RPG-Karneval 11/2015: Fanzines – Mein Pro & Kontra

Auch wenn ich es schöner finden würde, wenn die Blog-O-Quest sich thematisch nicht am Karneval orientiert, sondern noch ein paar Impulse aus anderen Ecken mitgibt, hat mir die Karnevalsnähe im November ziemlich geholfen. Als ich vom Thema „Fanzines“ erfuhr, dachte ich nämlich erst mal: „Oh weia, dazu hab ich echt so gaaaar nix zu schreiben!“ Nun ist mir durch das (durch die Blog-O-Quest forcierte) Kramen in Erinnerungen aber doch etwas dazu eingefallen.

Grundsätzlich ist meine Einstellung zu Fanzines eher die einer Kontra-Fraktion. Ich selbst finde, dass es sich dabei um ein nostalgisches Etwas handelt, das sich selbst längst überholt hat. Selbst die PDF-Varianten, die es hier und da gibt, gefallen mir meist nicht sonderlich gut. Das liegt vor allem daran, dass sie entweder zu viel Kram beinhalten, der mich nicht interessiert (was häufiger der Fall ist), oder aber zu speziellen Kram, der mich eher in meiner eigenen Kreativität behindert als mich zu unterstützen. Die von ebenfalls bei der Blog-O-Quest genannten Quellen (deutschsprachige Rollenspielcommunity auf G+, rsp-blogs) füttern mich zudem täglich mit neuen Ideen und Umsetzungen, sodass ich da für mich auch gar keinen Bedarf an irgendwelchen Heften sehe. Außerdem schön: Ich kann über diese Wege direkt ein Feedback geben, kann Nachfragen stellen, mit den Verfassern in Windeseile in direktem Kontakt stehen. Und zu guter letzt kann jeder Beiträge verfassen oder bloggen, auch ohne sich über Layout und Co. Gedanken machen zu müssen. Ich glaube, dass man schon allein deshalb deutlich mehr als Auswahl präsentiert bekommt. Eben ungefiltert.

Einen einzigen Punkt gibt es, der mich pro Fanzines sein lässt: Zugfahrten. Ich liebe es, auf Zugfahrten Zeitschriften zu lesen (warum auch immer, denn im Alltag mache ich das eigentlich so gut wie nie) – und ich fahre viel mit dem Zug. Ganz selten kommt es mal vor, dass man irgendwo jemanden in der Nähe sitzen sieht, der gerade in einem Regelwerk stöbert, sich mit dem Nachbarn über’s Rollenspiel (eher noch Tabletop) unterhält oder sogar noch einen DSA– oder Shadowrun-Roman in den Händen hält (was für sich genommen ja schon fast ein bisschen nostalgisch anmutet). Wenn ich solche Leute sehe, spreche ich sie oft an und es ergeben sich fast immer nette kürzere oder längere Gespräche. Der Rollenspieler als solches ist ja schon ein irgendwie seltenes Tierchen. Gäbe es nun Zeitschriften, würde man vielleicht mehr Leute mit so einer irgendwo antreffen als mit einem 400-seitigen Hardcover. Zumindest in größeren Bahnhöfen gäbe es ja vielleicht sogar welche zu kaufen. Das würde auch die Verbreitung als solche ja womöglich verbessern, irgendwie streuen können. Na gut, wenn ich von Zeitschriften rede, dann ist das natürlich auch nicht das klassische „Fanzine“, das ich anspreche, schon klar. Aber irgendwie … also cool wäre das schon!

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