RSP-Karneval 11/2016: Fragged Empire – Überblick

Im November organisieren blut_und_glas und Athair den Karneval, und es geht um „Aufstände, Rebellionen, Unabhängigkeitskriege„.

Vorab dachte ich, dazu fiele mir rein gar nichts ein, aber dank des Einleitungsbeitrages kam ich dann doch auf die eine oder andere Idee. Wie schon im Organisationsthread geschrieben, fällt darunter auch die, verschiedene Systeme mal unter dem Aspekt der bestehenden oder (möglicherweise) keimenden Konflikte, die eben Aufstände, Rebellionen und Unabhängigkeitskriege nach sich ziehen (können), vorzustellen.

Da bietet es sich doch an, mal ein bisschen über Fragged Empire zu bloggen abseits der „Clawdeen liest„-Reihe dazu. Heute ist zwar „Fragged Friday„, denn freitags will ich ja immer was zu einem weiteren Kapitel des Grundregelwerks schreiben, aber stattdessen starte ich heute die Fragged Week. Das deutsche PDF zum Grundregelwerk wurde nämlich gestern an die Unterstützer verschickt, es gibt also ein bisschen was zu feiern (für mich zumindest). 🙂

Im ersten Beitrag dazu und zum Karneval stelle ich erst mal ein bisschen die Hintergründe des Spiels vor und warum es in meinen Augen wirklich gut zum Karnevalsthema passt.

karneval_rebellion

Wie ist der Hintergrund von Fragged Empire?

Bei Fragged Empire geht es um – vom Grundregelwerk ausgehend – vier Spezies, die im Rahmen eines sogenannten post-post-apokalyptischen SciFi-Settings ihren Platz im Universum finden wollen.

Die Menschheit entwickelte sich vor allem technologisch immer weiter, stagnierte aber irgendwann in ihrer Gesamtentwicklung. Sich ihres nahenden Aussterbens scheinbar durchaus bewusst, erschufen sie die sogenannten Archonten als ihre Erben. Diese wiederum setzten in ihren Entwicklungen in erster Linie auf Genmanipulation und schufen so im Verlauf der Zeit Tausende unterschiedlicher Spezies, die sie jedoch nach und nach als misslungene Experimente deklarierten und verwarfen, um ihre Suche nach der perfekten Spezies weiter fortzusetzen.

Immer wieder mal schufen die Archonten Spezies, die sie für perfekt hielten, bis sie sie dann aber doch wieder verwarfen. So war es auch mit den X’ion, von denen gerade einmal ein Dutzend erschaffen wurde. Doch die X’ion waren nicht bereit, sich einfach beiseite stellen und aufgeben zu lassen, und so begehrten sie gegen ihre Erschaffer auf. Es kam zu Kämpfen, in deren Rahmen alle X’ion starben – bis auf eines. Das letzte X’ion floh ins All.

Zweihundert Jahre später kehrte das letzte X’ion zurück, und es war nicht allein. Es hatte sich eine eigene Armee geschaffen, um sich an den Archonten zu rächen und sie auszurotten: die Nephilim.

Es kam zum Großen Krieg. Auf der einen Seite standen zunächst die Archonten und die von ihnen begünstigte Spezies der Kaltoraner, auf der anderen Seite das letzte X’ion und die Nephilim. Der Krieg währte nur sechs Jahre, und die Nephilim wüteten unermüdlich. Sie jagten und töteten nicht nur die Archonten, sondern auch die Kaltoraner. Und als sei das nicht genug, zerstörten sie auch den Heimatplaneten der Kaltoraner.

Eilig erschufen die Archonten die Spezies der Legion, um den Nephilim auf Kampf fokussierte Gegner vorsetzen zu können. Doch auch die Legion konnte das Blatt nicht mehr zu Gunsten der Archonten wenden: die Archonten verloren den Krieg und wurden ausgemerzt.

Nachdem der Krieg gewonnen war, verschwand das X’ion wieder in den Weiten des Raums, einfach so, und ließ seine „Kinder“, die Nephilim, zurück.

In den folgenden 100 sogenannten Jahren der Dunkelheit waren die übrig gebliebenen Spezies nun ohne wirkliche Identität. Nach und nach versuchten sie, ihren Platz im All (zurück) zu erobern und sich eben eine (neue) Identität zu geben.

Zum Zeitpunkt des Spieles haben sich die einst als unwürdig deklarierten Vargarti zur kapitalistischen Corporation entwickelt, die Nephilim bemühen sich um Allianzen, um das Misstrauen gegen sie abzubauen. Derweil versucht die Legion einerseits, bei ihrem ursprünglichen Daseinszweck, dem Kampf, zu bleiben (viele arbeiten als Söldner), bemüht sich auf der anderen Seite aber auch, sich mit gänzlich unkämpferischen Fragen auseinanderzusetzen wie zum Beispiel der Familiengründung. Die Kaltoraner hingegen haben einen weiten Weg aus ihren unterirdischen und unterseeischen Städten zurückgelegt und hadern noch immer mit ihren genetischen Erinnerungen, die sie sowohl die Gräuel der Nephilim als auch die eigenen – wie Kannibalismus aus Verzweiflung – nicht vergessen lassen.

Woher der Name Fragged Empire?

Das Grundregelwerk liefert zu Beginn einige Definitionen des Begriffs „frag„, die Spielinhalte zugleich ein bisschen mehr umreißen sollen. Interessant ist hierbei neben den reinen Erläuterungen, dass Fragen mitgeliefert werden, die das Spiel stellt bzw. die man sich selbst im Spiel stellen kann.

Wurde man von seinem Schöpfer verraten? Hat man seinen Schöpfer ermordet? Wohin führt die Zersplitterung, die Fragmentierung der Gesellschaft durch den Großen Krieg? In den Untergang? Zu etwas Neuem? Und wie soll diese neue Gesellschaft aussehen, wenn es sie gibt? Wofür lebst du (aka dein Charakter)?

Publikationen und enthaltene Konflikte

Fragged Empire ist recht offen angelegt, was die Spielinhalte betrifft. Es gibt abseits der Vorgeschichte keinen „Metaplot“, und der Entwickler hat sich nach den ersten Büchern zum Spiel weiteren Settings (Piraten, Steampunk) mit einem etwas modifizierten Regelsystem zu Fragged Empire zugewandt. Somit rechne ich in der absehbaren Zukunft nicht mit weiteren Titeln zum Spiel, empfinde die aktuellen Publikationen aber auch als reichhaltig genug, um sich damit schier ewig zu beschäftigen.

grw

Das Grundregelwerk zeigt schon eine ganze Menge Konfliktpotenzial auf. Zwar geht es grundsätzlich darum, dass die einzelnen Spezies zusammenarbeiten sollen/müssen, um eine sichere neue Zukunft erschaffen zu können, es spricht aber natürlich auch nichts dagegen, eine Runde nur mit einer Spezies zu spielen und dort dann andere Schwerpunkte zu setzen.

antagonistenarchiv

Das Antagonistenarchiv hingegen ist eine wahre Fundgrube zum diesmonatigen Karnevalsmonat. Darin finden sich verschiedene Splittergruppen der einzelnen Spezies mit ihren Zielen und ihrer Art, diese erreichen zu wollen. Das Ganze verzahnt sich mit diversen konkreten Ortsbeschreibungen, Regeln zum Bau von Handlangern, Standardgegnern und Erzfeinden, weiteren Regeln für Raumschiffe, Waffen, Terrains, und schließlich gibt es noch einen ganzen Haufen beschriebener NSC mit Werten. Auch diese reichen wieder vom „Monster of the week“ über anspruchsvollere Gegner bis hin zu konkreten namhaften Individuen, die dann auch noch mal Motivationen – durchaus auch solche, die Futter für Aufstände und Rebellionen mitliefern.

protagonist  genetic  sleeping  alienflame

Weitere Publikationen sind das Protagonistenarchiv, das ich allerdings noch nicht gelesen habe und das damit aus der Fragged Week rausfällt sowie ein paar vorgefertigte Abenteuer, von denen drei durchaus so einige Spielabende füllen können.

Ausblick auf die weitere Fragged Week

Grundsätzlich passt allein schon der Hintergrund von Fragged Empire wirklich gut zum diesmonatigen Karneval, wie ich finde. In weiteren Beiträgen werde ich mal einen etwas genaueren Blick auf die einzelnen Spezies und aus ihnen entstehendes beispielhaftes Potenzial dazu vorstellen.

Da d6ideas ja zumeist über schier unerschöpfliche Munition für Karnevalsartikel zu verfügen scheint, möchte ich mich für diesen Fundus außerdem mal erkenntlich zeigen, indem ich zumindest eine Woche lang versuche, täglich was zur Fragged Week im Zusammenhang mit dem Karneval zu bloggen. 😉

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1 Comments

  1. Danke für den schönen Artikel Clawdeen! Fragged Empire hat es irgendwie bisher nicht geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Vielleicht wird sich das ja in der Fragged Week ändern. Freue mich auf jeden Fall auf deine weiteren Artikel!
    Viele Grüße
    Michael

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