Rückblick: Rollenspielkarneval Oktober

Hier ist nun die Zusammenfassung des Oktober-Karnevals der Rollenspielblogs. Doch zunächst noch ein bisschen was anderes.

Wieso hat Clawdeen diesen Karneval eigentlich organisiert?

Tja, wie so oft war ich hoch motiviert zu eigenen Beiträgen. Und es kam auch nicht von ungefähr, dass ich mir genau dieses Thema heraus gepickt habe, Ich finde, es bietet eine Menge Möglichkeiten, die auch gut zum von mir hoch gehaltenen Halloween passen. Außerdem bin ich erst vor einem halben Jahr nach Ingolstadt gezogen. Und wem das nichts sagt, der wird spätestens nach der Lektüre der teilnehmenden Artikel des Monats wissen, dass es da eine Verknüpfung zu Frankenstein gibt. Oh, und ich liebe die Verfilmung aus den 90ern mit Kenneth Branagh, Robert de Niro und Helena Bonham-Carter!

Ich hatte auch so Sachen im Kopf wie genauere Berichte oder zumindest Stippvisiten zur Pathfinder-Kampagne „Die Winterkönigin“, in der reichlich solcher Konstrukte auftauchen, dann der (sich eigentlich mit was anderem beschäftigende, aber dennoch passende) Roman „Shelley„, den André Wiesler mal für Shadowrun geschrieben hat. Oder ein bisschen was zu Golem und Dschinn (streicht den Untertitel, der ist Quark – aber das Buch ist echt gut!).

Spiele wie das von mir hoch gehaltene „Mumien, die Wiedergeburt“ und noch mehr „Promethean, the Created“ bieten natürlich auch massig Möglichkeiten, zu ihnen was im Rahmen eines solchen Karnevals zu schreiben.

Naja, so blieb eher „hätte, hätte, Fahrradkette“ … aber dafür soooo viele und wirklich kreative, coole Beiträge von anderen. 🙂

Und was wurde zum Karneval so geschrieben?

Es gab reichlich Beiträge im Oktober zum Thema „Roboter, Golems & Kunstwesen“, und da der Monat mittlerweile rum ist, fasse ich an dieser Stelle mal zusammen, was es beim Karneval der Rollenspielblogs diesmal so alles zu lesen gab.

Vor allem blut_und_glas von d6ideas.com hat sich arg ins Zeug gelegt und einen ganzen Haufen Kreaturen ins Rennen geworfen:

Zuerst gab es da den 377 Spite Stormer mit besonderen mentalen Abwehrkräften für SLA Industries, dicht gefolgt vom Golem für Beutelschneider. Beutelschneider? Ja, ihr wisst schon: Diese Sache mit den Murmeln. Wisst ihr nicht? Dann findet ihr hier mehr Infos dazu. Auch die Chimäre als Verschmelzung von zwei Kreaturen gehört zum Beutelschneiderkonzept. Mit den Legions-Robotern geht es dann bei d6ideas rüber zu The Red Star. Mein persönlicher Liebling ist allerdings die Juristische Person für Unknown Armies.Damit hat sich blut_und_glas aber quasi erst warm gelaufen, denn es ging prompt weiter mit Servitoren, und zwar dem Wächter-Servitor für Dark Heresy und dem Remex-Servitor für Rogue Trader. Den Eljo für Cthulhu Tech finde ich auch ziemlich geil; dabei handelt es sich um einen biomechanischen Urban Combat-„Engel“. Der Artikel über Traumatiere hat mich mal wieder daran erinnert, dass ich mich irgendwann auch mal näher mit Unknown Armies beschäftigen wollte und sollte. Einmal mehr zu SLA Industries warf blut_und_glas dann noch die Shade-KriegsmaschineTerrakottakriegerBlutquell und Josef (klassischer Golem) für The Red Star ins Rennen. Als weitere Idee für Beutelschneider tauchte das Spiegelbild auf. Echt witzig finde ich die Idee des DARiA DAVe (Dino) für SLA Industries. Wer nicht auf der Suche nach neuen Kunstwesen für’s Rollenspiel ist, aber einen neuen Begriff für das Galgenmännchen gebrauchen kann, mag vielleicht den Notkonvertitenservitor für Dark Heresy besonders gern, während ich lieber bei den Stoffbeschützern für Unknown Armies bleibe, die mich sehr an die in Little Fears beschriebenen Stofftier(optionen) erinnern. Weiter geht es, wieder für Beutelschneider, mit dem Uhrwerkderwisch, Und das war es da auch noch nicht, denn es folgt – walle, walle – noch der Besen für Beutelschneider. Und auch für SLA Industries folgt noch ein ganzer Haufen weiterer Kunstwesen: Gleich zwei Mal lesen sollte man den Artikel zu Gestation Ebb, cool ist der False Friend,schleimig die Vevax. Thunderer ist ein Supersoldatenprogramm. Da ich selbst keine Ahnung von SLA Industries habe, weiß ich nicht, was Doobries sind, aber ein paar Infos zu Voobries finden sich bei d6ideas ebenso wie „Blutopfer aus der Retorte“, namentlich Type O Blutklon. Und dann waren da noch die Carrienscheuche und der 899 Molotov Stormer. Für Dark Heresy findet sich auf dem Blog nun noch der Schildfamiliar, Heavy Spacer und Legacy sind Kunstwesen für Blue Planet, und für D&D gibt es noch fiese Noten. Noch mehr zu Kunstwesen bei d6ideas? Gibt es! Mal nur die für den Karneval vermeldeten Kreaturen zusammengezählt stammen also von d6ideas.com ganze 31 Beiträge, für jeden Tag einen sozusagen. Wow, Respekt!

Ebenfalls etwas für Unknown Armies gibt es beim Haus der Renunziation: den für mich sehr amüsanten Haftnotiz-Golem.

Weitere Kreaturen zum Thema finden sich bei Greifenklaue: Für Starslayers finden sich dort der Imperiale Aufklärungsdroide (AASÜV), der Imperiale Kampfdriode Roger, der Droideka und als Gastbeitrag noch das Endoskeleton ARN-E 800 (höhö).

Weil Doctore Domani seiner eigenen Aussage nach zum ersten Mal „in echt“ am Karneval teilgenommen hat, freue ich mich über seinen Artikel zum Thema, in dem sich der Link zu einem Onesheet verbirgt! Rippers spiele beziehungsweise leite ich selbst seit ungefähr zwei Monaten (erst) und bin entsprechend begeistert, auch dazu was im Karneval entdeckt zu haben. 🙂

Auf Engors Dereblick findet sich ein ausführlicher Artikel zum DSA-Abenteuer „Das Grabmal von Brig-Lo“. Wer das Ganze tatsächlich noch nicht kennt und ggf. noch spielen möchte, sollte sich den Retro-Check besser nicht durchlesen. Ich selbst habe ich sehr gern gelesen, zumal genau dieses Abenteuer in den letzten zwei Monaten zu Hause ein ziemliches Thema war. Tsu wollte das als Hangout on Air anbieten, was dann aber leider kurzfristig sozusagen notfallmäßig abgesagt werden musste. Ob es da einen neuen Anlauf geben wird? Schauen wir mal.

Bei Spiele im Kopf findet sich ein interessanter Artikel über Uschebtis – Diener aus dem Totenreich. Am Ende werden natürlich auch Rollenspielbezüge genannt (Cthulhu, Atomic Robo, Hollow Earth Expedition). Ich meine, dass Uschebtis auch bei Promethean, the Created und/oder Mummy, the Resurrection eine Rolle spielen, hab aber bislang dazu nichts Konkretes in meinem Kram dazu gefunden.

Weltenbau-Wissen hat einen Artikel zu Hintergrund und Potenzial von Golems beigesteuert, der zwar keine Lösungen bietet, dafür aber zum Nachdenken anregt und somit auch die Kreativität anschubst: Der Golem – Eine Erfolgsgeschichte.

Der Ackerknecht versucht sich in seinem Beitrag daran, Data und Seven of Nine mit dem Regelwerk Lasers & Feelings nachzubasteln. Am Ende verweist er noch auf weitere Systeme, die zum Oktoberthema passende Inhalte bieten (Gammaslayers, digital_shades).

Chaos am Spieltisch bloggt ein wenig philosophisches „Gedankengeschwurbel„, wie er selbst sagt. Darin geht es erst mal um Plüsch, Power & Plunder, tatsächlich beschäftigt sich der Artikel aber mehr mit dem, was dahinter steht, und welche Optionen eben das für das Spielen sämtlicher Kunstwesen bietet.

Talasus Artikel beschäftigt sich mit dem modernen Frankenstein. Vor allem für Shadowrun-Fans ist dieser Artikel interessant, denn im Fokus stehen KIs, Monads und Cyberzombies. Über letztere habe ich mich besonders gefreut, da sie es waren, die mir selbst zum Karneval in Bezug auf Shadowrun als erstes eingefallen sind, als der Karneval losging (siehe dazu auch die Kommentare unter dem Startbeitrag zum Oktober-Karneval).

Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir der Artikel bei Gelbe Zeichen: Frankenstein. Hier stehen eher verschiedene literarische Ursprünge („Reanimator“ kenne ich tatsächlich noch nicht) und der Rückbezug zur Gesellschaft (und eigentlich auch die Definition von Menschlichkeit im weiteren Sinne) im Fokus als das Rollenspielhobby, denn ganz unten findet man einen Hinweis, dass thematisch passende Abenteuer folgen (sind also noch keine da bzw. dort festgehalten). Lieblingszitat aus diesem Artikel:

Was sich daraus entwickelt ist Literatur und kein Krankheitsbild

Der Pendragon-Blog entführt den Leser auf eine Queste um die silberne Chimäre in Cambrien. Neben einer kurzen Beschreibung der (vorigen) Ereignisse finden sich dort auch benötigte Werte und eine Karte. Mein Highlight: die holde Maid!

Im Masterplan-Artikel von Orakels Tilting my World gibt es ebenfalls einen Überblick über Berühmtheiten aus der Kunstwesenecke und den ausgeführten Hinweis, man möge doch immer im Hinterkopf haben, welchem Zweck solche Kunstwesen im Rollenspiel dienen sollen, und wie man diese entweder in bedrohlicher Weise einbringen oder durch das Kippen des Zwecks eine Bedrohung schaffen kann.

Sprawldogs stellt die Eule für eine Fate Fraktal-Runde vor. Die Runde, um die es hier geht, ist zum Zeitpunkt des Artikels noch nicht gestartet und es bleibt zu hoffen, dass es für interessierte Leser noch eine „Auflösung“ geben wird, wie das Fahrzeug angekommen ist und wie es sich im Spiel dann tatsächlich so gemacht hat.

Noch mal zurück zu d6ideas.com, wo yennico noch einen längeren Artikel zu den Legenden über den steinernen König verfasst hat. Inspiriert von Deviantart und einer Geschichte aus den Forgotten Realms (Wailing Dwarf) ist das Ganze primär ausgerichtet auf D&D und ähnliche Konsorten, doch da im Fokus die unterschiedlichen Ansatzpunkte von Legende und Handlungsmöglichkeiten stehen, kann man die Inspirationen eigentlich überall einsetzen.

Bertram hielt fest: „Isch abbe gar keine Blog, Signorina.“. Dennoch hat auch er am Oktober-Karneval teilgenommen, und zwar via Google+ und einen im Drive hinterlegtem PDF. Vorgestellt wird der Spider-Bot mit zwei abschließend genannten Varianten, und das Ganze ist für … na? Natürlich für GURPS!

Und zum Abschluss gab es dann noch eine in einer Kaufempfehlung versteckte Teilnahme von Nandurion, nämlich in der Meldung zum Erscheinen des Myranischen Zauberwerks.

Wenn ich mich nicht verzählt und niemanden vergessen habe, sind das 51 (!) Beiträge insgesamt, dabei mindestens konkret erwähnt über 20 verschiedene Systeme. Geil!

Und im November?

Im November lautet das Thema „Fanzines„. Hier findet ihr den Sammelthread im Forum. Den Startbeitrag von Organisator Mondbuchstaben gibt es hier.

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10 Comments

  1. Glückwunsch und Dank an alle für so viele Beiträge. Und an dich für die Zusammenfassung.

    Zu meiner Turbo-Fate „Lady Blackbird“ Runde: Fate-Fraktal ist nicht der Name der Runde, sondern eine Regel von Fate Cote („In Fate kannst du alles in der Spielwelt wie einen Charakter behandeln. Alles kann Aspekte, Fertigkeiten, Stunts, Stressbalken und Konsequenzen besitzen, wenn du es für nötig hältst.“ – Fate Core Deutsch, Seite 278).
    Und bisher war die Runde begeistert, trotz der extrem einfachen Regeln (ist ja Turbo-Fate). Erst in der kommenden dritten Sitzung wird die Eule vollends ihre Werte ausspielen, denn es wird zu einem Schiffskampf zwischen der Eule und (vermutlich) orkischen Kopfgeldjägern kommen. Und da wird sich diese Regel auf jeden Fall in der Art beweisen können, als das nicht nur die Eule Werte hat, sondern auch das gegnerische Schiff. Während die Eule allerdings noch dazu die Mannschaft und ihre Werte hat, wird das gegnerische Schiff vereinfacht nur seine eigenen Werte ins Felde führen.

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  2. Vielen Dank für die Ausrichtung des Karnevals und den tollen Abschlussbericht. Ja der Artikel Frankenstein ist tatsächlich etwas abgedriftet, war auch anders geplant, aber als ich am Lesen der Geschichte war und beim Schreiben des Artikels, ist es einfach so passiert 🙂 Hab auch schon zwei Hinweise auf Abenteuer mit Frankenstein Bezug, konnte es selber aber noch nicht lesen, daher hab ich sie noch nicht eingefügt.

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  3. Danke für die ausführliche Zusammenfassung. Wenn Dir zu den Uschebtis noch etwas zu deren Einsatz in „Promethean“ oder „Mummy“ einfällt, so freue ich mich sehr über einen kurzen Kommentar unter meinem Artikel. Da ich mit der World Of Darkness kaum vertraut bin, lerne ich gerne dazu.

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