsächlich mein Schwerpunkt auf dem Kanal. Mein Enthusiasmus, auch andere von der nWoD zu begeistern, nahm dann allerdings mit der Ankündigung von Ulisses, die oWoD wieder auf deutsch rauszubringen, ein jähes Ende, zumal sich auch da schnell rauskristallisierte, dass vor allem Vampire damit gemeint war, logischerweise.

Danach wandte ich mich erstmals nach x Jahren mal wieder DSA zu, wo für die 5. Edition gerade die Beta lief. Auch nach Erscheinen der 5. Edition hab ich viel DSA gespielt und geleitet. Und ich hatte nach so langer Zeit mal wieder richtig Spaß daran. Das flaut übrigens aktuell wieder so ein bisschen ab. Ich rechne aber nicht noch mal mit einem kompletten Ausstieg, sondern will mir DSA 5 auf jeden Fall als gern gespieltes Spiel erhalten. Muss halt nur ein bisschen dosiert werden.

Ich startete mit  Die Winterkönigin einen Abenteuerpfad von Pathfinder, der nun seit mittlerweile 3,5 Jahren gespielt wird und relativ kurz vor dem Abschluss steht. Vor kurzem haben wir mit DnD 5 angefangen, das sicherlich Pathfinder vollständig ersetzen wird. Nach dem Erscheinen im Englischen hatten wir schon 2 DnD-Kampagnen gespielt, dann pausiert, und nach dem Erscheinen im Deutschen hatte ich da erst mal keine Böcke drauf. Jetzt schon. 🙂 Ist aktuell noch ein bisschen holprig, da ein paar Jahre nicht mehr bespielt. Außerdem raubt mir der Kontrast zu Pathfinder aktuell noch ein bisschen Nerven. An dem einen Tag das eine, am nächsten das andere … bringt mich durcheinander (und Pathfinder bringt mich eh durcheinander).

Nach einigen Anläufen habe ich mich dann doch noch so richtig in Splittermond verlieben können (wie ihr sicherlich wisst).

Immer mal wieder zieht es mich mehr oder weniger stark zurück zur World of Darkness, mal länger, mal kürzer. Und auch Shadowrun blitzt immer mal wieder auf und ich hab auch da noch immer Spaß, mich damit zu beschäftigen. Ebenfalls dosiert, seit ein paar Jahren nur noch theoretisch. Aber das soll auch nicht immer so bleiben.

Ich habe mit Powered by the Apocalypse eine weitere Mechanik in Variationen kennengelernt, die mich sehr begeistert, wohingegen mich Savage Worlds nie so wirklich begeistern konnte.

Und hier und da plöppt mal was Neues oder neu Entdecktes auf, dem ich mich kürzere Zeit widme. Ich bin aber mit meiner Auswahl an immer wieder rausgekramten Spielen und Varianten an sich zufrieden mittlerweile, sodass Neueres eher mal links liegen bleibt. Bis vor ungefähr 3 Jahren habe ich noch alles mögliche Neue gekauft und auch gespielt, aber nachdem ich mir mal sozusagen eine Rollenspielkaufdiät auferlegt habe, hat das alles ziemlich seinen Reiz verloren. Yay, eine erfolgreiche Diät also, hihi. Und mal ehrlich: Mit der engeren Auswahl an Spielen, die ich immer wieder mal und/oder dauerhaft spiele, bin ich aber auch schon mehr als beschäftigt.

Mein Youtubekanal ist im Verlauf der Zeit mit 1200 Abos ganz schön angewachsen, was mich sehr freut. Dass der Blog dadurch immer wieder und immer längere Einbrüche hatte, finde ich hingegen schade. Ist immer so ein Auf und Ab mit der zur Verfügung stehenden Zeit und den Dingen, die man darin unterbringen will. Trotzdem versuche ich immer wieder, regelmäßiger zu bloggen und organisiere auch schon allein deshalb gerne mal einen Rollenspielkarneval.

Und dennoch habe ich vor kurzem einen Podcast zu Splittermond und (düsterer) Fantastik gestartet, den Stechginsterpodcast. Der soll alle 14 Tage erscheinen und bislang klappt das ganz gut und macht mir einen Heidenspaß.

Zwischenzeitlich hatten wir 1 Jahr lang den Kanal Vlogtaculum für monatliche Vlogs erstellt und organisiert. Und ich hab durch die Mitarbeit an den deutschen Versionen von Fragged Empire und DnD 5 (Spielerhandbuch) einen Blick hinter die Kulissen werfen können.

Generell würde ich sagen, dass sich mein Spielen sehr gefestigt hat in den letzten Jahren. Das entspannt und macht gleich mal noch mehr Spaß.

Zukunft?

nachdenkenTja, gute Frage. Wer weiß das schon? Aber da sich langsam auch das Jahresende nähert, mache ich mir da wahrscheinlich traditionell wohl noch so einige Gedanken zu.

Nach wie vor unzufrieden bin ich mit meinem Zeitmanagement. Das Hobby Rollenspiel auf diversen Ebenen (informieren, lesen, vorbereiten, leiten, spielen, Blog, Youtube, Podcast) zu pflegen, ist schon sehr zeitintensiv. Trotzdem ist es ja nicht das einzige Hobby, das ich habe. Zusammen mit Arbeit und Studium habe ich dauernd das Gefühl, dass mir irgendwo irgendwas verloren geht (nicht immer unberechtigt). Das ist nervig. Hab da schon vieles ausprobiert, aber noch keine Lösung gefunden.

Im Grunde möchte ich alles aber eigentlich so haben, wie es in den letzten Jahren geworden ist. Nur mit mehr Regelmäßigkeit irgendwie. Das wäre schon schön.

Und ich möchte nach wie vor wieder mehr (zeitlichen) Raum für mehr eigene Dinge haben. Das hat sich in diesem Jahr nur sehr wenig gebessert und es fehlt mir.

Und ihr?

Wie sieht euer Rollenspiellebenslauf eigentlich so aus? Das würde mich echt mal interessieren!

Und gibt es eurerseits Dinge, die ihr euch für die Zukunft wünschen würdet? Für euer Hobby oder auch von mir bzw. diesem Blog hier?

[Changeling, the Lost] Parfum de Liberté

Manchmal packt es mich ja dann doch wieder mit der World of Darkness, genau genommen Changeling, so wie hier. Das Let’s Play, Actual Play oder wie auch immer ihr das nennen wollt, stammt aus dem Juli und beinhaltet eine Runde Victorian Lost, also Chronicles of Darkness. Außerdem ein Oneshot (auch) für Neueinsteiger.

Das Ganze spielt in Frankreich und beinhaltet Crossover-Elemente (auf NSC-Seite).

Für die Vorbereitung des Ganzen ist die Runde ganz nett geworden, finde ich. Der Unterschied „urban vs. rural“ im Rahmen eines Oneshots darzustellen war ursprünglich mal mein Aufhänger für das Ganze, hat sich in der Vorbereitung aber schon anders entwickelt und im Spiel dann noch mal viel mehr.

Dazu ist auch noch ein Video offen, in dem ich meine Notizen, Herangehensweise usw. genauer zeigen wollte. Das mache ich auf jeden Fall auch noch und werde dann hier im Blog auch davon berichten. 😉

RSP-Karneval Juli 2017: Suomenlinna

Das Nerd-Wiki organisiert im Juli 2017 den Karneval der Rollenspielblogs und fragt nach Rollenspiel im täglichen Leben.

Der Startbeitrag liefert einiges an möglichen Themen, zu einigem passt wohl die Retro-Rubrik meines Blogs, vor allem der Artikel über Eis, Prinzessinnen und Hexenbienen. Sind aber alles keine neuen Artikel, also muss mindestens noch ein Artikel her.

Ausgesucht habe ich dafür einen Ort, der mich rollenspielerisch wirklich sehr inspiriert hat vor einigen Jahren: Suomenlinna.

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So viele Spiele, so wenig Zeit

Vorgestern habe ich mir mal den Spaß erlaubt, spontan eine Liste zu erstellen. Notieren wollte ich darauf alle Spiele, auf die ich genau jetzt gerade im Moment Lust hätte, sei es, sie zu spielen oder zu leiten.

Das Ergebnis zeigt zugleich eine große Begeisterung und eine (darauf folgende) ebenso große Ernüchterung. So viele Spiele, so wenig Zeit.

Zunächst fanden 20 Spiele ihren Platz auf der Liste, die auch in der Printversion hier stehen. Es folgten 3 Spiele, die ich nur in PDF-Form habe.

Nach einigem Grübeln habe ich mich dazu entschließen können, 4 Spiele doch wieder zu streichen.

Bleiben: 19 Spiele, die ich zumindest alle gerne in absehbarer Zeit (und/oder schon lange) über mehrere Sessions oder Kampagnenlänge spielen wollen würde, und keines davon wird aktuell (so wirklich) von mir bespielt.

Puh.

Hm? Achso, jetzt seid ihr neugierig, um welche Spiele es geht? Dann liste ich sie doch glatt mal auf (Reihenfolge zufällig), zumal ich gespannt bin, was ich davon in einem halben oder einem Jahr tatsächlich mal gespielt haben werde: Continue reading

Inspirationen aus der Kindheit I – Labyrinth

Dieser Blogartikel gehört nicht direkt zur „Retro“-Reihe, die sich mit früheren Rollenspielerlebnissen beschäftigt. Vielleicht wird es eine eigene kleine Reihe, mal sehen. Auf jeden Fall werden es drei Teile.

Eins unserer Familienspiele zu meiner Kindheit war „Spiel des Wissens„. Und man soll es nicht glauben, aber alle Hobbit-Fragen wurden stets aussortiert, weil keiner von uns „Der kleine Hobbit“ kannte, und auch nicht seinen Erschaffer oder „Herr der Ringe„. Bei uns zu Hause gab es Astrid Lindgren, Die Rote Zora, Tom Sawyer & Huckleberry Finn und, immerhin, Captain Future. Das Phantastik-Interesse bei uns reduzierte sich auf meinen Vater, und bei ihm lang auf die Perry Rhodan-Silberbände.

Und dennoch gab es Filme, die mich vor allem im Hinblick auf das Rollenspielhobby geprägt haben. In diesem Artikel geht es um den ersten von dreien, die für mich besonders waren.

Through dangers untold and hardships unnumbered

Die Reise ins Labyrinth“ von 1986 – mit Jennifer Connelly und, vor allem: David Bowie in der Rolle des Koboldkönigs (bzw. Goblin Kings). Continue reading

Rückblick 2014

Nachdem ich die letzten 190 Spam-Kommentare gelöscht und sowohl hier als auch hier (nur die ersten 7min.) ein Video zum Thema Rück-/Ausblick 2014/2015 gemacht habe, wird es Mitte Dezember nun langsam Zeit für die Blogversion des Ganzen.

Ich fange mal mit dem Rückblick 2014 an:

Das Jahr lief für mich insgesamt deutlich besser als 2013 (was auch nicht sonderlich schwierig war, offen gesagt).

Rollenspielerisch ist die Vampire-Runde ausgelaufen 2014. Wir haben die Runde nach deutlich über 3 Jahren unterbrochen, aber das Ende war halbwegs rund, wie ich fand, zumindest ist nichts dramatisch offen geblieben. Begonnen hatten wir ursprünglich irgendwann ja mal mit den „Transsylvanischen Chroniken“ in und mit der oWoD, sind dann relativ fix zur nWoD gewechselt und haben massenhaft eigene Inhalte, SL- sowie spielerseitig, eingebracht. So führte unser Weg uns beispielsweise auch tief nach Asien, wo wir Indien recht intensiv bereisten, uns in China mit Kuei-Jin auseinandersetzten und in Japan mit irgendwelchen shintoistischen Geistern. Wir haben viel politischen Kram gespielt, den Glauben an Lilith (Bahari/Crúac) in Transsylvanien zu verbreiten versucht, Blutwein entwickelt und exportiert … achso, und wir haben auch die Transsylvanischen Chroniken gespielt. 😉

Insgesamt bin ich ziemlich stolz auf diese Runde, auf das konstante Spielen alle 14 Tage, die Inhalte, das Charakterspiel und die Charakterentwicklung und so weiter. Ich glaube, das war schon so das beste (für mich), was sich aus dem Spiel so rausholen lässt. Und es hat mir die letztendliche Gewissheit verschafft: Ich mag Vampire nicht. An und für sich nicht. Nee.

Ersetzt wurde der Vampire-Slot spielerisch mit einer Scion-Runde; die Spielerzusammensetzung ist hier allerdings ein kleines bisschen anders. Begonnen haben wir mit ein paar Präludien-Sessions, an die sich dann ein Spiel nach dem Hero-Buch anschloss. Zwischenzeitlich haben wir kürzlich den Halbgott-/Demigod-Status erreicht und spielen dort weiter. Damit einher ging ein kurzzeitiger SL-Wechsel. Statt des (über mind. 80% der Zeit) leitenden Vampire-SL leite ich die Runde momentan, aber das ist auch nur für einige Sessions so gedacht, bis wir wieder wechseln. Meine Plotidee hat sich da ein bisschen verselbstständigt, sodass „einige Sessions“ wohl schon so 6-8 werden, aber egal.

Das Setting von Scion mag ich sehr gern, das System ist so ziemlich das bananigste, unspannendste und sinnloseste, das mir je untergekommen ist. Dazu lasse ich mich ja vielleicht in Zukunft noch mehr aus, keine Ahnung, auf jeden Fall habe ich hier schon mal ein bisschen was dazu geschrieben. Im Zusammenhang mit dem eben verlinkten Text wird auch klar, dass das auch wieder eine Runde ist, an der mein Herz hängt. Nicht zuletzt wegen des enthaltenen Romantikdramas darin, aber pssssst. 😉

Ansonsten war ich 2014 einfach mehr bei Youtube aktiv als im Bereich des Bloggens, was ich ja neuerlich auch irgendwann mal bedauerte (aber zu Vorsätzen komme ich ja erst später). Daran habe ich immer noch ziemlich viel Spaß, auch wenn mich der „Alltag“ und Katastrophen darüber hinaus immer mal wieder aus den regulären Planungsschuhen hauen, aber irgendwas ist ja immer.

Auf meinem Kanal ist auch so einiges Rollenspielerische aus 2014 gut nachvollziehbar:

Der Gratisrollenspieltag hier in der Stadt, den Mandavar und ich zusammen veranstaltet haben, war ein ziemlicher Erfolg, was eine feine Sache war (und ist).

Ich hab mich wieder mal ein bisschen mehr in Richtung Shadowrun bewegt und mich in dem Zusammenhang dann doch mal ein bisschen für die 5. Edition geöffnet. Ein sinnvolles Statement zu der habe ich allerdings bislang noch nicht gefunden.

Außerdem habe ich ein bisschen darauf zu achten versucht, ein bisschen mehr nWoD und vor allem nWoD-Livestreams zu machen. Das fing an mit einer völlig freien Ultraspontanrunde Mortals mit Zombies auf Basis der Newsflesh-Trilogie von Mira Grant und einem Hunter-Oneshot in zwei Sessions nach einem SAS. Im Verlauf und bis zum Jahresende ging das Ganze dann immer mehr in Richtung Changeling, the Lost im Rahmen diverser Kennenlern-Oneshots und dem Beginn einer kurzen Kampagne, zu der ich ja auch schon was gebloggt habe.

Mit DSA habe ich es 2014 auch mal wieder versucht, ganz grob nach der ersten Fassung des Betaregelwerks zu DSA 5. Mit DSA durch bin ich immer noch nicht, muss aber gestehen, dass ich von den ganzen Nach-Betaregelwerksänderungen und ergänzungen wenig begeistert war und bin, sodass ich eher nicht davon ausgehe, dass ich beim letztlichen Start von DSA 5 dabei sein werde in irgendeiner Form.

Dafür interessieren mich andere Fantasy-Sachen viel zu sehr, allen voran Pathfinder, das vom Grundsatz her für mich ja eigentlich zu crunchig ist, aber ich LIEBE den Umfang der (deutschsprachigen) Veröffentlichungen, diese ganzen Pawn-Boxen, das Bunte, den Fluff und all das – also komme ich einfach nicht dran vorbei. Und ich hoffe ja immer noch darauf, dass ich eine Gruppe finde, die Bock hat, mit mir einen bestimmten kompletten Abenteuerpfad durchzuziehen …

Und an D&D 5 bin ich natürlich 2014 auch nicht vorbei gekommen. Ich hab nun so einige Sessions damit gespielt und mag das Tempo des Ganzen, die Charakterzusammensetzung und diese Inspirations-, Advantage-/Disadvantage-Sache ganz gern. Insgesamt habe ich zu wenig D&D in meiner Biografie (vgl. diesen Retro-Artikel), als dass mir bei D&D 5 so das Herz aufgehen würde wie vielen anderen, aber ich mag es und spiele es gerne.

Oh, und SavageWorlds habe ich 2014 auch erstmals gespielt. So ganz erstmals ja dann wohl doch nicht, weil ich irgendwann mal eine Session Deadlands gespielt habe, bei der der SL irgendwelche Deadlands-Versionen wild gemixt hatte, darunter eben auch SaWo-Anteile, wie ich mittlerweile weiß, aber so richtig zählt das ja auch nicht. Gespielt habe ich im Hangout eine Session Necropolis 2350. War ganz cool, um mal einen Einblick zu kriegen. Das Regelwerk liegt ja schon länger bei mir rum, geblättert habe ich darin auch schon öfter, aber … ohne konkrete Absicht/Runde hab ich einfach keinen Bock, mich damit näher auseinander zu setzen, auch wenn ich die eine Session wirklich interessant fand.

Und damit mal zum Rückblick auf meine eigentlichen Vorsätze für 2014:

Zwei Runden regulär abzuschließen hat nicht so ganz geklappt. Hintergrund des Ganzen war aber vor allem, mehr zu spielen als absagen zu müssen und Rollenspiel wieder mehr als Konstante zu haben. Und das hat durchaus geklappt.

Dann wollte ich mindestens 25 Regelwerke/Quellenbücher sowie mindestens 25 Romane lesen. Letzteres habe ich um das Doppelte überboten, ersteres nicht so ganz erreicht. Zwar habe ich „gemogelt“, weil ich mich recht viel durch diese 36- bzw. 64-seitige Pathfinder-Hefte gewuselt habe, trotzdem habe ich die genannte Zahl nicht erreicht, aber ich habe in deutlich mehr Büchern kapitelweise gelesen, und das zählt ja irgendwie auch. 😉

Das mit dem Bloggen hat 2014 nicht so wirklich funktioniert, aber immerhin habe ich immer wieder maaaal was geschrieben und zudem bin ich mit dem Blog umgezogen und hab ihn umgestylt, was schon zeigt, dass ich da immer noch Ambitionen habe. Aber da geht echt deutlich mehr …

Ein weiteres größeres Thema für mich war Tabletop. Ich wollte mindestens ein Dutzend Minis anmalen und auch damit spielen. Das Anmalen ist mir zahlenmäßig gelungen, wenn man meine Fregatten der Ba’Kash von Firestorm Armada mitzählt. So viel gespielt, wie ich eigentlich vorgehabt hätte, habe ich nicht – weder Firestorm Armada noch Malifaux -, aber ich bin halbwegs zufrieden, auch wenn ich mit dem Malen gern weiter voran gekommen wäre.

Und dann noch die Credits …

In den letzten Jahren habe ich immer auch ein paar Leute erwähnt, die mir (rollenspielerisch und (teils) auch sonst) besonders wichtig waren im jeweiligen Jahr. Das möchte ich gerne beibehalten. Für 2014 darum also ein paar persönliche Worte an

Mandavar, der trotz aller – rollenspielerischer und nicht rollenspielerischer – Dispute 2014 nach wie vor mein bester und engster Freund ist. Danke für deine Kreativität, die durchaus ansteckend sein kann, für deine Tabletop-Leidenschaft, die ebenfalls ansteckend sein kann und danke auch für deinen Raumschiff-Fimmel, der mir total auf den Sender geht, aber dennoch seine Wirkung in die eine oder andere Richtung auf mich nicht verfehlt. Und danke für wirklich liebevoll ausgestaltete Rollenspielsessions, für hitzige Filmdiskussionen und für „Lost Girl“ sowie „Supernatural„.

Nepenthes, für wunderbares Charakterspiel, noch viel wundervollere Charaktertagebücher, deine stets neutrale Art und Kleinigkeiten wie Globen an Ketten.

PurpleTentacle oder purpltntcl für (leider echt viel zu wenige) „Durchgeblättert“-Videos, deine stets entspannte, konstruktive und faire Art, für cooles Zwergenbardenspiel und für das Vlogtaculum.

Horagg für die Lust am Spielen und Plaudern, starke Begeisterungsfähigkeit und die generelle Leidenschaft für Zombies sowie CtL.

ChosenPariah, trotz vorübergehender „Rente“, weil du so viele Systeme und Rollenspielbücher völlig frei von der Leber weg irgendwie vorgestellt hast und dich dabei einen feuchten Kehricht darum gekümmert hat, wie sowas „zu sein hat“, sondern sie einfach so gemacht hast, wie du dich damit wohlfühlst. Und danke für deine Freude an den Iron Kingdoms, die dabei auch einen Platz gefunden haben. Ich hoffe trotz deines Ankündigungsvideos für 2015, dass da auch im nächsten Jahr zumindest hin und wieder was zu sehen sein wird.

Tsu, einfach für alles. Für deine Begeisterungsfähigkeit, deine Ruhe und Ausgeglichenheit, deine Kreativität, für einfach tolle Rollenspielsessions und -ideen, für das Vlogtaculum, für gefühlt unzählige Overlays und Thumbnails, für durchgequatschte Stunden, Tage und Nächte, für deine unfassbare Empathie und dein Verständnis, für das Selbstbewusstsein, das du mir gibst, für jede Minute mit dir und noch so vieles mehr. <3

CtL-Sandbox: Was die Charaktere wissen & kennen

Im Hintergrund habe ich schon so einiges weitere auf Zetteln notiert, aber weil ich das Ganze spoilerfrei halten will, geht es jetzt erst mal nur um die Changelings, die auch die Charaktere kennen und um das Wissen, das sie haben. Bei den Beschreibungen verzichte ich übrigens sowohl hier als auch den Charakteren gegenüber bewusst auf eine Benennung von Kith und Seeming. Nach Ablauf der Runde kann ich das gerne mal genauer und auch mit Werten aufdröseln, aber jetzt soll sich erst mal jeder selbst seinen Teil denken (wenn er mag).

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Anselms Kontakte:

Am wenigsten Kontakt zu Changelings hatte bislang Anselm. Er verlebte Jahre lang zurückgezogen, davon die meiste Zeit in Schreventeich. Dort traf er relativ bald auf Heiko Wellpott – oder umgekehrt -, und nach einer ziemlich langen Anlaufzeit entwickelten sich erste Gespräche, die sich im Verlauf der Jahre zu langen Unterhaltungen ausweiteten. Heiko kann stundenlang mit wachsender Begeisterung debattieren, kann allerdings genauso mitten im Gespräch einfach aufstehen und gehen, wenn es ihn langweilt. Er sieht aus wie Anfang 20 und hat schulterlange mittelbraune Haare. Das auffälligste an ihm sind seine strahlend grünblauen Augen, die je nach Stimmung mal mehr zur einen, mal zur anderen Farbe wechseln. Das täuscht dann auch leicht darüber hinweg, dass seine Haare wie splissig aussehen. Im Mien zeigt sich allerdings, dass es sich dabei eher um eine Art Wasserpest handelt. Über Höfe und derlei sprachen die beiden erst nach Jahren, wo sich dann herausstellte, dass Heiko zum Herbsthof gehört.

Hintergrund dieser Offenbarung war, dass Anselm bei einem Spaziergang in alten botanischen Garten Gerlinde Görlich kennen lernte. Die Regentin des Frühlingshofs trat einfach auf Anselm zu, als er dort war, und verwickelte ihn in ein Gespräch. Gerlinde ist eine ausgesprochen hübsche Frau, die vom Alter her schwer einzuschätzen ist. Vielleicht ist sie Ende 20, vielleicht aber auch schon Ende 30. Ihr Aussehen und ihr Auftreten ist jedenfalls sehr frisch und optimistisch, sie trägt eigentlich immer Kleidung im Vintage-Look der etwa 30er Jahre sowie einen Glockenhut, der das meiste ihrer mittellangen dunklen Haare verbirgt. Am auffallendsten ist ansonsten wohl, dass sie im Frühjahr stets Ginsterstängel an ihrer Kleidung oder am Hut trägt. Der jasminartige Duft ist geradezu betörend, umgibt Gerlinde allerdings auch in den Herbst- und Wintermonaten.

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Dáithís Kontakte:

Dáithí kennt vor allem Scarlet Sperling, die er auch als erste kennen lernte, weil sie ihn schon bei seinen letzten Schritten aus der Hecke begleitete. Dáithí hat entsprechend eine besondere Verbindung zu der jungen Frau, die in ihrer Maske als erstaunlich fröhliches Gothic-Girl erscheint, was ihn letztlich nicht nur zum Frühlingshof brachte, sondern ihn auch dazu motivierte, selbst irgendwann einer der Schwarzdrosselbischöfe zu sein, zu denen auch Scarlet gehört. Vom Hof kennt Dáithí natürlich ebenfalls Gerlinde Görlich (Beschreibung siehe oben) sowie Hannah Käsehage. Hannah ist eine ausgesprochen höfliche Person, die man jedoch leicht übersieht, weil sie ziemlich klein und unscheinbar aussieht und sich zudem ziemlich leise bewegt. Die wie Mitte 40 aussehende Hannah fällt noch am ehesten dadurch auf, dass sie stets dunkelblaue Kleidung und dazu passend (oder auch mal unpassend) weißen Kragen in irgendeiner Form trägt. Er hat allerdings auch flüchtig die Bekanntschaft von Mario Marcello gemacht, einem kleinen italienischen Metzger in Ravensberg. Eigentlich scheint Mario recht jung zu sein, wirkt wie etwa Ende 20, fällt aber durch sein Äußeres unangenehm auf. Er ist knapp 1,60m groß, hat einen ziemlichen Schmierbauch und einen Stiernacken, und seine Haut glänzt immer rot und ölig wie die eines Schweins am Spieß.
Zu guter letzt ist Dáithí  in Gaarden schon öfter ein schattenhafter Changeling aufgefallen, über den er aber noch nicht mehr weiß, sondern ihn nur öfter nachts beobachten konnte.

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Riekes Kontakte:

Rieke hat nach ihrer Ankunft in Kiel zuerst Hannah Käsehage kennen gelernt, die sie kurzerhand heimlich im Seemannsheim in Holtenau untergebracht und ihr bei den ersten Schritten geholfen hat (Beschreibung siehe bei Dáithí). Rieke kennt Hannah allerdings dadurch ein kleines bisschen besser und hat nicht nur festgestellt, dass sie ein durchweg höfliches Wesen hat, sondern auch von Herzen gut und vor allem hilfsbereit ist, wenn auch eher schüchtern und still. Hannah war es auch, die Rieke schließlich zu Gerline Görlich brachte. Und wie der „Zufall“ es so will, war da auch gerade Erich Ahaus vor Ort. Rieke hat damals mitbekommen, dass es im alten botanischen Garten Probleme mit einigen Gehölzen gab und Erich, selbst ein Mitglied des Herbsthofes, verhandelte mit Gerlinde gerade das weitere Vorgehen vor Ort, da es sich um die Regentenzeit des Frühlings handelte (während der das recht heiß begehrte Düsternbrook und vor allem besagter Garten dem Frühlingshof allein als „Sitz“ gilt, soviel bekam Rieke damals schon mit). Da sich Gerlinde und Erich rasch einig wurden und Rieke ihrerseits ein Weilchen des Kennenlernens bei Gerlinde und im Garten verbrachte, entstand so auch eine lose Bekanntschaft zwischen Rieke und Erich. Erich selbst sieht aus wie mindestens 70, hat so faltige und trockene Haut, dass man sie schon als gefurcht bezeichnen kann, läuft etwas gebückt, langsam und auch sein langer weißer Bart und das schüttere weiße Haar verstärken den Eindruck, hier einen wirklich alten Changeling vor sich zu haben. Er ist nicht sehr kontaktfreudig, einer Unterhaltung jedoch auch nicht abgeneigt und relativ neugierig. Da Erich selbst in Schilksee lebt, wo ihn Rieke einmal wegen irgendwas besuchte, bekam sie dort die Gelegenheit, eine Changeling kennen zu lernen, die man sonst nur sehr selten zu Gesicht bekommt: Pauline Miroir. Die äußerst scheue Frau war nur bereit, sich mit Rieke überhaupt auseinander zu setzen, nachdem sie erfahren hatte, dass Rieke eine potenzielle Anwärterin für den Frühlingshof ist, zu dem auch Pauline gehört. Vom Alter her kann man sie unmöglich schätzen, denn sie besteht aus Glas, genauer gesagt aus einer Vielzahl von kleinen Spiegelmosaiken. Teils sind diese farbig, was ihr stark reflektierende große Augen und rote Lippen verleiht. Sie wirkt tot und lebendig, abstoßend und wunderschön zugleich. Ihre Maske zeigt ein puppenhaftes Aussehen mit übergroßen Augen, durchscheinender Haut und nur wenige Millimeter lange schwarze Haare. Auch da ist sie vom Alter her schwer zu schätzen, liegt am ehesten irgendwo in den Zwanzigern. Hat man erst einmal Kontakt zu ihr geknüpft, entpuppt sich Pauline als durchaus gesprächig und aufgeschlossen, zeigt sich meist gut gelaunt. Doch stets schwingt bei ihr eine stark depressive Note durch, die sie zu verschleiern versucht, jedoch auch ungeübteren Beobachtern rasch auffällt.

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Anzahl und Aufteilung der Changelings in Kiel:

Zuerst stellt sich bei solchen Dingen – mir zumindest – immer die Frage nach der übernatürlichen Bevölkerung. Während sich im Verlauf der Jahre für die einzelnen oWoD-Settings diverse Zahlen ergeben haben, ist das bei der nWoD weitgehend nicht der Fall. Zu “Changeling, the Lost” ist mir da jedenfalls nichts bekannt.

Also orientiere ich mich einfach mal an “Changeling, the Dreaming”, was das betrifft. Da kam iiiirgendwann mal jemand auf die Idee, die Anzahl der Kithain für Nordamerika auszurechnen, und so ergab sich letztlich eine Anzahl von 1:20.000. Das finde ich auch (oder sogar gerade) für “Changeling, the Lost” eine ganz gute Quote.

Was man natürlich machen kann: Man könnte das Ganze breiter anlegen, um die Höfe dort besser unterzubringen. Schleswig-Holstein hat etwa 2,8 Millionen Einwohner insgesamt. Bei der Quote käme man dabei auf 140 Changelings. Allerdings gibt es nur wenige größere Städte (neben Kiel Lübeck (210.000 EW), Flensburg (85.000 EW), Neumünster (80.000 EW) und Norderstedt (70.000)) mit über 50.000 Einwohnern, alles andere darunter sowie eine große Anzahl an Gemeinden mit unter 500 Einwohnern.

Wahrscheinlich konzentrieren sich die meisten dieser Changelings auf diese vier größten Städte mit zusammen 685.000 der 2,8 Millionen Einwohner. Sagen wir 40%. Dann bleiben 56 Changelings, die sich auf diese vier Städte verteilen, was dann eher einer Quote von 1:12.000 entspricht: Norderstedt mit 6 Changelings, Neumünster und Flensburg mit jeweils 7 Changelings, Lübeck mit 18 Changelings und schließlich Kiel mit 20 Changelings. Passt doch als Richtwert ganz gut. Natürlich variiert die Zahl aus verschiedenen Gründen.

Höfe:

Winter:

In Kiel sind alle vier Höfe aktiv, allerdings ist der Winter deutlich unterrepräsentiert. Zumindest sieht es so aus. Man weiß ja nie … Von einem Stadtteil ist tatsächlich klar, dass dieser in der Hand der Winterchangelings ist, wenn man so sagen kann, nämlich Hassee. Genaue Anlaufpunkte gibt es dort allerdings (natürlich) nicht. Kontakt stellt man am leichtesten her, wenn man den von ihnen im Oktober und Dezember veranstalteten Markt am Vinetaplatz in Gaarden besucht. Der Winterhof hält sich aus der Politik zumindest offensichtlich heraus.

Sommer:

Changelings des Sommerhofes findet man vor allem in Friedrichsort und in Gaarden. In den Kasematten von Friedrichsort sind immer welche zu finden, da sich dort ihre “Zentrale” befindet. Ansonsten kontrollieren die Sommerchangelings in erster Linie den Stadtteil Gaarden. Während der Kieler Woche organisieren sie stets die Olympiade der Changelings. Durch eine Vereinbarung mit dem Winterhof nutzen sie hierzu für den Zeitraum von einer Woche und einem Tag oft Teile von Hassee oder die gesamte Gegend nach Gütdünken. Ab da beginnt auch ihre Herrschaft über Kiel, also immer Ende Juni. Sie währt klassischerweise drei Monate, also bis Ende August, auch wenn es in der Vergangenheit immer wieder mal Auseinandersetzungen deswegen gab und es immer wieder mal Jahre gab, in denen sie 4-6 Monate lang den Hof hielten.

Herbst:

Schreventeich ist ganzjährig das „Gebiet“ des Herbsthofes. Darauf legt der Hof auch enormen Wert. Warum, weiß niemand so genau, auch wenn es zahlreiche Gerüchte diesbezüglich gibt. Ansonsten finden sich Changelings des Herbstes vor allem in Düsternbrook, wo stetige Auseinandersetzungen mit dem Frühlingshof bestehen.

In Düsternbrook sind sie vor allem mit dem Uniklinikum und den Museen verbunden. Viel Wert legen sie dort vor allem auf den alten botanischen Garten, den sie jeweils bis zur Machtübernahme des Sommerhofes intensiv nutzen. Dort befindet sich auch ein Trod, nämlich der Pavillon. Genau deshalb gibt es auch besagte Auseinandersetzungen mit dem Frühlingshof.

Frühling:

Der Frühlingshof ist vor allem in Holtenau, Düsternbrook (siehe oben) und Schilksee anzutreffen. Zahlenmäßig sind sie die stärkste Fraktion in Kiel, allerdings gibt es sehr unterschiedliche Persönlichkeiten unter ihnen, die trotz desselben Hofes nicht gerade immer miteinander auskommen. Wahrscheinlich erklärt sich auch dadurch vor allem, dass die Auseinandersetzungen rund um den Pavillon und die Vorherrschaft Kiels bislang noch nie größere Formen angenommen haben.

CtL-Sandbox: Stadtteilsortierung II

Heute widme ich mich den anderen „Farben“ der Stadt.

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Erst mal geht es mit stichwortartigen Einträgen weiter, und ich beginne mit den „grünen“ Stadtteilen. Zur Erinnerung hier noch mal meine überarbeitete Fassung der Karte:

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„Grün“ bedeutet in diesem Fall verschiedenes. Einmal gehören dazu „gute“ Wohnlagen wie vor allem in Düsternbrook, aber auch Gegenden mit viel Grün bzw. viel Naturfläche habe ich dazu geordnet. Und zuletzt gehören hierzu Ecken, bei denen mir spontan potenzielle Ideen für’s Spiel kamen. Ob und inwiefern ich die ausarbeite, ist eine andere Frage, aber auf jeden Fall habe ich sie so später leichter wieder im Blick.

Und wieder geht es oben los.

Pries-Friedrichsort:

Eigentlich waren diese beiden Stadtteile bis 1982 getrennt, was aber heute nicht mehr so wahrgenommen wird. Friedrichsort ist allerdings der etwas „lautere“ Teil von beiden. Einmal liegt das an den dort ansässigen Unternehmen (z.B. Caterpillar, Lindenau Werft, Vossloh), auf der anderen Seite ist Friedrichsort auch in Bezug auf die Militärgeschichte präsenter.

Schon die Gründung von Friedrichsort ist mit der gleichnamigen Festung verknüpft. Im Verlauf der Geschichte wurden Offiziershäuser dort gebaut, einen Pulverschuppen gibt es dort noch sowie Kasematten, und das frühere Lazarett beheimatet heute eine private Schule von „Club of Rome“ mit dem Namen „Lernwerft“. Über 100 Jahre lang gab es einen Leuchtturm, der Anfang der 70er Jahre durch einen anderen ersetzt wurde.

Ebenfalls in den 70er Jahren hatte der Stadtteil einen nicht so guten Ruf, mittlerweile ist er nicht zuletzt wegen seines kurtaxenfreien Strandes (Falckensteiner Strand) wieder zunehmend beliebt, vor allem bei Familien mit Kindern.

Wik:

Wik ist maritim geprägt und beheimatet den Marinestützpunkt Kiel (Tirpitzhafen) mitsamt Liegeplatz des Segelschulschiffes „Gorch Fock“. Der Stadtteilname lautete früher einmal „Kotelwik“ (Kesselbucht).

Hier befinden sich zwei der vier Kieler Hochbrücken, die über den Kanal führen. Die Überfahrt ist kostenlos.

Am wichtigsten ist aber an Wik, dass hier die imaginäre Traumpraxis in einer imaginären Variante von Kiel leben. 😉

Düsternbrook:

Düsternbrook („Düsterer Bruchwald“) gilt als gute Wohngegend mit vielen Einfamilienhäusern und Villen, die „Elbchaussee von Kiel“. Der Stadtteil liegt nah am Wasser, beheimatet den Seglerhafen und lädt zum Flanieren ein, außerdem kann man das Seebad Düsternbrook seit über 70 Jahren nutzen, um sich in die Fördefluten zu stürzen. Natürlich gibt es hier auch eine Tennisgesellschaft, den alten botanischen Garten, den Schlossgarten und weitere grüne Oasen. Außerdem befinden sich hier das Uniklinikum Schleswig-Holstein sowie die Museen zu Völkerkunde und Zoologie.

Suchsdorf:

Der westliche Teil des Stadtteils ist wenig bebaut und besteht hauptsächlich aus Höfen, Äckern und Wald, weshalb es hier auch mehrere Wanderwege gibt. Im 2. Weltkrieg wurde der Stadtteil zu 80% zerstört. Ab den 50er Jahren wurden dann eine Reihe Backsteinblocks gebaut, später auch Reihenhäuser, wodurch Suchsdorf zur Schlafstadt wurde. Seit 1990 gibt es am Rungholtplatz (mit Kreisel und Busendhaltestelle) allerdings auch eine Art Ortszentrum. Im Winter beherbergt die Hochbrücke am Südpfeiler mit ca. 5000 Fledermäusen eine der größten Kolonien in Nordeuropa. Im Stadtteil gibt es des Weiteren noch ein Wildgehege.

Schreventeich:

Der namensgebende Teich liegt im Osten und lag ursprünglich mal weit außerhalb der Stadt. Ein großer Park wurde zur Jahrhundertwende um den Teich herum angelegt. Im Südosten befindet sich ein Heizkraftwerk mitsamt ständig rauchendem Schornstein. Das Teichwasser wird vom Kraftwerk zur Kühlung genutzt.

Quelle: Wikipedia

Gewohnt wird hier recht dicht in hauptsächlich 3- bis 5-stöckigen Mehrfamilienhäusern, wobei sich die Einwohnerdichte zum Westen hin verringert. Die Wohnstraßen dort weisen eher Reihenhäuser mit 1-2 Stockwerken auf, und man nennt es auch „Philosophenviertel“ (weil 2 Straßen nach Kant und Nietzsche benannt sind).
Im Osten befinden sich allerdings auch Geschäfte, Gastronomie, Arztpraxen und das Städtische Krankenhaus.

Schreventeich hat einige „Lost Places“, also Bauwerke oder Gebiete, die gänzlich verschwunden sind oder nur noch als Ruinen existieren. Dazu gehören unter anderem eine Synagoge, ein nicht mehr zugänglicher Tiefbunker (unterhalb einer Grünfläche) und ein Hochbunker, auf dem sich heute ein Spielplatz befindet (der Lüftungsaufbau ragt noch aus dem Boden).

 

Als nächstes komme ich dann also zum Pink. Pink sind nur drei Bereiche der Stadt, wobei ich nur einen beschriftet habe. Ganz unten habe ich Gaarden ein bisschen vergrößert sozusagen, und der pinkfarbene Teil soll den ruhigeren Anteil des Stadtteils darstellen. Der kleine pinkfarbene Klecks darüber in der City stellt die „Kulturecke“ der Stadt dar. Dort habe ich Burg, Kloster und den Bootshafen angesiedelt. Sparkassen-Arena, Hauptbahnhof und Einkaufszentrum und auch das Opernhaus zähle ich zum (hellrosa) Citybereich. Grundsätzlich symbolisiert das Pink Bereiche der Stadt, in denen man eben besonders weltoffen, kreativ, kulturell oder ähnlich unterwegs ist.

Einzig separat beschriftet habe ich Schilksee ganz im Norden:

Dort lebten ab ca. 1850 ständig Künstler. Von dort kommt auch ein bekannter Holzbildhauer (Puppentheater) sowie ein Bildhauer (Skulpturenpark). Bekannter ist der Stadtteil aber wohl wegen des Strand- und Segellebens mitsamt Segelhafen.

 

Damit bleiben nun noch die roten Bereiche, die sogenannte „soziale Brennpunkte“ Kiels bezeichnen, wie man sie zumindest in der Onlinepresse so finden kann. Da das Ganze für die WoD gedacht ist, geht es hier natürlich schon in die Richtung „Ghetto“, in der Realität sieht das nur bedingt so aus. Und das gilt auch nicht für alle drei, denn in erster Linie steht das Rot für eine hohe Bevölkerungsdichte im Stadtteil.

Ravensberg:

Dieser Stadtteil hat eine sehr große Studentendichte und entsprechend eher junge Bewohner sowie viele Singlehaushalte. Hier befindet sich auch die Uni und man findet dort neben Marineviertel, Nordfriedhof und Botanischem Garten auch das „Stinkviertel“, das wegen einer früheren Abdeckerei dort so genannt wird.

Gaarden:

Der größere Teil des Stadtteils ist rot markiert, der untere, pinkfarbene Abschnitt der Karte, der nicht beschriftet ist, wird von mir allerdings auch zu diesem Stadtteil gerechnet.

Gaarden hat eine sehr hohe Bevölkerungsdichte und ist ein Stadtteil mit geringer Kaufkraft, in dem ca. 100 verschiedene Ursprungskulturen leben. Hier wohnen recht viele Drogenabhängige, weshalb sich in Gaarden auch Methadonausgabestellen befinden und die Beschaffungskriminalität recht hoch ist. Der Vinetaplatz dort gilt baulich allerdings als einer der schönsten Plätze in Kiel, und in diesem Stadtteil findet man auch Veranstaltungen wie Poetry Slams und Co.

Mettenhof:

Mettenhof ist der bevölkerungsreichste Stadtteil Kiels mit etlichen Hochhäusern. Das höchste hat 25 Etagen. Auch hier ist die Kaufkraft der Einwohner gering. Ganz spannend ist, dass fast alle Straßen nach Städten, Inseln oder Personen mit Bezug zu nordischen Ländern benannt wurden. Kulturell finden sich hier beispielsweise die Holzwerkstatt für interessierte Hobbybastler, das Backhaus auf Hof Akkerboom und die Kulturscheune, in der Lesungen und Ausstellungen stattfinden.