Früher war mehr Lametta?

Sorben von Gelbe Zeichen hat neulich im rsp-blogs-Forum etwas geschrieben, das mir auch schon ein paar Male durch den Kopf ging und über das ich auch schon mehrmals nachgedacht habe. Aufhänger war der Karneval der Rollenspielblogs, aber die Aussage geht darüber hinaus:

Die Beteiligung nimmt generell ab, meine Einschätzung. Ich finde auch, es wird derzeit überhaupt weniger gebloggt, vielleicht ist meine Beobachtung auch falsch?!

Die Beteiligung am RSP-Karneval

Leider finde ich den ollen Zettel nicht mehr, auf dem ich mir die Karnevalsbeteiligung 2017 mal notiert hatte. Und ich bin jetzt auch zu faul, noch mal durchzuzählen. Ich kam dabei jedenfalls auf den Schluss, dass zumindest die Beteiligung am Rollenspielkarneval nicht wirklich abnimmt. Zumindest nicht, wenn man es auf 2017 bezieht.

Gleich im Januar gab es irgendwas um die 60 oder mehr Beiträge. Dagegen sehen natürlich die zum Beispiel 6 Beiträge im September mehr als alt aus.

Tatsächlich gab es 2017 sogar zwei Monate mit unwahrscheinlich vielen Beiträgen, allerdings wurden beide Monate in erster Linie durch tägliche (!) Beiträge von d6ideas.com gepusht. Nimmt man diese Spitzen raus, kommt man im Mittel auf etwa 12 Beiträge monatlich. Das ist nicht gerade unfassbar viel bei über 150 bei rsp-blogs.de gelisteten Blogs.

Blogs & Blogger

Wirft man mal einen etwas genaueren Blick auf die Liste der Blogs, dann tauchen dort im Vergleich zu früher relativ viele Blogs auf, die mehr oder weniger unternehmerische Ambitionen haben, ob nun „Webmagazine“, sonst unternehmerisch motivierte Blogs, Autoren- und Zeichnerwebseiten oder Spiel-/Systemvorstellungen. Hinzu kommen einige Podcasts, Preisverleihungsseiten und ähnliche sowie Vereinsaktivitäten und Kalender. Selbst mit einer sehr vorsichtigen Durchsicht kam ich beim Zählen auf mehr als zwei Dutzend.

Und auch ohne zu zählen bin ich ziemlich sicher, dass bei weiteren zwei Dutzend nur 3-4x im Jahr was zu lesen ist, wenn überhaupt. Hinzu kommen hier noch ambitionierte Neublogger, denen nach den ersten Beiträgen die Puste offenbar gleich komplett ausgegangen ist.

Da bleiben von gut 150 also schon „nur“ noch 100 Seiten übrig. Und auch das sind bei weitem nicht alles rein private und/oder ausschließlich rollenspielerisch bezogene Blogs. Da fällt also vielleicht regelmäßig was zum Posten an, aber nur jeder 3.-5. Beitrag hat dann auch mal einen Rollenspielbezug. Ist relativ undefinierbar für mich, da auf eine Art „festen Kern“ zu kommen.

Gleichzeitig sind allerdings allein 2017 bislang 17 neue Einträge hinzu gekommen und fast alle sind auch mehr oder weniger aktiv dabei.

Blogs als Spezies

ohaJetzt wird es hart, Leute: Die Welt dreht sich! Ich glaube, nicht die Aktivität als solche ist gesunken, sondern die Spezies der Blogs hat sich in den letzten 1-2 Jahren geändert. Davor natürlich auch schon, aber ich glaube, dass manche der „neueren“ Änderungen eben zu solchen Wahrnehmungen führen wie oben zitiert.

Grundsätzlich ist ein Blog ja nichts anderes als ein „Webtagebuch“, in unseren Fällen eben vor rollenspielerischem Background. Die Fülle an Möglichkeiten, die Blogs durch ihre leichte Handhabung mit sich bringen, macht das Gebilde der Blogs aber eben auch als eine Art „alternative Webseite“ interessant.

Derweil sich unsere Nische noch immer hartnäckig weigert, irgendwie „kommerziell“ ankommen zu wollen, stehen dem zahlreiche Blogger auch in Deutschland gegenüber, die sich – in anderen Branchen – genau damit selbstständig gemacht haben und ihr Geld damit verdienen. Und da rede ich nun nicht von ein paar popeligen Affiliates und/oder Rezensionsexemplaren, nicht mal von Werbebannern, Paypal-Buttons und Patreon, sondern von konkret bezahltem Content, also bezahlten Artikeln.

Und diese Entwicklungen schwappen auch unmonetarisiert durchaus auf Blogs im Allgemeinen über. Will heißen: Die Erwartungshaltung an die Inhalte eines Blogs steigen.

Groß, lang und breit, am besten Spielmaterial, und das am liebsten auch noch grafisch hinterlegt, aufbereitet und als PDF-Download, das ist schon mal was, das richtig gern gesehen wird.

Generell soll es auch nicht mehr so popelig aussehen, sondern irgendwie hip, und mit Bildern, am besten noch mit Wasserzeichen oder ähnlichem versehen. Optimalerweise pinteresttauglich, ansonsten aber bitte zumindest SEO-optimiert, denn man will ja Besucher und Statistiken, am besten gleich ein fesches Mediakit (falls da doch mal Unternehmen was anbieten wollen … oder so).

Das Dumme an solchen Sachen ist, dass es einen Grund dafür gibt, dass man Leute für sowas bezahlt: Es ist nämlich aufwendig, kostet Zeit und eventuell sogar noch Geld. Und das geht zuletzt durchaus auch auf Kosten des Outputs (und evtl. der Kreativität).

Entwicklung bei mir selbst

Ursprünglich habe ich mit diesem Blog erstellt, damals noch ohne eigene Domain, um Zeug zu meinen Spielrunden festzuhalten. Meine heißgeliebten Charaktertagebücher, Charakterdaten, NSC, bestimmte Orte und so weiter.

Blick auf den alten Blog

Blick auf den alten Blog

Das ist auch recht lange so geblieben, bis sich dann noch andere Sachen dazu mogelten. Gedanken zu Rollenspielrunden, zu Rollenspielen an sich und derlei mehr.

Interessant finde ich, dass es den einen oder anderen Beitrag von mir selbst gibt, über den ich noch mal aus irgendeinem Grund stolpere und bei dem ich mir dann denke: Ui, den hast du aber gut hinbekommen. Und danach sofort: Wieso schreibst du mittlerweile solche Artikel nicht mehr?

Ganz generell zählte zu meinen Vorsätzen für 2017, wieder mehr zu bloggen. Im Schnitt waren es 2015 und 2016 jeweils um die 60 Beiträge pro Jahr, das wollte ich nach oben schrauben. Zwischenfazit bis jetzt: gerade mal 30 Artikel 2017. Und wenn ich mir die so anschaue, dann sind 6 davon Teilnahmen an der Blog-O-Quest und 5 Artikel rund um den RSP-Karneval. Weitere 6 Artikel befassen sich sozusagen mit „Sonstigem“, während sich nur 7 mit konkreten Systemen beschäftigen, und das meist auch eher abstrakt als konkret.

Anders gesagt gibt es bei mir nur noch sehr selten Artikel, die tatsächlich mal – auch im entfernteren Sinne – Spielmaterial beinhalten. Es gibt gar keine Reviews oder etwas in der Art und auch nur sehr selten mal ein verlinktes Video. Wenn man bedenkt, dass ich mittlerweile sehr viel aktiver im Bereich Youtube bin als im Blogbereich (und auch einige Leute von Youtube aus den Weg zum Blog finden) und auch, wenn man bedenkt, dass ich durchaus viel Rollenspielkram lese, ist all das eigentlich ziemlich bescheuert. Warum also gibt es sowas hier kaum noch?

Ganz einfach: Ich habe mich in der Vergangenheit enorm von Blogger- und „Community“-Bla beeinflussen lassen.

  • Reviews und Co.

Reviews in scheinbar egal welcher Form sind demnach offenbar des Teufels, wenn man nicht hergeht und den Titel von vorne bis hinten zerfetzt. Das muss ein guter Rollenspielerschon leisten, damit man als kompetent und nicht als Fanboy/-girl wahrgenommen wird oder sowas in der Art. Ist aber leider nicht mein Ding. Ich kritisiere durchaus auch Dinge, und was ist schon perfekt? Mein persönlicher Fokus liegt aber tatsächlich mehr auf den Dingen, die ich gut finde. Jaha, das hatten wir doch auch schon mal? Genau. Da heißt es dann, aha, wenn man sowieso nur was bespricht, was man eh gut findet, dann sei auch das ja quasi eine inkludierte Disqualifizierung, weil … und dann kriegen wir die Kurve wieder hin zum Fanboy/-girl.

  • Youtube

Youtube-Videos sind ebenfalls des Teufels, denn da sind nur Selbstdarsteller und eben auch Leute mit monetarisierten Kanälen etc. unterwegs. Diese Diskussion hab ich auch schon bis zum Erbrechen oft geführt. Irgendwann hatte ich entschieden, gar nicht erst Videos via Blog zu teilen, um mir den Krempel zu ersparen. Das muss ich insofern wieder relativieren, dass sich die Stimmung zwischenzeitlich durchaus (aus meiner Sicht zum Positiven) verändert hat.

Immer mehr Leute nutzen Youtube (oder neuerdings auch/stattdessen Vid.me) als weitere Plattform zum Hobby abseits von Blogs, Facebook, Twitter und Google+. Es hat diesen „Igitt, das ist ja neu!“-Status mittlerweile weitgehend verloren und ich habe den Eindruck, man hat sich im Allgemeinen daran gewöhnt (oder vielleicht auch die Vorteile erkannt).

  • Spielmaterial & Spielberichte

Bleibt der dritte Punkt: Spielmaterial. Spielberichte sind nur teils sinnvoll für mich, gerade weil sich über Youtube einfach jeder selbst ein Bild vom Geschehen machen kann. Da fehlt mir eher der tatsächliche Austausch hin und wieder – aber Blogkommentare sind ja noch rarer gesät.

Bei diesem letzten Punkt habe ich mich im Verlauf von etwa 2 Jahren tatsächlich erfolgreich selbst ausgeknockt.

Da ist ein echter Mangel an kreativen Ideen entstanden, den ich darauf zurückführe, dass ich eben überall ein bisschen unterwegs war systemmäßig, statt wie früher eher aus dem „Zuhause“-System heraus zu schreiben. Dadurch ist viel von meiner Auseinandersetzung mit Rollenspielen immer systembezogener geworden statt mich weitgehender mit einem Setting auseinanderzusetzen. Da ich aus letzterem aber vornehmlich meine Ideen ziehe und nicht aus Regeln, steh ich auf kreativer Ebene demnach ziemlich blöde da mittlerweile.

Und jetzt?

Erst mal freue ich mich sehr über Sorbens Anstoß, über das Thema auch mal blogseitig nachzudenken und etwas dazu zu verfassen. Danke dafür!

Ansonsten warte ich gar nicht erst auf gute Vorsätze bzw. das nächste Jahr, sondern habe mir vorgenommen, mich mal wieder darauf zu besinnen, warum ich diesen Blog hier ursprünglich angefangen habe: zum Sammeln von Gedanken und Ideen zum Thema Rollenspiel. Und dahin will ich wieder zurück.

Zukünftig werde ich mir einfach gar keine Gedanken mehr machen, ob irgendwas mehr oder weniger Leute interessieren könnte, sondern meine Artikel in erster Linie daran ausrichten, dass sie mich interessieren. Wenn sich darüber dann Leute finden, die irgendwas gerne lesen, gerne nutzen, über etwas gerne diskutieren möchten: super, das würde mich total freuen. Und wenn nicht, dann eben nicht, ist total okay.

Ich werde in Zukunft auch meine Videos hier wieder verlinken oder einbinden. Letztlich mache ich die schließlich auch, damit Leute sie sich ansehen können.

Ob ich mal Reviews blogge, halte ich für fraglich. Will ich nicht ausschließen, aber eigentlich mag ich die lieber im Videoformat, zumal mich die 0815-„Rezensionen“ total anöden. Ich möchte einfach nie mehr im Leben nach so einem Schema schreiben. Der Stil, der mir in der Richtung gefällt und eher entspricht, ist aber unheimlich arbeitsaufwendig. Das lässt sich eher in den Rahmen eines Videos packen – ich rede bei weitem schneller als ich tippe. 😉

Meine neuerliche Verkündung, mich vornehmlich (nicht ausschließlich) auf ein einziges Spiel zu konzentrieren, ist für diesen Blog mit Sicherheit ebenfalls förderlich. Zusammen mit dem „einfach mal bloggen“ ein paar Absätze weiter oben bin ich mir nämlich ziemlich sicher, dass im Verlauf von ein paar Monaten meine „Kreativitätsschraube“ dadurch wieder anspringen wird. Wenn das mal keine Win-Situation ist! Ich hoffe jedenfalls darauf.

 

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19 Comments

  1. Zuerst einmal: Sehr gute Überschrift, hatte sofort wieder Loriot vor Augen 😉
    Was den Karneval betraf, wurde ich Lügen gestraft. Es sind 12 Beiträge zusammengekommen und damit liegt die Beteiligung im Schnitt. Ich glaub, ich war da einfach zu voreilig.
    Was das Grundsätzliche angeht, also dass weniger gebloggt wird, gebe ich dir in dem Punkt recht: Es wird nicht weniger gebloggt, aber wie und worüber gebloggt wird ändert sich. Blogaktionen treten in den Vordergrund, das sage ich ohne Wertung. Und richtig ist auch, dass rollenspielbezogene Artikel abnehmen, wann habe ich außerhalb des Karnevals einen solchen Beitrag verfasst? Gefühlt vor Ewigkeiten. Jeder hat da seine Gründe.

    Was aber vielleicht nur am Rande auch interessant ist: Was möchte man selbst gerne in einem Blog stehen haben? Blogaktionen sind nicht primär mein Hauptgrund ein Blog zu besuchen, aber solche Beiträge sind ansprechender als ein Review eines Settingbandes von XYZ, ein System von dem ich womöglich nie gehört habe und welches ich nie spielen werde. Was ich damit sagen möchte, dass wenn ich behaupte, dass m.M.n. so wenig im Moment gebloggt wird, kann dies auch rein subjektiv wahrgenommen sein. Verbindend sind immer solche Themen wie damals *Werbung im Blog* von Thorsten, es gab da auch noch andere Sachen, die aber nicht so hoch kamen. Dein Beitrag ist für eine breite Diskussion auch geeignet.

    Zu den beiden letzten Absätzen in *Blogs als Spezies*:
    Das eine optimierte Seite zwar Zeit -und wenn man möchte- Geld kostet, da gebe ich dir auch wieder recht, allerdings ist eine *gute* Seite auch nicht sooo aufwendig. Ich bin da schmerzbefreit, aber bestimmte Dinge müssen heute auch nicht mehr sein: Zu kleine Schrift, kaum Kontrast, nicht gegliederter Fließtext. Aus diesen Gründen sind einige Blogs bei mir nicht im Feedreader, alles andere stört mich weniger.

    Sehr gut finde ich, dass du deine Videos mehr im Blog einbinden möchtest. Ich bin auf YT zwar auch unterwegs, aber einmal dort lass ich mich zu schnell von anderen Videos ablenken 🙂

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    • Die Zahlen und Statistiken geben euch beiden Recht wie ich finde,
      Da es mehr Blogger gibt müsste auch die Absolute Zahl ansteigen, die bleibt aber gleich, dein Weckruf fand ich also wichtig.

      Natürlich gibt es mit den 12(?) Beiträge soviele wie davor, aber es sollte doch eigentlich steigen…
      Grade von den 50 NeuBloggern sollten doch bitte ein paar am Ball bleiben.
      Alle erwarte ich garnicht aber von denen eventuell 5? Dann haben wir einen guten Schnitt.

      1x im Monat sich einen Sonntag nehmen und Gedanken aufschreiben zu dem Thema, was man als Hobby macht.

      Naja… Ich lese sowas zumindest gerne und freue mich immer über input von euch allen.
      Danke dass es euch gibt

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      • Vielleicht wirklich auch ein Prioritäts- und Planungsding, das stimmt.
        Ich selbst tu mich immer unglaublich schwer mit festen Terminen, z.B. 1x/Monat am Sonntag, weil ich durch den Schichtdienst ja nie geregelt freie Tage habe. Gleichzeitig bin ich aber jemand, bei dem solche festen Strukturen viel bringen. Tja, doof. 🙂
        Aber sieht ja so aus, als wenn sich noch ein paar Leute mehr als nur ich sich Gedanken machen, und vielleicht führt es ja auch zu was und wir werden mit mehr Leuten wieder aktiver oder „anders“ aktiver, das wäre schon schön. 🙂

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    • Ja, genau, worüber gebloggt wird, ändert sich.
      Und die Frage, was man gerne in seinem Blog stehen haben möchte, ist ja im Grunde genau die, die mich seit einer Weile umtreibt und abseits deines Anstoßes zu diesem Artikel führte: Dass ich mich einfach mal ein bisschen konkreter damit auseinandersetze, und das dann eben auch mal blogge.

      Gut, bei den Ansprüchen an Blogs war ich jetzt weniger in den Anfängen der 2000er Webseiten verhaftet als vielmehr in den wirklich aktuellen Entwicklungen der letzten 1-2 Jahre. 😀

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  2. Hm,

    ich hab jetzt lange überlegt, ob ich einen eigenen Blogeintrag als Antwort verfassen soll, aber das wäre wahrscheinlich für meine zwei kurzen Thesen etwas übertrieben…

    1. Ich denke, der Karneval hat einfach im Moment zu „extreme“ Themen. Die „Standard“-Themen sind natürlich längst durch und nun versucht man irgendwie Rollenspielbezug in ungewöhnlichere Themen zu bringen. Das ist alles prima, macht aber auch die Kreativitätsarbeit in meinen Augen echt komplexer.

    2. Ich finde auch, das Spielmaterial nachlässt. Ist bei mir im Blog auch sehr deutlich zu erkennen, die Entwicklung. Ich denke, viele Blogger entwickeln sich im Laufe der Zeit irgendwie weiter: wer bloggt, schafft kreativen Output. Vielen reicht nach einiger Zeit der eigene Blog nicht mehr aus, und man landet… im „Uhrwerk“-Magazin, bei den Teilzeithelden, als Autor bei einem „echten“ System oder veröffentlicht eigene Dinge außerhalb des Blogs (Das Schwarze All z. B.). Dann bleibt für inhaltsschwere Blogbeiträge schlicht weniger Raum, denn die Zeit wird ja nicht wirklich mehr… ich selbst bin ja (irgendwie) ins CTHULHU-Autorenteam gerutscht, schreibe für den Ringboten und bin Redakteur beim Lovecrafter… wenn dann mal eine wirklich gute Idee in meinem Kopf schwirrt, wandert sie zumeist in einen der drei anderen Kanäle, weil dort eher Material entweder fehlt oder mit einer anderen Außenwirkung („gedrucktes Wort“) publiziert werden kann…

    Ansonsten: ich freue mich auf die zukünftige Entwicklung hier! Lese gerne mit 🙂

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    • 1. Du meinst, der „Anspruch“ des Rollenspielkarnevals wäre zu hoch geworden mittlerweile?

      2. Ja, die Entwicklung kann ich gut nachvollziehen. Für mich ist eben der Punkt, dass mir das nicht gefällt. Ich mag meinen Blog nicht nutzen, um Sachen dort festzuhalten, die vorher woanders standen, auch wenn es meine eigenen sind. Hat mir noch nie gefallen, diese Vorstellung. Finde ich bei anderen gar nicht schlimm, zumal dann, wenn ich die Publikationen nicht oder nicht regelmäßig lese/verfolge, denn für mich als Leser ist das im Rahmen eines Blogs ja dann quasi einzigartig. Für mich selbst mag ich es aber halt nicht.
      Ich habe lange darauf gewartet, dass die Lust und die Muße zur Kreativität von allein wiederkommt. Jetzt bin ich an dem Punkt zu erkennen, dass das Blödsinn ist. Ich glaube, man muss einfach am Ball bleiben. Vielleicht sind das erst mal kleine, doofe, nicht sonderlich hilfreiche Sachen, aber wenn man daran stetig bastelt, entwickelt sich wahrscheinlich eher auch mal wieder was „sinnvoll Kreatives“ daraus. Weiß ich nicht, ist aber meine Theorie, auf die ich es zukünftig mal ankommen lasse.

      Und danke für die Rückmeldung, die hat mich echt gefreut. 🙂

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  3. Schöner Text, Clawdeen.
    An den ganzen Beobachtungen ist sicher was dran.

    Was Rollenspiel und Blogs angeht: Mein Eindruck war nicht, dass es weniger wird, sondern v.a. weniger interessant. Gefühlt ist sind viel mehr „Szene-News“ (Übersichten über Neuveröffentlichungen) dabei. Vielleicht hat das aber auch damit zu tun, dass der Anteil an Beiträgen zu Spielen, die mich kaum oder nicht interessieren (DSA, Shadowrun, Pathfinder, 7te See) höher geworden ist. Wobei: Deinen Blog lese ich ja gerne. Das isses also nicht unbedingt.
    Was dann? Dass etliche meiner „Lieblingsblogger“ sich weitgehend zurückgezogen (Mondbuchstaben, Analogkonsole, In the Shadow of a Die, Ogerhölen, … haben und „jüngere“ mehr andere Medien nutzen? Ich weiß nicht.

    Jedenfalls ist einiges im Wandel … und ich bin auch seit ner Weile dabei mich in Bezug auf Beruf/Privates/Hobby neu aufzustellen. Deswegen kann ich auch nicht behaupten, mein Blog blühe vor Leben. Ich hoffe, dass es nicht bei dem einen Beitrag dieses Jahr bleiben wird. Ich hab jedenfalls meine Notizen gemacht und werde wohl Kram, den ich in Foren vertreut habe als Blogbeiträge zusammenfassen. Wahrscheinlich sollte ich auch endlichmal wieder ne Kampagne spielen/leiten.

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    • Ja, stimmt, ich würde jetzt aus dem Bauch heraus auch auf mehr News und Reviews tippen.
      Und klar, wenn altbekannte Blog“gesichter“ wegfallen, macht das immer auch was aus bei der Wahrnehmung. Das hab ich bei Blogs bislang insgesamt für mich weniger wahrgenommen, aber die Fluktuation im Youtubebereich ist beispielsweise enorm und für mich da sehr auffallend; sehe also Parallelen.

      Spielen/leiten hilft bestimmt, wenn es ums Bloggen zum Spielen geht, ja. 😉
      Ich kenne das aber mit den Neuaufstellungen Beruf/Privates/Hobby, nur zu gut sozusagen. Hab da auch bereits einige Umstellungen und Ansätze hinter mir, die bislang nicht so wirklich super funktioniert haben. Diese Diskrepanz geht mir unheimlich auf den Wecker, zumal ich dadurch ständig das Gefühl habe, an allen Ecken und Enden zu wenig Zeit zu haben und nichts so wirklich gut hinzukriegen. Lästig. Aber ich hab daraus jetzt auch meine Konsequenzen gezogen und wechsle zum Jahresbeginn beispielsweise meinen Job, damit ich mehr Luft fürs Studium habe. Und, wer weiß, vielleicht kriege ich den Rest ja dann auch mal wieder besser auf die Reihe?

      Forenbeiträge als Blogbeiträge verfassen finde ich eine gute Sache!

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  4. Mir ist die Anzahl an Artikeln erstmal egal, die die Blogger-Community raushaut. Ich will Anregungen und Ideen für mein Lieblingshobby, aber gerade solche philosophischen Artikel sind sehr selten. Stattdessen dominieren Ankündigungen von Neuerscheinungen oder noch schlimmer Übersetzungen. Oder Spielberichte bzw. springen gerade Let’s Plays auf Youtube aus dem Boden und nur die allerwenigsten haben dabei Unterhaltungswert (Tsu und du seid da lobenswerte Ausnahmen!). Und dann wären da noch die Rezensionen. Das ist halt einfacher Content, weil man nur mal drüber lesen muss und schon hat man einen Artikel. Ich bezweifle ernsthaft, dass die meisten Rezensionen auf tatsächlichen Spielerfahrungen basieren. Also wenn es nach mir geht: dann kann die Anzahl an veröffentlichten Artikeln gerne sinken, wenn darunter ein paar qualitativ hochwertige Artikel dabei sind, die mich dazu bringen, meinen Spielstil und meine Gewohnheiten zu überdenken und zu verbessern. Oder wenigstens dagegen zu argumentieren.

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    • Vielen Dank für die Blumen! 🙂
      Übersetzungen sind mir noch gar nicht aufgefallen, Lets Plays gibt es etliche, das stimmt. Ich persönlich mag ja, dass der RP-Youtube-Bereich stetig wächst. Wobei man das auch ein bisschen relativieren muss, denn Youtubekanäle sind sehr viel kurzlebiger als Blogs. Ich habe schon oft erlebt, dass Leute enthusiastisch gestartet sind, dann aber entweder an sich die Lust verloren (selten), wegen kritischen/blöden Kommentaren aufhörten (häufiger) oder schlicht feststellten, dass in einem etablierteren Kanal tatsächlich eine Menge Zeit und auch Arbeit drin steckt. Gibt tatsächlich nicht wenige, die meinen, sie machen 2-3 Videos, man rennt ihnen die Abotüren ein und dann gibts Youtube-Money à la Gronkh oder so. ^^ Das finde ich eigentlich immer am traurigsten.

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  5. Hmm, ich hab den Karneval damals den Rücken gekehrt, weil mir die Diskussionen im Themenform zu anstrengend wurden und auch ein bisschen, weil die Themen zu speziell (kopflastig?) wurden. Aber ich hab auch generell ein Problem mit der Internetkultur und meide Foren und ähnliches. Daher finde ich deinen Ansatz auf das Gerede zu pfeifen sehr gut 😉

    Dass ich weniger blogge liegt übrigens ganz simpel daran, dass es mehr Spaß macht Zeit mit der kürzlich gewachsenen Familie zu verbringen und fürs Rollenspiel ist der Nachwuchs leider noch (! 😉 ) zu klein.

    P.S.: Hier zu kommentieren ist mobil (Android/Chrome) echt schwierig. Die Seite springt dauernd nach oben.

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  6. Ich tendiere zu Widerspruch. Gerade beim Karneval gab es auch schon schlechtere Phasen.
    Klar wurden einige Review-Quellen „abgestellt“, aber es gibt doch Seiten, die einige bringen: Würfelheld, Weltenraum oder auch Orkenspalter, wenn man es so nennen will.
    Youtube Gift? Ich selbst verlinke gern ein Youtube, wenn jemand aus meinen Umfeld was macht.
    Spielberichte und Lets Plays – ersten würde ich beides nicht in einen Topf werfen Zweitere können beschnitten sein oder sind auf Unterhaltung des Zuschauers optimiert – was nicht schlimm ist – aber eben einen anderen Nutzen hst als der klassische Spielbericht. Da gibt es heutzutage ja auch Spielrunden Mitschnitte wie bei jaegers.net

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    • Wo genau widersprichst du denn tendenziell? Ich sehe da jetzt an sich keinen Widerspruch.
      Höchstens, dass man Spielberichte und Let’s plays nochmals separat sehen könnte bzw. sie sich auch getrennt voneinander lohnen (hab ich auch schon gemacht; stimmt schon, dass das durchaus sinnstiftend sein kann).

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  7. Reviews sind des Teufels – seh ich nicht so. Merklich ist, dass „Neue Abenteuer“ weniger Rezis schreibt, aber Weltenraum, Teilzeithelden und Würfelheld liefern weiterhin. Ich selbst hab z.B. in der zweiten Jahreshälfte keine Rezis mehr geschrieben, einfach weil mein Abstand zwischen Produkterscheinung und Rezi zu groß geworden ist. Eine Rezi ist viel Arbeit. Hier ist die Szene im Wandel, nicht auf Hau-drauf-Kurs. Obwohl es vereinzelte Exemplare Mensch gibt, von denen man Deine Beschreibung mit dem Verlangen nach Hau-drauf ableiten kann.
    Hmm OKay, Du beziehst es mehr auf Dich, habe das wohl mißverstanden – wegen einzelner Mäkler die Lust am rezensieren zu verlieren, kann ich schon verstehen.

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    • Tatsächlich meinte ich die „allgemeine“ Meinung zu Reviews. Wenn man sich mal so umschaut, dann haben in den Communities/Kommentaren meist irgendwelche Leute vornehmlich was zu meckern. Und damit meine ich nicht mal inhaltlich, sondern es wird sich zum Beispiel am Schema, Vorgehen, Art der Bewertung etc. aufgehangen.
      Und eben diese Mäkler finde ich nervtötend. Nicht, weil die Mäkelei grundsätzlich unberechtigt wäre, sondern vielmehr, weil das oft alles ist, was an Rückmeldung kommt. Und das ist mir dann zu blöde, zumal ich es höchst seltsam finde, in den Wald hineinzurufen, man wolle mehr Text/Niveau/kritische Auseinandersetzung/sonstwas, aber das einzige, das man da selbst rückmeldet ist im Grunde nicht mehr als „find ich blöd“.

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