R. I. P. George Romero

Wir alle haben diese Personen, die wir vielleicht nicht Idole nennen, von denen wir nicht zwingend „Fan“ sind, aber die dennoch viel mit unserem Leben zu tun haben, auf die eine oder andere Weise.

Eine solche Person war George Romero für mein Leben, sogar noch weit vor meiner Geburt.

Meine Eltern waren ungefähr ein Jahr zusammen, als mein Vater meine Mutter überzeugte, sich von ihm in diesen neuen Kinofilm schmuggeln zu lassen, von dem alle sprachen. „Die Nacht der lebenden Toten“ hieß er, und meine Mutter, immer schon eine kleine und zarte Person, ins Kino zu schmuggeln, das war schon eine Aufgabe.

Übrigens eine, die sich überhaupt nicht gelohnt hat. Meine Mutter war völlig entsetzt, in was für einen Film mein Vater sie da geschleift hat und sie stritten deswegen … völlig zum Unverständnis meines Vaters, der von dem Film sehr begeistert war.

Zum Glück haben sie sich wieder vertragen, denn sonst wäre ich (um einiges) später wohl kaum als ihre Tochter zur Welt gekommen.

Die Geschichte von diesem Kinobesuch habe ich zig Male von meinen Eltern gehört. Bei meiner Mutter schwang dabei immer noch Unglauben mit, wie mein Vater nur überhaupt auf die Idee gekommen sei. Mein Vater amüsierte sich hingegen stets köstlich über eben jene Empörung und setzte gern nach, dieser „Geniestreich“ sei ihm sogar noch ein zweites Mal gelungen (mit „Die Nacht der reitenden Leichen„).

Ich habe nie verstanden, wieso meine Mutter nicht schon bei den Filmtiteln hellhörig geworden war. Sehr wohl verstanden habe ich später jedoch die Begeisterung meines Vaters.

Ob Hype oder nicht Hype: Zombies sind meine „liebsten Monster“.

Vielleicht würde ich diese Sympathie auch davon abhängig machen, ob oder welche Serie zum Thema gerade läuft, welches Rollenspiel mit diesem Thema gerade als en vogue gilt oder auch davon, welche Filme gerade im Kino laufen. Ist mir aber völlig egal.

Bei mir war es aber so, dass mein Vater mir schon früh erklärte, dass Zombies eine Metapher seien. Er sagte, sie wären ein Zeichen von Geistlosigkeit, von Mitläufertum, von einer Existenz, ohne sein Hirn zu nutzen. Er erklärte, etwas mit Zombies sei immer auch etwas Kritisches. Es ermögliche zwar auch Helden, aber nur dann, wenn sie (klassisch) über sich hinauswachsen würden.

Zugegeben, trotz meines Alters bin ich eher mit „The Walking Dead“ von Robert Kirkman verbunden, mit „Totes Meer“ von Brian Keene oder sogar mit „Resident Evil“ als mit den Werken Romeros.

Aber immer, wirklich immer, wenn ich was zu Zombies lese, schaue, spiele oder leite, denke ich an die Erklärung meines Vaters zur Zombie-Metapher – und die hatte er wiederum von George Romero.

George Romero ist gestern, am 16. Juli 2017, nach kurzer Krankheit im Alter von 77 Jahren verstorben.

Mögen die Sperlinge ihn auf seinem Weg begleiten.

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