Clawdeen liest: Monster of the Week (Teil 1)

Im Februar hat David die Idee #1Monat1RPG in den Raum gestellt. Hintergrund und Idee des Ganzen: Viele sammeln Rollenspielregelwerke und -quellenbücher wie nichts, aber dann verbleiben sie doch (lange) ungelesen im Regal, auf der Festplatte oder sonstwo. Also hat er überlegt, dass es sich in Gemeinschaft vielleicht leichter lesen lässt – und daraus resultierend vielleicht auch eher mit anderen austauschen und/oder spielen lässt. Im Februar ging es dann los mit der Revised Edition von „Monster of the week“ von Evil Hat Productions.

Vorweg: Ich habe das Buch im Februar nicht komplett gelesen, darum wird es vermutlich mehrere Artikel dazu mit unterschiedlichem Stand nachträglich geben. Auch hatte ich im Vorfeld keine anderen Spiele der PbtA-Reihe gelesen oder gespielt. Zum Spielen von „Monster of the Week“ kam ich allerdings schon bzw. sogar zum Leiten, aber dazu später. Die Infos sind an der Stelle erst einmal zum Einordnen meines Leseeindrucks gedacht.

Ersteindrücke

Zugegeben, auf Grund des Covers im B-Movie-Style hätte mich dieses Regelwerk schon mal nicht gereizt, auch wenn der Buchrücken mit seinen ganzen Anspielungen auf bekannte TV-Serien und in seinem „Lasst uns Ärsche treten!„-Ton da schon einiges hätte wettmachen können abseits der Motivation, es eben wegen o. g. Aktion lesen zu wollen. Das Vorwort zu dieser überarbeiteten Fassung wirkt auf mich auch ziemlich sympathisch. Ziemlich enthusiastisch erzählt Fred Hicks darin kurz und knapp, wie es zur Zusammenarbeit mit Michael Sands kam, und wie er selbst MotW (in der vorigen Fassung) fand. Ich mag Texte, die Begeisterung transportieren, und das macht dieses Vorwort verdammt gut in meinen Augen.

There are Monsters out there …

Das erste Kapitel beschreibt, auf was man sich bei MotW grundlegend einlässt, welche Anleihen es gibt (also ganz ähnlich wie beim Buchrücken), und was man zum Spielen braucht. Zum Einen braucht man Kopien der sogenannten Playbooks, wie die „Charakterbögen“ sich bei diesem Spiel (und anderen PbtA-Spielen) nennt, zudem zwei sechsseitige Würfel, Papier und Stift (wer käme bei einem Pen & Paper auch sonst auf sowas ;)) sowie einige der Hunter Reference Sheets und ein Keeper Reference Sheet sowie natürlich eine Geschichte, ein sogenanntes Mystery. Praktischerweise gibt es das meiste der benötigten Dinge zum freien Download auf der Herstellerseite, und auch den Link dorthin findet man im Buch.

Danach folgt noch eine praktische Leseanleitung. Diese geht nicht den meist üblichen Weg aufzulisten, was man in welchem Kapitel nachlesen kann, sondern ist in der Art „Du suchst XYZ? – Dann sind die Seiten A-C, D und E das Richtige für dich!“ verfasst. Ist eine andere Form der Übersicht, gerade für den schnellen Start finde ich sie ziemlich hilfreich.

Abschließend wird dann noch auf die Gesamtstruktur des Buches (ein Teil für Spieler, ein weiterer Teil für den Keeper) verwiesen sowie diverse Optionen, Feedback abzugeben und auf dem neuesten Stand hinsichtlich des Spiels zu bleiben, verwiesen.

Insgesamt hat mich dieses einleitende Kapitel kein bisschen gelangweilt, sondern ließ sich schnell weglesen und hat mir einen guten ersten Einblick in die Gesamtstruktur des Spiel gegeben.

The Hunters

Dieses Kapitel geht nun direkt in die praktische Anwendung des Ganzen. Hier findet sich schon mal eine Zusammenfassung der zwölf angebotenen Playbooks, jedes davon mit Beispielen versehen, damit man sich noch schneller eine Vorstellung des Typs machen kann. Dort steht dann abschließend so etwas wie „zum Beispiel Rupert Giles aus Buffy, the Vampire Slayer“ oder „zum Beispiel wie Sam Winchester aus Supernatural„. Insgesamt gibt es viele Vergleiche aus Buffy, Angel und Supernatural, aber auch Dresden Files, Fringe, Akte X und True Blood finden sich bei diesen Beispielen wieder.

Neben diesen Kernschablonen finden sich danach Stichworte zu elf weiteren Typen, teils offiziellen, teils fanbasierenden, wo dann auch solche Typen auftauchen wie Mad Scientist oder The Summoned (mit Hellboy als Beispiel). Dass hier allerdings schon auf fanbasierende Playbooks verwiesen wird zeigt, dass man selbst natürlich auch kreativ werden und seine eigenen Playbooks schaffen kann, wenn man möchte. Coole Sache! Der wohl wichtigste Hinweis in diesem Kapitel ist allerdings, dass jedes Playbook nur einmal im Spiel sein sollte, denn:

you’re not just one of that type of hunter: you’re the archetype

Kurzum: Geil! 🙂

Abschließend folgen ein paar Hinweise auf die Charaktererschaffung, also das Ausfüllen der Playbooks, die zumindest zu Teilen mit der gesamten Gruppe erfolgen sollte, sowie entsprechend einige Hinweise zu möglichen Teambildungsmöglichkeiten. Gehören alle Monsterjäger einer Familie an, arbeiten sie für jemanden, oder was sonst führt sie zusammen? Hierzu gibt es ebenfalls wieder einige Beispiele, allerdings fand ich diese eher überflüssig, zumal die vernetzenden Fragen innerhalb der Charaktererschaffung ohnehin zumeist schon ein ausreichendes Band zwischen den Charakteren knüpfen.

Zu diesem Kapitel gehören noch die Basisinformationen zu Moves und Ratings.

Die sogenannten Basic Moves sind acht verschiedene Handlungen, für die man würfeln kann, und zwar immer dann, wenn etwas besonders außergewöhnlich ist, gefährlich ist, oder der unbestimmte Ausgang die Situation spannender gestalten kann.

Ratings ist die Höhe der fünf Eigenschaften (Cool, Tough, Sharp, Weird, Charm), die von -1 bis +3 reichen können. Diese Ratings werden bei Anwendung von Moves immer auf das Würfelergebnis aus 2W6 addiert – und das ist in Kürze tatsächlich auch schon alles.

Jedes Playbook hat zudem noch eigene, spezifische Moves, die eben zum jeweiligen Typ passen. Diese werden in den einzelnen Playbooks erklärt, greifen aber auf dieselben Ratings zurück wie eben geschildert.

Ende der Lesestunde

Bis zu Seite 91 habe ich in einem Rutsch gelesen, was wegen des Formats des Buches, der großen Schrift und der wirklich leicht zu lesenden Sprache nicht lange gedauert hat. Und auf dieser Basis habe ich nach zwei Sessions als Spielerin auch direkt mal mein Glück in heimischer Runde als Keeper versucht. Fazit: Das ist wirklich kinderleicht und bockt!

Bis zur nächsten Lesestunde!

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