RSP-Karneval: Anfänge auf Charakterebene

Zum Karneval der Rollenspielblogs hat Timberwere in ihrem Eingangsbeitrag einen total gut strukturierten „Inspirationsleitfaden“ für „Anfänge und Übergänge“ angeboten. Daran hangele ich mich einfach mal ein wenig entlang. Da es sich um einen von zwei Leuten organisierten Karneval handelt, findet man Aufhänger ebenso bei Niniane.

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Wo Charaktere beginnen

Zumindest für mich beginnen Charaktere grundsätzlich im Spiel. Dabei kenne ich durchaus verschiedene Ansätze, mit einem Charakter zu starten. Schnell zusammengesetzt, mit viel Liebe über Stunden hinweg erstellt, mit und ohne Charakterbilder oder gar Inventardetails versehen. Ob mit einer Art Biografie auf einer halben oder 80 Seiten, Spielbeginn „vorab“ im Rahmen eines Präludiums. Oder gar Start mit PreGens, auch möglich.

Was auch immer ich mir aber vorab überlegt habe, wird erst lebendig, wenn das Spiel begonnen hat. Mir ist schon öfters passiert, dass ich vorab ein sogar sehr klares und detailliertes Bild von einem Charakter hatte. Im Spiel spielte der sich dann aber wider Erwarten gänzlich anders.

Natürlich könnte ich das steuern – aber wozu? Ich denke während des Spiels eigentlich nicht darüber nach, wie ich nun das ausgedachte Konzept am besten umgesetzt bekomme, sondern ich spiele einfach. Alles andere würde mich viel zu unflexibel machen, wäre für mich nicht halb so spannend. Außerdem gibt es von Hause aus noch ein paar andere Sachen, die ich am Rande ständig präsent haben möchte. Ich hätte für sowas also gar nicht die Ressourcen.

Wo Gruppen beginnen

Das bringt mich zu einem weiteren Unterpunkt des Ganzen: wo Gruppen beginnen.

Wenn das Spiel es nicht mehr oder weniger vorgibt (PbtA, Mutant, Coriolis etc.), erstellen wir unsere Charaktere eigentlich immer jedeR für sich. Wir sprechen zwar grob ab, wer in welche Richtung gehen will, aber dass jemand wirklich etwas Vorgefasstes im Kopf hat, wovon er oder sie nicht abweichen möchte, ist selten. Eher umgekehrt dauert es bei uns meist eher ein bisschen, bis jemand den ersten Schritt macht, nachdem man mehrmals ein „Ach, ist egal, was möchtet IHR denn gerne?“ in den Raum gerufen hat.

Je nach System mehr oder weniger wichtig finde ich in diesen Konstellationen, die Charakterbögen der anderen ebenfalls zu kennen bzw. sie mal gesehen zu haben. Ich persönlich habe wenig Verständnis für die Geheimnistuerei, die da manchmal veranstaltet wird. Aus meiner Sicht ist die Kenntnis hilfreich, um Stärken und Schwächen der anderen besser einschätzen und entsprechend ins Spiel einbringen zu können. Darüber hinaus hilft es natürlich dabei, dass man eine letztlich recht ausgewogene Gruppe beisammen hat.

Bei Oneshots und kurzen Kampagnen tritt sowas eher in den Hintergrund, ist für mich auch nicht so relevant.

Ähnlich wie bei den Einzelpräludien hab ich mittlerweile auch an solchen für die gesamte Gruppe nur noch wenig Interesse. Es sei denn, das bietet irgendwas Spezielles, sowas wie eine Staffel 0, auf der sich – aus welchen Gründen auch immer – später gut aufbauen lässt.

Ich mag, wenn jedeR erst mal die Gelegenheit hat, ein bisschen ins Spiel zu finden, beispielsweise durch 15-30-minütige Soloszenen. Bei Kampagnen erwarte ich sowas auch irgendwie, um einfach einen guten Grundstein zu haben.

Ansonsten ist es für mich vor allem bei Oneshots und kurzen Kampagnen okay, wenn sich ingame bereits alle kennen und gemeinsam unterwegs sind. Das spart unheimlich viel Zeit, kann allerdings auch schon mal anstrengend sein, weil man eben die anderen Charaktere nicht wirklich einschätzen kann. Der eigene Charakter hat da also deutlich Vorsprung.

Das sind eigentlich auch schon meine 5 Cent zu diesem Thema. Welche sind eure? 🙂

 

Kochen fürs Rollenspiel

Kochen für die Runde? Sehr interessiert, aber zunehmend verwundert las ich just den Artikel von Spielosophie zum Thema.

Kochen und Rollenspiel verbindet zwei meiner Hobbys, weshalb ich das Thema auch 2012 schon mal für den Karneval der Rollenspielblogs vorgeschlagen hatte.

Warum und inwiefern, dazu möchte ich jetzt, inspiriert durch oben erwähnten Artikel, mal genauer eingehen.

Mein Hintergrund zum Thema

Ich koche seit 1992 selbst, einfach weil meine Mutter es damals nicht einsah, wegen einer meiner „Macken“ mehr Arbeit zu haben. Damals hatte ich beschlossen, fortan vegetarisch zu essen, und nach einigem Hin und Her bekam ich ab sofort wöchentlich einen Anteil des Wochenbudgets, um mich damit selbst zu verpflegen. Da mich das Kochen bis dahin nicht interessiert hatte, führte mich mein Weg also erst mal durch zig Kochbücher aus der Bücherei. Und durch die Erfahrung, nach 2-3 Tagen wunderbarer Gerichte kein Geld mehr in der Kasse zu haben. 😉

1996 begann ich meine Ausbildung zur Krankenschwester, in deren Rahmen zumindest damals auch einiges an Ernährungslehre auf dem Plan stand (in der Schule hatten wir sowas nicht). Da ging es in erster Linie um Nährwerte, deren Berechnung, Mikro- und Makronährstoffe sowie Ernährung bei bestimmten Erkrankungen, aber das war schon einiges, und ich fand das damals sehr spannend.

Daraus wurde, dass ich später berufsbegleitend noch eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin absolviert habe. Das war inhaltlich sehr … bodenständig. Es gab viele Wiederholungen für mich, aber ich habe auch eine Menge gelernt, was zum Beispiel Grundrezepte, Menüentwicklung, Vorratshaltung, Budgetierung und so weiter betrifft.

moehrenlachsNoch ein bisschen später war Ernährung dann aus der anderen Richtung ein Thema für mich. Als selbstständige Dozentin für Gesundheits- und Krankenpflege habe ich unter anderem Betreuungsassistenten für Senioren ausgebildet, an einem Standort mit hauswirtschaftlichem Schwerpunkt. Dabei hatte diese Ausbildung, ebenso wie andere Gesundheitsförderungskurse, die ich geleitet habe, auch einen praktischen Anteil in einer Übungsküche. Dafür habe ich Rezepte unter unterschiedlichen Aspekten und für unterschiedliche Personenzahlen zusammengestellt und selbst entwickelt, die dann praktisch nachgekocht wurden.

Zum damaligen Zeitpunkt war ich längst auf die vegane Lebensweise umgeschwenkt und habe zudem entsprechende Kochkurse für Privatpersonen angeboten, auch hier mit unterschiedlichen Schwerpunkten und mit Aromaküche als einem meiner Steckenpferde.

Kochen fürs Rollenspiel

Mein allererster Blog entstand damals (2000? 2001?) tatsächlich als Rollenspielblog, auf dem ich Rezepte aus der heimischen Runde postete bzw. den Mitspielern die Rezepte zugänglich machte. Ergänzt wurde das um fiktive Rezepte mit entsprechend fiktiven Zutaten, und später dann noch um Rundeninfos, Zusammenfassungen usw., bevor dieser Blog hier (ich berichtete hier schon grob) entstand.

Piroggen für die Winterkönigin

Piroggen für die Winterkönigin

Der damalige Blog hatte als Hintergrund Kacheln mit Erdbeeren und sah fürchterlich aus. 🙂 Er fand sein Ende, als der Herr, der ihn hostete, auf Nimmerwiedersehen sang- und klanglos verschwand und meinen Blog gleich mitnahm.

Bis ich das Kochen übernahm, wurde bei jeder Session Pizza bestellt. Bei wirklich jeder Session. Ich hab nun nix gegen Pizza, aber diese geballten Schachteln sind mir damals echt gegen den Strich gegangen. Es hat mich ein bisschen Überzeugungskraft gekostet, bis ich die Runde dazu bewegen konnte, eine Essenskasse aufzumachen. Befürchtungen waren: zu teuer, dauert zu lange, schmeckt nicht.

Zu teuer war am leichtesten auszuhebeln. Einfach die Pizzakosten bewusst machen und dann festlegen, dass jeder pro Termin 3€ in die Kasse gibt, fertig.

Dass es zu lange dauert entkräftete ich damit, dass wir zu Beginn des Treffens essen und ich entsprechend vorbereiten würde. Bestellt hatten wir sonst auch immer zu Beginn, die Wartezeit dann mit Geplänkel verbracht und dann erst nach dem Essen „richtig“ zu spielen begonnen, war also auch keine Umstellung.

Na, und dass es nicht schmeckt, blieb eben ein offenes Risiko. Ich argumentierte damit, dass bei 3€ ja im Zweifel noch genug Geld übrig sei, um doch noch Pizza zu bestellen. 😉

Entwicklung der Rollenspielkocherei

Anfangs gab es einfach was zu essen. Ich machte mir keinerlei Gedanken zum Rollenspielbezug, sondern schlichtweg darum, für die 3€ einfach jeden satt zu kriegen und zufrieden zu stellen, um mich mit dem Vorgehen längerfristig durchzusetzen.

Als dann bald klar war, dass es bei der Kasse bleiben würde und alle befunden hatten, dass selbst kochen (bzw. Selbstgekochtes zu essen) die bessere Wahl sei, passte ich hier und da mal irgendwas thematisch an.

Bahari-Schokotorte

Bahari-Schokotorte

Das war nichts Weltbewegendes. Auf dem damals ersten Con für Chroniken der Engel hatte es schon thematisches Kochen gegeben, darum kam mir auch erst bei einer Kampagne dieses Spiels die Idee dazu, die ich dann flugs umzusetzen begann. Nur ohne Meerschweinchen (wer das Spiel kennt, wird ihn verstehen …).

Einen „Durchbruch“ von an das Spiel und/oder das Kampagnen-/Sessionthema angelehnten Gerichten kam dann aber tatsächlich erst mit Shadowrun auf. Es ist erstaunlich, wie wenig Vorstellungskraft viele Leute im Hinblick auf Soyfood haben. Das war damals noch nachvollziehbarer als heute, wo man Sojaprodukte in jedem Supermarkt bekommt, aber auch heute höre/sehe ich oft noch Runden, die völlig abstrusen Kram im Hinblick auf Soyfood von sich geben. Bei uns war es damals also naheliegend, einfach mal Soyfood auf den Tisch zu bringen.

Irgendwann brach diese langjährige Truppe dann wie so viele andere doch mal auseinander, aber es folgten andere, für die ich dann mindestens zeitweise kochte, dann allerdings ohne Essenskasse, sondern einfach so als Gastgeberin, weil ohnehin bei mir gespielt wurde.

Hinzu kam dann noch ein bisschen später der zeitweilige Fokus eher auf LARP-taugliches Essen.

Aktueller Kochstatus

Ich spiele mittlerweile weitgehend online, wodurch sich das Kochen fürs Rollenspiel weitgehend erledigt hat. Weitgehend, weil wir zwischendurch dann schon auch mal Tischrunden hatten, wo eben auch gekocht wurde. Sozusagen von allein, ohne Diskussion, sondern mehr selbstverständlich, allerdings auch ohne Rollenspielbezug. Gemeinsam gekocht wurde dabei noch nie, sondern die jeweiligen Gastgeber hatten was vorbereitet und/oder der Rest was (Ergänzendes) mitgebracht.

Witzigerweise habe ich schon mehrfach überlegt, ob ich nicht auf dem Blog und/oder via Youtube mal eine Kochreihe starten soll. Bislang bin ich immer davor zurückgeschreckt, weil ich überhaupt nicht einschätzen kann, ob/wie viele sowas interessieren würde und auch, weil es ein unglaublicher Aufwand ist, vor allem im Hinblick auf Video. Darum ist es bislang bei wenigen vereinzelten Beiträgen geblieben, so wie hier oben die Dragon-Muffins, die ich mal zum RSP-Karneval gebacken habe.

Ich hatte eine Zeit lang den Youtubekanal Nerdküche, wo ich beispielsweise Rezepte aus dem Kochbuch zu Werewolf, the Apocalypse nachgekocht habe, auf Tsus und meinem gemeinsamen Blog und Kanal haben wir das eine oder andere zum Thema gemacht, und hier und da verirrt sich auch schon mal was woanders hin, aber eben alles mehr sporadisch.

Ideen für Rezepte im Zusammenhang mit Rollenspiel habe ich zigfach, ob nun bezogen auf bestimmte Spiele/Regionen oder im Hinblick auf „möglichst günstig, für möglichst viele“ – so wie auch die Nerdküche angedacht war. Hier mal der alte (noch nicht fertige; habe keine Endversion mehr) Trailer des Kanals:

Und nu?

Irgendwie habe ich das Gefühl, ich könnte jetzt noch Jahre lang was zu dem Thema schreiben. Andererseits geht mir gerade ein bisschen die strukturierte Puste aus.

Wie handhabt ihr das denn so bei euch? Zumindest von Tagschatten weiß ich, dass dort auch gekocht wird und es gibt auch entsprechende Rezepte auf seinem Blog. Auf den Artikel von Spielosophie verwies ich eingangs ja auch schon mal.

Gibt es bei euch auch essensbezogene Blogposts? Interessiert euch sowas? Falls ja, inwiefern mögt ihr dazu was lesen? Rezepte allgemein? Günstiges? Simples? Thematisches, also bezogen auf bestimmte Spiele/Regionen? Sonst was?

Schreibt doch mal! Wie ihr vielleicht mitbekommt: Ist voll mein Thema, interessiert mich brennend. 🙂

Ach so: Kochen für die Immersion? Das ist das, was mich bei Spielosophies Artikel so erstaunt und verwundert hat. Ich bin bislang nicht mal auf die Idee gekommen, damit irgendwie die Immersion steigern zu wollen. Für mich ist das einfach das Verbinden von Hobbys, was Praktisches und Fun. Ist das bei euch anders?

Früher war mehr Lametta?

Sorben von Gelbe Zeichen hat neulich im rsp-blogs-Forum etwas geschrieben, das mir auch schon ein paar Male durch den Kopf ging und über das ich auch schon mehrmals nachgedacht habe. Aufhänger war der Karneval der Rollenspielblogs, aber die Aussage geht darüber hinaus:

Die Beteiligung nimmt generell ab, meine Einschätzung. Ich finde auch, es wird derzeit überhaupt weniger gebloggt, vielleicht ist meine Beobachtung auch falsch?!

Die Beteiligung am RSP-Karneval

Leider finde ich den ollen Zettel nicht mehr, auf dem ich mir die Karnevalsbeteiligung 2017 mal notiert hatte. Und ich bin jetzt auch zu faul, noch mal durchzuzählen. Ich kam dabei jedenfalls auf den Schluss, dass zumindest die Beteiligung am Rollenspielkarneval nicht wirklich abnimmt. Zumindest nicht, wenn man es auf 2017 bezieht.

Gleich im Januar gab es irgendwas um die 60 oder mehr Beiträge. Dagegen sehen natürlich die zum Beispiel 6 Beiträge im September mehr als alt aus.

Tatsächlich gab es 2017 sogar zwei Monate mit unwahrscheinlich vielen Beiträgen, allerdings wurden beide Monate in erster Linie durch tägliche (!) Beiträge von d6ideas.com gepusht. Nimmt man diese Spitzen raus, kommt man im Mittel auf etwa 12 Beiträge monatlich. Das ist nicht gerade unfassbar viel bei über 150 bei rsp-blogs.de gelisteten Blogs.

Blogs & Blogger

Wirft man mal einen etwas genaueren Blick auf die Liste der Blogs, dann tauchen dort im Vergleich zu früher relativ viele Blogs auf, die mehr oder weniger unternehmerische Ambitionen haben, ob nun „Webmagazine“, sonst unternehmerisch motivierte Blogs, Autoren- und Zeichnerwebseiten oder Spiel-/Systemvorstellungen. Hinzu kommen einige Podcasts, Preisverleihungsseiten und ähnliche sowie Vereinsaktivitäten und Kalender. Selbst mit einer sehr vorsichtigen Durchsicht kam ich beim Zählen auf mehr als zwei Dutzend.

Und auch ohne zu zählen bin ich ziemlich sicher, dass bei weiteren zwei Dutzend nur 3-4x im Jahr was zu lesen ist, wenn überhaupt. Hinzu kommen hier noch ambitionierte Neublogger, denen nach den ersten Beiträgen die Puste offenbar gleich komplett ausgegangen ist.

Da bleiben von gut 150 also schon „nur“ noch 100 Seiten übrig. Und auch das sind bei weitem nicht alles rein private und/oder ausschließlich rollenspielerisch bezogene Blogs. Da fällt also vielleicht regelmäßig was zum Posten an, aber nur jeder 3.-5. Beitrag hat dann auch mal einen Rollenspielbezug. Ist relativ undefinierbar für mich, da auf eine Art „festen Kern“ zu kommen.

Gleichzeitig sind allerdings allein 2017 bislang 17 neue Einträge hinzu gekommen und fast alle sind auch mehr oder weniger aktiv dabei.

Blogs als Spezies

ohaJetzt wird es hart, Leute: Die Welt dreht sich! Ich glaube, nicht die Aktivität als solche ist gesunken, sondern die Spezies der Blogs hat sich in den letzten 1-2 Jahren geändert. Davor natürlich auch schon, aber ich glaube, dass manche der „neueren“ Änderungen eben zu solchen Wahrnehmungen führen wie oben zitiert.

Grundsätzlich ist ein Blog ja nichts anderes als ein „Webtagebuch“, in unseren Fällen eben vor rollenspielerischem Background. Die Fülle an Möglichkeiten, die Blogs durch ihre leichte Handhabung mit sich bringen, macht das Gebilde der Blogs aber eben auch als eine Art „alternative Webseite“ interessant.

Derweil sich unsere Nische noch immer hartnäckig weigert, irgendwie „kommerziell“ ankommen zu wollen, stehen dem zahlreiche Blogger auch in Deutschland gegenüber, die sich – in anderen Branchen – genau damit selbstständig gemacht haben und ihr Geld damit verdienen. Und da rede ich nun nicht von ein paar popeligen Affiliates und/oder Rezensionsexemplaren, nicht mal von Werbebannern, Paypal-Buttons und Patreon, sondern von konkret bezahltem Content, also bezahlten Artikeln.

Und diese Entwicklungen schwappen auch unmonetarisiert durchaus auf Blogs im Allgemeinen über. Will heißen: Die Erwartungshaltung an die Inhalte eines Blogs steigen.

Groß, lang und breit, am besten Spielmaterial, und das am liebsten auch noch grafisch hinterlegt, aufbereitet und als PDF-Download, das ist schon mal was, das richtig gern gesehen wird.

Generell soll es auch nicht mehr so popelig aussehen, sondern irgendwie hip, und mit Bildern, am besten noch mit Wasserzeichen oder ähnlichem versehen. Optimalerweise pinteresttauglich, ansonsten aber bitte zumindest SEO-optimiert, denn man will ja Besucher und Statistiken, am besten gleich ein fesches Mediakit (falls da doch mal Unternehmen was anbieten wollen … oder so).

Das Dumme an solchen Sachen ist, dass es einen Grund dafür gibt, dass man Leute für sowas bezahlt: Es ist nämlich aufwendig, kostet Zeit und eventuell sogar noch Geld. Und das geht zuletzt durchaus auch auf Kosten des Outputs (und evtl. der Kreativität).

Entwicklung bei mir selbst

Ursprünglich habe ich mit diesem Blog erstellt, damals noch ohne eigene Domain, um Zeug zu meinen Spielrunden festzuhalten. Meine heißgeliebten Charaktertagebücher, Charakterdaten, NSC, bestimmte Orte und so weiter.

Blick auf den alten Blog

Blick auf den alten Blog

Das ist auch recht lange so geblieben, bis sich dann noch andere Sachen dazu mogelten. Gedanken zu Rollenspielrunden, zu Rollenspielen an sich und derlei mehr.

Interessant finde ich, dass es den einen oder anderen Beitrag von mir selbst gibt, über den ich noch mal aus irgendeinem Grund stolpere und bei dem ich mir dann denke: Ui, den hast du aber gut hinbekommen. Und danach sofort: Wieso schreibst du mittlerweile solche Artikel nicht mehr?

Ganz generell zählte zu meinen Vorsätzen für 2017, wieder mehr zu bloggen. Im Schnitt waren es 2015 und 2016 jeweils um die 60 Beiträge pro Jahr, das wollte ich nach oben schrauben. Zwischenfazit bis jetzt: gerade mal 30 Artikel 2017. Und wenn ich mir die so anschaue, dann sind 6 davon Teilnahmen an der Blog-O-Quest und 5 Artikel rund um den RSP-Karneval. Weitere 6 Artikel befassen sich sozusagen mit „Sonstigem“, während sich nur 7 mit konkreten Systemen beschäftigen, und das meist auch eher abstrakt als konkret.

Anders gesagt gibt es bei mir nur noch sehr selten Artikel, die tatsächlich mal – auch im entfernteren Sinne – Spielmaterial beinhalten. Es gibt gar keine Reviews oder etwas in der Art und auch nur sehr selten mal ein verlinktes Video. Wenn man bedenkt, dass ich mittlerweile sehr viel aktiver im Bereich Youtube bin als im Blogbereich (und auch einige Leute von Youtube aus den Weg zum Blog finden) und auch, wenn man bedenkt, dass ich durchaus viel Rollenspielkram lese, ist all das eigentlich ziemlich bescheuert. Warum also gibt es sowas hier kaum noch?

Ganz einfach: Ich habe mich in der Vergangenheit enorm von Blogger- und „Community“-Bla beeinflussen lassen.

  • Reviews und Co.

Reviews in scheinbar egal welcher Form sind demnach offenbar des Teufels, wenn man nicht hergeht und den Titel von vorne bis hinten zerfetzt. Das muss ein guter Rollenspielerschon leisten, damit man als kompetent und nicht als Fanboy/-girl wahrgenommen wird oder sowas in der Art. Ist aber leider nicht mein Ding. Ich kritisiere durchaus auch Dinge, und was ist schon perfekt? Mein persönlicher Fokus liegt aber tatsächlich mehr auf den Dingen, die ich gut finde. Jaha, das hatten wir doch auch schon mal? Genau. Da heißt es dann, aha, wenn man sowieso nur was bespricht, was man eh gut findet, dann sei auch das ja quasi eine inkludierte Disqualifizierung, weil … und dann kriegen wir die Kurve wieder hin zum Fanboy/-girl.

  • Youtube

Youtube-Videos sind ebenfalls des Teufels, denn da sind nur Selbstdarsteller und eben auch Leute mit monetarisierten Kanälen etc. unterwegs. Diese Diskussion hab ich auch schon bis zum Erbrechen oft geführt. Irgendwann hatte ich entschieden, gar nicht erst Videos via Blog zu teilen, um mir den Krempel zu ersparen. Das muss ich insofern wieder relativieren, dass sich die Stimmung zwischenzeitlich durchaus (aus meiner Sicht zum Positiven) verändert hat.

Immer mehr Leute nutzen Youtube (oder neuerdings auch/stattdessen Vid.me) als weitere Plattform zum Hobby abseits von Blogs, Facebook, Twitter und Google+. Es hat diesen „Igitt, das ist ja neu!“-Status mittlerweile weitgehend verloren und ich habe den Eindruck, man hat sich im Allgemeinen daran gewöhnt (oder vielleicht auch die Vorteile erkannt).

  • Spielmaterial & Spielberichte

Bleibt der dritte Punkt: Spielmaterial. Spielberichte sind nur teils sinnvoll für mich, gerade weil sich über Youtube einfach jeder selbst ein Bild vom Geschehen machen kann. Da fehlt mir eher der tatsächliche Austausch hin und wieder – aber Blogkommentare sind ja noch rarer gesät.

Bei diesem letzten Punkt habe ich mich im Verlauf von etwa 2 Jahren tatsächlich erfolgreich selbst ausgeknockt.

Da ist ein echter Mangel an kreativen Ideen entstanden, den ich darauf zurückführe, dass ich eben überall ein bisschen unterwegs war systemmäßig, statt wie früher eher aus dem „Zuhause“-System heraus zu schreiben. Dadurch ist viel von meiner Auseinandersetzung mit Rollenspielen immer systembezogener geworden statt mich weitgehender mit einem Setting auseinanderzusetzen. Da ich aus letzterem aber vornehmlich meine Ideen ziehe und nicht aus Regeln, steh ich auf kreativer Ebene demnach ziemlich blöde da mittlerweile.

Und jetzt?

Erst mal freue ich mich sehr über Sorbens Anstoß, über das Thema auch mal blogseitig nachzudenken und etwas dazu zu verfassen. Danke dafür!

Ansonsten warte ich gar nicht erst auf gute Vorsätze bzw. das nächste Jahr, sondern habe mir vorgenommen, mich mal wieder darauf zu besinnen, warum ich diesen Blog hier ursprünglich angefangen habe: zum Sammeln von Gedanken und Ideen zum Thema Rollenspiel. Und dahin will ich wieder zurück.

Zukünftig werde ich mir einfach gar keine Gedanken mehr machen, ob irgendwas mehr oder weniger Leute interessieren könnte, sondern meine Artikel in erster Linie daran ausrichten, dass sie mich interessieren. Wenn sich darüber dann Leute finden, die irgendwas gerne lesen, gerne nutzen, über etwas gerne diskutieren möchten: super, das würde mich total freuen. Und wenn nicht, dann eben nicht, ist total okay.

Ich werde in Zukunft auch meine Videos hier wieder verlinken oder einbinden. Letztlich mache ich die schließlich auch, damit Leute sie sich ansehen können.

Ob ich mal Reviews blogge, halte ich für fraglich. Will ich nicht ausschließen, aber eigentlich mag ich die lieber im Videoformat, zumal mich die 0815-„Rezensionen“ total anöden. Ich möchte einfach nie mehr im Leben nach so einem Schema schreiben. Der Stil, der mir in der Richtung gefällt und eher entspricht, ist aber unheimlich arbeitsaufwendig. Das lässt sich eher in den Rahmen eines Videos packen – ich rede bei weitem schneller als ich tippe. 😉

Meine neuerliche Verkündung, mich vornehmlich (nicht ausschließlich) auf ein einziges Spiel zu konzentrieren, ist für diesen Blog mit Sicherheit ebenfalls förderlich. Zusammen mit dem „einfach mal bloggen“ ein paar Absätze weiter oben bin ich mir nämlich ziemlich sicher, dass im Verlauf von ein paar Monaten meine „Kreativitätsschraube“ dadurch wieder anspringen wird. Wenn das mal keine Win-Situation ist! Ich hoffe jedenfalls darauf.

 

[RSP-Karneval] Rückblick: Ausgezeichnete Wahl!

Im September habe ich einmal mehr das Thema für den Karneval der Rollenspielblogs organisiert, in diesem Fall „Ausgezeichnete Wahl!“, wozu ihr >>>hier<<< auch noch mal meinen Einleitungsbeitrag finden könnt.

Wie so oft bin ich hoch ambitioniert und mit etlichen eigenen Ideen in den Monat gestartet – und dann mal wieder an allerlei „Kram“ gescheitert.

Unter anderem darum lest ihr auch jetzt meine Zusammenfassung der Beiträge zu diesem Monat.

Karnevallogo

Eljaschas Ehre

Der erste Beitrag stammte von Engors Dereblick und hat mich ehrlich gesagt ziemlich in die Bredouille gebracht. Passenderweise bezieht sich Engor auf die durch Spieler (nicht Charaktere!) zu entscheidende Abstimmung für den Adelsmarschall des Bornlandes, wie sie für DSA 5 durchgeführt wurde.

Von der Abstimmung wusste ich (siehe Startbeitrag zum RSP-Karneval), habe sie mir aber nicht genauer angesehen, da wir die Theaterritterkampagne spielen und ich die Info bekommen habe, dass die Wahl eventuell spoilern könne. Darum habe ich sie entsprechend nicht verfolgt und Engors Szenario passend dazu auch nur überfliegen können.

Die Teile, die ich mich davon zu lesen getraut habe, wirkten auf mich sehr stimmungsvoll, mehr kann ich dazu aber leider bislang nicht sagen.

Lasst doch die Spieler wählen

Unter dieser Überschrift hat dnalorsblog seinen Beitrag zum Karneval beigesteuert, in dem er sich mit den Schwierigkeiten von Abenteuern beschäftigt, die nicht zu den Helden passen. Oder anders gesagt: Mit Abenteuern, die von den Charakteren verlangen, sich auf eine bestimmte Seite zu schlagen.

Wahlkampf: Eine Kulisse für Fiasko

Wie die Überschrift schon sagt, behandelt der Beitrag von Spiele im Kopf eine Wahlkampfkulisse für Fiasko.

Auch hier kann ich leider nicht wirklich was zu sagen, da ich Fiasko tatsächlich nie gespielt habe, aber vielleicht ist das ja was für euch?

Falls ja, findet ihr nicht nur die Erläuterungen dazu im Artikel, sondern das Ganze als PDF auch zum Download dort verlinkt.

Fleißkärtchen für 1W6 Freunde

Unterhaltsam und witzig fand ich den Beitrag von Greifenklaue, bei dem es sich eigentlich um einen Quasi-Gastartikel aus dem Blutschwerterforum handelt.

Noch unterhaltsamer wird das Ganze durch das dazu verlinkte Video. Das kannte ich noch nicht … unglaublich!

Terran Union Political Parties

Bei d6ideas.com gibt es zunächst einmal ein kleines Abstauben (wortwörtlich) für ein älteres SciFi-Setting, das auch noch mal detaillierter in englischer Sprache verlinkt ist (nicht das Setting, sondern die Sitzverteilung in der Terranischen Union).

Karneval der Archive

Im zweiten Beitrag von d6ideas.com gibt es in erster Linie folgenden Link, nämlich den zum Gesamtblog selbst. Hintergrund ist, dass mein Startbeitrag ihnen zu weit gefasst oder auch zu beliebig erschien, um dazu etwas Spezielleres als eben die Gesamtheit des Blogs zusammenzufassen. Einen Link zu einem NSC, der aus einem Versprecher/Verständnisfehler entstand, gibt es dort aber trotzdem verlinkt.

Fazit

Mit diesen 6 Beiträgen zum September-Karneval war es das auch schon. Das sind nicht viele Beiträge, allerdings äußerten sich ein paar Leute im Forum zu ihren Gründen dafür, was ich sehr positiv fand.

Bislang sieht es für den Oktober allerdings noch magerer aus als für den September. Warum? Keine Ahnung. Falls euch da noch was einfällt und ihr ein bisschen Bloggerzeit habt: Haut noch in die Tasten; ihr habt noch eine Woche Zeit! 🙂

Was den September betrifft: Kann schon sein, dass es deutlich mehr Beiträge geworden wären, wenn das Thema enger gefasst gewesen wäre. Kann aber auch sein, dass ich selbst es besser hätte anfeuern können, wenn auch von mir selbst was an Beiträgen gekommen wäre, ob nun Karnevalsartikel oder auch Forenbeiträge.

Keine Ahnung, auf jeden Fall vielen Dank für die eingetrudelten Überlegungen und Beiträge. 🙂

Und immer wieder Lovecraft

Der Steamtinkerer hat auf eine Frage der Deutschen Lovecraft Gesellschaft e.V. geantwortet, die diese auf Facebook am 7.7.17 gestellt hat. Und da dachte ich so: Ui, cool, eine Schwafelfrage! 🙂

Die Frage lautet:

„Howard Phillips Lovecraft – der Mann um den sich dieser Verein dreht. Doch wie stößt man heute noch auf einen Autoren, der vor 80 Jahren gestorben ist? Liegt das an der „Marke“ Cthulhu? Sind seine Geschichten nach wie vor zeitlos? Oder hilft das Pen & Paper Rollenspiel seine Bekanntheit am Leben zu halten?

Daher fragen wir Euch, die Fans von HPL: wie seid Ihr zu Lovecraft gekommen?“

 

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Huch, Western!

Zornhau richtet im August den Karneval der Rollenspielblogs aus und sein gewähltes Thema lautet: Western in anderen Genres.

Mein erster Gedanke dazu war: Ok, da bin ich raus, mit Western habe ich echt nichts am Hut.

Tatsächlich hat Zornhau mit diesem Karnevalsthema aber quasi jetzt schon „gewonnen“, wenn auch wohl nicht so wie angedacht. Denn was gewünscht wird, ist ja laut Titel eigentlich eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Genre in Bezug auf andere, nicht die grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Western als Genre an sich.

Macht nix, denn abgeholt hat mich trotzdem vor allem Teylen mit ihrem umfangreichen Artikel über genau das, was mich selbst beschäftigt: Western, was soll das? Und spannenderweise benennt sie auch genau die Punkte, die auch für mich Western als Genre grundsätzlich erst mal uninteressant machen.

Nach dem Lesen des Eingangsartikels, der ebenfalls am Ende einige Fragen stellt (auch abseits des fokussierten Karnevaltitels), Teylens Artikel und den zugehörigen Kommentaren, den Ansichten von Infernal Teddy sowie der Beiträge in einem Thread des Blutschwerter-Forums habe ich beschlossen, mich in diesem Monat doch mal ein wenig mehr mit dem Thema Western auseinanderzusetzen.

Bevor ich aber irgendwas zum Thema Western im Zusammenhang mit Rollenspiel schreiben kann, sollte ich klar machen, was Western für mich überhaupt ist bzw. wo ich Aspekte davon sehe oder auch nicht. Und das weiß ich zum aktuellen Zeitpunkt selbst noch nicht, also starte ich mit einem Brainstormingartikel, der vielleicht folgende Artikel dann hier und da auch verständlicher macht, wenn man meine Person in Bezug auf das Genre ein bisschen besser einschätzen kann.

Ich starte also mit einer persönlichen Annäherung und einer grundsätzlichen Auseinandersetzung, plane aber, darauf weitere Karnevalsartikel aufzusetzen, die dann auch mehr von Zornhaus gestellten Fragen und seinem eigentlichen Thema beinhalten sollen.

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Werbung im Hobbyblog?

Thorsten stellte einige Fragen, die auch schon von einigen beantwortet wurden. Da reihe ich mich mal ein.

Warum schaltet ihr Werbung auf euren Hobbyblogs?

Ich schalte keine Werbung, weder hier, noch ist mein Youtube-Channel monetarisiert. Ich finde Werbung höchst lästig und nervig, so sehr, dass das für mich sogar noch vor dem Argument, dass man eventuell keine volle Kontrolle über die Einblendungen hat, kommt. Continue reading

RSP-Karneval Juli 2017: Suomenlinna

Das Nerd-Wiki organisiert im Juli 2017 den Karneval der Rollenspielblogs und fragt nach Rollenspiel im täglichen Leben.

Der Startbeitrag liefert einiges an möglichen Themen, zu einigem passt wohl die Retro-Rubrik meines Blogs, vor allem der Artikel über Eis, Prinzessinnen und Hexenbienen. Sind aber alles keine neuen Artikel, also muss mindestens noch ein Artikel her.

Ausgesucht habe ich dafür einen Ort, der mich rollenspielerisch wirklich sehr inspiriert hat vor einigen Jahren: Suomenlinna.

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