RSP-Karneval Juli 2017: Suomenlinna

Das Nerd-Wiki organisiert im Juli 2017 den Karneval der Rollenspielblogs und fragt nach Rollenspiel im täglichen Leben.

Der Startbeitrag liefert einiges an möglichen Themen, zu einigem passt wohl die Retro-Rubrik meines Blogs, vor allem der Artikel über Eis, Prinzessinnen und Hexenbienen. Sind aber alles keine neuen Artikel, also muss mindestens noch ein Artikel her.

Ausgesucht habe ich dafür einen Ort, der mich rollenspielerisch wirklich sehr inspiriert hat vor einigen Jahren: Suomenlinna.

Was ist Suomenlinna?

Suomenlinna ist eine Helsinki vorgelagerte Festungsinsel. Gebaut wurde die Festung dort im 18. Jahrhundert und ging in den 1970er Jahren in die zivile Verwaltung über. Allerdings gibt es dort noch eine Marineschule für etwa 90 Leute.

Ansonsten wohnen dort heutzutage einige Hundert Leute, die mit der Fähre hin und her pendeln. Auch einige Museen haben sich dort angesiedelt, beispielsweise ein altes U-Boot und das Spielzeugmuseum – letzteres übrigens gerade in dieser Umgebung ziemlich creepy.

Rollenspielinspiration für militärische Settings

Grundsätzlich bietet es sich natürlich an, Aspekte einer Festungsinsel entsprechend für militärische Settings zu nutzen. Genug zu sehen gibt es diesbezüglich genug. Ist allerdings für mich persönlich ehrlich gesagt nicht so interessant.

Für den das eher von Interesse ist, wird natürlich beim besuchbaren U-Boot Vesikko fündig, bei der Bastionsfestung selbst oder der Küstenverteidigungslinie mit Sandbankwällen und Kanonen.  Und zu guter letzt beherbergt Suomenlinna auch noch ein Militärmuseum.

Rollenspielinspiration für generell triste Settings

Mag sein, dass es damals an der Jahreszeit lag, dass die Insel, die knapp 1 Million Besucher jährlich haben soll, weitgehend wie ausgestorben wirkte. Auf mich hatte das ein ganz besonderes Flair, irgendwo angesiedelt zwischen dem Schmucklosen und zumeist Tristen skandinavischer Krimis und einem dicken Gruselanstrich. Das Herbstliche, das der November damals so mit sich brachte, gab sein übriges dazu:

Ein leerer, unspektakulärer Spielplatz in einem kleinen Park, nur wenige Schritte entfernt von einem Militärgebäude, dessen Eingang von Kanonen geziert wird. Die Fassade des Gebäudes in seltsam anmutendem Rosa gestrichen, allerdings an allen Stellen abgeblättert.

Ein heutiger Wohnkomplex, vor dem Dutzende Fahrräder stehen, aber kaum ein Fenster von einer Gardine oder ähnlichem verziert wird. Häuser mit kaputten Fenstern, abgedeckt oder zugemauert und mit der Illusion von Fenstern bemalt. Nirgendwo ein Gesicht, das an einem Fenster erscheint (vielleicht auch gut so ;-)), keine Menschenseele weit und breit.

Ein Gemisch aus Vergangenem und Modernen, aus Zivilisation und Verfall.

Rollenspielinspiration für Fantasy-Settings

Trotz der grundsätzlich modernen Umgebung gibt es durchaus Bereiche, die auch zur Inspiration von Fantasygeschichten taugen: Düstere Verliese und, denkt man sich einiges weg, vielleicht sogar ungewöhnlichere Behausungen.

Dass die Tunnel nicht beleuchtet sind, sondern man auch heute noch im Zweifelsfall im Dunkeln steht, nicht jede Ecke überblicken oder auch nur einsehen kann, macht den Besuch noch mal interessanter.

Rollenspielinspiration für Horror & Urban Fantasy

Natürlich ist all dieses Triste geradezu prädestiniert dafür, es (auch) in der Umgebung von Urban Fantasy und Horror anzusiedeln. Die Tatsache, dass sich auf Suomenlinna Elemente vom 18. Jahrhundert bis heute finden lassen, erhöht die Bandbreite des Möglichen nochmals mehr. 

Mein persönliches Highlight war ein „Spinnennetz“, das neben einer Häuserwand angebracht worden war. Ich hab mich damals gefragt, wie man auf diese Idee kommt und was es bringen soll. Vermutlich dient es dem Abwehren ungebetener Besucher, nachdem der zuvor zu diesem Zweck postierte Blumenkasten nicht die erwünschte Wirkung hatte? Auf mich jedenfalls wirkte dieses Netz, ebenso wie das auf der Insel befindliche Spielzeugmuseum, ausgesprochen gruselig.

Was macht man daraus?

Wart ihr selbst vielleicht schon mal dort und von der Insel inspiriert? Was fällt euch beim Lesen dieses Artikels ein an Rollenspielszenen und -geschichten?

Mein damaliger Besuch sorgte letztlich dafür, dass ich eine Runde Mumien, die Wiedergeburt in Finnlands Helsinki (generell nämlich eine höchst spannende Stadt) ansiedelte statt in den üblichen Ländern aus dem sogenannten Netz des Glaubens. Diese Runde hatte einige Crossover-Elemente. Beispielsweise lebte dort eine Sluagh mit besonderen Kenntnissen, die es einmal aufzusuchen galt. Andere Changelings nannten sie nur „die Spinne“ …

 

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