Endlich mal ein Unheil!

Seit der Ankündigung des Abenteuers möchte ich gern „Unheil über Arivor“ leiten, also schon eine ganze Weile.

Warum? Da fangen die Spoiler an, also, Achtung: Ab jetzt gibt es die Dinger, weiterlesen auf eigene Gefahr. 😉

Ich mag Katastrophenfilme, ich mag Abenteuer in Städten, und zu guter letzt stammte mein allererster wirklich länger in einer Gruppe gespielter DSA-Charakter damals aus dem Lieblichen Feld (wenn auch aus Vinsalt).

Bei zwei laufenden Kampagnen online, einmal den Theaterrittern (DSA 5) und einmal der Winterkönigin (Pathfinder), einer unregelmäßig zusammenfindenden Tischrunde D&D 5 und in Kombination mit Schichtdienst und Co. war allerdings irgendwie bislang nie so wirklich die Zeit da, sich diesem Abenteuer mal tatsächlich zu widmen. Und so ganz rangetraut habe ich mich auch nicht. Also bis jetzt.

Gestern dann war es soweit, und unsere erste Session mit „Unheil über Arivor“ wurde gespielt, yay.

Das hier ist eine Mischung aus einem kurzen Spielbericht und einer Vorstellung dessen, was der Abenteuerband so hergibt.

Spieler & Charaktere

Eine Besonderheit der Gruppe ist, dass es sich bei den Charakteren um vier Zwerge handelt, drei Erzzwerge und einen Brilliantzwerg. Das war eine Idee, die daraus entstand, dass zwei sofort wussten, dass sie gern Zwerge spielen würden und dann eben die Idee aufkam, das für alle Charaktere so zu handhaben, als eine Art Vettern fünften Grades.

Ich finde, diese Idee wird auch wunderbar getragen und umgesetzt von den Mitspielern Tsu, BioIng, Lex und Mischka. Einzeln, aber auch im Zusammenspiel – hat mich selbst großartig unterhalten.

Vorgabe war, das Spiel mit dem empfohlenen Heldengrad zu spielen, in diesem Fall kompetent, also 1200 AP. Entsprechend wurden die Charaktere erstellt, nur einer liegt mit seinen Punkten etwa 100 AP unter der Vorgabe.

Und wen oder was haben wir da?

Tsu spielt seinen kämpferischen Zwerg Nortgram, BioIng den Albino-Prospektor Malomorax, Lex einen Schmied namens Halgrim und Mischka schließlich den brilliantwergischen Höfling Fredegar – übrigens der einzige Charakter mit einer gewissen Orts- und Etikettekenntnis.

Abenteuervorbereitung

Das Abenteuer bietet drei mögliche Einstiege: als Salonlöwen, Teilnehmer an einem Ritterturnier oder als Teilnehmer an einer derologischen Expedition. Ich fand den dritten Einstieg am passendsten, und entsprechend habe ich diesen ausgewählt und das auch entsprechend an die Gruppe weitergegeben, damit sie sich ihrer Ansicht nach passende Charaktere erstellen können.

Das Abenteuer selbst umfasst 64 Seiten und hat mich tatsächlich einiges an Vorbereitungszeit gekostet.

8 Seiten bieten den Einstieg in die Umgebung des Ganzen. Hier findet man SL-Infos zu dem, was war, ist und sein wird, ebenso einen zeitlichen Überblick über die Ereignisse sowie Hintergrundinformationen zu Arivor selbst. Das ist schon so einiges und bietet eine gute Grundlage, mir persönlich fehlten hier aber noch weitere Informationen, beispielsweise zu den Ardariten.

Ich habe mich im Vorfeld tatsächlich noch recht umfassend auf ältere DSA-Publikationen gestürzt, um mehr über das Horasreich, die Stadt Arivor, aber auch gesellschaftliche, bauliche usw. Hintergründe herauszufinden. Wäre auch ohne diesen Umfang gegangen und war auch nicht ganz so einfach, da die älteren Informationen in vielerlei Hinsicht auch veraltet sind. Auf der anderen Seite sind die Informationen zu Arivor im Bereich DSA 5 im Rahmen des Abenteuers schon die umfangreichsten, die man so finden kann und der Aventurische Almanach gibt sehr viel weniger her und bietet eigentlich auch kaum eine Ergänzung.

Meisterpersonen

Weitere 8 Seiten stellen Meisterpersonen ausführlicher vor. Diese Art und Weise der NSC-Vorstellungen (wie bei DSA 5 üblich) finde ich ungemein gelungen, weil neben einem Beschreibungstext, Illustrationen und Werten auch immer sowas zu finden ist wie Darstellungstipps, typische Zitate und derlei mehr.

Damit war ich also sehr glücklich und auch damit, dass ich einfach aus den vorgestellten Meisterpersonen auswählen kann und nicht alle einbringen muss. Das ist auch insofern hilfreich gewesen, dass ich bis jetzt immer noch nicht herausgefunden haben, wen Travian di Faffarello eigentlich umgebracht hat; auch durch das Wiki und ältere Sachen im Schrank nicht, und leider, leider verrät das Abenteuer das auch an keiner Stelle.

Der Einstieg

Jeweils knapp 4 Seiten widmen sich dann dem Einstieg als Salonlöwen, dem von uns genutzten Einstieg als Steinesammler und dem als Turnierteilnehmer.

Der Schein der wenigen Seiten trügt hier vielleicht ein wenig. Um der Stimmung der Stadt und des Abenteuers gerecht zu werden, sollte man sich schon eine Weile mit diesen Einstiegen beschäftigen. Es handelt sich also mitnichten um die klassische halbe Stunde des „Ihr sitzt in der Taverne, als …„.

Da wir im Vorfeld schon besprochen haben, dass wir für das Abenteuer grob 4 Sessions insgesamt einplanen wollen, habe ich mich schließlich dazu entschieden, diesem Einstieg konkret die erste Session zu widmen. Das hat auch so funktioniert und ist aus meiner Sicht so knapp ausreichend, es wären allerdings ganz locker auch 2-3 Sessions mit diesem Einstieg zu verbringen (und der Überblick über die Stadt sowie eine gewisse Bindung der Charaktere an sie entsprechend intensiver).

Insgesamt ist das Abenteuer bis hierhin auf jeden Fall sehr gut strukturiert und bietet einige Variationen, Informationen und Vorschläge für Proben im Spiel an.

Der Übergang ins eigentliche Abenteuer

Das ist eigentlich der einzige Punkt, an dem ich mit mir durchaus unzufrieden bin, was das Spiel angeht. Nach gut 2,5 Stunden Spielzeit habe ich diese Überleitung ziemlich forciert, was sehr auf Kosten der Beschreibung und der Atmosphäre ging. War nicht so gelungen und eher platt, und das merkt man auch an den entsprechenden Reaktionen und Nachfragen der Charaktere bzw. Spieler.

Tatsächlich ist diese Szene auch im Abenteuer nicht sonderlich gut ausgearbeitet (wäre bei drei verschiedenen Einstiegen wohl auch ein bisschen viel gewesen), aber da hätte ich schon im Vorfeld mehr nachjustieren können/sollen.

Den Übergang als eine Art Cliffhanger hätte ich also besser am Ende der ersten Session sein lassen und den Übergang in Ruhe in der Folgesession eingeleitet. Aber gut, ist halt so, wie es ist.

Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf die nächste Session, die am 18.7. gespielt werden soll und werde danach dann auch hier wieder berichten.

 

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