Eindrücke von der Heinzcon 2018

Zum dritten Mal waren wir auf der Heinzcon, und ich kann sagen: Jedes Mal sind es bislang unterschiedliche Eindrücke, so auch diesmal.

Heinzcon_2018

Zuvor

Anders als sonst sind wir dieses Mal nicht aus Bayern direkt angereist, sondern haben in den Tagen davor das Ruhrgebiet und Amsterdam besucht, bevor es von dort aus weiter nach Norddeich ging.

Außerdem gab es 2018 erstmals keine Kombitickets mehr, mit denen man auch einen Tag früher anreisen oder einen Tag länger bleiben konnte, sodass wir diesmal die Ferienwohnung in Eigenregie gebucht hatten. Das war an sich eine gute Sache, denn so wussten wir schon vorab, dass wir die wunderbare Ferienwohnung von 2016 wieder beziehen würden, auch wenn der Fußmarsch von dort zur Con zu den etwas längeren gehört.

Freitag

Ankunftswetter

Ankunftswetter

Am Freitag starteten wir entspannt in den Tag, tätigten noch Einkäufe, kochten und gönnten uns sogar noch ein Mittagsschläfchen, bevor wir uns auf den Weg zur Con machten, die pünktlich um 18 Uhr öffnete. Gleich zu Beginn trafen wir – wie mehr oder weniger verabredet – Lex, was schon gleich ein schöner Einstieg ins Heinzcon-Wochenende war.

Sowohl Tsu als auch ich waren unseren Vorsätzen vom letzten Jahr gefolgt und hatten mehr Runden zum Anbieten im Gepäck, sodass wir ab 19.30 Uhr auch gleich die ersten Splittermondrunden leitete. Bei Tsu ging es – natürlich – nach Wintholt, bei mir galt es, sich mit HG 1 einem Bergdrachen entgegen zu stellen … sozusagen zumindest.

Kurz nach Mitternacht war meine Runde beendet und Tsu vertagte seine auf den nächsten Morgen.

Mit neuen Splittermondbüchern im Gepäck – Fahrende Völker, Feinde und Schurken, dem dritten Roman sowie dem Mondsplitter Drache und Nachtigall – ging es dann zurück in die Ferienwohnung.

Samstag

Archetyp

Ein weiterer Archetyp für SpliMo

Der Tag begann erneut mit Rollenspiel. Tsu setzte seine Wintholt-Runde fort, ich selbst bot ein kleines Szenario in Patalis an, für das ich grob 2-3 Stunden geschätzt hatte. Das kam auch ganz gut aus. Gespielt wurde von 9.15 Uhr bis 12 Uhr mit kurzen Pausen, sodass es vom Spieltisch aus gleich in den Workshop Quo vadis, Splittermond? gehen konnte.

Wie bereits bekannt führte Uli Lindner flott und inhaltlich punktgenau durch den Vortrag, an dessen Ende auch die Platzierungen für den 3. Splittermond-Abenteuerwettbewerb bekannt gegeben wurden. Glückwunsch an die Gewinner! 🙂

Leider war bei diesem Workshop relativ wenig Neues zu erfahren. Zunächst gab es eine Übersicht über die Neuerscheinungen von 2017, die aktuellen (Pre)releases und es folgten ein paar weitere Titel, die noch 2018 erscheinen sollen.

Projekt X+

Danach ging es in den mit Spannung erwarteten Workshop zu „Projekt X+„. Auf der Programmseite hieß es:

Als wir das letzte Mal einen Workshop mit dem Namen „Projekt X“ gemacht haben, ging es um Splittermond … diesmal geht es auch irgendwie um Splittermond … aber nicht so richtig … also irgendwie „anders“ …

Tsu hatte das vorab zum Anlass für ein Spekulationsvideo genommen. Ein bisschen lag er mit seiner Prognose richtig, denn SciFi ist dabei tatsächlich ein Thema gewesen.

Letztlich geht es darum, dass Die Zwerge-Reihe von Markus Heitz als Rollenspiel(box) auf Basis der Splittermond-Einsteigerbox und entsprechend ähnlichen, allerdings angepassten Regeln erscheinen soll. Das hat nun gar nichts mit SciFi zu tun, dafür aber selbige Pläne für Justifiers.

Zocken & Quatschen

Anti-Harassment-Huhn

Anti-Harassment-Huhn; zu finden in den beiden WC-Räumen

Nachdem unsere Neugier nun also befriedigt war, ging es gleich in die nächste Splittermond-Spielrunde. In dem Fall spielte ich selbst in einer Runde von Tsu im Mahaluu-Archipel. Im Vorfeld gab es dazu ja schon einiges an Gebastel unsererseits, und entsprechend gespannt war ich auf das kleine Abenteuer dort, das sich Tsu ausgedacht hatte und dessen Teaser mich schon im Vorfeld für dieses Abenteuer begeistert hatte. War auch so, wie ich es mir vorgestellt hatte – und echt drollig. 😉

Nach dieser zweiten Spielrunde des Tages war dann einige Zeit, einfach mit Leuten zu quatschen. Ich habe einige Leute wiedergetroffen, nach langer Zeit wiedergesehen, erstmals Gesichter zu Foren-/Discordnicks rund um Splittermond zuordnen können, und dann gab es tatsächlich auch einige Leute, die ich „einfach so“ neu kennengelernt habe. Das hat den – trotz wohl 300+ Besuchern insgesamt – immer noch familiären Charakter der Con noch mal unterstrichen und unglaublich viel Spaß gemacht.

Zwingard, Termark, Blutgrasweite

Ein Workshop musste dann aber doch noch sein: Zwingard, Termark und die Blutgrasweite.

Ich muss gestehen, dass ich mit etwas gemischten Gefühlen in diese Veranstaltung gegangen bin. Gerade zu Termark habe ich nämlich sozusagen eine besondere Beziehung, und ich wusste vorab echt nicht, ob ich mich auf den geplanten Band zur – wahrscheinlich – SPIEL 2018 freuen soll oder eher nicht so.

Diese Frage beantwortete sich innerhalb des Workshops dann in drei Ebenen.

  1. Tilman Hakenberg ist das Ganze sehr entspannt und gleichzeitig konzentriert angegangen, was für mich genau die richtige Mischung war. Der Aufbau des Workshops war auch ein anderer als sonst und bot diesmal neben genaueren Einblicken in den geplanten Band einiges an Hintergrundinformationen zur Entstehung sowie – besonders interessant für mich – zu Grunde liegende Inspirationen zum Band.
  2. Die genannten Schlaglichter haben mich begeistert. Okay, der Schwerpunkt Zwingard ist nun tendenziell eher nicht der meine, auch mit dem Thema Festungen kann man mich nicht so vom Hocker reißen. Aber Tradition vs. „Moderne“! Und Legendensänger! Und erst  die „Weird Fantasy Savanne“ der Blutgrasweite mit Reiseregeln und allem drum und dran! Allein das Wort Verorkung! Ja, da kann man schon mal das eine oder andere Ausrufezeichen springen lassen. 😉 Termark blieb dahinter für meinen Geschmack noch recht blass. Das mag aber auch daran liegen, dass ich mir zu dieser Region schon selbst recht viele Gedanken gemacht habe im letzten halben Jahr.
  3. Der maggus! Ich meine natürlich Markus Renner. Er ist bei dem Band als Autor mittendrin – und das merkte man auch. Eine kurze Frage aus dem Publikum und dann ging es los mit Erklärungen und Ideen und … ach! Einmal wurde sein Enthusiasmus sogar vom Fragesteller durchbrochen mit dem Hinweis darauf, dass eine kurze Antwort völlig ausreiche. Ein witziger Moment – aber auch ein bisschen traurig. Wer meinen Blog oder auch meine Videos kennt, weiß ja, dass ich eines immer wieder anspreche: Bock. Man kann die besten Regeln der Welt haben, die tollsten Illustratoren am Start, die innovativsten Abenteuerideen, den coolsten Namen des Planeten oder sonst was – aber wenn du nicht wirklich Bock hast, dann merkt man das einfach. Ich zumindest. Aber WENN jemand so richtig Bock hat und das überschwappt, dann schwappt es einfach. (Herrje, ich bin heute ja SO philosophisch unterwegs!) Nichts, wirklich absolut gar nichts in unserem Hobby ist so toll wie Leute, die Bock haben auf das, was sie tun und womit sie sich beschäftigen. Nicht einfach mal so casual nebenher, sondern eben wirklich mit Herzblut. Und wenn der gute Markus in der Veranstaltung dafür nicht ein glänzendes Beispiel war, dann weiß ich auch nicht. 🙂

Sarnburger Nächte

Völlig spontan (und schnell genug) entdecken wir dann noch eine Spielrunde ab 20 Uhr mit genug Platz für Tsu, Lex und mich als Spieler, also nix wie eingetragen. Zwei weitere Mitspieler fanden sich ebenfalls noch ein, und dann recherchierten wir uns durch Zuulas Sarnburg.

Angekündigt war das Ganze für etwa 6 Stunden. Das wurde für uns viel zu spät. Als wir uns eintrugen, waren wir noch so in der „Ach, wir sind noch jung, was kostet die Welt!?“-Stimmung, aber die Realität holte uns gegen 1 Uhr dann leider am Spieltisch ein *hust*. Gespielt wurde dann sogar noch etwas länger als angekündigt. Um 2.40 Uhr schlossen wir die Runde – und an dieser Stelle noch mal ein Sorry an eventuell zunehmende Passivität ab 1 Uhr … ich war einfach total müde.

Sonntag

Nach knapp 5 Stunden Schlaf klingelte für uns der Wecker, zumal wir bereits um 10 Uhr die Wohnung geräumt haben mussten. Mitsamt Gepäck ging es noch einmal zurück zur Con. Na, nicht ganz mit Gepäck. Nachdem sich zu den ohnehin schon zwei schweren Koffern, einem dicken Rucksack und 2 weiteren vollen Taschen noch ein paar Einkäufe der Woche ins Gepäck gemogelt hatten (ich weiß nicht, wo das alles plötzlich her kam, ehrlich!), waren wir so beladen, dass wir uns ein Taxi zur Con gönnten. Der Fahrerin taten wir dann mit all dem Zeug auch gleich so leid, dass sie anbot, den Großteil unseres Gepäcks ein bisschen spazieren zu fahren und uns um 13.30 Uhr einfach wieder abzuholen und zum Bahnhof zu bringen. Ein Bombenangebot, dem wir nicht widerstehen konnten.

Wild West Exodus

Wild West Exodus

Und nachdem das geklärt war, hatte ich ja auch wieder Platz, doch noch was auf der Heinzcon einzukaufen …

Eigentlich wollten wir am Sonntag noch ein Demoründchen Wild West Exodus spielen, aber es blieb dann doch bei weiteren Gesprächen und einem Mittagessen. Nächstes Mal!

Wie schon in den letzten Jahren auch diesmal eine Zusammenfassung meiner Eindrücke:

Positives

Bei unserem diesjährig dritten Besuch spielte das Wetterthema eigentlich fast schon keine Rolle mehr. Es gab richtig sonnige Momente, kühle, nieselige, verregnete … war aber irgendwie alles auch egal (zumal wir diesmal wirklich gut vorbereitet waren auf alle Varianten von Wetter). Passte also alles.

Die Ferienwohnung selbst ist diesmal eigentlich nicht Bestandteil des Con-Feedbacks, da wir sie selbst abseits davon gebucht haben. Aber da es dieselbe war wie bei unserem ersten Besuch, kann ich an der Stelle ja dennoch nochmals erwähnen, wie wunderbar ich sie finde.

Vorab war ich ein bisschen verwundert über die Verdichtung des Programms am Samstag, praktisch fand ich es nahezu perfekt, wie es war. Es gab reichlich Zeit zum durchgängigen Spielen und zum Quatschen mit anderen, gleichzeitig konnte man sich das Workshop-Programm prima so zurecht puzzlen, wie man es haben wollte (zumindest theoretisch; siehe unten), also ohne oder mit Pausen zwischendrin. Hat mir wirklich gut gefallen.

Letztes Jahr war die vegane Bolognese zur Überraschung der Gastgeber ja unwahrscheinlich schnell ausverkauft und ich hatte mir in meinem Bericht gewünscht, dass das 2018 anders wäre. War es. So sehr, dass wir sogar am Sonntag vor der Abreise noch zwei frische Portionen bekamen. Super!

Der Zwingard-Workshop war wirklich mal was anderes und kommt definitiv auf die Positivliste. Warum, könnt ihr weiter oben ja ausgiebig lesen.

Die Leute! Auch wenn so viele vor Ort waren, kennt man doch mittlerweile so einige Leute oder freut sich darauf, mal die Personen hinter irgendwelchen Nicknames zu treffen. Auch bei meinen Runden hatte ich unwahrscheinliches Glück mit den Mitspielern. Alle hatten nämlich den von mir so geschätzten Bock, waren aktiv dabei, sind bei Regelunklarheiten eingesprungen und waren einfach unkompliziert. Vielen, vielen Dank an euch nochmals, Spielleitungen wie Mitspieler.

Neutral

Spielrundenangebot

Selbst am Sonntag hingen noch einige Runden aus

Letztes Jahr gab es schon ein Rundenproblem, was aber wohl vor allem daran lag, dass es zu wenige Spielleiter gab. Ich nehme nach dem bisherigen Feedback anderer mal an, dass das diesmal ein kleines bisschen besser war, mehrfach gehört habe ich allerdings, dass keine Tische verfügbar waren bzw. mitbekommen, dass Leute an Tischen baten, Schilder zurückzugeben, weil Tische gebraucht würden. Ich selbst war davon nicht betroffen, weshalb ich es neutral einstufe. Die Besucherzahl soll ja auch nochmals angestiegen sein, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Vielleicht stößt die Con jetzt einfach an ihre Kapazitätsgrenzen? Ich fand dennoch, dass man sich organisatorisch wirklich bemüht hat, dem entgegen zu treten.

Negatives

Zum dritten Mal nenne ich bei meinem Rückblick auf die Con das Platz- und Luftproblem bei den Workshops. Ich muss auch sagen, dass ich das diesmal nicht nur schade bis lästig fand, sondern durchaus ärgerlich. Liebe Uhrwerkler, ihr wisst doch, wie voll es in den Räumen wird – und dass es von Jahr zu Jahr eher voller als leerer wird, ist ja im Grunde auch klar. Letztes Jahr wurde schon festgehalten, konsequent die Fenster zu öffnen und es war die Rede von einer Zwischenwand, die man noch öffnen könnte. Bitte setzt da 2019 auch entsprechend was um, denn es ist einfach ätzend, wenn man gequetscht irgendwo stehen muss. Auch wenn es vielleicht „nur eine halbe Stunde“ ist – vielleicht ist es auch eine Stunde, vielleicht ist es auch die Zeit danach und danach und danach, weil es einfach einiges an interessanten Workshops gibt. Vielleicht führt ihr die Veranstaltungen mit dem erfahrungsgemäß größten Zulauf sogar 2-3x durch?

Und noch ein Punkt: Wer zieht denn bitte in genau diesen vorbeschriebenen Workshopsituationen abends Schuhe und Strümpfe aus und pult sich als Zuschauer/Zuhörer an den Füßen rum!? Ich weiß nicht, wer du bist und wollte das auch nicht laut im vollen Raum thematisieren (jetzt wurmt es mich aber immer noch, darum puste ich es mal in den virtuellen Raum und vielleicht erreicht es ja auch dich), aber … Leute, ohne Witz, lasst bitte eure Schuhe und Strümpfe an und fummelt nicht an euren Füßen rum bei Veranstaltungen, auch wenn sie noch so familiär wirken mögen. Das ist echt … nee.

Abschlussbild

*winke winke*

Steht schon der Termin für 2019? 🙂

Pathfinder: Die Winterkönigin – Band 4 abgeschlossen

Dass wir den 4. Band der Winterkönigin in der gestrigen Session beenden würden, damit habe ich echt nicht gerechnet. Ich ging davon aus, dass es eine weitere Session brauchen würde, um diesen Teil abzuschließen. Aber gut: Zeit für einen kleinen Rückblick.

Allgemeines nach der Halbzeit

Nach dem Abschluss von Band 3 hatten wir uns zu einem Livestream getroffen und ganz allgemein ein bisschen über Pathfinder, den Abenteuerpfad Die Winterkönigin und unsere Gruppe geplaudert. Das war Mitte April 2017.

Und tatsächlich noch im selben Jahr haben wir es geschafft, auch Band 4 abzuschließen – in unserer 49. Session. Hab ich schon erwähnt, wie sehr mich das begeistert?

Im Mai 2015 habe ich einen Artikel dazu verfasst, wie ich zu Pathfinder kam. Den habe ich eben auch noch mal selbst gelesen und an manchen Stellen irre kichern müssen. Ich hab seitdem soviel D&D-mäßigen Kram gespielt! Nicht nur das, ich habe mich vor allem mit der 5. Edition von D&D intensiv beschäftigt. Und wie. Was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass Tsu und ich die deutsche Ausgabe lektoriert haben. Was aus verschiedenen Gründen ein unglaublicher Aufwand war, worauf ich mittlerweile aber ehrlich gesagt auch ziemlich stolz bin. 🙂

ACHTUNG: Bei den folgenden Abschnitten ist nur jeweils der erste Absatz spoilerfrei. Alle anderen (ausgenommen das jeweils weitgehend spoilerfreie Fazit des Bandes) enthalten fette Spoiler sowohl zum Abenteuerpfad als auch zur Runde als solche!

Band 1

Für Band 1 haben wir am längsten gebraucht, nämlich 14 Sessions mit insgesamt rund 37 Stunden Spielzeit.

feengeistDas Ganze beginnt in dem kleinen taldanischen Dorf Heldren.  Es gab ein paar Zombies (bin ich ja immer für zu haben *g*), fiese Feengeister, eine für die Spieler ausgesprochen überraschende Falle, eine Räuberbande und den ersten NSC, der in Erinnerung blieb: Frau Zwei-Pfennig.

Außerdem gab es eine entführte Adlige und die laut Rückmeldungen wohl gruseligste Szene des bisherigen Abenteuerpfades: eine Wachhütte mit einer Puppe …

An einem Portal verzeichnete die Gruppe schließlich ihren fast ersten Toten, und das ausgerechnet genau, als die Gruppe gerade ein Portal entdeckt hatte.

Oh, und natürlich begegneten sie dem Schwarzen Reiter der Baba Jaga, der ihnen „freundlicherweise“ die Quest auferlegte, Baba Jaga zu finden. domowoi

Ebenfalls ein bisschen gruselig war das Eintreffen in einem Dorf namens Waldsby – einer Art düsterer Kopie von Heldren. Doch hier machten sie auch die nächsten erinnerungswürdigen Bekanntschaften: Nadja Petska, ihre Besen schwingende Haushaltshilfe, ihre beiden Kinder und den sehr Dobby-artigen Hausgeist Luk. Traurig wurde es auch noch mal, als die Charaktere erkannten, dass die Wächterpuppe, der sie begegnet waren, die Seele von Nadjas Tochter beinhaltete. 🙁

Und natürlich gab es zum Ende hin auch einen Dungeon, nämlich einen Hexenturm, wo die entführte Adlige gefunden wurde, eine Sylphe, die Tsu Charakter Ulfjik zu einem mutig-wahnsinnigen Sprung in die Tiefe animierte, und nach einigem mehr schließlich auch der Hexer mit seiner Ziegenvertrauten.

Fazit Band 1:

Für mich gab es in diesem Band unheimlich viel zu entdecken. War auch nicht schwer, da ich mich eben mit Pathfinder abseits von Fluff-Schmökerstunden nicht gut auskannte.

Ich hab keine Ahnung mehr, ob die gute Halborkin Zwei-Pfennig schon immer so bei uns hieß, im Buch heißt sie jedenfalls Zehn-Pfennig. Ist aber auch egal, auf ein paar Pfennig kommt es ja nicht an … aber erst in der letzten oder vorletzten Session hat sie jemand aus der Gruppe mal wieder erwähnt und sich gefragt, was wohl aus ihr geworden sein mag. Sowas mag ich, finde ich gut.

Einen der größten Lacher überhaupt gab es in der 3. Session bereits. Es hatte was mit nähen zu tun … hihi. 🙂

Insgesamt habe ich diesen ersten Band in wirklich guter Erinnerung behalten. Rückblickend hat er am meisten von dem, was ich mir von dem Pfad auch versprochen hatte, nämlich Feen, Mystik und ein kleines bisschen Grusel. Ich mochte auch die Abwechslung aus Dorf, Landschaft und Dungeon sehr gern. Es ist wirklich viel passiert in diesem ersten Band, eben auch nachhaltiges, woran man sich auch jetzt noch erinnert.

Band 2

32 Stunden spielten wir an diesem Teil und nutzten dafür 12 Sessions. Ich hätte die Differenz zum ersten Band jetzt höher eingeschätzt als nur 5 Stunden. Inhaltlich ging es einfach ein bisschen fixer, weil ich erstmals ein paar Kleinigkeiten weggelassen hatte, größtenteils entwicklungsbedingt.

Teil 2 begann noch recht harmlos, als sich die Gruppe mitsamt Nadja, ihren Kindern und dem kleinen Domowoi auf den Weg in Richtung Weißthron machte. Mittlerweile hatten sie herausgefunden, dass sie sich nicht mehr in Taldor, sondern in Irrisen, sehr viel weiter nördlich gelegen, befanden.

Sie trafen auf ihrem Weg eine Huldra, der sie ihren geliebten Mann wiederbringen konnten, doch gab es in diesem Band auch die ersten Toten zu vermelden: neben einem der Charaktere starb auch die NSC-Begleiterin Nadja.

Mit der Unterstützung von Nadjas „Schwiegeronkel“ Ringeirr gelang es den Charakteren, in Irrisens Hauptstadt Weißthron zu schleichen. Dort machten sie den Schrein der Immerblüte aus, einen verborgenen Kult der Milani, wo die Verstorbenen wiederbelebt wurden, allerdings nicht in früherer Gestalt als Menschen. Nadja wurde als Zwergin wiederbelebt, Fredrick als Halbling.

Schließlich kämpften sich die Charaktere durch Logriwitschs Uhrenturm, wo es ein paar Leute zu retten gab, bevor die Charaktere den jungen weißen Drachen besiegten.

Doch damit war der Band noch nicht zu Ende, denn auf Weißthrons Marktplatz hatte ein Dickicht zu wuchern begonnen. Und mittendrin, so sagte man, sollte sich Baba Jagas legendäre tanzende Hütte befinden. dämmerpfeifer

Bevor die Charaktere diese Hütte jedoch fanden, hätten sie ihren Gefährten Isirian beinahe an einen Dämmerpfeifer verloren, becircenderweise. Becircend waren allerdings nicht nur die Dämmerpfeifer, sondern das Dickicht verbarg auch ebensolche Bakchantinnen. Da waren die „Augenmonster“, denen sie begegneten, bodenständigeres Terrain für die Charaktere. 😉

Am Ende stand dann endlich die ersehnte tanzende Hütte, die zu betreten sich nicht so ganz leicht gestaltete. Sehr viel schwerer jedenfalls als der tolle epische Endkampf gegen die Hexe Nazhena, die einfach so, na ja, von ihrer eigenen Eiswand erschlagen umkippte. War super …

Fazit Band 2:

Dieser Band hatte einige schöne Szenen. Schön … na, auf jeden Fall erinnerungswürdige. Der Tod von einem Charakter – und teils auch von einer liebgewonnenen NSC – war natürlich besonders bemerkenswert und führte im Verlauf auch zu ein paar Kürzungen, um den Spieler möglichst schnell wieder ins Spiel bringen zu können. Das ist ganz gut gelaufen, finde ich.

Einen Narren gefressen habe ich in diesem Band ja vor allem am beschriebenen Milani-Kult, zu dem es in diesem Band noch allerlei Zusatzinformationen gibt. Und soweit ich weiß, übrigens auch nur in diesem Band. Einiges davon fand auch den Weg ins Spiel, vieles wiederum auch nicht.

Im Nachhinein hätte ich gern mehr rund um den Kult eingebracht, und ein Mitspieler meinte später auch, er hätte gern mehr von der Stadt gesehen und dort noch ein bisschen was erlebt. Rückblickend wäre das sogar sinnvoll gewesen, aber mir war zu dem Zeitpunkt auch nicht so bewusst, dass Städte in Zukunft Mangelware werden würden und hatte darum nicht mehr Zeit in Weißthron eingeplant.

Der Endkampf ärgert mich immer noch ein bisschen. Kippt die olle Hexe einfach so um. 🙁

Band 3

Knapp 28 Stunden in 10 Sessions verbrachten wir mit dem dritten Buch.

In diesem Band mussten sich die Charaktere erstmals durch eine neue Konfiguration der tanzenden Hütte bewegen und sich entsprechend orientieren. Gleichermaßen hilfreich wie verwirrend waren dabei ein paar mystische Raben. Ordentlich erschreckt wurde Isirian von einem belebten Albtraum.

albtraumNach einigen Irrungen und Wirrungen erkundeten die Charaktere dann die Dvezdamarsch und fanden irgendwann auch heraus, dass sie sich zwar noch auf Golarion, aber in Iobaria befanden. Ein Landstrich, den quasi keiner kennt. Hier gab es jede Menge Frostriesen und die friedlichen Zentauren. Letztere hatten sogar eine Stadt im Angebot (die ich selbst erstellt hatte), sodass wir sogar eine Shoppingsession einbauen konnten.

Und danach ging es in einen unglaublich großen Dungeon mit allerlei „Leuten“ darin. Das reichte von halbverwesten Hunden über Forlarren-Vivisektionisten bis hin zum Endkampf in der Äonengrube natürlich, wo man sich einem bösartigen Zentaurenkleriker stellen musste. vsevolod

An dieser Stelle gab es dann auch Verstärkung für die Gruppe, denn mittendrin gab es leider wieder einen Charaktertod, nach dem wir entschieden, nicht nur den Charakter gegen einen anderen zu ersetzen, sondern nun doch auch einen weiteren Spieler mit ins Boot zu holen. So kam Lex, mit dem ich schon seit Jahren spiele, als Paladin Sir Duncan mit dazu.

Fazit Band 3:

Ich freue mich immer noch über die Stadt der Zentauren, die im Band selbst eher eine Hintergrund-Infonotiz ist, und die ich dann selbst erdacht und eine Karte dafür erstellt habe. Ist auch die hübscheste Karte geworden, die ich bislang so zustande bekommen habe. Und gelohnt hat es sich auch, denn ganz ehrlich: Mit der Gruppe hat auch eine Shoppingsession wie diese (übrigens Session 5 dieses Bandes) unheimlich viel Spaß gemacht. 🙂

Der riesige Dungeon ist mir hingegen unglaublich auf den Sender gegangen. Ab Session 5 ging es in den großen Dungeon, und das, wo ja im Grunde bei der Hüttenkonfiguration zu Beginn auch schon ein mehr oder weniger klassischer Dungeon mit dabei war. Das große Ding war nicht gut aufbereitet und hat mich einiges an Arbeit gekostet, um das Ganze sinnvoll in Roll20 einzubasteln. Auch die völlige Unberechenbarkeit, wohin die Charaktere nun gehen könnten, war anstrengend.

Aus den Rückmeldungen kam mehrfach, dass die Spieler durch sehr unterschiedliche Stimmungen in unterschiedlichen „Räumen“ des Dungeons verwirrt waren. Das freut mich immerhin, denn das ist Teil der geplanten Szenerie.

Unter dem Strich hat mir dieser Band insgesamt am wenigsten gut gefallen bislang. Da war viel Unruhe drin, fand ich, und es fehlte an dem für Spieler und auch Zuschauer erkennbaren roten Faden, glaube ich. Den gibt es, ist alles nett und schlüssig im Buch beschrieben, aber nur die Hälfte davon lässt sich auch wirklich sinnvoll ins Spiel einbringen. Alles andere sind Hintergründe, die nett zu lesen sind, aber eben nicht viel bringen im Spiel.

Band 4

Knapp 29 Stunden waren wir im vierten Band des Abenteuerpfades unterwegs.

Die neue Konfiguration der Hütte führte die Gruppe – sehr zur Freude von Isirian und dem Pony Rübe – in einen großen Garten. Natürlich gab es dort auch einige Kampfbegegnungen, die von sprechenden Katzen bis hin zu cthulhoiden Wesen reichten, bis die Charaktere schließlich den Ausgang entdeckten.

Zuvor jedoch befreiten sie einen sozusagen intergalaktischen Händler aus einem Rubin, was ihnen seitdem die Möglichkeit gibt, auch ohne Städte unterwegs einige Dinge zu kaufen oder zu verkaufen.

nevraHinaus in die Schneelandschaft getreten – wohin auch sonst? – irrte die Gruppe kurz durch die fremde Landschaft des Planeten Triaxus, bis sie auf eine triaxianische Kämpferin und ihren Verbündeten des Drachenvolks trafen. Bescaylie, wie die gute Dame hieß, brachte die Gruppe in die Hornwallfestung, wo sich die Helden dem Kampf gegen die Angreifer aus den Dralanden anschlossen.

Natürlich gab es auch hier wieder reichlich zu kämpfen, immerhin handelte es sich um eine versuchte Eroberung der Festung. Doch es gab auch beschauliche Momente, wie beispielsweise der geschlossene Reiterbund zwischen einem der Charaktere und einem NSC des Drachenvolks namens Nevra.

Doch schon zügig ging es weiter durch Schnee und Eis bis zu einer Gletscherkluft, die einen spirituellen Wert für einen Stamm der Adleten, humanoiden Wolfswesen, hatte. Hier galt es, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Relikte eines Adleten-Ahnen zu finden und zugleich einen verborgenen Eingang in die Festung des Drachen Yrax, um den nächsten Schlüssel für die Weiterreise mit der Hütte zu erlangen.

Natürlich gelang der Gruppe beides, und mehr noch, fand Isirian auch ein neues „Haustier“, bevor die Gruppe buchstäblich mit dem Kopf durch die Wand ging und in der Küche der Festung landete, wo ihnen eine Nereide ein paar wertvolle Tipps für das weitere Vorgehen gab. Allerdings erst im zweiten Anlauf, nachdem die Gruppe sich gegen eine ganze Horde von Konstrukten zur Wehr setzen musste. yrax

Der restliche Weg durch die Festung war danach allerdings beinahe ein Kinderspiel, und der alte Drache Yrax konnte schließlich zu Fall gebracht werden.

Fazit Band 4:

Der vierte Band hat mir wieder besser gefallen als der dritte. Die beiden enthaltenen dungeonartigen Strukturen waren überschaubar, und die Anfangsschlacht, durch die die Charaktere Siegpunkte erringen konnten, die letztlich das Endergebnis beeinflussten, war mal was anderes.

Natürlich mochte ich die ruhigen Szenen in der Festung, das Reden mit NSC, den geschlossenen Reiterbund und all diese Kleinigkeiten unheimlich gern. Das war beschaulich und entspannend zwischendurch. 🙂

Auch der Kampf gegen die Konstrukte vor allem hat mir gut gefallen, weil es endlich mal wieder ein Kampf war, der länger andauerte und nicht gleich innerhalb von 2-3 Runden entschieden war. Das ist mittlerweile, wo die Charaktere auf Stufe 12/13 und insgesamt gut aufgestellt sind, selten geworden. Für mich steht da der Vorbereitungsaufwand in keinem Verhältnis zu dem Kampf, wie er dann letztlich stattfindet, was echt schade ist.

Ui, einen kleinen Retcon hatten wir in diesem Band auch mal, weil ich etwas Wichtiges vergessen hatte. Zuvor war ich SO gespannt darauf gewesen, wie sich eine bestimmte Sache im Spiel auswirken würde und dann … hatte ich sie vergessen. Hmpf.

Ab hier wieder völlig spoilerfrei!

Ausblick

Wir machen jetzt erst einmal eine Pause, bevor wir mit dem 5. und damit vorletzten Band starten. Das wird diesmal eine längere Pause, denn es stehen verschiedene RL-Sachen bei 2-3 Leuten an, die einen längeren Break sinnvoll machen. Genau genommen werden wir erst Ende Februar 2018 weiterspielen, vielleicht auch erst im März.

Dennoch gab es diesmal eine Vorbesprechung, weil der 5. Band sich von den anderen inhaltlich doch sehr abhebt. Das beinhaltet einmal einige neue/zusätzliche Regeln, doch inhaltlich gab es auch ein paar Dinge zu besprechen, weil es im nächsten Band ein paar Aspekte gibt, die wir schlichtweg nicht (so) spielen wollen. Ich bin also gespannt, wie sich das in der Vorbereitung und später im Spiel so machen wird.

Wenn abseits der Umbrüche zum Jahreswechsel sonst keine größeren Ausfälle zu erwarten sind, könnten wir den Abenteuerpfad zum nächsten Jahreswechsel tatsächlich beenden, wenn auch eher Januar/Februar 2019 als um Weihnachten 2018 rum. Mal sehen. 🙂

Schon öfter kam die Frage auf, ob wir danach was anderes zusammen spielen, ob wir danach einen weiteren Abenteuerpfad zusammen spielen oder irgendwas in der Art.

Was mich betrifft, so kann ich mit Sicherheit sagen, dass es danach keine weitere Pathfinder-Runde mehr für mich geben wird. Auf den ersten paar Leveln ist das alles noch ganz nett und ich kann mich auch nach wie vor für vieles aus dem Fluff von Pathfinder begeistern. Danach wird das Spiel aus meiner Sicht aber immer absurder, und generell regeltechnisch werde ich damit niemals warm werden. Will ich auch einfach schon längst nicht mehr, weil ich für mich nicht sehen kann, wozu ich mir das antun sollte.

Ich bin unglaublich stolz auf diese Runde, die nun schon seit über 2,5 Jahren regelmäßig zusammenfindet, obwohl man Onlinedingen ja immer so eine kurze Beständigkeit nachsagt. Ich bin unglaublich dankbar für diese Gruppe und diese Gruppenkonstellation, und das auf mehreren Ebenen. Wir verstehen uns outgame allesamt gut, es passt ingame gut zusammen – mehr kann man nicht wollen, oder?

Sogar einen Neuzugang mitten in Band 3 und einen Charakterwechsel hat diese Gruppe einfach so weggesteckt und schon 1-2 Sessions später glaubwürdig so gespielt, als wäre die Gruppe nie eine andere gewesen. Jeder gibt sich Mühe, seinen Charakter (und dessen besondere Merkmale) einzubringen, die anderen mit im Spiel zu halten, Szenen zu beschreiben, im Dialog zu bleiben … ich finds wirklich toll. Vielen Dank an euch; ihr seid super! 🙂

Na gut, wäre es nicht Pathfinder, wäre es vielleicht noch ein kleines bisschen perfekter, kann sein. Aber dann wäre es auch nicht die Winterkönigin, die ich vor 4 Jahren so sehnsüchtig unbedingt leiten wollte. Und das tue ich. Immer noch. Noch eine ganze Weile. Und ich freu mich drüber, sehr sogar.

Wer übrigens mal reinsehen will: Die 126 Stunden gibt es zum Nachsehen. Das schafft ihr bis Februar. 😀

 

Splittermond: Mord im Schwimmenden Zirkus, Teil 1

Splittermondbanner

Gestern war es soweit: die erste Splittermond-Runde auf meinem Youtube-Kanal stand an. Mein lieber Schwan, war ich nervös!

Das Spiel ist für mich selbst ja immer noch recht neu, da ich es schon lange mögen will, es aber ebenso lange nicht bei uns gefunkt hat, bei diesem Splittermond und mir. Erst vor etwa einem Dreivierteljahr änderte sich das mal konkret. Gründe dafür waren, dass ich es tatsächlich auch mal spielen konnte, wegen anstehender Runden ziemlich viele Stunden mit dem Charakterbasteln verbracht hatte, und sich dann auch noch eine Tischrunde mit Splittermond herauskristallisierte. Dennoch habe ich viele der bisherigen Splittermond-Publikationen noch nicht (gänzlich) gelesen und würde mich noch als Systemeinsteigerin bezeichnen. Gespielt habe ich bislang 6 Sessions in insgesamt 4 verschiedenen Runden, geleitet 3  Sessions. Zu einem Abenteuer hatte ich ja schon mal einen Bericht gebloggt.

Bei den Spielern für die Youtube-Runde ist einer dabei, der insgesamt deutlich mehr gespielt hat, wenn auch viele Sessions noch zum Beta-Status des Spiels. Für die anderen drei ist Splittermond völliges Neuland und die für die Youtube-Runde erstellten Charaktere sind ihre ersten. Continue reading